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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nicht einzuhaltende Einladungen vom A.Amt


toddy44
19.08.2005, 13:47
Hallo liebe Leute,

Brauche dringend Rat.

Ich erhielt am 17.08.05 mal wieder eine Einladung zum 17.08.05!
Das Schreiben selbst ist vom 15.08.05.
Da bei uns die Post in der Regel zwischen 10:00 - 12:00 kommt,
schaue ich meistens erst nachmittags in den Briefkasten. Somit
konnte ich den Termin nicht rechtzeitig wahrnehmen.
Ich ging daraufhin am 18.05. also gestern gleich zum A.Amt um mich zumindest
unverzüglich zu melden.
Meine SB wollte mit mir nicht reden und verwies mich darauf das ich meinen Termin versäumt hätte und ein neues Schreiben an mich unterwegs sei.
Dieses Schreiben kenne ich schon, es wird einer neuer Termin sein, sowie
eine Androhung mein Geld zu kürzen da ich ja den vorherigen Termin nicht
wahrgenommen habe (Konnte!).
Vor 2 Monaten passierte mir noch etwas viel krasseres, da waren nämlich an einem
Tag gleich beide Schreiben im Briefkasten! Also Erst, sowie Zweit-Einladung(Drohung).
Damals versuchte mich der SB zu beruhigen mit der Aussage das im zweiten Schreiben
es sich nur um eine Androhung handeln würde und er das nur umgesetzt hätte wenn ich
zum zweiten Termin nicht erschienen wäre.
Was soll das!?? Ich verstehe das als puren Psychoterror und es funktioniert auch. Ich
bekomme echte Panik bei der Vorstellung das sie mir mein ohnehin klägliches Geld auch
noch kürzen und ich meine Miete nicht mehr zahlen kann.
Meine Frage an euch da draussen lautet.
Wie kann ich mich dagegen wehren? Wäre eine Dienstaufsichtsbeschwerde angebracht?
Ich habe mit so etwas leider keine Erfahrung in Bezug auf Formulierung und auch ob es
angebracht ist oder nicht.
Ich habe keine Probleme damit die Termine einzuhalten, wenn sie denn rechtzeitig kommen,
aber so werde ich durch das Amt nur in Angst versetzt und das macht mich fix und fertig.

Ich würde mich über jede Antwort, jeden Tip oder Erfahrung sehr freuen!

Mit solidarischen Gruss

Torsten

StephanK
19.08.2005, 14:43
:welcome: Torsten,
mir scheint, neben Rat könnte Dir auch ein bisschen mehr Ruhe und Gelassenheit nicht schaden. Die Bremer sind doch sonst nicht als besonders hektisch verschrien... wenn ich z.B. an Menschen wie Henning Scherf denke. Der hat auch die Ruhe weg und lässt sich trotzdem nicht die Butter vom Brot nehmen.
Aber zur Sache:
Dein Einladungsschreiben ist vom 15.08. (Datum auf dem Schreiben oder Poststempel, falls es einen gibt?)
Nehmen wir mal an, dass es auch am 15.08. zur Post gegeben wurde, dann gilt es erst am 18.08. als zugangen, denn auch diese Frage ist gesetzlich geregelt, nämlich im Zehnten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB X), das sich mit dem Verwaltungsverfahren beschäftigt: § 37 - Bekanntgabe des Verwaltungsaktes
(...) (2) Ein schriftlicher Verwaltungsakt gilt bei der Übermittlung durch die Post im Inland am dritten Tage nach der Aufgabe zur Post (...) als bekannt gegeben. Dies gilt nicht, wenn der Verwaltungsakt nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt zugegangen ist; im Zweifel hat die Behörde den Zugang des Verwaltungsaktes und den Zeitpunkt des Zugangs nachzuweisen.Lehn Dich also ruhig zurück, hefte den Brief nebst Briefumschlag ordentlich ab und warte, ob da noch was nachkommt. (Wahrscheinlich nicht, wenn das Amt nicht sehr nachlässig ist.) Sollte tatsächlich noch was nachkommen, hast Du genug Zeit, Dich dagegen mit einem Widerspruch zu wehren. Wenn nicht, schone Deine Nerven und lass es auf sich beruhen.

Das mit der Dienstaufsichtsbeschwerde vergiss mal.
Es ist erstaunlich, dass anscheinend 95 % der Deutschen dieses Wortmonstrum geläufig ist und sie sich viel davon zu versprechen scheinen. Leider sehr viel weniger Leuten scheint bewusst zu sein, was man damit bewirken kann und was nicht: Bestenfalls kann man damit bewirken, dass eine vorgesetzte Person eine sachbearbeitende Person mal "beiseite nimmt" und ihr zuraunt, sie möge gelegentlich nachdenken, ob für die Spatzen, auf die sie schiesst, Kanonen wirklich das richtige Kaliber seien. Dass im übrigen auch ein solcher "Erfolg" das Verhältnis zum Sachbearbeiter nicht bessert, lässt sich denken.
Geselle Dich also lieber zu den ? % der Deutschen, die wissen, dass das gegen rechtswidrige Verwaltungsakte gegebene Rechtsmittel der Widerspruch ist, und zu einem solchen scheint momentan keine Veranlassung zu bestehen - erst, wenn Dir wegen angeblich fehlender Mitwirkung Kürzungen blühen.
In diesem Sinne wünsche ich ein entspanntes Wochenende :P

toddy44
19.08.2005, 19:41
Danke für deine Antwort StephanK.
Ja sicherlich hast du Recht mit dem was du geschrieben hast.
Aber mit der Gelassenheit ist es seit einiger Zeit vorbei in mir.
Es herscht die pure Zukunftsangst.
Ich wollte ja nur kurz mit ihr sprechen, um 5 min. bat ich, da ich
auch meine Arbeitslosenkarte noch verlängert haben wollte.
Und die lässt mich in einem eiskalten Ton abblitzen 'Das werden sie schon sehen was ich ihnen Geschrieben habe'!
Habe mir jetzt ersteinmal einen Termin beim Abteilungsleiter geben lassen.
Das geht so nicht weiter.

PS. Der olle Hening hat ja auch seine Schaafe im trockenen :?

StephanK
19.08.2005, 19:54
Klar - ich bestreite auch keineswegs Dein gutes Recht, Dich zu beschweren auf welchem Wege immer Du das willst. Dennoch: wenn's um die Wurst geht, hilft wirklich nur der Widerspruch - dessen solltest Du Dir bewusst sein.
Mit guten Wünschen für noch bessere Nerven... 8)

toddy44
22.08.2005, 23:57
So will mal kurz neuen Stand berichten.
Hatte ja heute das Gespräch mit dem Teamleiter ...ho ho
Na ja, verlief auch ganz Sachlich. Ich trug die ganze Storry step by step vor, hatte auch alle schreiben dabei (samt Briefumschlägen) und er hatte auch alles schön ausgedruckt vor sich. Letztendlich sagte er ich solle mir keine sorgen
machen ...Kohle wird weiter laufen! hä, ja logisch sagete ich zu ihm, weil wenn nicht Widerspruch von mir und da hätte sie wohl eh keine Chance. Ok, weiterhin sagte ich zu ihm das dies doch präventiv möglich sei, wenn man die Post ein wenig früher absendet.
Darauf er: Ja es könnte doch sein das mein SB kurzfristig etwas für mich hätte. Ja, aber wenn sie mich nicht rechtzeitig erreicht!??? anyway

Jedenfalls hat er die ganze Sache, auch die schnippische Art der SB versucht zu verteidigen bzw. um Verständiss geworben, den Vorgang jedoch als Beschwerde zu Kenntnis genommen.
Na dann schaun wir mal wie ich am Mi. mit der Lady zurechtkomme.

Vieleicht noch interessant, das Schrieb das Verdi-Gewerkschafts-Team auf mein erstes Posting!

+++Liebe/r Kollege/in ,

im Grundgesetz Artikel 17 steht: Jedermann hat das Recht, sich ... schriftlich mit ...
Beschwerden an die zustndigen Stellen ... zu wenden.

In Ihrem Fall wre eine Fachaufsichtsbeschwerde zweckmig. Die Fachaufsichtsbeschwerde
richtet sich gegen fachlich zweifelhafte Praktiken von Mitarbeitern oder Behrden, dazu zhlen
wir die bei Ihnen angewandte Einladungspraxis mit falscher Datierung und Droheinladung.

Die Beschwerde sollte eine chronologisch genaue Beschreibung der Vorkommnisse enthalten.
Vielleicht haben Sie auch einen Zeugen, der besttigen kann, wann Sie die Post der Behrde
erhielten. Die Beschwerde sollte mit den Satz: Setzen Sie mich bitte unaufgefordert ber
Ergebnisse der Beschwerde in Kenntnis enden. Die Behrde muss Ihre Beschwerde prfen und Ihnen
schriftlich ber die Art der Erledigung Mitteilung machen.

Die Beschwerde sollte an den Vorgesetzten des Mitarbeiters, den Leiter der ARGE/Agentur fr
Arbeit oder direkt an die Bundesagentur fr Arbeit in Nrnberg gerichtet werden.

Den Namen des Vorgesetzten mssen Sie bei Ihrem zustndigen Sachbearbeiter erfragen, dieser
ist zur Auskunft verpflichtet.

In der Regel haben Beschwerden positive Auswirkungen auf den Umgang der Mitarbeiter von
Behrden mit den Betroffenen.


Mit solidarischen gruss an alle

StephanK
23.08.2005, 10:07
Danke für die Rückmeldung. Das mit der Fachaufsicht ist ganz interessant, denn diese liegt nach § 47 SGB II (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/sgb_2/__47.html) direkt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Das Ministerium kann die Aufsicht zwar auf andere Behörden übertragen, hat von dieser Möglichkeit meines Wissens aber keinen Gebrauch gemacht.
Allerdings ist es mit der Fachaufsicht das gleiche wie mit der Dienstaufsicht: sie ist kein Mittel, zu seinem Recht zu kommen, sondern nur ein Hinweis an die aufsichtführende Behörde: Guckt da mal hin, dort läuft was schief. Dein konkretes Problem ist ja aber jetzt auch erst mal vom Tisch, nachdem der Teamleiter sich einigermaßen einsichtig gezeigt hat.

toddy44
23.08.2005, 13:10
Hallo Stephan,

wollte auch nur mal die Antwort weitergeben da ich über diese Möglichkeit nirgends etwas gelesen hatte.
Na ja, ganz gelöst ist es alles für mich noch nicht.
Ich hatte ja nicht alles gepostet weil es mir auch eigentlich peinlich ist.
Berichte es aber dennoch mal kurz, falls es auch mal anderen passieren sollte.
Ich bin meiner SB gegenüber ja noch ausgerasstet weil sie mich ja in einem ziemlich schnippischen Ton als Terminversäumer betitelt. tztz jetzt.
Ich sagte darauf hin zu ihr (zitternt am ganze Leibe auf 180)
" Für mich herscht ja so langsam Krieg! und sie wissen da ist alles erlaubt"
weiterhin
" Es kostet mich 5 min und dann habe ich ihre Adresse, so behandeln sie mich nicht!!".........tztztz...........ging dann von dannen und und rief so vor mich hin " alte kot.e hier" buhhhbuuhhh
Na ja, und holte mir dann den Termin beim Teamleiter, der das aber mitbekommen hatte da seine Tür aufstand!! auaa
Darüber sprachen wir dann gestern auch noch und er meinte das ich mich doch auf alle Fälle bei ihr entschuldigen sollte. Was mir selbst ehh schon seit letzter Woche ein tiefes Bedürfniss war und immer noch ist und das sagte ich ihm dann auch. Soweit alles ok. Er sagte noch das er über das gute Gespräch mit mir ihr berichten wird und glaubt das sie die Entschuldigung auch annehmen wird. Dennoch ein bitterer Nachgeschmack wird bleiben denke ich.
Zumal ich Langzeitarbeitsloser bin und er mir gestern schon sagte das in Richtung Bildung absolut nix laufen wird. "Ich müsse ersteinmal der Gemeinschaft etwas zurückgeben, denke für sie wären ersteinmal Helferstellen angebracht!!!" Bin natürlich ruhig geblieben, aber jetzt wirds eng für mich.
ALSO, ICH KANN NUR BESTÄTIGEN, was du schon sagtest! LEUTE REISST EUCH ZUSAMMEN - BLEIBT RUHIG!
Werde mir jetzt zum morgigen Termin bei der Dame gleich mal beruhigungspillen von meinem Doc verschreiben lassen.

Boah, doch viel geworden mit den schreiben. Ersteinmal schönen Tag an alle...............keep cool :patsch:

StephanK
23.08.2005, 14:59
Na, ich find's gut, wenn Du nicht nur siehst, dass Du wohl über's Ziel hinausgeschossen hattest, sondern das auch wieder in's Lot bringen kannst. Damit sollte hoffentlich auch das Gift aus der Atmosphäre weitestgehend raus sein.
Zumal ich Langzeitarbeitsloser bin und er mir gestern schon sagte das in Richtung Bildung absolut nix laufen wird. "Ich müsse ersteinmal der Gemeinschaft etwas zurückgeben, denke für sie wären ersteinmal Helferstellen angebracht!!!" Bin natürlich ruhig geblieben, aber jetzt wirds eng für mich.Daraus spricht natürlich eine "interessante" Einstellung - genauer gesagt, ein ziemliches schiefes Verständnis von "Fördern und Fordern", denn das Fordern bezieht sich ausschließlich auf die Eigenbemühungen der Arbeitsuchenden, eine neue Arbeit zu finden. Einen Bundesarbeitsdienst haben wir nämlich (noch? :sad: ) nicht...
Ohne Polemik: Klar, Weiterbildung ist bei ALG II-Empfängern Ermessensleistung. Das Ermessen darf aber nicht nach Kassenlage ausgeübt werden, sondern hat sich ausschließlich daran zu orientieren, ob die Arbeitsmarktchancen des Arbeitsuchenden durch eine solche Maßnahme verbessert werden oder nicht. Nach sehr langer Arbeitslosigkeit gibt es schon Menschen, die man erst mal wieder an einen geregelten Tagesablauf heranführen muss, auch das wird man nicht generell bestreiten können - aber es kommt auf das Individuum an, also muss man sich denjenigen erst mal sehr genau anschauen... Pauschal zu sagen: so und so lange aus dem Beruf --> erst mal für 'n Appel und 'n Ei städtische Parkanlagen reinigen - das geht nicht.
Wenn Du konkrete Vorstellungen in Richtung Weiterbildungsmaßnahmen hast, trage sie vor und erkläre genau, warum sie Deine Arbeitsmarktchancen verbessern - [b]das[/i] ist das Kriterium.

Werde mir jetzt zum morgigen Termin bei der Dame gleich mal beruhigungspillen von meinem Doc verschreiben lassen. (...)
keep cool :patsch:Hmm - das sollte möglichst auch ohne "chemische Keule" gehen. Baldrian darf der Doc eh' nicht mehr verschreiben, also hol Dir besser 'nen passenden Kräutertee... :lol:

toddy44
23.08.2005, 20:26
StefanK schrieb

Daraus spricht natürlich eine "interessante" Einstellung - genauer gesagt, ein ziemliches schiefes Verständnis von "Fördern und Fordern", denn das Fordern bezieht sich ausschließlich auf die Eigenbemühungen der Arbeitsuchenden, eine neue Arbeit zu finden. Einen Bundesarbeitsdienst haben wir nämlich (noch? Trauriger Smile ) nicht...

Hmm, was müsste denn deiner Meinung noch kommen damit wir es Arbeitsdienst nennen dürfen? Viele sehen es so und ich zähle mich auch dazu.

zum 'Fördern und Fordern' mal noch folgendes:
Ich hatte ja auch im Juli schon einen Termin wo mein SB zum Schluss des Gespräches sagte ( nachdem er mir vorher 5 Fragen stellte, u.a Schulden? - Ledig? - Gesund usw.) "ah moment, ich brauche noch einmal kurz eine Unterschrift von ihnen". Ich schaue mir das Ding an, klar ENV wusste aber noch gar nichts von dem Ding. Blättere so und sehe die viele $$$ die mir goar nix sagten. Meinte dann zum SB, sorry aber Haustürgeschäfte mache ich nicht. Das muss ich prüfen bzw. prüfen lassen. OK
So den Teamleiter daraufhin angesprochen, nach dem Motto wie wollen sie mich den fördern wenn gar kein richtiges Profiling stattgefunden hat. Daraufhin er zu mir "Das könne man u.u. durchaus als Profiling verstehen" !!! Na dann ist mir doch in Punkto Förderung alles klar. Sie findet nähmlich gar nicht statt. Gut, vieleicht bin ich ja auch der absolute Einzelfall :patsch:

Liebe Grüsse

toddy44
23.08.2005, 20:30
Wenn Du konkrete Vorstellungen in Richtung Weiterbildungsmaßnahmen hast, trage sie vor und erkläre genau, warum sie Deine Arbeitsmarktchancen verbessern - das ist das Kriterium.


Das habe ich ja, worauf ich diese Antwort von ihm erhielt.
:-x

Biberzahn
24.08.2005, 08:19
Hallo,

wenn du dich weiterbilden willst, dann musst du das schon selber in die Hand nehmen. Ich weiss das aus eigener Erfahrung. Ich benötige für meinen Job noch dringend Englischkenntnisse, da das heute im Bürobereich gang und gebe ist. Seit 1 Jahr bettel ich beim Amt um einen Weiterbildungskurs in Wirtschaftsenglisch. Laut Aussage meines damaligen Sachbearbeiters könnte mir der erst gewährt werden wenn ich einen Arbeitgeber gefunden habe der mich einstellt und diese Kenntnisse fordert. Absolut Hirnrissig :patsch: Jetzt habe ich eine neue Sachbearbeiterin und diese hat mir in etwas das selbe gesagt, aber mit dem Zusatz, "wenn Sie einen Kurs finden, evtl. bei der VHS oder so, dann rufen Sie mich an und ich versuche das bewilligt zu bekommen als Trainingsmaßnahme."
Lange Rede kurzer Sinn, ich hab das Internet durchforstet, einen für mich geradezu idealen Kurs gefunden und die ganze Aktion war innerhalb von 2 Telefonaten und einer halben Stunde Zeit erledigt. Nun fang ich im September meine 8-wöchige Intensiv-Weiterbildung an.

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber man muss alles selber in die Hand nehmen und nicht warten das man an die Hand genommen wird. Die Zeiten sind vorbei.

Gruß
Biberzahn

toddy44
24.08.2005, 23:52
Hallo Biberzahn,

grüsse dich mal von der Nordsee-Front.
Ok, du sagst
Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber man muss alles selber in die Hand nehmen und nicht warten das man an die Hand genommen wird. Die Zeiten sind vorbei.


Also, ich bin geb, Bremer. Also komme nicht aus der Ex-DDR. Also, shit jetzt bearbeite ich auch schon wieder so ein Sch... Klischee.
Anyway, zum Punkt
Mich muss niemand an die Hand nehmen (obwohl es bei manchen Menschen Sinn macht) keine Frage.
Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, das Bildung Geld kostet. Dieser unser Staat meint das die Bildung zu teuer ist und will das Geld nicht dafür ausgeben, gleichzeitig erzielen wir in unserem Land sehr hohen Export Quoten trotz hoher Löhne! UND JAMMERN DENNOCH, WEIL DAS VOLK NIX DAVON HAT!!!!!!!!!!!!Woher, wie, kommt denn das!?
Ich sage es dir, weil wir ein Land sind welches extrem produktiv arbeiten kann (Güter herstellen kann).
Woher kommt das!? Ja, weil wir sehr gute Leute ausbilden, mit hohem Wissen und gleichzeitig ständig rationalisieren.
Dennoch leben wir hier in Deutschland und haben eine sehr gute (hochwertige) Schulausbildung. Nur, die reicht nicht mehr aus und wird ja auch gar nicht gefördert um weiterhin sich zu Bilden.
Wie du schon selbst geschrieben hast, 1 Jahr kämpfen für Weiterbildung!!!
+++What a waste of time+++
Das, ist BRD Problem Nr.1. OK, man wird immer Leute haben die Lebenszeitstudenten bleiben.
Aber, eine Hochkultur die versucht Bildung, kostenunfrei zu machen, gräbt sich selbst den Boden unter den Füssen weg! Das ist zumindest meine Meinung.
Ich habe in all den Zeiten wo ich Arbeitslos war, immer wieder konkret nach Fort/Weiterbildung gefragt und immer die selbe Sch...-Antwort erhalten "geht nicht"...keine Mittel frei.
Umschulungen, ab 40............KV
Punktuelle Fortbildung...........KV

DAS ist das DING!!!!.........................und dann noch PISA!!!!!!!!!!!!!

Alles klar, gute Nacht Deutschland!.............oder sollte ich besser Atlantis sagen!!.................;o)

StephanK
25.08.2005, 06:59
Leider muss ich zustimmen, dass die Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitslose viel zu starr reglementiert und oft nicht bedarfsgerecht sind. Ich selbst habe (noch vor Hartz IV) mein Weiterbildungsstudium an einer "ganz normalen" Universität aus meiner (damals noch halbwegs auskömmlichen) Arbeitslosenhilfe selbst bezahlen müssen, weil eine Förderung durch das Arbeitsamt an den zu starren Vorschriften scheiterte.
Wenn man sich anschaut, welche Weiterbildungsträger der Arbeitsagentur genehm sind, dann fällt natürlich schon auf, dass es überwiegend Institutionen sind, die Gewerkschaften oder Arbeitgeberorganisationen nahe stehen oder direkt von diesen getragen werden. Und wer sitzt im Verwaltungsrat der BA? Ein Schelm, der da ein Kartell wittert...
Dazu kommt, dass die BA-Leute sich für die Arbeitsmarktexperten halten und meinen, bei jedem Kunden zu wissen, ob eine Weiterbildung sinnvoll sei und ggf. welche - egal, was sein Beruf und sein bisheriger Berufsweg sind. Zumindest in manchen Bereichen ist das aber objektiv nicht so. Auf die eigenen Erfahrungen des Kunden und darauf zu vertrauen, dass er selbst sich in seinem beruflichen Umfeld auskennt, scheint aber auch nicht möglich.
"Fördern" sieht anders aus... :x

Biberzahn
25.08.2005, 08:28
Hallo,

@toddy

erstmal Grüße zurück von der Elbe an die Nordsee :-)
Im Grunde hast du nicht ganz unrecht. Ich hatte auch soviele Debatten mit den Leutchen vom Amt und nicht nur bezüglich einer Fortbildung sondern ganz allgemein. Zu "Fortbildung über 40" kann ich dir nur sagen, ich bin Mitte dreissig und da ist es auch nicht leichter. Gut, bei mir hat´s nun letztendlich geklappt. Ob es aber nun das gelbe vom Ei ist kann ich ja auch erst nach Ende der Weiterbildung sagen. Ich hoffe es ist wie ich es gern hätte und das es mir dann wirklich die Jobsuche erleichtert.

Gruß
Biberzahn

versicolor
30.08.2005, 03:25
hoi ihr,


ja ich lese auch schon ein paar tage hier mit und will mich, weil dieser einer mein erster post ist mal kurz vorstellen:

mein name ist alex, wie man sehen kann komme ich aus dem stadt staat bremen. gelernter industriemechaniker, auch schlosser genannt.

zum thema passt es was mich zur zeit etwas wurmt.

wenn ich auf meinestadt.de gehe sehe ich täglich mind. 5 gesuchte schweißer. nun sagt man sich. ja als schlosser solltest du doch schweißen können. ja stimmt. sogar recht gut. wie ich meine. problem ist mir fehlen die (schweißer)scheine. weil ist klar wenn da was geschweißt werden muss, dann muss das auch so sein das das falls da was passiert nicht gesagt wird "der hatte aber keine gültigen schweißprüfungen" und man kommt in deufels küche. ist sicher nicht so angenehm.
nun beobachte ich schon seit 3 wochen ein arbeitsgesuch:

"schlosser mit schweißerkenntissen"

vom ARBEITSAMT (für mich wird es immer arbeitsamt heißen, auch wenn arge eine schöne abkürzung ist)
mmh dacht ich mir die stelle ist immer noch zu vergeben, warum? ja weil der arbeitgeber die schweißerscheine sehen will. daraufhin habe ich mich an meine sachbearbeiterin gewannt. naja so direkt bin ich da nicht gelandet musste erst die 0180 nummer anrufen und 2 tage warten, das die mich zurück ruft. komisch ist. das ich nach aussage eines anderen "service" mitarbeiters einen "schweißerschein" habe (gibt fuer alles und jede art zu schweißen einen eignen schein)
ich war erstmal buff. und wurde etwas sauer. weil wenn dem so wäre würde ich dem "verein" sicher nicht mehr angehören. dazu sagte man mir, ich habe keinen führerschein. naja wenn man so will. was sind denn schon 5 jahre, die ich den lappen seit meinem 18. lebensjahr habe?
das musste ich dann erstmal berichtigen.

langes reden keinen sinn.
ich sagte zu der SB dann das da wohl ein schlosser gesucht wird der auch das ein oder andere schweißen kann/soll/muss, steht ja so da in der anzeige vom arbeitsamt (arbeitsamt.de und meinestadt.de haben die gleichen stellen angebote) und wie es denn sei mit übernahme der kosten der scheine (erstmal einen oder zwei, wenn man dann arbeit hat kann man die ja "selbst" bezahlen) weil so ein schein kann schonmal je nach typ 800€ kosten. wovon soll das ein erwerbsloser bezahlen? von der mio. die er aufm konto liegen hat??
naja mir wurde dann per telefon gesagt das die das schriftlich haben wollen das man da uebernommen wird, dann wird einem das bezahlt.

*reusper* alles klar. sagmal rede ich spanisch? die suchen einen schlosser der die scheine hat. wie soll ich dem arbeitgeber das mitteilen: "du pass auf ich habe zwar (noch) nicht die geforderte qualifikation die du suchst, aber geb mir mal schriftlich das du mich uebernimmst, dann kann ich die schweißerscheine machen"

bravo!! erste sahne. wer auch immer sich das ausgedacht hat. sollte einen orden bekommen, ach was red ich da einen ganzen sack voll mit orden.
mir fällt irgendwie zu dem system nix mehr ein.
die arbeitsstelle steht immer noch drinne. aber irgendwie habe ich das gefuehl die wollen nicht das da wer arbeit hat.

ich weiss auch nicht.

mfg alex

StephanK
07.10.2005, 15:51
:welcome: Alex,
Du hast leider verdammt recht mit Deiner Kritik.
Bei der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage wird natürlich kein Arbeitgeber eine solche Zusage machen, wenn er dann vielleicht zwei Monate warten muss, bis ein Bewerber eine solche Zusatzqualifikation erworben hat. Da findet er viel schneller fünf andere.
Aber warum sind diese Regeln für Weiterbildungen von der Arbeitsagentur so weit weg von der Realität des Arbeitsmarktes?
OK, man will sparsam sein, das Geld zielgerichtet einsetzen usw., das ist auch alles o.k. und verständlich.
Nur: die Mitarbeiter der AA (oder der ARGEn) kennen die Anforderungen und Erwartungen der Arbeitgeber zu wenig. Das ist beim heutigen Arbeitsmarkt auch verdammt schwierig. Eigentlich müssten die AA/ARGE-Mitarbeiter genau so oft Stellenanzeigen lesen, wie wir das alle tun, nur dazu haben sie keine Zeit. Oder es tun nur die, die die Internet-Seiten der AA füttern, aber nicht die, die vor Ort konkret vermitteln sollen.
Im übrigen sollten wir die Herrschaften in Berlin nicht vergessen, die solche Gesetze beschließen... :mad: