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Bundesschredder
19.02.2010, 20:17
Hallo, ich bin gerade hier reingestolpert und habe gleich eine Frage. Sollte dieses oder ähnliches bereits woanders diskutiert werden, bitte ich um Verschiebung und Entschuldigung.

Eine Bekannte nahm an einer mehrmonatigen Maßnahme teil, fuhr täglich 2,5 Stunden pro Strecke und war nie krank.
Anschließend sollte sie ein Praktkum machen, ohne dass ihr ihre vorherige jahrelange Berufserfahrung anerkannt wurde.
Dann erkrankte sie während des Praktikums und bemühte sich mehrmals telfonisch und per mail um Rückruf des Maßnahmeträgers. Keine Reakation von deren Seite.
Als ich mich dann per mail meldete und um Stellungsnahme bat, ob und wo sie nach ihrer Krtankmeldung das Praktikum fortführen kann, erhielt ich folgende mail:



Ausschluss aus xxx



Sehr geehrt xxx,

vielen Dank für Ihre Mail vom 13.02.2010, die Frau xx an mich zuständigkeitshalber weitergeleitet hat.

In Abstimmung mit den Vertretern der Schule xxx Abteilung xxx haben wir uns dazu entschieden, dass eine Fortsetzung Ihres Praktikums und damit eine weitere Teilnahme an der Maßnahme xxx nicht mehr möglich ist.

Ihre Leistungen in der Theoriephase an der Schule xxx waren gut bis sehr gut. Ein erfolgreicher Abschluss der gesamten Maßnahme ist jedoch nur dann möglich, wenn in dem sich an die Theoriephase anschließendem Praktikum deutlich erkennbar wird, dass die erlernten Kenntnisse auch kompetent in der Praxis angewendet werden können.

Am 04.01.10 haben Sie ein viermonatiges Praktikum bei Firma xxx begonnen. Vom 12.01. bis 15.01.2010 waren Sie krank gemeldet. Ebenso seit dem 01.02.2010.

Bereits im Januar hatte Ihre zuständige Betreuerin für das Praktikum, Frau xxx, mit Ihnen ein einstündiges Gespräch über Ihre Arbeit geführt. Sie stellte dabei fest, dass es Ihnen nicht möglich sei, sich in angemessener Art und Weise weder auf die Kontakte mit den Klienten noch auf eine Zusammenarbeit mit den Kollegen einzulassen. Bedauerlicherweise musste Frau xxx als Ergebnis dieses Gespräches bilanzieren, dass Sie aktuell nicht in der Lage sind, die Situation zu reflektieren und Sie auch keine Einsichtsfähigkeit zeigten.

Aus diesem Grund teilte uns Frau xxx am 11. Februar Ihre Entscheidung mit, dass Praktikum zu beenden.


Für uns wird durch die Rückmeldung aus dem Praktikum deutlich, dass Sie die Anforderungen einer solchen Tätigkeit - mit der notwendigen sozialen Kompetenz und professioneller Distanz -, die unabdingbare Grundlage für eine Tätigkeit xxx sind, aktuell nicht erfüllen können.

In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die Probleme im Kontakt mit den Mitarbeitenden der Schule xxx und der Maßnahmeträger xxx hinweisen. Ihre Reaktionen gegenüber den Mitarbeitenden bezüglich organisatorischer und formaler Abläufe waren - insbesondere in den letzten vier Wochen - gänzlich unangemessen.

Wir werden Ihnen eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme am theoretischen Teil der Maßnahme ausstellen und in Kürze zukommen lassen.

Eine Kopie dieses Schreibens übersenden wir mit heutiger Post an Ihre ARGE.

Für Ihren weiteren Weg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag



Name
Rang




Nun stellen sich folgende Ungereimtheiten:
1. Von diesem einstündigen Gespräch hat mir meine Bekannte nichts negatives geschildert. Sie wurde lediglich gefragt, wie sie sich eingearbeitet habe und ob es Probleme gegeben habe. Es wurden ihr von Seiten des AG keinerlei Fehlverhalten oder Probleme vorgeworfen. Auch von Seiten der Belegschaft kamen ihr gegenüber keine Klagen.

2. Auch im Hinblick auf den Träger oder die betreffende Schule gab es keine unprofessionellen Reaktionen. Soweit mir bekannt ist, habe sie im Sommer im Rahmen eines Gruppengesprächs Verbesserungsvorschlägen mit eingestimmt, die organisatorisches zum Inhalt hatten. Und natürlich in den letzten Tagen mehrmals telefonisch und per email erfolglos versucht, zurück gerufen zu werden.


Irgendwelche Klagen, konkrete Vorfälle sind ihr nicht angetragen worden. Ebenso ist sie auch nicht in den aktuellen Verlauf der Entwicklung mit einbezogen worden.


Jetzt ist natürlich meine Frage, wenn ich morgen meine Bekannte besuche und mit ihr sprechen werde:

Was kann ich ihr jetzt anraten? Welche Schritte sollte sie gehen? Auf was achten?


Mir als Außenstehenden kommt es vor, als wird hier mit falschen Karten gespeilt.


Vielen Dank für Eure Bemühungen
Bundesschredder

Bundesschredder
20.02.2010, 13:44
Verzwickte Sache, ich weiß. Ich habe deshalb, weil ich auch nicht weiß, wie ich im Augenblick unterstützend zur Seite stehen kann, heute erst mal die Post abgefangen. Damit ist ihr wenigstens das Wochenende nicht verdorben.

Nächste Woche mal weiter sehen, ggf. Akteneinsicht nehmen. Dann wüßten wir ja ggf. mehr, wenn Roß und Reiter benannt werden müssen. Ohne Datum, Art und Inhalt des Vorfalls, beteiligte Personen ect. kann man ja nichts sagen :wut:

Bundesschredder

Ophelia
20.02.2010, 15:04
Es ist wirklich schwierig da etwas zu sagen, da es zwei Möglichkeiten gibt:

1. Deine Bekannte hat die Gesprächssituation völlig anders wahrgenommen als die Gesprächspartner und die anklingende Kritik, sie habe die Situation nicht reflektieren können und aufgrund dessen mangelnde Einsichtsfähigkeit gezeigt, ist berechtigt. Dann wird man es ihr auch nicht verständlich machen können, da sie ja glaubt, alles sei in Ordnung. Nun, solche Menschen gibt es und zwischen Eigen - und Fremdwahrnehmung liegen oft Welten. Aber das kannst Du besser beurteilen, denn Du kennst sie ja.

2. Zwischen der Praktikumsbetreuerin und Deiner Bekannten stimmte die Chemie nicht und der Betreuerin mangelt es an der nötigen Professionalität, objektiv zu bewerten... Dies kommt leider sehr häufig vor (vor allem im sozialen Bereich), aber dann hat Deine Bekannte leider die A...karte gezogen, da sich die Schule - meiner Meinung nach gegen ihren eigentlichen Auftrag - sich nicht klärend hinter Deine Bekannte gestellt hat und solche Kriterien wie

mit der notwendigen sozialen Kompetenz und professioneller Distanz

sind nun mal keine objektiv wirklich messbaren und immer (leicht) begründbare...(was bitte ist angemessen und wer legt es fest?). Außerdem widerspricht es sich mit

sich in angemessener Art und Weise weder auf die Kontakte mit den Klienten noch auf eine Zusammenarbeit mit den Kollegen einzulassen

Mangelnde Distanzfähigkeit bei gleichzeitiger Unfähigkeit sich auf zwischenmenschliche Kontakte einzulassen?

Unabhängig, ob Deine Bekannte tatsächlich ein schwieriger Mensch ist und eine Wahrnehmungsstörung hat oder (danach sieht es für mich aus), sie aus irgendwelchen Gründen "abgemeiert" wurde, ist Fakt:

So inakzeptabel kann ihr Verhalten nicht gewesen sein, da sie die theoretische Ausbildung gut bis sehr gut absolviert und an dieser Schule beenden konnte. Wäre ihr Verhalten tatsächlich so daneben gewesen, wäre dies wohl kaum der Fall gewesen.

Was die Rolle der Schule gegenüber der Praktikumseinrichtung angeht: Strange! Normalerweise wäre es ihre Aufgabe gewesen, hier ein Clearing-Gespräch zu führen, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und evtl. eine neue Praktikumsstelle anzubieten. Aber bei vielen Weiterbildungsträgern werden Erwachsene wieder zu Schulkinder degradiert und eben so behandelt. So liest sich leider auch das gepostete Schreiben.

Vielleicht erfährst Du ja mehr Hintergründe in einem offenen und ehrlichem Gespräch. Davon hängt letztlich ab, ob etwas und was zu tun ist.

LG
Ophelia

Bundesschredder
20.02.2010, 15:48
Hallo Orphelia,

danke Dir für Deine Antwort.
Ich kann da momentan Deiner Vermutung nur zustimmen :).
Denn ich kenne meine Bekannte ja tatsächlich besser, d. h. jahrelang sehr eng mit allen Höhen und Tiefen.
So hat sie z. B. auch für diese Ausbildung sämtliche privaten Belange zurückgesteckt. Für die gesamte Dauer hatte sie keine Freizeit mehr, hat ihre gesamt Energie und Zeit in diese Sache gesteckt.

Ich glaube auch nicht, dass sie sozial nicht kompetent ist. Dafür hat sie einen zu großen, und vor allem beständigen Freundeskreis. Sie steckt eher selber zurück, als jemanden anderen zu überfahren.
Zudem ist sie berufserfahren, war jahrelang als Beraterin selbstständig, hat dann auch im Angestelltenverhältnis gearbeitet (um mehr "Sicherheit" zu haben). Von letzteren sehr gute Zeugnisse bekommen.

Nun wollte sie sich beruflich auf dieser Schule weiter bilden. Doch mit dem Vertrag mußte sie unterschreiben, sich im Anschluss daran in ein Praktikum zu verdingen. Jahrelang im Berufsleben gestanden und dann so was! Ihre Fragen, ob man denn nicht ihre Berufserfahrung anerkennen könnte, und sie in Arbeit entlassen könne, wurden abgeschmettert und inhaltlich nicht beantwortet. Als eine andere TN sich in bezahlte Arbeit abmelden durfte, trat sie noch mal an die Verantwortlichen heran mit der Bitte um Stellungnahme. Es erfolgte wieder keine Reaktion.

Dafür fing aber folgendes an: jegliche Unterlagen, die sie einreichen mußte, verschwanden plötzlich. Und sie wurde regelmäßig beschuldigt, Unterlagen nicht eingereicht zu haben. Änderungen im Vorlesungsverzeichnis, Ausfälle ect. wurden ihr nicht mehr mitgeteilt.

Nach der "Kündigun" trat sie an die Schule heran, erreichte aber niemanden und bat um Rückruf. Keine Reaktion. Sie schrieb mehrmals an den Träger und bat um Klärung. Auch von dort keinerlei Reaktion.
Erst als ich mich beim Träger meldete, bekam ich (!) Antwort - und zwar sofort.

Das sind doch schon eine Reihe Aneinanderkettungen, die nicht zu übersehen sind.

Nach meinem Dafürhalten müßten wir damit zum Anwalt gehen und von dort aus Aufklärung verlangen.

Ich bin KFZ-Mechaniker, bei uns herrscht oftmals ein rauher Ton, aber solche Lügereien und Heimlichtuereien kommen bei uns nicht vor. Wenn bei uns eins falsch spielt, bekommt er/sie nen Schlüssel hinterher. Und zwar einen ganz ehrlichen Schlüssel.

Doch was bei meiner Freundin gelaufen ist, passt auf keine Kuhhaut. Gibt es irgendwo eine Lügenschule, bei der sie sich mal anmelden kann, um diesen Reigen auch mal mit spielen zu dürfen? Oder kommen auch da nur handverlesene Lügner rein?

Kann denn ein Anwalt überhaupt die Akte anfordern und etwas unternehmen? Kann man meiner Freundin denn jetzt Unwilligkeit und Verweigrung vorwerfen?

Bundesschredder

Ophelia
20.02.2010, 16:37
Hallo Bundesschredder,

ich würde mir dies nicht gefallen lassen, aber ich ich bin auch eher der Typ, der - wenn auch verbale - Schraubenschlüssel wirft und dann ist gut. Aber ich kenne die Belastbarkeitstoleranzgrenze Deiner Bekannten nicht. Ich hatte auch schon mal das "Vergnügen" mit einer Schule in privater Trägerschaft und war nach einem halben Jahr schon beim Anwalt...blöderweise hatte ich gewonnen und trotz Warnung des Hausjuristen des damaligen Arbeitsamtes "Überlegen Sie sich, ob sie die Zeit durchstehen, die tunken Sie noch...) weitergemacht und die Quittung bei der Abschlußprüfung erhalten: In den theoretischen Fächern ging nichts, da hätte ich nachkorrigieren lasssen können aber in den praktischen gings bzw. ich hatte so die Schnauze voll, dass es mir egal war, da ich den Beruf sowieso nicht ausüben wollte...und habe nichts mehr unternommen.

Aber das ist genau der Punkt: Braucht Deine Bekannte das Praktikum, bzw. ist es für sie bei Bewerbungen tatsächlich von Nachteil, wenn sie es nicht hat? Steht sie den Stress durch?

Dann ab zum Anwalt, denn das, was Du beschreibst ist eine Sauerei! Laß doch mal hören, wie es für Euch weitergeht.

Liebe Grüße und und ein paar stabile Schraubenschlüssel!!

Ophelia

Bundesschredder
20.02.2010, 17:20
Hallo Orphelia,


Aber das ist genau der Punkt: Braucht Deine Bekannte das Praktikum, bzw. ist es für sie bei Bewerbungen tatsächlich von Nachteil, wenn sie es nicht hat? Steht sie den Stress durch?

Ophelia

ja, das ist der Knackpunkt.Als Berufserfahrtene und in der Mitte des Lebens stehen und Praktikant? Und eine andere TN darf ohne Angabe der Gründe der Bevorzugung eine Erwerbstätigkeit aufnehmen??
Persönlich glaube ich nicht, dass sie das Praktikum "braucht", zumal es ja scheinbar nicht zwingend notwendig ist.
Dich im Vertrag hat sie sich dazu verpflichtet, eines zu machen. Damals hat ihr auch noch kein Mensch gesagt, dass es Ausnahmen gibt.

Ich sollte sie morgen vorsichtig mal drauf einstimmen, dass das noch einen Riesenknall gibt.

Habe das Gefühl, man hat wegen der guten Leistungen Angst vor ihr und man will sie nicht in den Beruf lassen. Doch als Putzfrau zu gehen und anderen den Job wegnehmen, dafür ist noch Zeit. Um Putzfrau oder Spielothekenaufsicht zu werden, hätte sie nicht jahrelang für den Beruf kämpfen müssen. Irgendeiner scheint ihr den Erfolg nicht zu gönnen, von außen läßt man eben nicht gerne welche rein.

Mir persönlich dünkt, dass die ARGE der dritte Part im Bunde ist. Dass sich hier drei große Instutituionen zusammen geschlossen haben, um jemanden auszusortieren?

Mir dünkt auch, dass sie sich wehren MUSS, um nicht Nachteile Seitens der ARGE zu haben.

Doch wie schon so oft: egal, was Du machst, es ist verkehrt.

Bundesschredder (dieser Name ist langsam wörtlich zu nehmen)