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Hi!
Habe noch keinen Bewilligungsbescheid für ALG 2 dafür flatterte mir per Post heute ein 1 Eurojob ins Haus!
Ist soetwas rechtens?
red_sun
Betroffener
23.07.2005, 14:49
Hallo rote Sonne,
eigentlich nicht - aber das würde mir aufzeigen, dass es auf jeden Fall an der Zeit ist, Dich um Deinen Bescheid (und auch das Geld für die zurückliegende Zeit zu kümmern), sowie um ein Gespräch bezüglich einer Arbeitsvermittlung zu bemühen. Auf dem Schrieb sollte doch die Nummer der Bedarfsgemeinschaft irgendwo vermerkt sein? Damit hättest Du dann erst mal einen Einhakpunkt.
Insbesondere Berlin ist hier bekannt für eine "Überschüttung" mit "Arbeitsgelegenheiten" im Gießkannenprinzip.
Mein Tochter steckt seit Monaten mitten drin in einer, und hat jetzt noch zwei weitere Einladungen für zwei andere bekommen.
Denn sie wissen nicht was sie tun (oder schon getan haben)
Üblicherweise (jedenfalls in den Ausführungsbestimmungen) steht vor einer (als nachrangige Massnahme zu betrachtenden) Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (im Volksmund "Ein-Euro-Job") das Profiling (wer bin ich, was kann ich, was kann ich nicht) und nachfolgend die Eingliederungsvereinbarung und erst danach (wenn nichts zu vermitteln ist) die "Arbeitsgelegenheit".
Offensichtlich sollen aber gerade vor den Wahlen die Arbeitslosenzahlen gehübscht werden und vielen sind die rund 180 - 240 € Mehraufwandsentschädigung ein willkommens Zubrot zu den 345 € ALG II - gerade innerhalb Berlins mit brauchbaren und vergleichsweise preiswerten öffentlichen Verkehrsanbindungen, die nicht all zuviel von der Mehraufwandsentschädigung auffressen.
Auf dem Schrieb steht nur meine normale Kundennummer oder ist die Bedarfsgemeinschaftsnummer die mit dem B davor?
Betroffener
23.07.2005, 15:24
Ja,
das mit dem "B" davor ist die Nummer der Bedarfsgemeinschaft - üblicherweise die letzten Zahlen von rechts vor den Nullen.
Davor ist die Kennung der Agentur/ARGE
HartzIV-Opfer
23.07.2005, 15:34
Hi!
Mische mich da mal mit ein: bei mir steht auch keine Bedarfsgemeinschaftsnummer irgendwo verzeichnet. Nur eine Kd.Nr. (ist die alte vom Arbeitsamt, die keine Gültigkeit mehr hat) und eine BEA-Nr., welche keine offizielle, höchstens eine inoffizielle bzw. interne Bedarfsgemeinschaftsnummer ist, wie ich bei der ALG-II-Hotline (Tel.: 01801/012012) erfahren habe (ist etwas anderes als der Ombudsrat): das ist so eine Art Zentrale, wo die Ämter ihr Daten auch hinzusenden haben, wurde mir dort mitgeiteilt. Aber bei mir steht noch nicht einmal drin, daß ich einen Antrag gestellt habe, ganz zu schweigen die Bewilligung und wie gesagt: Bedarfsgemeinschaftsnummer: was ist das? :-x
Bei mir war es auch so: sollte zu einer Eignungs-/Trainingsmaßnahme, obwohl ich noch nicht einmal einen Bescheid hatte, ob ich überhaupt leistungsberechtigt bin, zumal man stets beim Amt davon ausging, daß ich's nicht bin und dennoch sollte ich zu diesen Maßnahmen (die an sich noch sehr fraglich sind; s.meine anderen Beiträge). Beschwerde habe ich u.a. diesbzgl. auch schon eingereicht, weil man mir deswegen 30% kürzen will. Ergebnisse habe ich leider noch nicht.
Viele Grüße!
EIN HartzIV-Opfer
Hab noch vergessen zuerwähnen das das ganze als Stellenangebot daherkommt:
Sehr geehrter Herr ... ,
ich freue mich Ihnen folgende Arbeitsstelle vorschlagen zu konnen : ...
Tätigkeit: Zimmerer
Betriebsart: Abbruch,-Spreng- und Enttrümmerungsgewerbe
Anforderungen: MAE- Maßnahme Mitwirkung bei Instandsetzung und restauratorischen Arbeiten.
De Stelle ist geringfügig
Lohn/Gehalt : 1,50 MAE
Arbeitszeit: Teilzeit 30 h
StephanK
23.07.2005, 16:40
Danke für diese "Indiskretion". Es ist sehr interessant, dass die ALG II-Träger sich bei solchen Angeboten anscheinend absichtsvoll ungenau ausdrücken: "Arbeitsstelle" kann alles und nix heissen, den Ausdruck "Arbeitsplatz" vermeidet man wohlweislich, weil er schlicht falsch wäre, aber merkwürdigerweise scheint man sich auch zu scheuen, den korrekten Begriff "Arbeitsgelegenheit" (amtsdeutsch für 1-Euro-Job) zu verwenden. Vielleicht, weil den Leute sonst einfallen könnte, was sie schon mal darüber gehört oder gelesen haben und dass es bestimmte Anforderungen an diese Arbeitsgelegenheiten gibt. :?
Arbeitgeber wäre:
Restaurierungszentrum Berlin e.V.
http://www.restaurierung-berlin.de/_historie/historie_verein.htm
Vielleicht kennt den jemand und kann mir seine Erfahrungen berichten
StephanK
23.07.2005, 17:14
Also das ist jetzt natürlich REINE Spekulation, aber es könnte schon sein, dass das der gleiche Laden ist, in den sie die Ari gesteckt haben.
Guck Dir mal diesen Diskussionsfaden (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?t=16309) an... :idea:
Betroffener
23.07.2005, 18:18
Das "Zauberkürzel" dabei ist das:
M A E = Mehr Aufwands Entschädigung
als aktuelle Bezeichnung der "Arbeitsgelegenheit" oder im Volksmund "Ein-Euro-Job".
P.s. Ich dachte auch gleich an die Ari bei dem Verein.
Das ganze passt gut zu dieser Spiegelmeldung:
Reform zur Förderung junger Arbeitsloser erfolglos (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?p=21724#21724)
Weil ich morgen ja den EEJ antreten muss war ich heute auf dem Amt um persönlich nachzufragen warum ich nach 6 Wochen noch immer keinen Bewilligungsbescheid habe!obwohl mir zugesagt wurde das ich Ihn bis Mittwoch erhalten sollte.
Und es stellte sich heraus das der verdacht auf Eheähnliche Gemeinschaft besteht weil ich mit einer Bekannten zusammen eine Wohnung teile.
Dabei habe ich diese Umstände mit Belegen das wir keine Eheähnliche Gemeinschaft sind schon bei Antragsabgabe mitgeteilt !
jetz soll meine Mitbewohnerin auch nocheinmal Angaben dazu machen und mindestbearbeitungszeit ist nochmal 2 Wochen.Davon hatte mir gestern am Telefon noch keiner etwas gesagt! Nächste Woche ist die Miete fällig!Und Sozialticket bekomme ich auch nicht da ich noch keinen Bewilligunsbescheid habe wie soll ich eigentlich ohne Geld zu meinem EEJ kommen?
Der ganze Spass hat mich heute wieder 5 Stunden und Nerven gekostet
SUPER!
Betroffener
26.07.2005, 15:57
red_sun,
dann hättest Du Dir bei der 5 Stunden Session auch gleich einen Vorschuß für Fahrgeld, Deinen Lebensunterhalt und Mietvorschuß per Scheck geben lassen müssen (zumindest anteilig).
Ich weiss - man/frau ist froh diese gastliche Stätte namens JobCenter endlich wieder verlassen zu können - aber wenn man schon da ist und das nicht zumindest versucht hat, hilft auch kein Jammern.
Bis auf die traute Zweisamkeit war ja für das JobCenter alles klar - und auch dieses erneute Nachhaken ist mehr als fragwürdig.
Das hab ich sogar versucht, ist denen aber Scheissegal - Die kamen mir wieder nur ohne Bewilligung auch kein Vorschuss
HartzIV-Opfer
26.07.2005, 20:34
Hallo red_sun!
Kann Dir da nur beipflichten: mir ging es ähnlich: trotz zahlreicher und sogar doppelter Belege, eidesstattlichen Versicherung, persönlicher Vorsprachen sowohl meiner WG-Mitbewohnerin als auch von mir etc. etc. etc.: Verdacht auf eheähnliche Gemeinschaft, bis ich dann zum Abteilungs- und Teamleiter gegangen bin. Erst dann wurde mir mein Antrag bewilligt: hat halt auch noch ein paar Tage gedauert, aber immerhin.
Aber noch so beharrliches Drängen auf (anteiligen) Vorschuß bewirkte nichts! Ist denen tatsächlich egal! Da helfen alle guten Ratschläge nichts - leider!
Kann nur sagen: hartnäckig bleiben bzgl. Antragsbearbeitung, sich mit den "netten" Sachbearbeiter/innen nicht mehr als nötig herumärgern. Die machen eben einfach was sie wollen mit uns auf den Ämtern! :wut:
Laß Dich bloß nicht unterkriegen.*daumendrück*
Viele Grüße!
EIN HartzIV-Opfer
Betroffener
27.07.2005, 00:00
Hallo red_sun,
ich verstehe Deinen Ärger, aber dann warst Du nicht hartnäckig genug. Hier hättest Du dann wirklich den Teamleiter angehen müssen.
Was denkst Du was zum Monatsende z.B. auf der ARGE in Luckenwalde sich zu jedem Monatswechsel abspielt? Da stehen hunderte von Menschen, die (noch) keinen Bescheid haben und holen sich ihren Scheck ab.
Da ist es der ganz normale Wahnsinn, das Anträge und Widersprüche bis zu 6 Monate dauern. In einem Fall aus meinem näheren Umkreis geht es seit Februar um das fehlende Übergangsgeld sowie eine falsch eingetragene Krankenkasse. Der Widerspruch von Mitte April (da kam der Bescheid) ist seit Ende Juni positiv beschieden, taucht aber nirgends auf und die Nachzahlung auch nicht. Da bin ich über unzählige Kanäle dran gewesen, um überhaupt so weit zu kommen. Aber diese Woche will ich einen Scheck haben - zumal die Einmalzahlungen (meist nach Widersprüchen) wegen Softwaremacken eingestellt worden sind. Und der Nachfolgeantrag taucht auch noch nicht im System auf.
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