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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zu viele Überstunden Kündigungsgrund?


detiman
27.09.2006, 17:24
Ich bin Schichtarbeiter und arbeite körperlich schwer in der Holzindustrie.
Seit über einem Jahr müssen wir weit mehr Überstunden machen, als gesetzlich erlaubt.
Das sieht so aus: In der Frühschicht von Montag bis Freitag täglich 9 Stunden und zusätzlich am Samstag 9 Stunden.

In der Spätschicht ist es unterschiedlich, im Schnitt aber sind es ca. 10 Stunden am Tag, manchmal bis zu 11 oder 12 Stunden.
Samstags wird allerdings in der Spätschicht nicht gearbeitet. Mittlerweile ist es sogar soweit, dass ich in der Frühschicht von Montag bis Samstag arbeite, dann Sonntag Abend in die Nachtschicht gehe (von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens) und dann Montag nach nur 9,5 Stunden Ruhezeit wieder mit der Spätschicht beginne. Dies wird zwar nur einmal im Monat so gemacht, aber wie belastend das ist, kann man sich sicherlich vorstellen.
Die vielen Überstunden werden zwar ausgezahlt, einen Freizeitausgleich gibt es dafür aber nicht. :?

Nun zu meiner Frage:
Da die Situation kaum noch zu bewältigen ist und ich bereits wegen Lungenproblemen in ärztlicher Behandlung bin und ich Anfang
nächsten Jahres 64 werde, überlege ich, zu kündigen. Da ich noch nie arbeitslos war, bekäme ich 18 Monate Arbeitslosengeld
und könnte so die Zeit bis zur Rente überbrücken.

Ist diese Situation ein Kündigungsgrund, oder bekäme ich eine 3monatige Sperre des ALG1?

Die Ägypter
27.09.2006, 17:36
Dein gesundheitliches Problem sehe ich als möglichen Kündigungsgrund ohne Sperrzeit an (keine Garantieaussage!) - nicht aber die Arbeitszeiten...

Aber sag mal - kannst du nicht ggf. mit deinem Arbeitgeber sprechen, dass du aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten willst


PS.

http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__6.html

und falls dein AG tarifgebunden ist:

http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__7.html

Seebarsch
27.09.2006, 18:18
@Detiman
Herzlich willkommen im Forum !

Zur Lösung des Problems solltest Du vielleicht mal in Deine Rentenauskunft schauen, ob Du nicht jetzt schon, ohne Abschläge, in Rente gehen kannst.
Dann kannst Du Dir den ganzen Rummel sparen.

Ansonsten stellt die Arbeitsaufgabe aus gesundheitlichen Gründen grundsätzlich einen wichtigen Grund dar, dass eine Sperrzeit nicht eintritt.
Allerdings müsste das durch ein aussagefähiges ärztliches Attest belegt werden. Das wird natürlich dann schwierig, wenn man vorher nie krank gefeiert hat.
Hinsichtlich der möglichen Sperrzeit solltest Du mal mit Deiner Agentur für Arbeit vor Ort einen Beratungstermin vereinbaren.

PS: Ist ja schon doll, dass die einen keine Arbeit haben, während sich die anderen krumm ackern müssen !