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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein 1€-job


BooNi
31.08.2005, 11:48
Guten Tach,

ich würde gerne mal wissen ob es möglich ist mein 1€-job zu kündigen, weil die dortigen bedingungen unmöglich sind...

- es gibt keine Santitären Anlagen (man muss zu großen geschäft machen einen Spaten nehmen und sich ein Loch budeln) :patsch:

- keine Umkleidemöglichkeiten :-x

- keine Unterstellmöglichkeiten (es gibt zwar einen "Bauwagen" aber der stammt noch aus DDR restbeständen; kaum noch ein "Dach" vorhanden) :seufz:

ist das noch komform oder sollte ich gegenmassnahem einleiten!?

MFG BooNi

StephanK
31.08.2005, 13:07
:welcome: booni,
natürlich ist es so, dass die Vorschriften über den Arbeitsschutz auch bei 1-Euro-Jobs gelten.
Nun ist es so, dass diese Vorschriften recht verzweigt und von Branche zu Branche unterschiedlich sind. Für Außenarbeiten werden schon auch relativ raue Bedingungen hingenommen, denn man kann z.B. bei Waldarbeiten schlecht eine Mobiltoilette mitten in den Wald setzen...
Um das wirklich beurteilen zu können, wäre es gut, wenn Du verrätst, was konkret Du dort machst.

BooNi
31.08.2005, 15:12
Z.z. Arbeite ich in kleinen Dorf dort "pflegen" wir die Straßen sprich wir tun sie neu Teeren. Weit und Breit nur feld.

:danke:

StephanK
31.08.2005, 16:18
Auch dafür gelten die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/arbst_ttv_2004/index.html).
Schau Dich vielleicht mal auf der website der thüringischen Ämter für Arbeitsschutz (http://th.osha.de) um oder erkundige Dich direkt beim für Gotha zuständigen Amt für Arbeitsschutz Erfurt (http://th.osha.de/systems/arbeitsschutz_organisationen/afase.php). Direkt zuständig ist allerdings in erster Linie der Betrieb und Dein ALG II-Träger; die Frage ist nur, ob Du dort viel wirst erreichen können. Deswegen ist es vielleicht besser, gleichzeitig das Amt für Arbeitsschutz auf diese Zustände aufmerksam zu machen.

BooNi
31.08.2005, 17:26
Danke für deine Antwort das werd ich mal versuchen kann ja dann mal posten was heraus gekommen ist

Betroffener
31.08.2005, 17:59
BooNi,
Z.z. Arbeite ich in kleinen Dorf dort "pflegen" wir die Straßen sprich wir tun sie neu Teeren. Weit und Breit nur feld.
Das klingt zwar sehr gemeinnützig, aber sehr wenig bis gar nicht nach "zusätzlich"er Aufgabe.

Strassen "teeren" klingt auch sehr nach normalem Baugewerbe.
Seid ihr da an ein normales gewerbliches Bauunternehmer für Strassenbau ausgeliehen oder wie läuft das ab?

Bislang kenne ich noch keine Baufirmen als öffentliche Arbeitgeber oder Träger.

Das stinkt ja förmlich - neben miesen Arbeitsbedingungen - auch noch nach rechtswidriger Ausbeutung durch ein gewerbliches Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Kommune.

BooNi
31.08.2005, 20:28
die firma schimpft sich GBS - Gesellschaft für "Bildung" und "Soziales" mbH

die vermittel leute in nahe liegende komunen bin nicht der einzige der sich darüber auf reget.
aber wie immer wissen die leute auf dem AA nicht über die örtlichkeiten bescheid.

:sapplaus:

Betroffener
31.08.2005, 22:37
BooNi,

Was hat Dir enn die Agentur geschrieben, um was für eine Arbeitsgelegenheit es da gehen soll und was steht denn in Deinem Vertrag drin. Da muss doch eine Aufgabenbeschreibung drin sein (ausser Mädchen für alles).

Wenn die Agentur das nicht weiss (wahrscheinlich wollen die da auch nichts von wissen), muss man es ihnen stecken. Nur Statistik schönen ist etwas zu wenig - das Amt hat auch jede Menge Verpflichtungen.
(es gab auch schon Fälle, wo Leute in Strassenkleidung und einer Brechstange ohne Schutzkleidung oder Atemmasken, Häuser entkernen sollten - was aber zum Glück sehr zügig unterbunden wurde)

Was Du da so durch die Blume schreibst, klingt ja sozusagen nach einer Bereitstellung von Arbeitslosen für den "überregionalen Bedarf" in Thüringer Kommunen - verwaltet von der GBS (die ich leider im Internet nicht finden kann, was sicherlich auch Gründe hat).

Wer betreut Euch denn da vor Ort und wer fährt Euch zu den Baustellen?
Da müssen doch wenigstens ein paar Leute vom Fach dabei sein, die sich auch mit den Maschinen auskennen und wie solche Arbeiten überhaupt ausgeführt werden.

In Brandenburg gibt es für sowas eine zentrale Kontaktstelle - möglicherwesie gibt es in Thüringen so etwas auch, um Mißbrauch von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung zu melden und abzustellen.

Ich kann ja mal lauschen ...

BooNi
01.09.2005, 13:45
Kopie von der Teilnahmebedingungen (http://lordjey.milten.lima-city.de/Arbeitsvertrag.jpg)

hab mal schnell die Teilnahmebedingungen abkopiert. Ich hoffe ich kann euch sowie mir weiter helfen.

--EDIT--

Maßnahmebezeichnung: "Koordinationsprojekt von Arbeitsglelegenheiten zur Föderung der Tuorismusgebiete der Drei Gleichen - Nesseaue"

Mgf BooNi
PS: :Respekt: @ all

DrByte
01.09.2005, 15:14
Wäre es denn nicht möglich, diesen Knebelvertrag unter Anmerkung von "u.V. also unter Vorbehalt" zu unterschreiben ? Dass soll heissen, du unterschreibst diesen Vertrag, bist aber mit denn Bedienungen nicht einverstanden, da sonst Sanktionen kommen.

Denn im Grunde ist der Vertrag doch die reinste Erpressung. Und Erpressung ist doch Rechtswidrig oder sind die Hartz-Gesetze davon ausgenommen ?

StephanK
01.09.2005, 17:30
Danke für Deine Mühe, diesen "Wisch" online zu präsentieren.
Man soll ja immer das positive sehen... Die Überschrift stimmt: es sind "Bedingungen", denen man unterworfen wird. Ehrlicherweise wird gar nicht erst versucht, durch eine Unterschrift den Anschein eines Vertrages zu erwecken. Im übrigen steht nicht gar zu viel drin, aber das ist für die Teilnehmer ganz gut, denn das bedeutet, dass einfach die (freundlicheren) gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten.

Über die "Gesellschaft für Bildung und Soziales mbH" lässt sich wirklich nichts näheres ermitteln, was allerdings daran liegen dürfte, dass in Thüringen das Handelsregister erst im Herbst dieses Jahres online verfügbar sein wird. Jedenfalls gehört sie nicht zu den Gesellschaften für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung (ABS-Gesellschaften), die in Thüringen öffentlich gefördert werden, wie sich aus der Antwort des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit auf eine Anfrage im Landtag (http://www.parldok.thueringen.de/parldok/tcl/PDDocView.tcl?mode=show&dokid=25130&page=0) ergibt.

§ 17 des Arbeitsschutzgesetzes
(1) Die Beschäftigten sind berechtigt, dem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit zu machen. (...)
(2) Sind Beschäftigte auf Grund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung, daß die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen und bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, und hilft der Arbeitgeber darauf gerichteten Beschwerden von Beschäftigten nicht ab, können sich diese an die zuständige Behörde wenden. Hierdurch dürfen den Beschäftigten keine Nachteile entstehen.Das gilt auch für 1-Euro-Jobber und ich kann Dich also nur ermutigen, nicht einfach die Klappe zu halten...

BooNi
01.09.2005, 17:37
Danke ich werde mich morgen gleich beim Amt vorstellen und sie mit tatsachen beglücken was das für ein "schund" sei was die mir aufgetrückt haben ich werde euch dann auf jende fall berichten was dabei heraus gekommen ist. :twisted:

in diesen sinne
BooNi

Betroffener
01.09.2005, 18:57
Was mich noch massiv stört ist:

Die Auszahlung der Leistungen erfolgt monatlich nachträglich (zum 30. des Folgemonats) ...
So schafft man weitere Abhängigkeiten mit einer Zahlung nach erst 60 Tagen und braucht dann ggf. für ein oder gar zwei Monate im Falle eines Falle nicht zu bezahlen, weil die Teilnahmebedingungen (Vertrag) aus irgendeinem Grund dann ungültig sind (Abbruch, der Arbeitslose hat aber schon gearbeitet und seine Fahrtkosten schon vorfinanziert aus dem ALG II heraus).

Theoretisch müssten die Leute ja nach Beendigung der Massnahme noch 2 Monate weiter Geld bekommen, wenn es am Anfang erst nach 2 Monaten Geld gibt. Aber wahrscheinlich versickern die Zahlungen dann einfach, weil die Leute nicht mehr den Teilnahmebedingungen unterliegen.

Von der ArGe kommen die Zahlungen für den Träger sicher immer pünktlich im voraus und bringen irgendwo noch richtig Zinsen bei der Menge der Ein-Euro-Jobber und effektiv 60 Tagen Anlagezeit.

Bei nur 100 Leuten und geschätzer Zahlung von nur 400 € pro Kopf und Monat liegen dann am Ende des 2. Monats 80.000 Euro + Zinsen auf der Bank. Wenn es gut angelegt ist, bezahlen die die Leute fast nur aus den Zinsen.

Nur mit Hundert Arbeitslosen und den Zahlungen an den Träger machen die dann einen Umsatz von einer Viertelmillion Euro im halben Jahr ohne selber wirklich Unkosten zu haben und höchstwahrscheinlich auch ohne Steuern zahlen zu müssen. Wenn es mehr sind - was ich stark annehme - sind die Zahlen natürlich auch entsprechend höher

Da die Auftraggeber aber sicher auch noch was für die erbrachten Leistungen bezahlen werden, wird das Geschäft noch grösser.

Was ist das für eine linke Welt (nicht nur in Thüringen).

BooNi
06.09.2005, 09:01
Guten Morschen, :Moin!:

nun war es so weit ich war bei meiner Arbeitsvermittlerin die aber leider seit 2 wochen urlaub macht, also dacht ich mir warum klopfst du nicht einfach mal bei der ollen nebenan an.

Dort leise man mich erstmal von 7:30 bis 8:30 warten.

Entlich war es soweit ich würe auf gerufen, mach dem ich die sachlage dort erleuterte bekamm ich nur eine dumme antwort, zitat: "tut mir leid, wegen so einer kleinig keit kann ich sie doch nicht aus der massnahme heraus nehmen" .

Als ich ihr dann ein stappel krankenscheinkopien vor die nass hielt musste sie lachen (keine ahnung warum).
Ich bin nun schon seit 1.8 krank geschireben bis heute sind das 6 Wochen und die hat es nicht einmal interesiert andere leute werden aus massnahmen heraus genommen die 14 Tage krank waren und ich mach 6 wochen krank und bekomme nur ein dummes grinsen. :P

Nun muss ich zu Chef der GBS und ihn dort nochmal alles vortragen, wenn es so weiter geht werf ich einfach die massnahme hin und verzichte freiwillig auf 3 monate ALGII... :-x :??:

---Edit---

So bin jetzt wieder zurück von der "Firma" dort wollte man mich vertrösten und in einen anderen bereich einsetzten wo es wieder keine santiärenanlagen gibt als ich den "Ar*****" von Chef sagte das ich unter diesen bedingungen nicht arbeite verwiess er mich wieder auf die ArGe dort fühlte sich aber keiner für mich verantwortich also bin ich wutentbrannt nach hause und werde morgen dort vorsprechen das es so nicht weiter gehen kann.


In welchen schieß system lebem wir eigentlich das ich mir so was bieten lassen muss!?

Da ich noch kein Zivi bzw. Wehrdienst geleistet habe werd ich mich heute mit der Zivilstelle in Köln melden und fragen ob es möglich ist ab mitte diesen Monats mein Zivi zu schieben (würde schon gemustert und bin KDV [Kriegsdienstverweigerer])

Have a nice day
http://hartz4.digital-webservice.de/hartz4.jpg