PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wovon leben während eines Praktikums?


Nordlicht1
06.09.2005, 12:35
Hallo,

ich dachte ich wende mich mal an ein Forum, weil man da bestimmt kompetentere Auskünfte bekommt als bei der Arbeitsagentur selbst....(traurig genug) :-x

Ich habe im Juni meine Ausbildung abgeschlossen und danach habe ich einen befristeteten Vertrag über drei Monate bis Ende diesen Monats. Nun will ich vielleicht nach der Ausbildung was ganz anderes machen. Das ist aber keine anerkannte Ausbildung. Ich hätte die Möglichkeit in einer Zeit von 8-10 Monaten dort ein Praktikum zu machen um das zu lernen. habe dann auch die Möglichkeit danach da zu arbeiten und Geld zu verdienen.
Nun meine Frage: Bekomme ich für einen so langen Zeitraum überhaupt ein Praktikum angerechnet? Und wenn nicht, wie oft kommt es vor, dass man Adressen zugeschickt bekommt, wo man sich bewerben muss? Ich habe ja nun über drei Jahre in die Kasse eingezahlt und habe ja auch Aussicht auf eine feste Anstellung.....

Was meint ihr dazu?

StephanK
06.09.2005, 13:27
:welcome: Nordlicht1,
ich habe mir erlaubt, Deinen Beitrag umzubenennen, damit andere mit ähnlichen Problemen ihn auch finden können.
ich dachte ich wende mich mal an ein Forum, weil man da bestimmt kompetentere Auskünfte bekommt als bei der Arbeitsagentur selbst....(traurig genug) :-x Traurig finde ich das zwar auch, aber natürlich macht das Lob uns auch etwas stolz 8)

Ich hätte die Möglichkeit in einer Zeit von 8-10 Monaten dort ein Praktikum zu machen um das zu lernen. habe dann auch die Möglichkeit danach da zu arbeiten und Geld zu verdienen. Ich will Dir wirklich nicht Deine Zuversicht nehmen - aber ein gesundes Maß an Skepsis dürfte schon angebracht sein. "Praktika" sind in manchen Branchen inzwischen sehr üblich und werden leider oft missbraucht, um junge Leute mit Versprechungen auf eine spätere Anstellung dazu zu bringen, unversichert und für einen Hungerlohn ganz normale Vollzeitarbeit zu leisten. Oft genug ist gegen Ende des Praktikums die betriebliche Situation "plötzlich" so kritisch, dass man den hoffnungsvollen Praktikanten "leider, leider" nicht in ein richtiges Arbeitsverhältnis übernehmen "kann". Ich kann natürlich nicht sagen, ob das in Deinem Betrieb so ist oder sein wird, aber Vorsicht ist, wie gesagt, angebracht!
Nun meine Frage: Bekomme ich für einen so langen Zeitraum überhaupt ein Praktikum angerechnet? Und wenn nicht, wie oft kommt es vor, dass man Adressen zugeschickt bekommt, wo man sich bewerben muss? Ich habe ja nun über drei Jahre in die Kasse eingezahlt und habe ja auch Aussicht auf eine feste Anstellung.....Aus der Perspektive der Arbeitsagentur gibt's halt nur schwarz und weiss, sprich: arbeitslos oder beschäftigt. Praktika, die keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind, passen in dieses Schema nicht hinein. Wenn Du arbeitslos gemeldet bleibst, musst Du natürlich auch bereit sein, für einen Dir angebotenen zumutbaren Job das Praktikum hinzuschmeissen - da beisst keine Maus 'nen Faden ab. Das gleiche gilt für irgendwelche Maßnahmen, in die die Arbeitsagentur Dich schicken wollen könnte. Da Du wahrscheinlich unter 25 bist, gehörst Du auch zu der Gruppe, die sich besonderer Aufmerksamkeit der Arbeitsagentur erfreut, so dass das sehr gut sein könnte.
Bei einem unbezahlten Praktikum und gleichzeitiger Arbeitslosmeldung mit Bezug von Arbeitslosengeld würdest Du also ziemlich zwischen Baum und Borke hängen. :x
Vielleicht kannst Du versuchen, dass dieses Praktikum wenigstens so bezahlt wird, dass Du gerade über der Grenze für die Sozialversicherungspflicht bist - dann wären zumindest diese Probleme vom Tisch. Natürlich müsstest Du Dich dann drum kümmern, für nicht gedeckte Kosten andere Sozialleistungen wie z.B. Wohngeld zu bekommen.

Nordlicht1
06.09.2005, 13:36
Erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort. Vorsichtig brauch ich da nicht sein, weil ich die Leute schon ganz gut kenne. Also ich kann da auf jeden Fall später anfangen. Aber die können mir natürlich auch nur Geld bezahlen, wenn ich denen konkret mithelfen kann. Kost und Logi habe ich ja schon frei, aber ich brauche ja auch noch ein bißchen Geld zum Leben.
Ich habe aber gehört Schulungen bräuchte ich noch nicht mitmachen. Wie oft bekommt man denn aus eigener ERfahrung diese Bewerbungsadressen zugeschickt??

StephanK
06.09.2005, 14:38
Wie oft bekommt man denn aus eigener ERfahrung diese Bewerbungsadressen zugeschickt??Ich bin da bestimmt kein Maßstab, weil die Arbeitsagentur sich um langzeitarbeitslose schwerbehinderte Mittvierziger nicht groß kümmert - selbst wenn sie hochqualifiziert sind. Im übrigen hängt das natürlich davon ab, wie gefragt Dein erlernter Beruf in Deiner Region ist. Alles das kann ich nicht einschätzen. Was aber schon klar ist - und die Herren Clement und Weise ziehen damit jeden Tag durch's Land -, dass die bis 25jährigen die gezielte Aufmerksamkeit der Agentur genießen - und sei's mit 1-Euro-Jobs. Deswegen hielte ich es einfach für ziemlich gefährlich, wenn Du jetzt etwas auf eigene Kappe anfängst, bei dem Du darauf angewiesen wärest, dass die Arbeitsagentur oder ARGE Dich sozusagen in Ruhe ließe und nur brav Geld zahlen soll, denn die Chancen sind groß, dass sie Dich nicht in Ruhe lassen wird. Selbst ein äußerst verständnisvoller und gutwilliger Vermittler käme nicht um's Gesetz herum, und das setzt nun mal voraus, dass Du verfügbar bist und vermittelt werden kannst.
Versuchen kannst Du's natürlich trotzdem. Für die freie Verpflegung würden Dir aber monatlich € 200,30 angerechnet, so dass Dir € 44,70 als Taschengeld bleiben würden... :x

Nordlicht1
06.09.2005, 14:47
Versuchen kannst Du's natürlich trotzdem. Für die freie Verpflegung würden Dir aber monatlich € 200,30 angerechnet, so dass Dir € 44,70 als Taschengeld bleiben würden... Mad

Wie meinst du das?Was habe ich denn für Möglichkeiten?Kann ich denn Wohngeld beantragen obwohl ich keine Miete bezahle?

StephanK
06.09.2005, 15:19
Sorry, das war wohl zu abgekürzt formuliert - und auch noch mit 'nem Schreibfehler! :oops:
Du kannst es ja - trotz der geschilderten Bedenken - mit dem Alg II versuchen.
Ich hatte einfach nachgesehen, in welcher Höhe Dir freie Kost & Logis angerechnet werden würden (eben die € 200,30) und was Dir dann bliebe, nämlich die Differenz zu € 345.- = € 144,70.

Nordlicht1
06.09.2005, 15:37
Aber wiso den Arbeitslosengeld II? Ich denke ich habe erstmal 18 Monate Anspruch auf das normale Arbeitslosengeld?? Und ich meine gehört zu haben, dass die da nicht so aktiv sind. Erst wenn man Arbeitslosengeld II bekommt. (1-euro jobs, bewerbungstraining, u.s.w.)

StephanK
06.09.2005, 16:00
Aber wiso den Arbeitslosengeld II? Ich denke ich habe erstmal 18 Monate Anspruch auf das normale Arbeitslosengeld?? Sorry, da hatte ich nur noch Deinen Dreimonats-Kurzzeitjob im Kopf, der allein Dir natürlich keinen Alg I-Anspruch sichern würde.
Allerdings glaube ich, dass es eine verfehlte Erwartung wäre, wenn Du meintest, Du würdest als Alg I-Bezieher eher in Ruhe gelassen. Schließlich ist das Geld aus dem eigenen Haushalt der BA... Und, wie erwähnt, die jüngeren werden besonders intensiv vermittelt.
Es ist einfach schwer vorherzusagen, weil viel auf den jeweiligen Sachbearbeiter und den Stil des jeweiligen Amtes ankommt.

Nordlicht1
06.09.2005, 16:08
Na, ja gut dann werde ich mich wohl zusätzlich noch nach einem anderen Job umschauen und das mit dem Arbeitslosengeld vergessen.
Naiv zu glauben, dass wenn man fast 3 1/2 Jahre Arbeitslosengeld bezahlt hat, davon mal was zu haben wenn man es wirklich braucht. Ich liege ja nicht faul auf der Haut rum, sondern gebe mir Mühe eine feste Anstellung zu bekommen. Ist ja nicht meine Schuld, dass das was ich machen möchte, kein anerkannter Ausbildungsberuf ist....

Vielen Dank für deine Mühe :danke:

StephanK
06.09.2005, 16:18
Gerne geschehen...
Ich wollte Dich jetzt nicht völlig entmutigen.
Du kannst allemal versuchen, mit der Arbeitsagentur zu reden - manchmal (leider nicht oft) trifft man dort auch auf Leute, die es schaffen, unmögliches möglich zu machen. Als Alg I-Empfänger bist Du jedenfalls in einer besseren und vor allem nicht so bedrängten Position und hast nicht mehr zu befürchten, als dass Dein Gegenüber "nee, geht nicht" sagt.