Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1-Euro-Job und Urlaub, wann?
Wirrtuell
28.07.2005, 19:33
Hallo...
Ich bin soeben an dieses sehr informative Forum gestoßen und habe nun eine Neulings-Frage.
Zur Geschichte:
Vor 4 Monaten habe ich einen Super 1-Euro-Job angenommen.
Nun habe ich eine Menge überstunden angesammelt die ich nun abbaue.
Jetzt kommt meine Frage:
Der Träger wodurch ich diesen Job habe will mich nun schnellstmöglich einen Vertrag bei einer ZA-Firma unterschreiben lassen (Morgen oder Montag).
Was passiert mit meinen Überstunden? Verfallen sie weil ich ja aus der 1-Euro-Maßnahme rausfalle?
Wann kann/muß ich meinen Urlaub nehmen? Schliesslich habe ich für den Urlaub und die Überstunden auch dementsprechend gearbeitet.
Nur mal so nebenbei: Ist es neuerdings Mode das mich ZA-Firmen trotz das sie mein Profil haben erst über Umwege über den Träger auf mich kommen? Spielt da etwa eine Prämie eine Rolle?
Vielen Dank für Antworten und Gruss
Wirr
Betroffener
28.07.2005, 21:20
:welcome: Wirrtuell,
Überstunden bei einem 30 Stunden Teilzeitjob mit Mehraufwandsentschädigung?
Die kannst Du nur abbummeln - auch Urlaub steht Dir zu (wissen die wenigsten) - ansonsten verfallen die. Natürlich könnte sicher der Träger, wenn er denn wollte einen Ausgleich schaffen, aber das wird er nicht wirklich wollen - schmälert das doch den eigenen Verdienst an Dir (den die Arbeitsagentur bezahlt (irgendwas zwischen 300 bis 500 € oder noch mehr - je nach Maßnahme).
Es gibt keine Überstunden bei Ein-Euro-Jobs - das könnte also - wenn überhaupt - nur zwischen Dem Träger und Dir per Freizeitausgleich geklärt werden. Ich denke mal, die haben Dich so richtig schön ausgenutzt für 1,50 Euro die Stunde und wollen Dich jetzt entweder abschieben oder eben eine Prämie kassieren (oder beides).
Bei einer Vermittlung zwischen Trägergesellschaft und einer Zeitarbeitsfirma sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare und die Alarmglocken klingeln. Gab es da sowas wie einen Vermittlungsgutschein von der Agentur oder ein anderes geldwertes Papier ?
Wenn der Träger sooo daran interessiert ist, Dich an eine Zeitarbeitsfirma "abzuschieben", dann wird da mit Sicherheit ein handefestes finazielles Interesse dahinter stehen - und das nicht unbedingt zu Deinem Vorteil.
Wenn die Zeitarbeitsfirma (bzw. Firmen) Dein Profil kennen, ist es umso merkwürdiger.
Irgendwie stört mich da auch die Hektik mit dem Monatsende bzw. Monatsanfang.
Lies Dir den Vertrag in Ruhe durch - vor allem auf Fallstricke - Einsatzregionen usw. Frage zu Dingen, die Du nicht verstehst und lasse Dir das erklären und mache ein Protokoll davon. Wenn DU mit Passagen nicht einverstanden sind, bitte um Änderung. Und unterschreibe auf keinen Fall sofort, sondern erst nach ein paar Tagen Bedenkzeit. Vielleicht hast Du auch einen halbwegs rechtskundigen in Deiner Umgebung, der sich den Vertrag mal anschaut, bevor Du unterschreibst.
Durch den ausgeübten Zeitdruck und die Hoffnung auf Arbeit, darf sich das kritische denkende Hirn nicht einfach wegschalten lassen.
Du könntest auch mal Deine Arbeitsagentur anrufen und Fragen, ob die davon was wissen und in welcher Beziehung Träger und Zeitarbeitsfirma möglicherweise stehen (Suche dazu auch mal im Internet!). Da gibt es manchmal tolle Konstellationen.
Vielleicht bin ich auch zu misstrauisch - aber bislang hatte ich meistens recht mit komischen Bauchgefühlen.
Ich wünsche viel Erfolg.
StephanK
20.08.2005, 21:23
Ich denke, wenn der Urlaub einfach nicht mehr genommen werden kann, dann muss er schon ausbezahlt werden. Das SGB II schreibt nämlich vor, dass bei "1-Euro-Jobs" das Bundesurlaubsgesetz entsprechend anwendbar ist - und dort ist es so vorgeschrieben.
Betroffener
20.08.2005, 22:07
Sachlich ist das schon richtig, nur in der Praxis ist das wohl bislang bei kaum einem Ein-Euro-Jobber aufgetreten.
1. Weil die es nicht wussten
2. weil es ihnen (absichtlich?) keiner gesagt hat.
3. weil es den Träger Geld kostet (was auch zur Vergesslichkeit führt)
Aber wenn es wie oben auch noch massiv Überstunden gibt und offenen Urlaub gibt, die offensichtlich seitens des Trägers ausgesessen und/oder durch "abspielen" an eine befreundete Zeitarbeitsfirma vom Tisch verschwinden, und dafür sicher noch Prämie fliesst zwichen Träger und Zeitarbeitsfirma, finde ich das für schon sehr unverfroren und unsozial.
Leider hat sich Wirrtuell ja nicht mehr wieder gemeldet, sodaß wir hier im dunkeln tappen.
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