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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie geht ihr mit Arbeitslosigkeit um ohne durchzudrehen?


verzweifelt78
04.08.2010, 12:49
Ich bin neu hier. Aber auch total am Ende.
Damit ihr meine Frage versteht werde kurz mein Leben beschreiben. Ich habe studiert, aber keins der nur 3 Tag nachmittags in der Uni Studiengänge, sondern eins wo man von 8-18 uhr 5 Tag die Woche und auch in der Vorlesungsfreien Zeit in der Uni ist. Die letzten 2 Tage habe ich 14 Stunden in der Woche als Abwaschhilfe in einem Imbiss gejobbt, um mir das Studium zu finanzieren. Dass ging 4 Jahre so. Das letzte Jahr habe ich in der Uni gearbeitet.
Danach kam eine Stelle in einem Uniklinikum, wo ich 4 Jahre lang 60Std/pro Woche gemacht hab, was auch das Wochenende einschließt. Dafür bin ich umgezogen. Ich konnte aber bei der Belasstung leider keine Freundschaften aufbauen. Danach war ich so alle, dass ich obwohl mein chef noch mehr forderte nicht mehr konnte und eine weiteren Vertragsverlängerung nicht zu stimmte. In war eine Weile arbeitslos und hatte nun wieder eine Stelle (bin wieder dafür umgezogen), wo ich mir den ***** aufgerissen hab. Sie haben mich trotzdem am Ende der Probezeit rausgeschmissen. Nun bin ich in Hartz IV. Ich habe x Bewerbungen laufen, sogar für Stellen, die man mit eine niedrigeren Ausbildung machen kann nur um einen Job zufinden. Dabei habe ich beim letzten Vorstellungsgespräch deutlich zu verstehen bekommen, dass sie mich für zu überqualifiziert halten. Ich habe ihnen erklärt, dass es mir nichts ausmacht auch solche Arbeiten zu machen, was scheinbar nur auf noch mehr Ablehnung gestossen ist. Keine Ahnung warum die mich überhaupt eingeladen hatten. Ich stehe in beruflichen Kontaktbörsen wie Xing und habe mich bei Zeitarbeitsfirmen beworben usw.
Mich belastet vor allem die finanzielle Situation so sehr, das ich zum Teil Panikattacken habe.
Nun kam ich mit einem guten, mir an sich bisher wichtigen Kumpel über meine Situation ins reden. Er warf mir vor das jeder arbeiten könnte, wenn er wollte und ich wäre mir zu fein dazu und das ihm sowas nie im Leben passieren könnte. Das hat mich irre verletzt. Also droht nun auch noch meine letzten Freundschaften zu zerbrechen. Ich komme mir wie eine Looserin vor.
Daher meine Frage, kennt einer eine solche Situation hier? Und wie geht er damit um?

Pharao
04.08.2010, 14:28
Ich habe x Bewerbungen laufen, sogar für Stellen, die man mit eine niedrigeren Ausbildung machen kann nur um einen Job zufinden. Dabei habe ich beim letzten Vorstellungsgespräch deutlich zu verstehen bekommen, dass sie mich für zu überqualifiziert halten. Ich habe ihnen erklärt, dass es mir nichts ausmacht auch solche Arbeiten zu machen, was scheinbar nur auf noch mehr Ablehnung gestossen ist. Keine Ahnung warum die mich überhaupt eingeladen hatten.
Hi,

vielleicht mal eine mögliche Erklärung dazu. Wenn du also für einen Job wirklich völlig Überqualifiziert bist, dann sieht das der AG ja auch. Meistens suchen die aber jemanden für länger und bei dir ist im vorhinein klar, das das nur eine Übergangslösung ist bis du wieder was bessere gefunden hast. Es gibt aber noch etliche andere Möglichkeiten warum du da keine Chancen hattest und wenn`s nur daran lag das dem Chef einfach dein "Gesicht" nicht gefallen hat. Die Absagen sind meistens eh immer Standart und sagen eigentlich nichts über die wahren Gründe aus, warum es nicht geklappt hat.
Nun kam ich mit einem guten, mir an sich bisher wichtigen Kumpel über meine Situation ins reden. Er warf mir vor das jeder arbeiten könnte, wenn er wollte und ich wäre mir zu fein dazu und das ihm sowas nie im Leben passieren könnte. Das hat mich irre verletzt. Also droht nun auch noch meine letzten Freundschaften zu zerbrechen. Ich komme mir wie eine Looserin vor.

Hierzu kann ich nur sagen, ja solche Leute kannte ich auch. Witzig wird das ganze aber, wenn diese Leute dann mal selber in die Situation rutschen und dann ganz entsetzt sind mit wie wenig man auskommen muss und wie oft man sich doof anreden lassen muss.

Solange du wirklich alles Versuchst, solange musst du dich von niemanden rechtfertigen oder ein schlechtes Gewissen deswegen haben ! Ich mein, mehr als Versuchen kann man einfach nicht.
Mich belastet vor allem die finanzielle Situation so sehr, das ich zum Teil Panikattacken habe.
Das verstehe ich durchaus, aber denke daran das dich das nicht weiterbringt. Versuche es also positiv zu sehen, auch wenn das schwer fallen sollte und gibt nicht auf, auch wenn du x Absagen schon erhalten hast ! Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn und wer sucht der findet :)
Sehe also jedes Bewerbungsgespräch als Übung an, falls es mal wieder nicht geklappt hat und nimm auf garkeinen Fall Absagen persönlich.
Ich stehe in beruflichen Kontaktbörsen wie Xing und habe mich bei Zeitarbeitsfirmen beworben usw.

Also sowas wie Xing kenne ich zwar, aber ob man da soviel Erfolg hat ? Naja, mehr als drinnen stehn kannst du ja auch nicht.
Zu den Zeitarbeitsfirmen muss man leider sagen (meine persönliche Meinung), das die oft erstmal welche suchen um dann falls mal eine Anfrage kommt sofort x Bewerber dem AG vorlegen zu können. Trotzdem kann sowas ein Sprungbrett sein und für studierte manchmal eine super Alternative, den in manche Branchen kommt man fast nicht anderes mehr rein.

Tapir
04.08.2010, 16:11
Hallo,

sag mal, könnte es sein, dass Du nicht nur wegen Deiner Alo am Ende bist, sondern auch, weil Du eine "Hochdruck-Schafferin" bist, und plötzlich ohne Aufgabe da stehst?

Darf ich mal fragen, was Du für eine Berufsrichtung Du hast und in welchem Sektor Du Dich bewirbst?

Gruß, T.:)

Schwabenfrau
04.08.2010, 16:22
Hallochen,

solche Tiefpunkte kenne ich auch und solche Sprüche von Leuten, die selbst noch nie einen Fuß in die Agentur für Arbeit oder ARGE setzen mussten, ebenso. Manchmal denke ich, solche Leute haben vllt auch einfach nur Angst, dass Arbeitslosigkeit oder der soziale Abstieg irgendwie "ansteckend" ist.

Wie gehe ich damit um?

Auf jeden Fall strukturiere ich meinen Alltag. Ich stehe jeden Morgen sehr früh auf, durchforste Stellenangebote, schreibe Bewerbungen, mache was im Haushalt, erledige meine Einkäufe und mache täglich einen Spaziergang. Ich achte darauf, dass ich mich auch sonst pflege und würde
z. B. auch nie in der Jogging-Hose beim Amt oder sonstwo zu sehen sein (außer beim Sport).

Zugegeben- ich habe mittlerweile auch mehr Bekannte/Freunde, die in einer ähnlichen finanziellen Situation sind. Wir helfen uns gegenseitig, sprechen uns Mut zu, tauschen Dinge untereinander aus (wenn einer was doppelt hat, bekommt es der andere usw).

Seit einer Weile habe ich einen Aushilfsjob als Zeitungs- und Briefzustellerin, obwohl ich Bürokauffrau bin. So kommt wenigstens ein wenig Extra-Geld in die Haushaltskasse. Gerade jetzt in der Urlaubszeit werden Austräger händeringend gesucht.

Wäre das ne Idee??

Grüße sendet Schwabenfrau

verzweifelt78
04.08.2010, 18:46
Danke für die Antworten.

Ich bin keine Extrem Schafferin sondern wurde da echt zu genötigt durch die jeweiligen Situation. Ich wäre mehr als glücklich nur 40 h/Woche zu arbeiten.
Ich arbeite im Labor.

Durch meine Umzüge habe ich einen begrenzten Freundeskreis. Mein neuer Lebensgefährte hilft ungemein, aber ihm geht es finanziell nicht besser als mir. Ich würde schon gerne was machen, was nicht nur für ein paar Tage ist. Aber das mit dem strikt geregelten Tag klingt gut. Spazierengehen ist zwar nicht mein Ding aber vlt findet sich da ja was anderes.

Die Stelle mit dem "Sie sind überqualifiziert" war auf ein Jahr befristet. Also wen dauerhaftes haben die auch nicht gesucht.

Von den sogenannten Freund habe ich mich vorerst distanziert. Seine Stelle ist nicht für ewig und geil bezahlt auch nicht. Allen Luxus den er hat oder in Aussicht hat, bekommt er von Papa. Der hat die Stelle beschafft und den Mietern eines Hauses gekündigt, damit der Sohn da einziehen kann. Naklar zahlt er dort dann weniger Miete als woanders für was vergleichbares in der Stadt. Und mich dann sozial Schmarotzerin nennen. Ja is mal klar.

Ophelia
05.08.2010, 00:37
Und was hast Du denn studiert? 5 Tage die Woche von 8 - 18 Uhr? Das gibt es nicht mal bei uns... Hast du Dein Studium abgeschlossen? Dich auf Doktorandenstellen beworben? Welche Praktika? Zuviele Fragen, um wirklich zu antworten....

verzweifelt78
05.08.2010, 08:59
Ich habe mein Studium abgeschlossen und nicht nur mein Studiengang ist das üblich gewesen sondern auch in allen weiteren die zur lifescience gehören oder medizinisch ausgerichtet sind, wenigstens an meiner Uni. Ich hatte einen Dr probiert. Aber leider habe ich mich mit meinen Prof in die Wolle bekommen und ich habe eine weitere Zusammenarbeit abgelehnt, weil das Thema auch nicht lief, was seiner Meinung nach an mir lag und meiner Meinung nach einfach an den Thema, da es auch bei einige weiteren Doktoranden, die am selben Protein forschten, eher schleppend lief.
Ich habe ein kurzes Industriepraktikum gemacht, das im Bereich Qualitätssicherung war und eben nun 6 Monate in einer weiteren Anstellung gearbeitet, wo ich am Ende der Probezeit per Brief gekündigt wurden bin.

Ophelia
05.08.2010, 11:39
Hast du schon mal versucht, Dich als BTA zu bewerben? Bei uns an der Uniklinik nehmen sie z.B. gerne Biologen oder in ähnlichen, mit Deinen Studieninhalten sich halbwegs deckenden Berufen...? Ich denke tatsächlich, dass je weiter die Arbeitsstelle von Deinem Abschluß "entfernt" ist, desto geringer sind Deine Chancen. Ich würde ja für "einfachere" Tätigkeiten auch keine(n) AkademikerIn einstellen....

Tapir
05.08.2010, 14:14
Bewirb Dich nicht als BTA.

Bewerbe Dich bei einer Pharma-Firma --- wenn Du Dir ein Leben als Pharmareferent vorstellen kannst.

Gruß, T.:)

ALG53
05.08.2010, 20:59
Das mit dem Spruch "das jeder arbeiten könnte, wenn er wollte und ich wäre mir zu fein dazu" kenne ich nur zu gut.

Es sind meistens die einfachen Leute wie Maler und Tapezierer die eben sofort wieder einen Job bekommen können.

Aber qualifizierte Stelle bekommt man nicht im vorbeigehen :wut:

verzweifelt78
05.08.2010, 21:50
Genauso eine Stelle hat mir eindeutig zu verstehen gegeben, das sie mich für überqualifiziert hält und mir nicht zutraut das autoklavieren zu übernehmen, weil ich mir da zu gut für sein könnte. Was Blödsinn ist, da ich es während der Diplomarbeit auch hin und wieder machen musste.

verzweifelt78
05.08.2010, 21:53
Bewirb Dich nicht als BTA.

Bewerbe Dich bei einer Pharma-Firma --- wenn Du Dir ein Leben als Pharmareferent vorstellen kannst.

Gruß, T.:)
Ich habe mich bei beiden schon beworben. Mal sehen. Reden kann ich, aber verkaufen? Aber wenn ich eine chance bekomme, probiere ich es aus.

Tapir
06.08.2010, 11:56
Als Pharmareferent "verkaufst" Du ja nicht im eigentlichen Sinne. Du "überzeugst" Ärzte, bestimmte Medikamente zu verordnen.

Aber letztlich ist es auch ein "Vertreterleben". Solltest Du genommen werden, schaff Dir schonmal eine Auswahl guter Taschenbücher an, um Dir die Wartezeiten in den Wartezimmern zu vertreiben....

Gruß, T.:)

kerstin79
08.08.2010, 21:04
es geht vielen studenten so. man muss geduld haben und irgendwann klappt es. plattformen wie xing sind da sehr hilfreich und wenn man sein profil ordentlich ausfüllt, bekommt man in der regel auch eininge anfragen. ich würde mir nicht zu sehr den kopf zerbrechen.
ich war auch für kurze zeit arbeitslos, in der zeit habe ich vor allem oft mit gutscheinen, auch im internet, eingekauft um geld zu sparen und komm ganz gut über die runden.

Gisela1
11.08.2010, 09:38
Du könntest ja auch kleine Jobs annehmen, hör dich einfach in deinem Bekanntenkreis um. Vielleicht kannst du bei jemandem Arbeiten erledigen, wofür man sonst einen Handwerker bräuchte!

Butterbrot
11.08.2010, 11:14
Arbeiten wo für man einen Handwerker braucht , kann auch ein Studierter nicht einfach so außführen !