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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : willkür der bundesagentur für arbeit


mini-maus
05.04.2005, 11:44
hallo
wir sind eine sehr junge familie, die seit monaten ärger mit der BA hat. aber vielleicht sollte ich von vorn anfangen.
mein verlobter hat bis vor kurzem eine reha-ausbildung zum bürokaufmann. er wurde krank, hatte einen wirklich schlimmen bandscheibenvorfall und musste operiert werden, um eine querschnittslähmung abzuwenden. darauf hin hat ihm die BA die ausbildung EINEN TAG vor der zwischenprüfung gekündigt, mit 3 tagen !!kündigungsfrist.als begründung gab man an, das ausbildungsziel könne so nicht mehr erreicht werden.
DANACH sollte er sich beim amtsarzt vorstellen um festzustellen ob er die ausbildung in vollzeit evtl. doch möglich gewesen wäre. dieser "hochqualifizierte" arzt hat entschieden das es möglich gewesen wäre - OHNE ihn auch nur einmal zu untersuchen. nun hat er keine möglichkeiten mehr seine ausbildung irgendwie fertig zu machen, weil man ihm jetzt - da er ja angeblich vollzeit arbeiten kann - eine umschulung gestrichen hat. ich sehe ihn jeden tag und weiß das er seit 5 monaten keinen schmerzfreien tag hatte.
jetzt haben wir uns zum 1. nächsten monat eine wohnung zusammen angemietet, wir sind verlobt und wollen heiraten. nun soll er sich deutschlandweit bewerben und soll mich entweder verlassen oder ich soll doch meine ausbildung aufgeben wenn ich ihn schon so sehr liebe.
er ist jetzt seit 28.2 arbeitslos und hat auch noch keinen cent geld gesehen.
wir wissen nicht mehr wie es nun weitergehen soll, wir fühlen uns der willkür der BA ausgesetzt. so langsam legt sich diese situation auch auf meine gesundheit nieder.
hat jemand schon mal solche erfahrungen gemacht? weiß jemand wohin man sich wenden kann wenn die BA beamtenwillkür betreibt? gibt es irgendjemanden der uns helfen kann??? BITTE, wir wissen wirklich nicht mehr weiter

lg
mini-maus

Biberzahn
05.04.2005, 12:15
Hallo,

na das hört sich ja alles nicht sehr rosig an. Ich hab auch ständig Ärger mit dem Amt. Ich an Eurer stelle würde nochmal zum Hausarzt gehen, der kann deinem Verlobten mit Sicherheit eine Bescheinigung ausstellen die eindeutig belegt das er zur Zeit garnicht in der Lage ist zu arbeiten. Habt ihr den Namen des Amtsarztes zu dem dein Freund von der BA geschickt wurde? Gebt diese Info´s auch dem Hausarzt. Von der Rehamaßnahme gibt es doch bestimmt auch Unterlagen die die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit deines Verlobten belegen können. Ich würde mir in eurem Fall auch den Rat eines Anwalts einholen und gegebenenfalls gegen die BA klagen. Was die Kosten angeht, da würde ich mich um Prozesskostenhilfe bemühen, da weiss aber auch der Anwalt bescheid. Ich werde, weil das Amt nicht aus dem Knick kommt und wir (ich lebe in einer eheähnlichen Gemeinschaft und mein Freund ist berufstätig) finanziell auch nicht mehr weiter wissen, auch eine Klage beim Sozialgericht einreichen. Lasst euch nix gefallen. Man muss da echt gegengehen, sonst ziehen die einen über den Tisch.

Ich wünsch Euch viel Glück und deinem Verlobten hoffentlich bald schmerzfreie Tage.

Gruß
Biberzahn

mini-maus
05.04.2005, 17:17
hallo biberzahn.
danke für die antwort, das gibt uns doch etwas mut. wir werden auch gegen die BA klagen. unser termin beim anwalt ist schon übermorgen. wir werden das schon schaffen :wink:
lg
mini-maus

Schneida
05.04.2005, 21:37
Hallo liebe Leute,

nicht jeder Anwalt ist gut. Informiert Euch vorher über Google REcherche oder über Beratungsdienste in Eurer Nähe, wo Anwälte sind, die sich mit der Materie wirklich auskennen.

Hilfreich sind detaillierte Protokolle. Schreibt genau auf, was wann und wie mit wem gelaufen ist. Ärzte gehen nicht gerne in Konfrontation mit anderen Ärzten. Holt Euch alle Krankenunterlagen, die es zu kriegen gibt.

Sucht Beratungsstellen auf zum Thema Reha, da gibt es die Integrationsfachdienste und die Beruflichen Trainingszentren, die oft sehr gut vernetzt sind. Wühlt Euch durch, bis ihr auf wirklich kompetente und engagierte Leute trefft.

Die Organisationen zum Thema Reha sind regional sehr unterschiedlich, deshalb gibt es keine Patentrezepte.

Möglich kann auch sein, einfach den Vorgesetzten dieses Sachbearbeiters mit einem sachlichen und gut begründeten Brief anzufragen.

Der sogenannte "Kreuzbrief" - im öffentlichen Dienst von vielen gefürchtet v- bewegt auch manchmal etwas. Die Amtsleitung anschreiben, bzw. die Geschäftsführung der örtlichen ARGe bzw. Arbeitsagentur. Sollte die Kommune Option gezogen haben eben der Bürgermeister. Jeweils mit Durchschriften an andere höhere Beamte in der jeweiligen Institution.

Solche Kreuzbriebe laufen durch die ganze Hierarchie und sorgen für klare Stellungnahmen. Gut beraten lassen, wie man so was schreibt.

Gutes Gelingen

Grüße

E.Schneider