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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hartz IV Debatte - Gegenstoß


WEGHARZ
13.03.2010, 16:20
Hallo zusammen,

diese Zeilen schreibe ich wegen der aktuellen Hartz (Hetz) IV Debatte von gewissen realitätsentfremdeten, scheinheiligen Politikern, die
sehr negativ, hochnäsig über ALG II Bezieher herziehen. Mir stinkt das gewaltig, was diese von sich geben.

Vor allem einige Politiker aus den Reihen der FDP (Herr Westerwelle), CDU (Herr Koch) und auch der CSU setzen Attacken gegen die ALG II Bezieher.
Und die entsozialisierte SPD und die Grünen tun so als, daß Sie sich für die ALG II Bezieher einsetzen. Wer hat denn dann die
Arbeitslosenhilfe abgechafft und diese unsinnige ALG II federführend eingeführt? Diese Scheinheiligen!
Von seiten der SPD ist bis jetzt noch kein Vorschlag für die Änderung bzgl. der Regelung des Schonvermögens gekommen. Welche ein
Trauerspiel der SPD, welche sich früher für soziale Belange sich relativ gut einsetzte. Mir ist es aktuell wurscht, wenn sich die SPD sich im
Sturzflug der 5% Hürde bei den nächsten Bundestagswahlen nähert.

Ich beziehe Stellung gegen folgende Punkte von einigen Politikern
- 1. es muß Anreiz für ALG II Bezieher geschaffen werden, wieder zu arbeiten
- 2. der der arbeitet, muß mehr haben als der, der nicht arbeitet

Stellungsnahme zu Punkt 1: <"Anreiz zur Arbeitsaufnahme von ALG II Bezieher">
In was für einer Scheinwelt leben eigentlich einige Politiker, wenn diese meinen, daß man als Arbeitssuchender sich eine Arbeit
aussuchen kann! Diese Aussage zu Punkt 1 hört sich fast so an, daß jeder erwerbsfähige ALG II Bezieher zujederzeit
die Möglichkeit hat, eine Arbeit zu bekommen.
Ich habe bis jetzt schon zig Bewerbungen gemacht und erhielt bis jetzt nur Absagen und keine Zusagen. Mir liegt bis dato noch kein Arbeitsvertrag vor,
wo ich dann die Möglichkeit hätte, bei einer Firma wieder eine Tätigkeit aufzunehmen und dem beschissenen HARTZ IV System zu entfliehen.
Ich denke, daß die überwiegende Mehrheit der erwerbsfähigen ALG II Bezieher zurzeit keinen Arbeitsvertrag vor sich liegen hat, so daß
dann aufgrunddessen nicht die Option vorliegt, eine Beschäftigung nachzugehen. Ich verstehe dann nicht, daß einige Politiker sich diesen
einfachen Gedankengang verschließen.
Wie kann man als Politiker unüberlegt solch einen Mist von sich geben? Das kann ja nur davon herrühren, daß man von der Realität am
Arbeitsmarkt und bei der Arbeitssuche kaum eine Ahnung hat.

Stellungsnahme zu Punkt 2 "der, der arbeitet, muß mehr haben als der, der nicht arbeitet":
Wenn jemand eine solche Forderung von sich gibt, das ist das für mich eine hirnloser, schnell geschossener Gedankengang ohne genauere Überlegung.
Dabei haben einige Politiker nicht an die Arbeitslosenversicherung für das Arbeitslosengeld I gedacht.
Wenn man eine solche forderung der öfffentlichkeit preisgibt, dann muß man schon genau spezifizieren, was für eine personengruppe man damit
genau meint. Also mit dieser Aufteilung von Personen die arbeiten und die nicht arbeiten; würde die Forderung implizieren, daß alle ALG I Empfänger
Leistungen in Höhe eines ALG II Beziehers ohne befristeten Zuschlag bekommen müßten. Dies ist natürlich ein Schmarrn. Jeder ALG I Empfänger hat sich die Leistung
von 60+x % des letzten Nettogehaltes redlich verdient. Dafür ist auch die ALG I Versicherung dazu da.
Wollen etwa ein paar hochnäsige, dekadente Politiker besonders aus den Reihen der FDP die Arbeitslosenversicherung abschaffen?
Fakt ist es, daß es dann es zig Alg I Bezieher gibt, die mehr als ein sozialversich.pfl. Beschäftiger sowie ALG II Aufstocker verdienen. Das ist doch klar.
Wie kann man sich solchen einen fakt verschließen.
Desweiteren würde diese Forderung implizieren, daß der befristete Zuschlag zum ALG II abgeschafft werden müßte. Dieser Zuschlag soll ja die Reduzierung vom
ALG I - Leistungsniveau zum ALG II Leistungsniveau (ohne Zuschlag) abfedern.

Also wenn eine solche Forderung gestellt wird, dann muß man schon genau die Personengruppe nennen, für die die Forderung gelten soll.

Also nehmen wir den Fall eines Alleinstehenden der arbeitet (arbi) und einen der nicht arbeitet (narbi) und alg II ohne befristeten Zuschlag erhält. Zusätzlich seien die Vermögensverhältnisse und das Alter von narbi und arbi gleich.
Für diesen Fall halte ich Forderung zu Punkt 2 überflüssig. Genauso ist überflüssig zu erwähnen, daß vor dem 34. Spieltag der 33. Spieltag der Fußball Bundesliga ist.
Fakt ist doch, daß jeder der arbeitet und der bei geringen Verdienst zum ALG II aufstockt, immer mehr hat, als derjenige der nicht arbeitet und keinen Zuschlag erhält
und demzufolge nur den Regelsatz +Unterkunftskosten erhält.
Im ersten Fall, wenn der Nettolohn des Arbeiters arbi größer als die Regelleistung + erstattete Unterkunftskosten des ALG II Beziehers narbi ist,
dann ist Punkt 2. glasklar:
Im anderen Fall wenn der Nettolohn von arbi kleiner der Regelleistung + erstattete Unterkunftskosten von narbi ist,
dann kann arbi zum ALG II aufstocken, so daß arbi mehr Gesamteinkünfte (Hinzuverdienst + ALG II Leistung) als narbi hat, so daß dann wiederum Punkt 2 zutrifft.
Das ist doch eine triviale Erkenntnis!

In der ganzen Diskussion vergleichen dann einige wieder "Äpfel" mit "Birnen"!
Da werden dann die Summe der Regelleistungen einer Bedarfgsgruppe (z.B. Alleinerziehende(r) + 2 Kinder) mit den Nettolohn eines Arbeiters mit 2 Kinder
verglichen.
Hier ein fiktives Beispiel:
- ALG II - Bedarfgsgemeinschaft: Mann 50 J., 1. Kind 15 J., 2. Kind 10 J. / 503€ Miete
Hartz IV Leistungen: 359€ (M. 50J) + 287€ (K.15 J) + 251€ (K.10 J) + 503€ Miete = 1400€
- Arbeiter mit 2 Kinder (1. Kind 15 J., 2. Kind 10 J.):
Gehalt 1300€ + Kindergeld: 2*184€ = 1668€
Da vergleichen dann einige nur das Gehalt von 1300€ des Arbeiters mit den 1400 € Leistung an die Bedarfsgemeinschaft
und verschweigen dann im gleichen Zuge, daß der Arbeiter auch ein Kindergeld von 368€ erhält, so daß dann der Arbeiter mit den Kindergeld mehr Geld zur Verfügung als die ALG II - Bedarfgsgemeinschaft hat.

Danke für euer Durchhaltevermögen beim Lesen!
Wie ist bitte eure Sichtweise zu meinen Diskussionspunkten?

LG WEGHARZ

Tommi NRW
15.03.2010, 18:24
Hallo Wegharz,

und zu Punkt 1.

Natürlich möchten unsere regierenden Politiker nicht, dass die breite Masse die wahren Hintergründe ihrer Taten erfasst.
Man stelle sich vor, dass dem Volk die Wahrheit klar wäre, dass die Politik am Arbeitsplatzmangel schuldig ist und dies sogar gewollt ist, damit der Großkapitalist noch reicher wird.
Also wird auf „Teufel komm raus“ gelogen und betrogen – wird gegen jeden Arbeitsuchenden gehetzt.
Im Visier ist, dass die breite Masse gegen einen Napf Futter für die Kapitalisten zu arbeiten hat.
Der 1-Euro-Job ist bezeichnend dafür.
Wer nicht mehr gebraucht wird, der hat zu sterben.

Rot/Grün hat dies auch nicht anders gemacht – noch schlimmer, haben sie Schwarz/Gelb den Weg zu weiteren Schikanen gegen Arbeitsuchende geebnet..
Der Gedanke, dass sich Rot/Grün durch die Einführung von Hartz IV Parteispenden von Unternehmungen erhofft hat, liegt nahe – also auch nichts anderes als eine Vereinigung die dem Großkapital fröhnt.

Zu Punkt 2.

Sicher sollte jemand der Arbeit hat mehr Geld erhalten als jemand der keine Arbeit hat.
Dabei geht es der derzeitigen Politik allerdings nicht darum, dass endlich wieder vernünftige Löhne gezahlt werden und damit die Differenz vorgegeben wird, sondern darum, die ALGII-Leistungen zu kürzen und auf diesem hässlichen Weg eine dem Kapitalisten gefällige Relation zu schaffen.
Ein weiterer Schritt, den Großkapitalisten noch reicher zu machen, damit er bis zum Lebensende in brausendem Luxus leben kann, ohne entsprechende Leistungen dafür zu erbringen.

Solange die breite Masse dies aber nicht verstanden und verinnerlicht hat, befürchte ich keine positiven Veränderungen.
Erst wenn sich die Darstellung der Wahlergebnisse von CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne nicht mehr lohnt, wird es mit Deutschland wieder aufwärts gehen.

Gruß Tommi

Budelflink
15.03.2010, 18:38
Hallo Wegharz !

Meiner Meinung nach alles nur Gelaber um ein Feindbild (Buhmann)
zu haben.
Den kann man prima für die Misere in Deutschland verantwortlich machen.
Dafür wurde Hartz4 geschaffen.
Statt für Arbeit zu sorgen.

So kann man die Leute dazu kriegen für weniger Geld immer mehr zu schaffen.

Das Vermögen der oberen Zehntausend hat sich verdoppelt.!
Das der übrigen halbiert.
Geht doch auf die Rechnung.

Gruß Budelflink

amelie1
17.03.2010, 08:21
Wenn die nächste Bankenkrise kommt, (das ist ganz sicher, dass die kommt weil die Banken schlimmer als vorher in Risikogeschäfte investieren da sie ja jetzt wissen, wenn es schief geht zahlt der Steuerzahler) dann hat sich das Thema Politik sowieso erledigt, noch einmal kann der Staat die Banken nicht mehr retten, die sind doch alle fast Pleite.

Dann tauchen sie alle ab und überlassen uns unserem Schicksal, Weltwirtschaftskrise vom Feinsten werden wir dann haben.

Ich schätze mal vielleicht 3 bis 4 Jahre noch, dann sind wir weg vom Fenster.:?