Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bekomme trotz ALG2 und ALG1 wegen ALG1 keinen 1 Euro Job
geradeaus
25.07.2005, 01:56
Bin demnächst sogen."Doppelbezieher",
beziehe ALG1 und ALG2(weil ALG1 nicht ausreicht zum leben).
Auf meine Frage hin,wie es mit einem 1 Euro "Job" in meinem
erlerntem Bereich aussieht,sagte er mir,das ich solange ich Anspruch auf ALG1 habe,er mir KEINE 1 Euro(inzwischen 1,50Euro,wie er sich ausdrückte)Arbeitsgelegenheit geben könnte,weil ich ja dann dem ersten Arbeitsmarkt Quasi nicht zur Verfügung stände.
Nur,als alleinerzieh.Mutter,die aus Betreuungsgründen nur vormittags
zu fester Zeit arbeiten kann(schulzeit Kind,gibt keine Gantztagsbetr.),
ist die Chane hier in unserer Gegend(Provinz) gleich null.(Zitat Vermittler).Eine 1 ,50 Gelegenheit könnte er sofort zu meiner
Verfügbaren Zeit in meinem Beruf organiesiren,nur er darf nicht bis
mein ALG1 abgelaufen ist.
Mein Argument,es wäre doch ne Chanche für mich ,so wenigstens wieder
vorzeitig in meinen erlernten Beruf zu schnuppern,sagte er nur er darf nicht.
Mir ist auch klar,das er sich an die Gesetze halten muss,es ist doch
in meinen Augen Schwachsinn,das man mir diese 1,50 Gelegenheit
wegen ALG1 vorenthält.Ich sähe das als Chance.
Bitte um Ihre Meinung,danke im vorraus.
Ps.Habe zum gleichen Thema den Ombudsrad gerufen.Noch keine Reaktion. :shock: :kotz: :nacht:
Betroffener
25.07.2005, 09:28
Hallo geradeaus,
es mag in Deinem speziellen Fall möglicherweise sinnvoll sein, über eine sogenannte Arbeitsgelegenheit oder MAE-Maßnahme noch einen kleinen Zuverdienst zu bekommen als ALG I Empfängerin mit aufstockendem ALG II.
Viel sinnvoller würde ich aber ein angemesseneres ALG II halten, das zum Leben reicht.
Diese überwiegend zwangsweisen "Arbeitsgelegenheiten" sind die nachrangigsten Maßnahmen überhaupt und auch schon deshalb für ALG I Empfänger nicht vorgesehen - und würden viele massiv bei der Arbeitssuche behindern. Weiterhin dienen diese meist nur als teure Statistikverschönung ebenso wie früher die ABM-Maßnahmen.
Etwas anderes ist das bei den sogenannten "Langzeitarbeitslosen" auf der Sozialhilfe-Ebene (denn um nichts anderes handelt es sich), was man heutzutage ja ab 2006 nach maximal 18 Monaten zwangsweise wird.
Hier geht es angeblich darum, Menschen die noch nie oder schon lange nicht mehr gearbeitet haben, wieder an Dinge wie frühes aufstehen, regelmässigeres Leben und an eine Aufgabe zu gewöhnen.
Nett gedacht für jenen Typ von Sozialhilfe-Empfänger, der mit der ALDI-Tüte auf der Parkbank hockt, aber nicht für die neue Klientel der ARGE'n und Sozialämter von Leuten die arbeiten wollen, aber nicht können, weil es nicht mehr genügend Arbeit gibt.
Nach meinem Kenntnisstand hat noch NIE jemand aus einem dieser Ein-Euro-Jobs heraus oder danach Arbeit gefunden. So sind diese Arbeitsgelegenheiten auch nicht ausgelegt.
Vielmehr sorgen diese praktisch immer und überall dafür, das vorhandene weitere Arbeitsplätze vernichtet, eingespart und/oder nicht neu besetzt werden - sind also 100% kontraproduktiv und in vielen Fällen weder für die Betroffenen noch für die Arbeit an sich sinnvoll.
Überall in Deutschland gibt es reichlich arbeitslose KindergärtnerInnen, AltenpflegerInnen und viele andere in den sozialen Berufen, die keine Arbeit finden.
Welchen Sinn machen also z.B. dann größtenteils wahllos ausgewählte Menschen (auch drogenabhängige und Kinderhasser) in Kindertagesstätten, Kindergärten und in der Altenpflege?
Die Träger bekommen dafür pro Kopf und Monat 300 € bis 500 € und die Arbeitslosen rund 180 € Mehraufwandsentschädigung.
Somit verdienen die Träger (dazu zähle ich alle mehr oder weniger (halb)öffentlichen und kirchliche Dienste vom DRK bis zu den Maltesern) auch noch damit Geld, das sie kein eigenes Personal einstellen müssen - die Ein-Euro-Jobber sind ihnen sicher und werden alle 6 bis 9 Monate im Turnus ausgewechselt. Aber die ausgebildeten Fachkräfte hocken weiter zu Hause und bleiben arbeitslos.
Die Gärtner der Städte und Kommunen wurden entlassen oder nicht ersetzt, dafür wurden dann Firmen mit den wichtigsten Aufgaben betreut. Da jetzt Ein-Euro-Jobber für viele dieser Tätigkeiten eingesetzt werden, müssen die Firmen ihre Leute deswegen entlassen und teilweise auch noch die Firmen selber zu machen.
Diese Schizophrenie gilt für alle Bereiche.
geradeaus
25.07.2005, 11:29
Hallo geradeaus,
es mag in Deinem speziellen Fall möglicherweise sinnvoll sein, über eine sogenannte Arbeitsgelegenheit oder MAE-Maßnahme noch einen kleinen Zuverdienst zu bekommen als ALG I Empfängerin mit aufstockendem ALG II.
Viel sinnvoller würde ich aber ein angemesseneres ALG II halten, das zum Leben reicht.
Diese überwiegend zwangsweisen "Arbeitsgelegenheiten" sind die nachrangigsten Maßnahmen überhaupt und auch schon deshalb für ALG I Empfänger nicht vorgesehen - und würden viele massiv bei der Arbeitssuche behindern. Weiterhin dienen diese meist nur als teure Statistikverschönung ebenso wie früher die ABM-Maßnahmen.
Etwas anderes ist das bei den sogenannten "Langzeitarbeitslosen" auf der Sozialhilfe-Ebene (denn um nichts anderes handelt es sich), was man heutzutage ja ab 2006 nach maximal 18 Monaten zwangsweise wird.
Hier geht es angeblich darum, Menschen die noch nie oder schon lange nicht mehr gearbeitet haben, wieder an Dinge wie frühes aufstehen, regelmässigeres Leben und an eine Aufgabe zu gewöhnen.
Nett gedacht für jenen Typ von Sozialhilfe-Empfänger, der mit der ALDI-Tüte auf der Parkbank hockt, aber nicht für die neue Klientel der ARGE'n und Sozialämter von Leuten die arbeiten wollen, aber nicht können, weil es nicht mehr genügend Arbeit gibt.
Nach meinem Kenntnisstand hat noch NIE jemand aus einem dieser Ein-Euro-Jobs heraus oder danach Arbeit gefunden. So sind diese Arbeitsgelegenheiten auch nicht ausgelegt.
Vielmehr sorgen diese praktisch immer und überall dafür, das vorhandene weitere Arbeitsplätze vernichtet, eingespart und/oder nicht neu besetzt werden - sind also 100% kontraproduktiv und in vielen Fällen weder für die Betroffenen noch für die Arbeit an sich sinnvoll.
Überall in Deutschland gibt es reichlich arbeitslose KindergärtnerInnen, AltenpflegerInnen und viele andere in den sozialen Berufen, die keine Arbeit finden.
Welchen Sinn machen also z.B. dann größtenteils wahllos ausgewählte Menschen (auch drogenabhängige und Kinderhasser) in Kindertagesstätten, Kindergärten und in der Altenpflege?
Die Träger bekommen dafür pro Kopf und Monat 300 € bis 500 € und die Arbeitslosen rund 180 € Mehraufwandsentschädigung.
Somit verdienen die Träger (dazu zähle ich alle mehr oder weniger (halb)öffentlichen und kirchliche Dienste vom DRK bis zu den Maltesern) auch noch damit Geld, das sie kein eigenes Personal einstellen müssen - die Ein-Euro-Jobber sind ihnen sicher und werden alle 6 bis 9 Monate im Turnus ausgewechselt. Aber die ausgebildeten Fachkräfte hocken weiter zu Hause und bleiben arbeitslos.
Die Gärtner der Städte und Kommunen wurden entlassen oder nicht ersetzt, dafür wurden dann Firmen mit den wichtigsten Aufgaben betreut. Da jetzt Ein-Euro-Jobber für viele dieser Tätigkeiten eingesetzt werden, müssen die Firmen ihre Leute deswegen entlassen und teilweise auch noch die Firmen selber zu machen.
Diese Schizophrenie gilt für alle Bereiche.
Vielen Dank für die Information,sehr interressant.
Daas einzige ,was mich noch niterressiert ist,
Was ist denn eine MAE Massnahme?Hab ich noch nie gehört!
Kann aber gleich mal "googeln"
Gutes Forum hier
Betroffener
25.07.2005, 12:11
geradeaus,
MAE = Mehr Aufwands Entschädigung
Alle diese öffentlich geförderten "Arbeitsgelegenheiten" werden mit Mehraufwandsentschädigung ausgestattet.
Wer in einer Stadt mit gut struktururiertem öffentlichen Verkehrsmiteln lebt, hat hier oft die Chance recht gut bei weg zu kommen, wer hingegen mit dem eigenen Auto relativ weit fahren muss in mehr ländlichen Regionen, zahlt oft auch dabei noch drauf.
Ich hoffe, Du hast die 2 Seiten lange Liste bei Google gefunden und auch mal einige der Links angeklickt, wo sich zum einen ein paar Kommunen beweihräuchern, zum anderen interessante Job-Angebote finden, wo Ein-Euro-Jobber andere beaufsichtigen sollen - gegen 50 Cent mehr als "Vorarbeiter".
Interessant vielleicht auch dieser "Insider-Bericht hier:
http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?p=21723&sid=1d73f0c855cb35a7f62a791a1bfc06b6#21723
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