PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Menschen ohne Krankenversicherung


DrByte
21.07.2005, 01:45
VW und Medienkanzler Schröder und sein Busenfreund Peter Hartz haben mal wieder Grund zur Freude:

Was Hartz IV bewirken kann
WDR, Dienstag, 19. Juli 2005

Von Thomas Becker

[...]

300.000 Menschen ohne Krankenversicherung

Frau Riesterer findet kaum Worte, um zu erklären, wie es ist, ohne Krankenversicherung zu leben: „Man muss wohl selber in der Situation sein, um das zu verstehen. Ich kann nachts nicht mehr schlafen, weil ich immer daran denken muss, was ist, wenn mir etwas passiert.“ Je nach Schätzung sind es 150.000 bis 300.000 Menschen, die sehr gut nachempfinden können, wie sich Doris Riesterer fühlt. Auch sie haben keine Krankenversicherung. Viele von ihnen haben wie Frau Riesterer durch Hartz IV ihre Gesundheitsversorgung verloren. Edda Müller, Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, ist durch die hohe Zahl der unfreiwillig nicht krankenversicherten Menschen in Deutschland alarmiert: „Die Politik muss hier dringend handeln, denn man kann diese Menschen nicht sich selbst überlassen. Das sind potentielle Sozialfälle, Problemfälle für die Gesellschaft. Für diese Menschen muss im Interesse der gesamten Gesellschaft eine Lösung geschaffen werden.“


[...]

Was aber passiert, wenn die Union die Wahl gewinnt? Rechtzeitig vor den Wahlen hat sie bei Hartz IV mehr Gerechtigkeit versprochen. Im Wahlprogramm ist aber nichts davon zu lesen, dass jeder trotz Hartz IV eine Krankenversicherung bekommt. Warum eigentlich nicht? Ronald Pofalla, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion: „Wir haben hunderttausend Fragen, die bedeutsam sind, zu entscheiden. Und wir haben uns hier auf nicht einmal 40 Seiten beschränken müssen, und deshalb haben wir zu all den Detailproblemen von Hartz IV, aber auch zu anderen Fragen gar nicht die Möglichkeit gehabt, detaillierte Aussagen zu machen.“ Für die Politik ist es nur ein Detail, für Doris Riesterer ist ein Leben ohne Krankenversicherung ein großes Problem.

Quelle: http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,ya3r6p1paug8nxru~cm.asp - Menschen ohne Krankenversicherung


Dieses weiter so, wie es die Neoliberalen Hartz-Parteien verkünden, führt meines Erachtens in die gewollte soziale Ausgrenzung aller Armen, Kranken und Arbeitsuchenden. Schröders perverse und abartige Politik die schon im ganzen Land bis zum Himmel stinkt, zeigt wahrhaftig die ersten vergammelten Früchte.

StephanK
23.07.2005, 07:25
Ja, auf dieses Problem muss man immer wieder von neuem aufmerksam machen! Übrigens gilt es genau so für die Rentenversicherung; wie leicht man dort durch die immer größeren Maschen des "sozialen Netzes" fällt merkt man aber - anders als bei der Krankenversicherung - erst viele Jahre später.
Das komplette System der Sozialversicherung ist ausgelegt auf langfristige, stabile Vollzeitarbeitsverhältnisse und taugt deswegen für den heutigen Arbeitsmarkt mit Massenarbeitslosigkeit und immer zahlreicher werdenden Midi- und Mini-Jobs nicht mehr.
Im Interesse der Arbeitenden wäre es, konsequent die Versicherungspflicht für alle ab dem ersten Euro Lohn einzuführen. Damit hätte man gleichzeitig die breite Risikostreuung, die man braucht, um die Beiträge auf einer verträglichen Höhe zu halten.
Die bisherige Politik bewirkt das genaue Gegenteil: den gut Verdienenden und den Menschen mit geringen gesundheitlichen Risiken wird der Ausweg in die (für sie) billigere private Versicherung geöffnet, während die Sozialversicherung Zuflucht für "die drei großen A's" (Arme, Alte, Arbeitslose) wird und wegen dieser Konzentration von Risiko-Kundschaft teuer werden oder bleiben muss. Die vor kurzem eingeführten Ausgleichsmechanismen zwischen privaten und gesetzlichen Krankenversicherung gleichen diese ungleiche Risikoverteilung nur teilweise und mit hohem Verwaltungsaufwand aus. Dieses System ist hochgradig ineffizient und ungerecht. Aber was die privaten, profitorientierten Versicherungen einmal an Markt erobert haben, werden sie kaum wieder hergeben. :mymind:

sabf
25.07.2005, 11:21
ja Stephan das wäre ein Möglichkeit, denn selbst wenn man sich selber freiwillig weiterversichern will, wie es so schön in dem Heft "Grundsicherung für Arbeisuchende" geschrieben steht, heisst das man muss noch einen ziemlich hohen Beitrag zahlen.
Ich habe mal bei der BKK Mobil Oil angefragt und die sind noch recht günstig mit ~118,74 € pro Monat