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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leistungsbescheid bei Folgeanträgen


Inge-1936
20.07.2005, 11:44
Sind die ARGEs verpflichtet, den Leistungsbescheid nach Folgeantrag per Post zuzuschicken oder muss man den abholen? Der Folgeantrag für den 1. August wurde am 12 Juni gestellt. Heut ist der 20.7. Müsste der Bescheid nicht schon vorliegen?
Gruß Inge

StephanK
20.07.2005, 12:00
Hallo Inge und :welcome:
Nee, so weit sind wir mit der Sparsamkeit der Verwaltung noch nicht, dass man sich die Bescheide selbst im Amt abholen müsste :P
Natürlich sollte der Bescheid nach fünf Wochen vorliegen, aber die Ämter kriegen es offenbar jedenfalls nicht überall geregelt. Da hilft leider nur hingehen und nachhaken und nicht locker lassen. Wenn sich gegen Monatsende immer noch nix getan hat: nochmal hingehen und energisch nachfragen, wovon man die nächste Miete bezahlen soll. Wenn es nicht anders geht, hartnäckig einen Barscheck verlangen und die Räumlichkeit ja nicht verlassen, bevor man den in der Tasche hat! Ist ätzend, aber leider oft nicht anders hinzukriegen... :kotz:

Limone
03.08.2005, 21:26
@ Stephan: da möchte ich aber doch mal ins Feld werfen: mehr als arbeiten können die Arge-Mitarbeiter aber auch nicht. Sicher versucht man, die Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten, aber weißt du, wie viele Akten das sind, um die sich jeder Mitarbeiter zu kümmern hat ? :-x

Colatrinker
03.08.2005, 22:28
@ Limone

Sicher, sicher haben die Arge-Mitarbeiter viel zutum - wird ja auch mal Zeit das Sie ich für Ihr Gehalt endlich mal bewegen müssen.

Sind die Herschaften dort gar nicht gwohnt
- das sagten mir einige Leute die aus unserer Abteilung zur Jobagentur gewechselt sind -

Natürlich nicht aus Eigennutz oder weil Sie so Sozial eingestellt sind sondern weil sie sind mit Beförderungen geködert worden sindun Ihnen egal war was Sie da verwalten ob Strafzettel oder dann eben Bewilligungsbescheide - is doch egal is eh nur Paier.

Aber was soll ich dir sagen ? Sie sind alle wieder hier-

Zitat:
"Seid Hartz IV arten die Bürostunden in der Jobagentur in Arbeit aus. Neee , da mach ich lieber wieder meiner alten Behörde
- das stresst nicht.´´"

Versteh ich ja auch wenn man 8 Stunden Arbeit nicht gewöhnt ist und sogar Samstags paar Stunden arbeiten muss ( Die aber immerhin bezahlt wird - oder in Freizeitausgleich abgegolten wird.)

- oohhnn nee das is ja gar nichts für uns -

Es sind leider die wenigsten Mitarbeiter dort die Ihre Arbeit am Menschen beherschen , sozial kompetent sind.
- Sie vergessen das jedes Blatt Papier
- wie du ja auch schon so treffend bemerkt hast AKTEN , sich hinter jeder ein Schicksal verbirgt.

Diese Leute sollten besser im Stahlhandel oder in jeder anderen Brance arbeiten aber NICHT wo für Sie Menschen nur noch AKTEN , Nummern in Ihrem riesigen Verwaltungsberg sind.

Das Problem dabei ist das diese Leute in der freien Wirtschaft gar nicht genommen werden - man weiss ja das für sie ARBEIT ein Fremdwort ist.

Betroffener
04.08.2005, 00:03
Ich möchte das nicht unbedingt an den Sachbearbeitern festmachen (und/oder alte Klischees aufwärmen) - da gibt es wie überall im Leben sone und solche.

Das Problem sehe ich mehr in der gesamten Systematik, Methodik und der Organisation sowie den Strukturen, die bei ihrer sozialen Aufgabe sich um bedüftige Menschen zu kümmern, schlicht scheitern muss.

Wenn aber z.B. jemand Ende 2004 mehrere Monate Insolvenzgeld beantragen musste, für 2005 im Dezember 2004 seinen ALG II Antrag gestellt hat und im Juni 2005 weder von dem einen noch dem anderen auch irgend was gehört (trotz Vollmacht für die Eltern) und keinen Cent gesehen hat, dann ist was oberfaul. Inzwischen hat derjenige einen temporären Job als LKW-Fahrer, wo er täglich 250 km pendeln muss.

Ein anderer Fall aus meinem direkten Umfeld beantragte nach ALG I im Februar das ALG II. Der Antrag wurde von einer frisch vom Kreis abgestellten Kollegin bearbeitet (die sich inzwischen persönlich entschuldigt hat), aber erst nach massiven Interventionen auf mehreren Ebenen wurde Ende Juni auf den Widerspruch von April die richtige Krankenkasse eingetragen und bis heute fehlt das Übergangsgeld für die 5 monatige Bewilligungszeit. Der Nachfolgeantrag geht übermorgen auch in den zweiten Monat. Für August fehlt aktuell die Zahlung.
Nun stehe ich mit der Teamleiterin in Verhandlung, das ich spätestens Freitag einen Scheck bekomme oder den neuen Bescheid für meine Bekannte.

Auch für das Übergangsgeld gab es Ende Juni bereits intern die Bewilligung und lt. Computer auch ein Schreiben, das nie jemand gesehen hat. Am 26. Juli soll angeblich wieder ein Änderungsbescheid zum gleichen Thema versendet worden sein, hingegen erzählt eine andere Mitarbeiterin, dass sie das am 28. Juli erst zur abschliessenden Bearbeitung an eine Kollegin gegeben hat, nachdem ich am 26. und 27. Juli mit ihr telefoniert hatte.
(lt. dem Harz IV Büro des SPD-Fraktionsvorstandes ist das für diese ARGE bekannt, dass da Bescheide und Schreiben existieren sollen, die bei den Empfängern nie angekommen sind).

Eine Abteilungsleiterin aus dem zuständigen Ministerium (MASGF) schrieb mir unter anderem dazu, daß die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften um 27% höher seien als erwartet. Das kann aber nicht solche Verzögerungen hervorrufen. Siehe auch hier: Update zu Brief zum BA-Quartalsbericht: Hartz IV ist Betrug! (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?t=12411)

Limone
05.08.2005, 21:13
@ Colatrinker:

Mönsch, schön, wenn man ein Feindbild gefunden hat, oder???

Ich find solche Verallgemeinerungen echt zum :patsch:

Sicher gibts solche, die ätzend sind und arrogant, aber das trifft wohl kaum auf alle zu, oder??
Ich hab bis vor kurzem auch ALG 2 bekommen und bin super dankbar über den Job, aber wenn ich mich jeden Tag so anätzen lassen muß von unseren "Kunden" (so der offizielle Term), dann kann ich bald nicht mehr. Das geht mir einfach an die Nieren. Ehrlich, mehr als arbeiten kann ich nicht und wir kriegen wahrlich nicht viel Kohle, auch wenn das scheinbar so verkündet wird.

Weißt du, ich hab ein kleines Kind - meinst du nicht, ich wäre wenigstens am Wochenende gern für ihn da?? Aber nein, ich reiß mir den Arsch auf, ums mal deutlich zu sagen, damit ich mit der Arbeit hinter herkomme, weil wir immer mehr Akten/Fälle/MENSCHEN zu betreuen haben plus Statistikkram und sonstwas. Freizeitausgleich?? Wann denn - Urlaubssperre für den Rest des Jahres!!! Und die Bezahlung gibt mir die fehlenden Stunden mit meinen Kind auch nicht wieder.

Also echt - mal bitte Nachdenken vor dem Schreiben :sad: Meinst du, in den Argen oder Kommunen sind alle nur faul ?