Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : VERZWEIFLUNG:Studium beendet,Umzug,Hartz IV
Hallo,
Hab mein Studium beendet und mein Mietvertag läuft Ende Sept. aus. Ich habe zwei Städte zur Auswahl, in welchen ich nach Arbeit suche, und wo ich erstmal bei Freunden wohnen könnte, um dann eine eigene Whg oder ein Zimmer zu finden.
Nun habe ich mich in meiner Stadt arbeitssuchend gemeldet, der Termin für einen Hartz IV Antrag in meiner Stadt steht noch an (man hat mir dazu geraten).
Wenn ich Ende des Monats in eine der Städte ziehe, und wie gesagt erstmal irgendwo unterkomme ohne Miete zu bezahlen, bekomme ich dann Anfang Okt. Hartz IV ausbezahlt? Ich bin ja DANN erst auf Whg-Suche. Ich habe ab Okt. nicht mehr einen Groschen zum Essen und zum Trinken und bin arg verzweifelt.
Kann mir jemand weiterhelfen?
Grüße
Nini
StephanK
03.09.2005, 16:02
:welcome: Yolanda-nini,
Erst mal Glückwunsch zum - hoffentlich erfolgreich - beendeten Studium!
Übergangssituationen wie die Deine sind meistens schwierig - auch für die Ämter, die trotz der Anforderungen an berufliche Mobilität doch auf mehr sesshafte Kundschaft ausgerichtet sind...
Was Dir hoffentlich klar ist: ohne Antrag gibt's keinen Cent, und zeitlich rückwirkend gibt's auch nix. Der Rat, mit dem Antrag noch zu warten, hat Dir bisher vielleicht einigen Ämterstress erspart, aber dem Amt auch einige Euro, die Du vermutlich ziemlich dringend brauchst.
Auch wenn es viel Rennerei bedeutet, bleibt Dir nichts anderes übrig, als zunächst mal in Duisburg Deinen Antrag abzugeben. Wenn es keine "Fallstricke" gibt (einer könnte darin bestehen, dass Du evtl. noch bei Deinen Eltern wohnst), sollte er bei jemand wie Dir (ohne komplizierte berufliche Vorgeschichte) auch halbwegs flott bearbeitet werden können. Notfalls kannst Du auch eine Vorschusszahlung bekommen; dazu verpflichtet ist die Behörde allerdings erst einen Monat nach Antragstellung.
Umzug in den Zuständigkeitsbereich eines anderen Amts bedeutet leider immer: Neuantrag, wieder warten. Auch dort gilt dann: Notfalls eine Vorschusszahlung verlangen, und zwar mit Nachdruck und nötigenfalls Zähigkeit.
Im übrigen ist mietfrei wohnen oder jedenfalls erst mal Unterschlupf finden können zwar was schönes, könnte aber besonders akribische Amtspersonen auf die Idee bringen, dass die Philanthropie auch so weit reichen müsse, Dich gleich komplett mit durchzufüttern. Ein (ggf. Unter-) Mietvertrag lässt den Sachbearbeiter beruhigt etwas abheften. Schon deswegen wäre zu überlegen, ob Du die Großzügigkeit Deiner Freunde wirklich so weit in Anspruch nehmen oder nicht vielleicht besser wenigstens einen bescheidenen Obulus entrichten und das ganze schriftlich festhalten willst.
Vielen Dank für die rasche Antwort (und die Glückwünsche)!
Ich habe meine Studienjahre in einem Studentenwohnheim verbracht und kann in der Stadt, wohin ich vermutlich hinziehen werde, bei einem Freund unterkommen, der allerdings freiberuflich tätig ist und zudem hohe Schulden hat, aber trotzdem seine Whg finanzieren kann (durch ein Darlehen oder Kredit).Ich werde so schnell es geht hinfahren und den Antrag dort stellen.
Wenn ich einen Untermietvertrag (wobei ich nicht weiß, ob der Freund die Erlaubnis durch den Vermieter erteilt bekommt, und ob er das überhaupt angeben muss, wenn es sich nur um ein paar Wochen handelt, bis ich eine angemessene Whg oder Zimmer gefunden habe) habe, bekomme ich denn dann nicht sowieso eine kleine Vorschusszahlung ausgehändigt , wenn ich vorweisen kann, dass ich nicht einen Cent zum Leben habe? Sollen die Menschen auf der Straße leben und betteln???
Noch eine Frage: Was meinst du mit Obulus entrichten? Soll ich von diesem Freund eine schriftliche Bestätigung verlangen, dass er mich nicht durchfüttert und dem zuständigen Sachbearbeiter übergeben? Und dazu noch Untermietvertrag, oder beides gleichzeitig?
Bin wirklich dankbar für eine Rückmeldung, ich hab wirklich schlimme Existenzängste.
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