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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hungerstreik um auf Missbrauch von EEJ aufmerksam zu machen


Die Ägypter
23.10.2006, 23:34
Aurich: Jörg Rogall: Hungerstreik, bis Ermittlungen beginnen
44-Jähriger will auf angebliche Missstände bei Ein-Euro-Jobs aufmerksam machen / ARGE: „Es ist alles in Ordnung“

nig Aurich. Mit einem Hungerstreik will Jörg Rogall auf angebliche Missstände bei der Beschäftigung von Ein-Euro-Jobbern beim Landkreis Aurich aufmerksam machen.
Seit Samstag, so berichtet der 44-Jährige aus Südbrookmerland, befinde er sich im Hungerstreik.
Vor dem Kreishaus in Aurich will er nun jeden Tag Handzettel verteilen.
Bis die Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen den Landkreis einleite, wolle er seine Aktion fortsetzen.


Hier geht es weiter (http://www.ostfriesische-nachrichten.de/neu/index_volltext.asp?ID=18308)

ladydi12
24.10.2006, 00:25
hallo Kristin,

ich finde, daß das auch eine Methode ist, über Sinn und Unsinn der 1€Jobs nachzudenken. Nur ob sich die Träger davon etwas annehmen:-? :-?

Die Ägypter
24.10.2006, 00:53
hallo Kristin,

ich finde, daß das auch eine Methode ist, über Sinn und Unsinn der 1€Jobs nachzudenken. Nur ob sich die Träger davon etwas annehmen:-? :-?

Man wird es sehen... ich denke schon, dass auch dies eine Möglichkeit ist... und wenn die Staatsanwaltschaft denn tatsächlich ermittelt... könnte das Beispielwirkung haben... auch für andere ArGen/Kommunen/Kreise/Träger.....

Es geht nicht um EEJ im Tierheim oder im Altenheim (alten Leuten vorlesen) oder ähnliches... es geht darum, das darüber reguläre Beschäftigung unterlaufen wird - und irgendwann geht uns das alle an - sogar (Noch-)Arbeitnehmer und kleine Firmen (die das eben nicht können und demzufolge auch eine andere Preispolitik betreiben müssen und darüber kaputtgehen)... dies wiederum kostet dann wieder Arbeitsplätze usw. usf.

Eine Kette ohne Ende!

ladydi12
24.10.2006, 01:08
Hallo Kristin,

da muß ich dir voll zustimmen.:sdafuer: Und das ergibt dann wegen der Firmenpleiten der kleinen Unternehmen, die wegen der 1€Jobber keine Aufträge mehr erhalten, eine Steigerung der arbeitslosenzahlen und einen stärkeren Verdrängungseffekt.

druide65
24.10.2006, 02:06
Ich werde morgen genauers dazu sagen.
Der Missbrauch den die Kvhs da treibt ist aber unter vorgehaltener Hand bestens bekannt.Schon länger.
Und wird von den Kommunalpolitikern auch gedeckt.

druide65
24.10.2006, 08:21
Infos sowie einen Blog zum Hungerstreik (http://www.friesenstein.de/).

efge
24.10.2006, 08:27
Dank an Kristin und Druide für die Links, denn ohne Tageszeitung bekomme ich diese Informationen nicht.
:danke:

border
24.10.2006, 11:31
- eine nette und informative Seite hat der gute Jörg Rogall da gemacht.

schön zu sehen daß es Menschen gibt die öffentlich auf Mißstände hinweisen.

Gruß border

druide65
24.10.2006, 21:19
Die Resonanz in Aurich ist bisher durchweg positiv (O Ton"Der macht ja wenigstens was")
Ich habe da heute mit einigen Leuten drüber gesprochen und festgestellt das die Aktion in Aurich und Umland durchaus Wellen geschlagen hat und in aller Munde ist.

Leider konnte ich Herr Rogall heute Abend nicht mehr antreffen,da die Orte jeden Tag wechseln und er den Platz vor der ARGE wohl vorzeitig verlassen hat (Es hat auch bis eben in Strömen gegossen)

Die ARGE Aurich hat mittlerweile über die Presse durch ihren Chef Herr Holzkämpfer reagiert und mitgeteilt das es ja nun gar so sei wie es dargestellt wird.
Die EEJ die in der sogenannten Paddelstation am Grossen Meer eingesetzt werden,sollen durchaus "gemeinützige" Arbeit verrichten.
Über die Presse lies Herr Holzkämpfer mitteilen das die Gemeinde Südbrookmerland (In deren Gebiet das Grosse meer liegt) einen EEJ nach Ende der Massnahme in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernehmen werde.
Nun ja warten wir es ab......

Auch die ....ich nenne sie mal Ungereimheiten bei der Kvhs seien unwahr.

Nun..der oberste Dienstherr von Herr Holzkämpfer ist der Landrat Herr Theuerkauf...der oberste Dienstherr des Landkreises Aurich.
Die Kvhs ist immer noch eine Instuition des Landkreises Aurich.
Jeder mag sich jetzt seinen Teil denken....

Fakt ist das die Kvhs Aurich mittlerweile dank Steuergeldern und EEJ zum lukrativen Wirtschaftsunternehmen mutiert.

Seminarhotel,Plosterei,Näherei,Altmöbelaufbereitun g,Zwangsumzugshilfe,E Schrott Reycling....alles in enger Verflechtung mit der hiesigen Wirtschaft bzw. öffentlichen Einrichtungen wie Stadt Aurich ,Landkreis Aurich,Bundeswehr etc.

Hinter vorgehaltener Hand war dies schon lange bekannt...nun so ist das halt auf dem "platten Land".

Ich werde weiter am Ball bleiben und versuchen diese Woche eine Kontaktaufnahme zu Herr Rogall herzustellen,der im übrigen von der Arbeitsloseninitiative-Aurich tatkräftig unterstützt wird.

Es wird Zeit das diesem Filz in Aurich der Garaus gemacht wird!

Seebarsch
24.10.2006, 21:36
Ohne dem Herrn Rogall was zu wollen, noch die Zustände im Kreis Aurich zu beschönigen, denke ich doch, dass es mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, oder einem Hinweis an das Hauptzollamt, einfacher gewesen wäre, die Sache überprüfen zu lassen.
In der Regel reagieren Staatsanwälte auf Druck sehr empfindlich.
Die Vorgehensweise in der Öffentlichkeit gibt dem Kreis, wenn tatsächlich was dran ist, doch schön Zeit einiges wieder gerade zu biegen.
So publikumswirksam solche Aktionen sind, so unwirksam sind sie leider oftmals.

efge
24.10.2006, 21:54
Hallo Druide,

Dank für die Ergänzung. Auch hier in Großefehn hat es wie aus Eimer geschüttet.

Und auch hier, wie in der Nachbargemeinde Wiesmoor (mit dem tapferen Bürgermeisterlein Alfred Meyer) gibt es die aberwitzigsten EEJ's. Und wie Du schon schriebst, dies alles mit Absegnung des Obersten Wesens (frei nach "Time Bandits") von Landrat Herrn Theuerkauf. Der Name stimmt leider nicht - er müsste Billigkauf heissen.
Zur Aufklärung: Kvhs heisst Kreisvolkshochschule (für die Unfriesen) :)

P.S.: In der Gemeinde Großefehn wird gerade mit Hilfe von EEJ's am Timmeler Meer ein Areal freigeschaufelt, wo sich angeblich eine alte Klosteranlage befinden soll. Die "Stellenbeschreibung" las sich wie folgt:
Maßnahmenummer: 4/06
Tätigkeit: Tiefbauhelfer/in
Stellenbeschreibung: Tätigkeit im Tiefbau sowie gärtnerische Tätigkeit wird angeboten
Ausübungsort: Großefehn
Arbeitszeit: 30,0 Std. / Woche, Vollzeit
Eintrittstermin: 29.06.2006 / Befristet für: 6 Monate
Arbeitgeberkontakt: Gemeinde Großefehn

Wer sich da nicht wehrt, dem kann man/frau nur noch ein fröhliches Alaaf und Helau zurufen. *Sorry*

Seebarsch
24.10.2006, 22:36
Solche Dinger liefen früher als ABM mit richtig Geld !
:kotz:

ladydi12
24.10.2006, 23:07
Hallo zusammen,

daran sieht man, wo im hohen Norden geld gespart werden kann (und nicht nur da übrigends:Respekt:
und wieviel Geld sich die Politbonzen da oben vermutlich einsacken:Respekt:

druide65
25.10.2006, 00:46
Schlimm ist das EEJ´s als normale Stellenanzeigen getarnt werden.
Schlimm ist das sich die Kommunen wie Manchesterkapitalisten daran bereichern.
Schlimm ist das es viele aus der reinen Not heraus,damit sie sie paar Euros mehr haben im Monat ,um ihren Kindern mal etwas besseres zu essen zu geben......das erst mit Wut im Bauch...und nach paar Wochen mit Resigantion mitmachen.

Das muss aufhören!!!!

druide65
25.10.2006, 13:34
Das ELO Forum hat inzwischen eine intressante Presserklärung zu dem Fall abgegeben.

ladydi12
25.10.2006, 15:00
Hallo Kristin,

aber erst, nachdem ich mal so frei war vermutlich, den Link von hier u.a. ins ELO- Forum zu setzen:-) :lol:

druide65
25.10.2006, 15:12
Hallo Kristin,

aber erst, nachdem ich mal so frei war vermutlich, den Link von hier u.a. ins ELO- Forum zu setzen:-) :lol:

Ist ja im Prinzip egal wie es gemacht wird.
Hauptsache es wird soviel Öffentlichkeit hergestellt wie irgend möglich.

Die Ägypter
25.10.2006, 17:56
Hallo Kristin,

aber erst, nachdem ich mal so frei war vermutlich, den Link von hier u.a. ins ***- Forum zu setzen

äh... du meinst Druide nicht mich, denn deine Antwort bezieht sich auf sein Vorposting....

druide65
26.10.2006, 23:49
Das neuste aus der örtlichen Presse:

Zitat:
Aurich: Lambrecht: „Ein-Euro-Jobs sind eine Chance“
Viel Personaleinsatz und Infrastruktur sind für die Qualifizierung der Arbeitssuchenden an der Kreisvolkshochschule erforderlich

Das bringt KVHS-Chef Dr. Walther Lambrecht auf die Palme: Hendrik Siebolds von der Wahlgruppe Grün-Alternative Politik (GAP) Aurich schrieb in einer Stellungnahme unter anderem, die KVHS würde offenbar selbst viele Ein-Euro-Jobber beschäftigen, um die Betriebskosten zu senken (wir berichteten). „Die KVHS beutet keine Ein-Euro-Jobber aus und bereichert sich nicht an ihnen“, entgegnet Dr. Lambrecht. Vielmehr stellten diese Jobs eine Chance für die Arbeitssuchenden dar. Um seine Aussagen zu untermauern, lädt er die ON zu einer Führung durch einen Teil der KVHS ein.

In zahlreichen Werkstätten arbeiten hier Ein-Euro-Jobber. Sie werden für die unterschiedlichsten Tätigkeiten ausgebildet. Da gibt es Tischler, Metaller, Bootsbauer, Möbelbauer, Polsterer, aber auch Büroleute, Kantinenpersonal und viele andere mehr. In zahlreichen Werkstätten, in der Kantine oder im Verkaufsraum des Möbellagers arbeiten sie und lernen so vielfältigste Tätigkeiten kennen, die in den verschiedenen Berufsfeldern benötigt werden.

Natürlich kostet eine Einrichtung dieser Art Geld. Viel Geld. Und wenn die KVHS aufbereitete Möbel, aufgepolsterte Sofas sowie reparierte Fernseher und Computer für geringe Euro-Beträge verkauft, hat sie Einnahmen. Allerdings lassen sich damit keine Reichtümer schaufeln. Sie helfen lediglich, die KVHS am Leben zu erhalten.

Doch gerade in diesem Bereich lernen die Arbeitssuchenden eine ganz Bandbreite von Tätigkeiten. Zum einen sind da die rein handwerklichen Arbeiten: Das Aufpolstern, die Aufarbeitung von Möbeln. Sie lernen aber auch, die eingehenden Waren zu beurteilen. Lohnt sich die Arbeit? Kann man das gute Stück anschließend wieder an den Mann oder die Frau bringen? Sollten die Möbel oder technischen Geräte nicht mehr zu retten sein, werden sie auseinander genommen und Beschläge, Griffe und andere Bauteile als Ersatzteile gelagert. Der Rest wird ordnungsgemäß entsorgt.
Quelle:http://www.forum.bsozd.de/images/smilies/handrechts.gif http://www.ostfriesische-nachrichten...t.asp?ID=18346 (http://www.ostfriesische-nachrichten.de/neu/index_volltext.asp?ID=18346)


Nun dazu mal einiges angemerkt...

Ich oute mich als Kvhs Aurich Insider.
Ich habe dort meine Umschulung abolviert...diverse Trainingsmassnahmen...und manchen andern Blödsinn.

Herr Dr .Lambrecht gilt als eiskalter Hund.
Auf einer "Info Veranstaltung" zum Thema EEJ im Okt 2004(Zu der ich auch vom AA vorgeladen wurde) referirte Herr Dr.Lambrecht über die "Vorzüge und Möglichkeiten der EEJ"

Das ganze entwicklete sich zu einer Verkaufsveranstaltung für EEJ.
Ich habe mich zeitweise gefragt ob ich gleich nicht mit einer Rheumadecke nach Hause gehe....

Nun...auf meine kritschen Fragen wurde von ihm geantwortet"Das ist doch nur Blödsinn was sie erzählen ,sie haben doch keine Ahnung"

Ah ja....

Nun im Okt 2004 war die Teilnahme an EEJ ja noch "Freiwillig"
Also habe ich gesagt nein.Ich sehe da keinen Sinn drin.

1 Woche später fande ich mich in einer Trainingsmassnahme bei der Kvhs wieder...mir wurde vom "Trainer" ins Gesicht gesagt das dies für mich eine Strafmassnahme sei und das man mich schon auf den richtigen Weg bringen würde.

In dieser TM wurde ich vom Trainer dermassen gemobbt und schikaniert das ich über Wochen in ärztlicher und psychologischer Behandlung war.
Und die ganze Zeit Antidepressiva zu mir nehmen musste um den Tag zu bestehen.Und das ist wirklich nicht nett....

Die Anweisung kam von Herr Dr.Lambrecht...er war damals der zuständige Fachbereichsleiter für diese Massnahme.So wurde es mir vom Trainer ins Gesicht gesagt.
Natürlich kann ich und konnte das nie nachweisen...aber ihr könnt mir glauben.

Nur dank der Intervention meines Hausarztes und meienr Fehlzeiten kam ich nach Wochen ohne Schwierigkeiten mit dem AA zu bekommen aus der TM raus.

Gut ...weiter im Text...

Die Kvhs Aurich hat 2004 ein grosses Seminarhotel gebaut...in dem auch EEJ eingesetzt werden.
Alles mit Steuergeldern und zu Dumpingpreisen wo die örtliche Gastronomie natürlich nicht mithalten kann.

Zufall das das alteingessene Hotel Piqeurhof 2005 Insolvenz anmelden musste?

Freiberufliche Dozenten die seit Jahren für die Kvhs Aurich tätig waren ...wurden durch EEJ ersetzt.

Möbelaufbereitung,Polsterei,E Schrott Reycyling..etc....alles blühende Wirtschaftsbetriebe.
Der Landkreis Aurich braucht die Kvhs Aurich seit Jahren nicht mehr zu bezuschussen(Ausser wenn es um Bauprojekte wie das Seminarhotel geht...da fliessen natürlich zinsgünstige Landeskredite)

Und warum braucht der Landkreis Aurich die Kvhs Aurich nicht mehr zu bezuschussen?

Jeder mag sich jetzt seinen Teil denken....
__________________

efge
27.10.2006, 21:21
Nicht nur weil wir gerade im Landkreis Aurich "verweilen", möchte ich gerne auf einen anderen "Fall" aus diesem Landkreis aufmerksam machen.

Hier hat ein Ein-Euro-Jobber durch eigenes Engagement und mit fachkundiger rechtsanwaltlicher Hilfe den Ausstieg aus dem EEJ geschafft.

Auch hier zeigt sich: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Nicht nur zum Nachlesen, sondern auch zur Ermutigung und zum Handeln von Betroffenen: Gegen Ein-Euro-Jobs kann man/frau sich wehren (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/showthread.php?t=15502)

druide65
27.10.2006, 22:42
Interessanter Artikel.

Ich frage mich was "Verbesserung der touristischen Infrastruktur" mit Gemeinützigkeit zu tun hat.

Das ist eindeutig Wirtschaftsförderung.

Aber ich stimme dir zu ,man muss sich dagegen wehren.

Ein Beispiel aus Aurich:

Mein Busenfreund bekam vor einigen Monaten die Aufforderung bei der Stadt Aurich einen 1 € Job beim Bauhof anzutreten.
In der Metallwerkstatt.
Und das obwohl der ARGE bekannt war das durch diverse Allergien und 2 Bänderrissen(Arbeitsunfälle.Er kann nicht den ganzen Tag stehen) er nicht mehr in seinem alten Job als KFZ Mechaniker bzw durch die Allergien in keinem Metallberuf mehr arbeiten kann.

Der ARGE und dem Leiter des Bauhofes war das ziemlich egal.

Was kommen musste...nach 2 Tagen dicker angeschwollner Fuss,er sah aus wie ein Streuselkuchen.

Gut...in der Zeit seiner Krankschreibung habe ich erst mal einen Widerspruch fertiggestellt mit dem Hinweis das aufgrund seiner Erkrankungen er da gar nicht hätte eingesetzt werden dürfte.
Und das er wenn die ARGE ihn dort nicht abzieht ,Strafantrag gegen die ARGE wegen Körperverletzung gestellt wird.
Nebenher habe ich darauf hingewiesen das auch nicht zulässig ist,das EEJ 38,5 Wochenstunden eingesetzt werden,das sei eine Vollzeitbeschäftigung.

Ich habe auch den Personalratsvorsitzenden der Stadt Aurich darauf hingewiesen Herr Windhorst(Ja...der jetzt Bürgermeister ab 1.11. in Aurich ist.

Nun....er brauchte schwups die Wups nicht mehr hin und es kamen auch keine Sanktionen

Geht doch....man muss sich nur wehren

efge
27.10.2006, 22:56
Moin Druide,

und genau darum geht es: Aufzuzeigen, dass es Möglichkeiten der Gegenwehr gibt.

Und von daher bin ich "heilfroh", dass es den Austausch, wie u.a. diesen hier gibt.

efge
29.10.2006, 12:34
Hier noch ein aktueller Nachtrag zur Aktion von Jörg Rogall:

In der heutigen Ausgabe des "Sonntagsblatt" aus Aurich wird u.a. berichtet, dass "in der Vergangenheit" bereits einzelne Auricher Ratsmitglieder darüber Aufklärung forderten, wie viele Personen in welchen Einrichtungen mit welchen Aufgaben befasst sind. (...) Allerdings hatte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft (...) seinerzeit darauf bestanden, diese Angaben lediglich in einer nicht-öffentlichen Sitzung mitzuteilen. Die Vorsitzende des Kreis-Sozialausschusses (...) war diesem Ansinnen damals gefolgt.
Argumentiert wurde seinerzeit mit dem Datenschutz, weil die Veröffentlichung der Zahl der Ein-Euro-Jobber in den jeweiligen Betrieben und Einrichtungen möglicherweise Rückschlüsse auf die jeweiligen Personen geben könne.
Hier verschanzt sich der Geschäftsführer der ARGE Aurich hinter dem Datenschutz, wohlwissend, dass durch die Veröffentlichung einer Liste auf der lediglich

die Anzahl der Ein-Euro-Jobber
die Betriebe und Einrichtungen
das Tätigkeitsfeld

aufgeführt sind, in keinster Weise Rückschlüsse auf die jeweiligen Personen gezogen werden können.

Offensichtlich wird hier der Versuch unternommen, Zahlen, Daten und Fakten zu verheimlichen um die zweifelhaften Praktiken des Landkreises Aurich zu vertuschen. :evil:

Seebarsch
29.10.2006, 13:23
In so einem Fall wie in Aurich kann man eigentlich nur dreigleisig fahren:
-- Öffentlichkeit herstellen,
-- Strafanzeige stellen um Unterlagen sicherzustellen,
-- örtliche Wirtschaft und Gewerkschaft mit einbringen.

Öffentlichkeit herzustellen ist nicht leicht, weil in den Kreisen die örtlichen Pressevertreter oftmals in die Politik eingebunden sind und vorsichtig agieren.
Da sind Einzelaktionen a la Hungerstreik hilfreich.

Strafanzeigen wegen des "Verdachts der Schwarzarbeit, bzw. der Hinterziehung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen" sind in der Regel recht wirksam, weil sich die Staatsanwaltschaft von Provinzfürsten nicht erschrecken lässt.

Ein "Bündnis" der örtlichen Wirtschaft = Handwerker, Hotelbesitzer etc. und Gewerkschaft ist oftmals sehr sinnvoll, weil diese über eine Vielzahl von Informanten verfügen und in der Regel auf alle politisch Beteiligten Einfluss haben.

Vor allem muss man Geduld haben, weil die örtlichen Politiker bzw. die herrschenden Provinzfürsten genau diese Karte spielen.

Sehr interessant wäre es auch, ""Informanten"" in die Maßnahmen einzuschleusen um Infos aus 1. Hand zu bekommen. Hier wären dann Aufzeichnungen über eigene Tätigkeit, "aufgefunden" Unterlagen etc. zur Beweissicherung wichtig.
Vielleicht findet sich ja jemand bereit, a la ""Wallraff"" zu arbeiten.
:-x

efge
07.11.2006, 09:18
Die Arbeitsloseninitiative Aurich e.V. lädt ein!

Jörg Rogall wird die Hintergründe seiner Aktionen beleuchten, Reaktionen der Arge, Kvhs und Bevölkerung betrachten und Aktivitäten aufgezeigen, die durch diese Aktion entstanden sind und gerade neu entstehen.

Auch erfahren hier Interessierte von anderen Fällen der Argen und Träger auch aus anderen Regionen Deutschlands, wie unmenschlich mittlerweile mit Hartz IV Empfängern und 1-Euro-Jobbern umgegangen wird.

Am Mittwoch, 08. November 2006 um 19:00 Uhr
im Paritätischen Wohlfahrtverband-Haus, Große Mühlenwall Str. 21 in Aurich