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17.10.2006, 14:54
Hallo Zusammen,
habe heute einen Artikel in der Haz gefunden, aber seht und lest selbst:
Parteien streiten über die neue „Unterschicht“
Wer hat Schuld an der wachsenden Armut?
Berlin (rtr/dpa/afp). Nach Berichten über die Zunahme der Armut in Deutschland ist in Berlin ein heftiger Streit über die Schuld an dem Problem entbrannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Politik dürfe sich mit wachsender Armut nicht abfinden und sprach sich für eine Stärkung der Familien aus. Die SPD betonte, zur Lösung sei ein starker Staat nötig, der für gleiche Chancen unabhängig vom Einkommen sorgen müsse. Der Chef der Unionsfraktion, Volker Kauder, sah die Unionsforderung bestätigt, Arbeitslose durch mehr Anreize wieder zur Arbeit zu drängen. Die SPD lehnte dagegen höheren Druck auf Arbeitslose ab.
Merkel sagte, die Politik dürfe eine Kluft zwischen Teilen der Gesellschaft nicht zulassen: „Wir finden uns nicht ab damit, dass diese Spaltungen so existieren.“ Kauder sprach von einer vernachlässigten Folge der Massenarbeitslosigkeit. „Es gibt in Teilen der Gesellschaft bereits Verwahrlosung“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Den Begriff „Unterschicht“ lehnte er ebenso ab wie die SPD, da er zu sehr stigmatisiere. Statt von einer Unterschicht spreche er lieber von Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen. Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) sagte im Fernsehsender N24: „Es gibt keine Schichten in Deutschland“, nur Menschen, die es schwerer als andere hätten. „Das ist nicht neu“, fügte er hinzu. Junge Leute aus sozial schwachen Familien müssten eine Chance erhalten. Dafür müssten Politik und Gesellschaft sorgen.
Die von SPD-Chef Kurt Beck angestoßene Debatte über Familien, die wegen Armut und Arbeitslosigkeit über Generationen hinweg von Bildung und Gesellschaft abgekoppelt seien, hatte durch eine Studie für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung neue Nahrung erhalten. Laut der Erhebung gehören rund 6,5 Millionen Menschen – acht Prozent der Bevölkerung – zur sogenannten Unterschicht. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten zählen die Forscher 20 Prozent zur Unterschicht, im Westen vier Prozent. Diese Gruppe ist laut Studie von „sozialem Ausschluss und Abstiegserfahrungen“ geprägt. Sie sei mit der Großen Koalition in hohem Maße unzufrieden. Zudem seien Nichtwähler ebenso überproportional vertreten wie Wähler der Linkspartei und rechtsextremer Parteien.
FDP und Linkspartei machten die rot-grünen Reformen für die Missstände verantwortlich. „Die Angst vor Verarmung breiter Schichten ist ein Ergebnis der Hartz-IV-Reformen, die nicht gut gemacht wurden“, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel der „Rheinischen Post.“ Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine erklärte: „Wer das politisch selbst erzeugte Elend von Millionen Menschen in Deutschland bekämpfen will, muss (...) für die Abschaffung der Hartz-Gesetze eintreten.“
Auch Grünen-Chefin Claudia Roth warf der Koalition eine Politik zu Lasten der sozial Schwachen vor. Allerdings wies sie die Kritik an den Reformen von Rot-Grün zurück. Nun müsse die Förderung von Arbeitslosen stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. „Man darf nicht beim Fordern draufsatteln“, fügte sie hinzu.
habe nun wieder an die HAZ geschrieben:
Die Armut in Deutschland ist kein Kind von heute, sondern sie existiert schon länger, leider wohl wie zur Zeit alle wichtigen Themen von den privilegierten Politikern lieber totgeschwiegen als diskutiert. Was der Herr Kauder allerdings da von sich gibt spottet jeder Beschreibung, - er möchte Arbeitslose durch mehr Anreize wieder zur Arbeit drängen, - gerade so als ob Arbeitslose a) zur Arbeit gedrängt werden müßten und b) als ob es Arbeit für alle gäbe.
Da scheint Her Kauder wohl einer Lebenslüge zu erliegen. Und das er statt den Begriff "Unterschicht" zu nutzen lieber von "Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen" redet spricht für seine Unkenntnis darüber daß die Politik diese "sozialen und Integrationsprobleme" erst geschaffen hat.
Frau Merkel hingegen möchte die "Kluft" zwischen Teilen der Gesellschaft nicht zulassen, obwohl sie als Kanzlerin selber zu dieser beigetragen hat. Die schlichte Leugnung Herr Münteferings das es überhaupt unterschiedliche Schichten der Bevölkerung gibt, ist löblich, und es wäre auch schön wenn es so wäre, doch leider ist dies keine Realität. - sich jetzt allerdings für etwas was schon lange bekannt sein sollte, die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, grenzt schon fast an einer Verkennung des Problems. Die Zukunft der Arbeit und dessen was als Wertschöpfung zu bewerten ist muß beschrieben werden, denn seien wir mal ehrlich die Arbeitsplätze werden immer weiter schwinden, und da hilft auch kein Zwang zur Arbeit. Über ein Bürgeld das die Existenz sichert wäre nachzudenken.
Die Politiker sollten in Zukunft mehr Energie in die Lösung dieser Frage stecken, als sich mit Worttiraden geistreich zu bekämpfen, denn leider vergißt die Politik nur zu leicht daß es hier um Menschen geht, die, genauso wie Politiker und Unternehmer auch, ein Recht auf eine menschenwürdige Existenz haben.
MfG
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habe heute einen Artikel in der Haz gefunden, aber seht und lest selbst:
Parteien streiten über die neue „Unterschicht“
Wer hat Schuld an der wachsenden Armut?
Berlin (rtr/dpa/afp). Nach Berichten über die Zunahme der Armut in Deutschland ist in Berlin ein heftiger Streit über die Schuld an dem Problem entbrannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Politik dürfe sich mit wachsender Armut nicht abfinden und sprach sich für eine Stärkung der Familien aus. Die SPD betonte, zur Lösung sei ein starker Staat nötig, der für gleiche Chancen unabhängig vom Einkommen sorgen müsse. Der Chef der Unionsfraktion, Volker Kauder, sah die Unionsforderung bestätigt, Arbeitslose durch mehr Anreize wieder zur Arbeit zu drängen. Die SPD lehnte dagegen höheren Druck auf Arbeitslose ab.
Merkel sagte, die Politik dürfe eine Kluft zwischen Teilen der Gesellschaft nicht zulassen: „Wir finden uns nicht ab damit, dass diese Spaltungen so existieren.“ Kauder sprach von einer vernachlässigten Folge der Massenarbeitslosigkeit. „Es gibt in Teilen der Gesellschaft bereits Verwahrlosung“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Den Begriff „Unterschicht“ lehnte er ebenso ab wie die SPD, da er zu sehr stigmatisiere. Statt von einer Unterschicht spreche er lieber von Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen. Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) sagte im Fernsehsender N24: „Es gibt keine Schichten in Deutschland“, nur Menschen, die es schwerer als andere hätten. „Das ist nicht neu“, fügte er hinzu. Junge Leute aus sozial schwachen Familien müssten eine Chance erhalten. Dafür müssten Politik und Gesellschaft sorgen.
Die von SPD-Chef Kurt Beck angestoßene Debatte über Familien, die wegen Armut und Arbeitslosigkeit über Generationen hinweg von Bildung und Gesellschaft abgekoppelt seien, hatte durch eine Studie für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung neue Nahrung erhalten. Laut der Erhebung gehören rund 6,5 Millionen Menschen – acht Prozent der Bevölkerung – zur sogenannten Unterschicht. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten zählen die Forscher 20 Prozent zur Unterschicht, im Westen vier Prozent. Diese Gruppe ist laut Studie von „sozialem Ausschluss und Abstiegserfahrungen“ geprägt. Sie sei mit der Großen Koalition in hohem Maße unzufrieden. Zudem seien Nichtwähler ebenso überproportional vertreten wie Wähler der Linkspartei und rechtsextremer Parteien.
FDP und Linkspartei machten die rot-grünen Reformen für die Missstände verantwortlich. „Die Angst vor Verarmung breiter Schichten ist ein Ergebnis der Hartz-IV-Reformen, die nicht gut gemacht wurden“, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel der „Rheinischen Post.“ Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine erklärte: „Wer das politisch selbst erzeugte Elend von Millionen Menschen in Deutschland bekämpfen will, muss (...) für die Abschaffung der Hartz-Gesetze eintreten.“
Auch Grünen-Chefin Claudia Roth warf der Koalition eine Politik zu Lasten der sozial Schwachen vor. Allerdings wies sie die Kritik an den Reformen von Rot-Grün zurück. Nun müsse die Förderung von Arbeitslosen stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. „Man darf nicht beim Fordern draufsatteln“, fügte sie hinzu.
habe nun wieder an die HAZ geschrieben:
Die Armut in Deutschland ist kein Kind von heute, sondern sie existiert schon länger, leider wohl wie zur Zeit alle wichtigen Themen von den privilegierten Politikern lieber totgeschwiegen als diskutiert. Was der Herr Kauder allerdings da von sich gibt spottet jeder Beschreibung, - er möchte Arbeitslose durch mehr Anreize wieder zur Arbeit drängen, - gerade so als ob Arbeitslose a) zur Arbeit gedrängt werden müßten und b) als ob es Arbeit für alle gäbe.
Da scheint Her Kauder wohl einer Lebenslüge zu erliegen. Und das er statt den Begriff "Unterschicht" zu nutzen lieber von "Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen" redet spricht für seine Unkenntnis darüber daß die Politik diese "sozialen und Integrationsprobleme" erst geschaffen hat.
Frau Merkel hingegen möchte die "Kluft" zwischen Teilen der Gesellschaft nicht zulassen, obwohl sie als Kanzlerin selber zu dieser beigetragen hat. Die schlichte Leugnung Herr Münteferings das es überhaupt unterschiedliche Schichten der Bevölkerung gibt, ist löblich, und es wäre auch schön wenn es so wäre, doch leider ist dies keine Realität. - sich jetzt allerdings für etwas was schon lange bekannt sein sollte, die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, grenzt schon fast an einer Verkennung des Problems. Die Zukunft der Arbeit und dessen was als Wertschöpfung zu bewerten ist muß beschrieben werden, denn seien wir mal ehrlich die Arbeitsplätze werden immer weiter schwinden, und da hilft auch kein Zwang zur Arbeit. Über ein Bürgeld das die Existenz sichert wäre nachzudenken.
Die Politiker sollten in Zukunft mehr Energie in die Lösung dieser Frage stecken, als sich mit Worttiraden geistreich zu bekämpfen, denn leider vergißt die Politik nur zu leicht daß es hier um Menschen geht, die, genauso wie Politiker und Unternehmer auch, ein Recht auf eine menschenwürdige Existenz haben.
MfG
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