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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit 32 zu alt für eine Umschulung?


Blunatic
04.10.2006, 16:42
Hi!

So also so langsam verfluche ich dieses ganze System. Seit Wochen rennt meine Schwägerin nun durch ganz Berlin, weil sie ihrer Arbeitsamttante gesagt bekommen hat, "Machen Sie doch eine Umschulung, sie sind doch noch jung". Sie wäre ja selbst gar nicht auf die Idee einer Umschulung gekommen. Ich muss dazu sagen sagen, sie hat halt noch keine Berufsausbildung, so dass sie auf dem Arbeitsmarkt einfach keine guten Chancen hätte. Sie kann perfektes Englisch, bedingt durch ihre Ehe mit einem Amerikaner. Also ist sie losgestiefelt und hat alle sämtlichen Schulen in Berlin abgeklappert, wer eine Umschulung als Fremdsprachensekretärin anbietet. Dazu kam, dass sie überall bloß legen musste, dass sie "nur" einen Hauptschulabschluss hat, d. h. schon allein deswegen war kaum eine Schule bereit, sie anzunehmen. Jetzt hat sie selbst mit diesem Kriterium eine Schule gefunden, die würden sie sofort nehmen!! Ihr glaubt nicht, wie sehr sie sich darüber gefreut hat. Also hat sie beim Arbetisamt einen Termin ausgemacht um davon endlich zu berichten. Die vom Arbeitsamt (nagut besser Jobcenter) meinte, "Ja kommen Sie vorbei und dann lassen Sie uns schauen was sie erreicht haben". Dieser Termin war heute...

... wisst ihr was meine Schwägerin für eine Antwort bekam? "Na Frau xxx sie können keine Umschulung machen, sie sind dafür doch zu alt"...

.....

Merkt ihr was ich meine? Was soll das für ein Scheiss denn sein? Wie kann man zu alt für ne Umschulung sein? Zumal die selbe Bearbeiterin gesagt hat, sie soll sich nach einer Umschulung umhören....


Bitte sagt mir was ihr davon haltet!

So und damit nicht genug, mein Mann ist 1 Jahr älter als sie, braucht DRINGEND eine Ausbildung/Umschulung, weil ihn sonst auch kein AN wirklich einstellen will, heutzutage braucht man ja die krassesten Anforderungen. Berufsausbildung, 20 Jahre Berufserfahrung, perfektes Englisch in Wort und schrift, kein Schufaeintrag, bla bla bla... ja sogar sowas hab ich schon gelesen "...schön wäre es, wenn Sie bereits beim Bundestag o. ä. gearbeitet haben..." HALLO?!?!?!?!?! Das las ich mal in einer Stellenausschreibung für ne Sekretärin...

Leute was soll sowas? Wir sind hier alle total down, wenn meine Schwägerin schon zu alt ist angeblich, was ist dann mein Mann? Wieso gibt man ihnen als Mutter (meine Schwägerin hat 1 kl. Kind) und auch meinem Mann (wir haben auch 1 Kind) nicht die Möglichkeit, dass sie sich endlich qualifizieren können, um arbeiten gehen zu können.... wieso lässt man sie nicht? Ist das die Art, die horrende Arbeitslosigkeit im Staate Deutschland abzubauen?

Viele - niedergeschmetterte - Grüße
Blunatic


EDIT: Ich hab in der ganzen Aufregung vergessen, zu erwähnen: Meine Schwägerin ist 32 und mein Mann 33.

Die Ägypter
04.10.2006, 16:56
Hallo Blunatic,

warum soviel mündlich....

Zusage der Schule in Kopie an konkreten formlosen Antrag bez. Umschulung "heften" und ab die Post per Einschreiben/Rückschein und abwarten....

Frage: wie alt ist die Schwägerin und gibt es Zeugen für die mündlichen Verlautbarungen der SB?


Ok - Zusatz gelesen ;-) 32 ist saujung....

Schriftliche Begründung auf ihren Antrag abwarten.... dann weiter reagieren!

Blunatic
04.10.2006, 19:06
Danke für die Titeländerung ;-)

Mein ich doch, dass 32/33 nicht alt ist. Ich frage mich nur gerade, wenn wir das da schriftlich hinschicken, die wird doch ewig brauchen um das zu bearbeiten oder nich? Weil die Schule würde sie sofort aufnehmen ... schließlich beginnen ja jetzt die ganzen kurse....

Was wenn die trotzdem nein sagt? Weißt du wo man sich dann hinwenden kann? Widerspruchsstelle.. naja die brauchen bis zu 6 Monate das zu bearbeiten hab ich Juni für unser Hartz IV nen Widerspruch eingereicht, man teilte mir mit, dass ich bis zu 6 Monate Geduld haben muss bis ich da ne Antwort erhalte LOL

Die Ägypter
04.10.2006, 19:27
Bitte Bitte 8)

Du hast schon recht - ich weiß auch nicht wirklich, ob das vor einem Sozialgericht per einstweiliger Anordnung geregelt werden kann - ich denke eher nein - Klage ist natürlich möglich - dauert aber... Vielleicht kann die Schule die Eignung und Eiligkeit auch bestätigen =?!

Manchmal hilft es Öffentlichkeit herzustellen - mit dem Vorgesetzten der SB zu talken - die örtliche Zeitung mit der Thematik "Fordern und Fördern" zu konfrontieren oder einen Abgeordneten anzuschreiben, der sich vielleicht - nein, das schreibe ich jetzt nicht.... äh... einsetzen mag...

Aber vielleicht haben hier auch andere noch zündende Ideen....

Und natürlich hängt es von eurer Argumentation im Antrag selbst ab - die muss wasserdicht und absolut logisch schlüssig sein - also hinsetzen und Brainstorming = warum habe ich mit dieser Umschulung bessere berufliche Aussichten, wie kann ich das belegen und inwiefern profitiert die Allgemeinheit von meinem dann erlangten Wissen = Kostenersparnis - etc. Warum bin ich dafür geeignet etc. pp.

Und danach zusammenfassen und in Reinschrift ausformulieren und beten!

Blunatic
04.10.2006, 19:34
Wir werden uns ransetzen! Halten euch auf dem Laufenden. Vielen vielen Dank. Es ist einfach so deprimierend... :-(

Achja was die Zeugen betrifft...die gibt es soweit nur in der Form, dass meine Schwägerin mir bzw. meinem Mann das im Gespräch erzählt hat, es war leider keiner dabei.

Wir werden dann mal was zusammenstellen und an die SB schicken!

StephanK
04.10.2006, 19:54
Ergänzend zu nefertaris Empfehlungen (die ich teile) möchte ich noch mal darauf aufmerksam machen, wie über Weiterbildungen entschieden wird. Das ist ein (Denk-) Prozess in zwei Schritten:
Schritt 1: Es muss ein Weiterbildungsbedarf festgestellt werden und, wenn dieser festgestellt wurde, folgt
Schritt 2: Dann wird eine für den individuellen Weiterbildungsbedarf und die Arbeitsmarktlage geeignete Weiterbildung ausgewählt.
Wenn schon der Weiterbildungsbedarf verneint wird, macht die AA sich weiter keine Gedanke über eine geeignete Maßnahme.
Deswegen ist es schon nützlich, sich erst mal auf den Punkt "Weiterbildungsbedarf" zu konzentrieren und - wenn möglich - vielleicht noch zusätzlich Argumente dafür zu finden.

Gutes Gelingen!

Blunatic
05.10.2006, 18:28
Was mir bei der Sache einfach nur übel aufstösst ist das, dass die SB meine Schwägerin ja erstmal überhaupt auf die Idee einer Umschulung gebracht hat! Sie meinte, es muss was sein, was Zukunft hat. EIne Umschulung zur Kauffrau für Bürokommunikation bspw. würde sie nicht zustimmen, da die auch nur arbeitslos sind (jaja das deprimiert mich für meinen teil, ich bin das nämlich *arghh*). So aber Fremdsprachen, da hatte sie grünes Licht gegeben, sonst hätte meine Schwägerin ja auch nciht ganz Berlin abgeklappert...


Wir werden da dran bleiben!

Die Ägypter
05.10.2006, 18:35
Hallo Blunatic,

kann ich verstehen, dass du das fragwürdig findest. Aber du schreibst es hier selbst:


Achja was die Zeugen betrifft...die gibt es soweit nur in der Form, dass meine Schwägerin mir bzw. meinem Mann das im Gespräch erzählt hat, es war leider keiner dabei.

Deine Schwägerin kann ihre Bemühung eben aufgrund der Aussagen der SB nicht beweisen und die Zusicherung eben auch nicht - die hätte sie sich gleich in Schriftform "sichern" müssen.

Berliner71
19.10.2006, 12:22
Sowas kenne ich auch. Bei mir war es so:

Ich war ein 8 Monate Arbeitslos als mir die Idee kam eine Umschulung zu beantragen. Wurde abgelehnt, da ich laut Arbeitsamt gut vermittelbar gewesen sein soll.

Nach einem weiteren Monat voller Absagen auf meine Bewerbungen stand ich wieder auf der Matte. Diesmal kam meine Sachbearbeiterin auf die Idee das ich ein Parktiukum bei Saturn machen soll. Gesagt getan...nach 3 Monaten war das Praktikum um un ich stand wieder beim Arbeitsamt.
In der Zeit des Praktikums und auch danach kamen weiterhin nur Absagen.
Ich bin wieder hin und hab nach einer Umschulung gefragt...Aussage..sie sind nicht lange genug Arbeitslos, da mein Praktikum von Saturn bezahlt wurde...(also war es kein Praktikum sondern ein Zeitvertrag)....

Ich dachte gleich platze ich..nach weiteren 6 Monaten stellte ich wieder einen Antrag auf eine Umschulung....aber antürlich hiess es wieder ich bin gut vermittelbar...darauf fragte ich, warum mir dann das Arbeitsamt keine Vermittlungsvorschläge schickt...Schulterzucken bei dem Sachbeareiter...
also bin ich eine Stufe höher zum Teamleiter....der sagte, wären sie mal etwas früher gekommen...sie sind etwas alt für eine Umschulung....und nun war es so weit und ich bin geplatzt......brachte aber natürtlich nichts...dann einen Monat später war ich wieder da....aber der Teamleiter war krank...auf meinen Hinweis das es ja wohl eine Vertretung geben müsse, wurde ich zu einem Teamleiter in einem anderen Team geschickt, die eigentlich nicht für meien Berufsgruppe zuständig waren....ich fragte Ihne nach einer Umschulung und er wollte nur wissen als was. Fachinformatiker erwiederte ich...Darauf meinte er...kein Problem ich musste noch am selben Tag zum Schulungsunternehmen eine Eignungstest machen, damit dann wieder zu ihm und das Thema war durch...

Was sagt mir das ? Es ist scheinbar einfach nur Willkür des Sachbearbeiters...

Die Ägypter
19.10.2006, 14:25
Was sagt mir das ? Es ist scheinbar einfach nur Willkür des Sachbearbeiters...

Nein!

Nicht Willkür - sondern "Auslegung" und die beeinflusst du selbst!


Und natürlich hängt es von eurer Argumentation im Antrag selbst ab - die muss wasserdicht und absolut logisch schlüssig sein - also hinsetzen und Brainstorming = warum habe ich mit dieser Umschulung bessere berufliche Aussichten, wie kann ich das belegen und inwiefern profitiert die Allgemeinheit von meinem dann erlangten Wissen = Kostenersparnis - etc. Warum bin ich dafür geeignet etc. pp.

Berliner71
19.10.2006, 14:33
Sicherlich hast du damit Recht, aber mir kam es in dem Moment halt wie Willkür vor.