Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Muss ich ein zweites Mal einen 1-Euro-Job annehmen?
Hallo!
Ich habe schon einen 1-Euro-Job von Dezember bis Anfang Juni gemacht. Jetzt hat sich die Rebeq wieder bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, dass ab 1.9. wieder eine Maßnahme beginnt. Die nächste Maßnahme bringt aber viel weniger Geld im Monat (120 Eur) und ich habe dann eine Arbeitszeit von 38,5 Stunden in der Woche.
Seit gut einem Jahr habe ich aber auch einen 400-Euro-Job und müsste dort deswegen wohl aufhören weil das beides nicht unter einen Hut zu bekommen ist.
Muss ich ein zweites Mal dieses Folgeprojekt mitmachen oder darf ich auch "Nein" sagen. Möchte den 400-Euro-Job nur ungern kündigen!
Lieben Gruß
Arion
Betroffener
17.08.2005, 18:57
:welcome: arion
nein - musst Du nicht. Du hast ja einen Job, diese MAE-Massnahme (Arbeitsgelegenheit gegen Mehraufwandsentschädigung) ist nachrangig.
Aus der Arbeitslosenstatistik bist Du damit eh schon raus :D
Unsere Tochter wird auch mit derartigen Angeboten regelrecht zugeschüttet - obwohl sie in einer MAE drinsteckt und gerade eine beendet und eine andere angefangen hat.
Das läuft wohl alles ziemlich unkoordiniert ab. :patsch:
Hallo,
ich lese gerade hier, dass man nicht noch einmal einen 1€ Job annehmen muss.
Meine Tochter ist 25 Jahre alt und ist seit ihrer Gesellprüfung vor 2 Jahren arbeitslos. Sie hat vor 1/2 Jahr den ersten 1€-Job, bei einer christlichen Einrichtung, beendet. Sie bekam 1,10€. Nach dem halben Jahr wurde ihr eine Verlängerung angeboten und darum ging sie weiter dort hin, sie ließen meine Tochter weitere 14 Tage arbeiten und vertrösteten sie, jedoch die Verlängerung kam nicht.
Sie hat praktisch die 14 Tage ohne einen Cent gearbeitet.
Sie wurde, während dem ganzen halben Jahr, nur ausgenutzt, durfte den Angestellten private Einkäufe erledigen, das ganze Haus von oben bis unten putzen, das ganze Geschirr spülen und wurde auch noch ausgemeckert, wenn sie die falsche Milch gekauft hatte und wurde zum Umtauschen geschickt.
Sie hatte sich für die Altenbetreuung angemeldet und bekam auch 3 ältere Leutchen, wo sie innerhalb 6 km für 2 Stunden Betreuung, hin und her laufen musste und wehe, sie kam mal 5 Minuten zu spät bei den Leuten an, da wurde sie ausgemeckert. Zum guten Schluss hat mein Mann sie dann mit dem PKW gefahren, das wiederum mehr Geld kostete als sie dort bekam. Wir fuhren mindestens 4 Mal täglich hin und her.
Nun macht sie den zweiten 1,-€ Job. Jetzt bekam sie eine Lohnerhöhung von 20 Cent (1,30€) weil sie ja 25 Jahre alt ist, dabei war sie vor einem halben Jahr auch schon 25 Jahre alt. Sie ist sehr schüchtern, beschwert sich nicht, kommt sie aber nach hause, ist sie voll fertig mit den Nerven. Sie muss wieder das ganze Haus putzen. Kommt sie morgens um 8 Uhr hin, steht schon jede Menge Gechirr dort zum spülen, wenn sie von einer Betreuung kommt, steht wieder der Spül für sie bereit, dann darf sie wieder private Einkäufe für die Angestellten erledigen. Nach sechs Stunden soll Feierabend sein, aber erst muss sie noch mal das ganze Geschirr spülen und muss auch noch länger bleiben, anschließend bekommt sie noch Briefe in die Hand gedrückt um sie persönlich den Leuten zuzustellen.
Wenn sie gerade keine Betreuung macht, muss sie das ganze Haus putzen und bekommt Frechheiten gemacht, sie solle doch darauf achten, dass immer ein frisches Handtuch für die Angestellten bereit hängt.
Es ist der reinste Horror!
Man hat ihr vom Amt aus versprochen, durch diese Maßnahme, würde sie eher einen Job bekommen.
Was kann man da machen, wir sind ganz unerfahren und ratlos. Geht das mit rechten Dingen zu? Wo kann man sich beschweren?
Muss man sich so erniedrigen lassen, wie ein Sklave für die Angestellten arbeiten.
Ich habe meiner Tochter gesagt, sie soll sich doch, bei ihrer Ansprechpartnerin im Amt, beschweren gehen, aber sie traut sich nicht. Die Angestellten merken, dass sie ängstlich ist, desto mehr wird sie herumgescheucht.
Biberzahn
02.09.2005, 13:52
Hallo Laura,
da wird deiner Tochter nix anderes übrig bleiben als zu ihrer zuständigen Sachbearbeiterin die ihr den Job vermittelt hat hinzugehen und ihr diese Vorfälle zu schildern. Wenn das nix nützt, dann einen Termin beim Teamleiter oder Chef der ARGE geben lassen und dem schildern was da los ist. Da es immer gut ist einen Zeugen bei solchen Gesprächen dabei zu haben, gehst du am besten gleich mit. So hat deine Tochter vielleicht auch ein bisschen weniger Angst und sie hat gleich jemanden dabei der den Verlauf des Gesprächs bezeugen kann.
Viel Erfolg und lasst euch nicht abwimmeln :wink:
Gruß
Biberzahn
Hallo Biberzahn,
das habe ich meiner Tochter auch schon gesagt, aber sie möchte keinen Ärger. Sie sagt, beschwere ich mich, bekommen ich vielleicht noch mehr Ärger. Recht hat sie ja, man bekommt nur Ärger dadurch.
Da hilft nur Durchhalten, sind ja nur noch fünf Monate.
Es gibt noch mehr Betroffene, die auch Angst haben und keinen Ärger wollen.
Ich glaube, die Leute werden nur so behandeln, damit sie alles hinwerfen und damit nicht mehr unter den Arbeitslosen zählen.
Vielen Dank!
Gruß Laura
Betroffener
04.09.2005, 12:33
Hallo Laura,
durch Ein-Euro-Jobs hat in der Paxis noch nie jemand einen Nachfolgejob bekommen. Die Ausnahmen kannst Du an den Fingern Deiner Hände abzählen.
Die Ein-Euro-Jobs sind das was sie sind. Zwangsverpflichtungen zu Billigstarbeit an denen die Träger noch massiv profitieren statt richtiges Personal einzustellen (das arbeitssuchende Pflegepersonal sitzt zu Hause oder macht die alte Arbeit als Ein-Euro-Jobber billiger) - gerade in den Bereichen, in die Deine Tochter hineingesteckt wurde (wird).
Grundregel: Wer sich nicht traut und keinen Ärger haben möchte, bekommt meist noch viel mehr Ärger, weil noch mehr bei ihm landet und er solche Dinge förmlich wie ein Magnet anzieht. Menschen mit schwach ausgeprägtem Selbstbewusstsein sind immer die Verlierer in solchen Situationen.
Ich kann mich erheblich irren, aber ich habe den folgenden Eindruck (ich neige leider manchmal zu überdeutlichen Aussagen):
Dir selber ist dieses Prinzip klar, sonst würdest nicht Du Dich melden sondern Deine Tochter, vor die Du Dich schützend stellen willst.
Auf der anderen Seite können die fürsorglichen Eltern dem flügge gewordenen Nachwuchs nicht ewig alles vorausschauend im Leben ebnen (was oft früher zuviel passiert ist), sondern Deine Tochter muss sich mehr in Richtung Selbstbestimmung entwickeln und eigene Selbsterhaltungskräfte mobilisieren.
Ich denke, ihr solltet die Gluckenglocke über Eurer Tochter langsam heben und gleichzeitig auf dem Weg zur Selbstbestimmung (hin und wieder leicht anschubsend) helfen, ohne dabei mitbestimmen zu wollen aus dem elterlichen Fürsorgedenken heraus.
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