PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 11 Monate kein Kindergeld


nineee
30.08.2010, 21:45
Hallo,

heute komme ich mal mit einem Anliegen, das schon etwa ein Jahr auf mir lastet: Das Kindergeld. Mittlerweile habe ich eigentlich aufgehört daran zu glauben, jemals wieder welches zu bekommen, aber mir fehlt es einfach jeden Monat.

Ich bin mit 17 Jahren bei meiner Mutter (alleinerziehend) auf Anraten und mit Unterstützung des Jugendamtes aus- und in eine eigene Wohnung eingezogen. Einige Monate später wurde ich volljährig und ab da begann mein Problem: Kindergeld!

Februar 2009: Als ich 18 wurde habe ich die Abendrealschule besucht. Meine Mutter erhielt einen Monat vor meinem Geburtstag im März 2009, also im Februar, einen Brief, wenn ich noch zur Schule ginge, soll sie eine Schulbescheinigung schicken, damit eine reibungslose Zahlung sichergestellt werden könnte. Gesagt, getan.

März/April 2009: Sechs Wochen später habe ich kein Kindergeld bekommen, dafür meine Mutter einen Brief, in dem drin stand, sie soll erklären, warum ich nicht bei ihr wohne, sonst würden sie den Antrag ablehnen. Diesen Brief haben sie bekommen.

Juni 2009: Sechs weitere Wochen später wurde der Antrag abgelehnt mit der Begründung, sie würde keinen Barunterhalt für mich zahlen, also gäbe es auch kein Kindergeld. Im Rückgespräch mit dem Jugendamt, das einzig und alleine daran interessiert war, das mir das Kindergeld ausgezahlt wird, rieten sie uns, einen Brief zu schreiben, dass meine Mutter mir 50,- Unterhalt im Monat zahlt und für mich einkaufen geht. Zu dieser Zeit habe ich die Prüfungen zur Fachoberschulreife bestanden und meldete mich für ein Berufskolleg an, um mein Abitur und eine Assistens-Ausbildung zu machen.

August 2009: Sechs weitere Wochen bekam ich eine Kindergeldrückzahlung. Ich konnte es kaum glauben, alles schien wieder seine Bahnen zu gehen! Endlich konnte ich meine Mietrückstände ausgleichen (mit 18 fiel schließlich auch der Unterhalt von meinem leiblichen Vater weg). Alles war gut.

10. Oktober 2009: Das Kindergeld müsste längst auf meinem Konto sein... ich sehe die nächsten Rechnungen, die ich nicht zahlen kann. Schülerin bin ich nach wie vor. Mittlerweile ganz ohne Geld: Mein leiblicher Vater zahlt keinen Unterhalt mehr, reicht die Unterlagen für das Bafög nicht ein und das Kindergeld kam plötzlich auch nicht mehr... Auf meine Nachfrage hin kam ein pampiges "Sie sind nur Kontoinhaber, nicht Antragstellerin". Meine Mutter brachte in Erfahrung, dass der Antrag noch weitergeprüft werde und es nur vorrübergehend gezahlt wurde.

20. Oktober 2009: Ich schmeiße die Schule, weil ich nicht mehr weiß, wovon leben soll und ich von keiner Stelle Hilfe erwarten konnte. Vom Arbeitsamt hieß es nur, ich sei Bafögberechtigt, man könne mir nicht helfen, es sei denn ich breche ab. Also habe ich das getan, Miete, Strom und Essen zahlen sich immerhin nicht von alleine.

Seitdem habe ich keine Zahlung mehr von der Familienkasse erhalten. Wir haben jetzt den 11. Monat ohne Kindergeld.

Dezember 2009: Meine Mutter erhält einen Brief, meine Akte sei verloren gegangen, wir sollten einen neuen Antrag stellen. Wir haben den Antrag noch am selben Tag fertiggestellt und sämliche nur möglichen Unterlagen angefügt.

Mitte Februar 2010: Meine Mutter erhält ein Schreiben, in dem ihr mitgeteilt wird, dass noch Unterlagen fehlen würden. Obwohl wir diese bereits eingereicht hatten, haben sie diese nochmal bekommen.

April 2010: Wieder ein Brief. Wieder fehlen Unterlagen, diesmal geht es um die Frage, was ich aktuell mache. Ich gebe an, arbeitslos- und ausbildungsplatzsuchend gemeldet zu sein, unterschreibe, dass ich einverstanden bin, wenn die beim JobCenter nach Unterlagen oder sonstigem fragen. Laut meinem Sachbearbeiter haben die sich da auch gemeldet. Ich reiche sogar ALGII-Bescheide ein.

Juli 2010: 3 Tage (!!!) bevor die Sommerferien anfangen bekommt meine Mutter wieder einmal einen Brief von der Kindergeldkasse: UNTERLAGEN FEHLEN. Diesmal Schulbescheinigungen, die ich innerhalb von zwei Wochen einreichen soll, sonst mal wieder eine Ablehnung. Auch die habe ich schon abgegeben, zu der Zeit habe ich sowieso Kindergeld bekommen, ich kapiere nicht was das soll. Mit ach und Krach habe ich diese Unterlagen noch vor den Sommerferien bekommen und eingereicht.

27. August 2010: Meine Mutter ruft bei der Familienkasse an und fragt, was denn nun los sei. Es käme die Tage ein Brief, es sähe gut aus, es scheine nichts zu fehlen. "Dauert ja nun schon ganz schön lange" - der dumme Kommentar meines Sachbearbeiters. ACH ECHT?

30. August 2010: Meine Mutter bekommt einen Brief (datiert 26. August 2010). Natürlich fehlen wieder Unterlagen, obwohl ein Tag später behauptet, sie hätten alles. Was ich denn gemacht habe, seitdem ich die Schule abgebrochen habe. JA WOLLEN DIE MICH DENN *********? Ich habe alles eingereicht, ich habe in jedem ****** Antrag angegeben, dass ich arbeitslos bin, die haben Bescheide, die dürfen da nachfragen ABER ES FEHLEN UNTERLAGEN?

Heute war mein erster Schultag. Ich hab wieder kein Kindergeld. Kein Unterhalt. Kein Bafög.

Ich weiß nicht mehr weiter. Was wollen die von mir? Was kann ich tun? Ich will doch gottverdammt nur mein Fachabitur und eine Ausbildung machen. Soll ich verhungern?

Übrigens: Das Kindergeld wird jeden Monat von meinem ALG II-Satz abgezogen, obwohl ich mehrfach angegeben und belegt (!) habe, dass ich kein Kindergeld bekomme. Mir fehlt dieses Geld. Ich habe Schulden deswegen.

Auffallend finde ich übrigens, dass die sich bei meiner Mutter im 6-Wochen-Takt melden.

wodchuk
31.08.2010, 00:04
Kindergeld: Schriftverkehr kopieren und mit einem Bescherdebrief an den Leiter der Familienkasse schicken.
Das Hauptproblem vermute ich in § 64 Abs. 3 EStG (http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__64.html).
Als deine Mutter zu deinen 18. Geburtstag eine Antrag gestellt hat, wohntest du nicht mehr zuhause (§ 64 Abs. 2 EStG war also nicht mehr anwendbar), keiner zahlte Unterhalt und somit fehlte die Berechtigtenbestimmung (dein Vater hat den Antrag sicher nicht mit unterschrieben, oder?). Durch ihre Aussage Unterhalt zu zahlen (wobei die Einkaufe nicht interessieren, es spielt nur nachweisbarer Barunterhalt eine Rolle), wurde sie zur vorrangig Berechtigten - soweit erstmal okay. Wäre interessant zu wissen, ob die Familienkasse im Hintergrund auch deinen Vater kontaktiert hat.
Wenn dein Vater irgendwann die Unterhaltszahlung wieder aufnimmt und einen Kindergeld-Antrag stellt oder die Familienkasse anderweitig davon erfährt, wird das Problem wieder auftreten.
Als die Berechtigung dann geklärt war, hast du die Schule geschmissen und somit brach die Anspruchsgrundlage für Kindergeld weg. Also musste die Familienkasse wieder von vorn anfangen (diesmal geht es um die Frage, was ich aktuell mache).
Warum die Zahlung im Oktober 09 überhaupt eingestellt wurde, kann dir nur die Familienkasse beantworten. Die, angeblich verschwundene, Kindergeld-Akte wäre hier interessant. So genug Glaskugelei - wenns die Beschwerde beim Behördeleiter nichts hilft, hilft nur ein Anwalt/Steuerberater der Akteneinsicht beantragt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Theoretisch könnt ihr auch selbst Akteneinsicht nehmen, aber ob das wirklich weiterhilft wage ich zu bezweifeln.

BAföG: Vorausleistung (http://www.das-neue-bafoeg.de/de/263.php)
Unterhalt: Wenn du Vorausleistung erhälst, wird das BAföG-Amt sich die Infos von deinem Vater schon holen - notfalls gerichtlich.
ALG II: Kindergeld hätte nicht angerechnet werden dürfen, aber das solltest du jetzt auf sich beruhen lassen. Zu viele Baustellen blockieren sich gegenseitig.

nineee
31.08.2010, 00:33
Als deine Mutter zu deinen 18. Geburtstag eine Antrag gestellt hat, wohntest du nicht mehr zuhause (§ 64 Abs. 2 EStG war also nicht mehr anwendbar), keiner zahlte Unterhalt und somit fehlte die Berechtigtenbestimmung (dein Vater hat den Antrag sicher nicht mit unterschrieben, oder?). Durch ihre Aussage Unterhalt zu zahlen (wobei die Einkaufe nicht interessieren, es spielt nur nachweisbarer Barunterhalt eine Rolle), wurde sie zur vorrangig Berechtigten - soweit erstmal okay. Wäre interessant zu wissen, ob die Familienkasse im Hintergrund auch deinen Vater kontaktiert hat.
Dazu kann ich leider nichts sagen, ich kenne meinen leiblichen Vater nicht und weiß daher nicht, inwiefern er da eine Rolle spielt. Da er allerdings kein Sorgerecht hat wüßte ich nicht, wieso er das Kindergeld bekommen sollte? Hat wohl was damit zu tun, dass das angerechnet wird, oder?

Wenn dein Vater irgendwann die Unterhaltszahlung wieder aufnimmt und einen Kindergeld-Antrag stellt oder die Familienkasse anderweitig davon erfährt, wird das Problem wieder auftreten.
Er wird keinen Unterhalt mal zahlen müssen. Bevor ich die Schule geschmissen habe, habe ich eine Anwältin kontaktiert. Die erklärte mir, dass ich 513 € BaFöG und - wenn auch nur theoretisch - 184 € Kindergeld bekomme und damit oberhalb einer gewissen Grenze liege und daher keinen Anspruch habe.

Als die Berechtigung dann geklärt war, hast du die Schule geschmissen und somit brach die Anspruchsgrundlage für Kindergeld weg. Also musste die Familienkasse wieder von vorn anfangen (diesmal geht es um die Frage, was ich aktuell mache).
Nun ja, da ich aber danach sofort angegeben habe, dass ich ausbildungs- und arbeitsplatzsuchend gemeldet bin (ich bin 19 btw.) habe ich doch nach wie vor einen Anspruch. Also wird der ganze Heckmeck jetzt weitergehen, weil ich nun wieder was anderes mache, nämlich eine Schule besuchen? Was mich besonders ärgert ist die Tatsache, dass denen alle sechs Wochen etwas Neues einfällt, was denn nun fehlen soll. Ich habe im Oktober gesagt "okay, hallo, ich bin arbeitslos" und im April weiß man davon plötzlich nichts mehr. Und im Dezember haben wir das ebenfalls nochmal angegeben. Zwischenzeitlich haben sie außerdem noch meine Bescheide (geht das die Leute überhaupt etwas an? Immerhin stehen auch Daten von meinem Freund mit drin) bekommen und eine Erlaubnis das JobCenter zu kontaktieren. Da frage ich mich jetzt, warum die jetzt wissen wollen, was ich gemacht habe, seit ich die Schule geschmissen habe... ist das nicht eindeutig genug?

Warum die Zahlung im Oktober 09 überhaupt eingestellt wurde, kann dir nur die Familienkasse beantworten. Die, angeblich verschwundene, Kindergeld-Akte wäre hier interessant. So genug Glaskugelei - wenns die Beschwerde beim Behördeleiter nichts hilft, hilft nur ein Anwalt/Steuerberater der Akteneinsicht beantragt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Theoretisch könnt ihr auch selbst Akteneinsicht nehmen, aber ob das wirklich weiterhilft wage ich zu bezweifeln.

BAföG: Vorausleistung (http://www.das-neue-bafoeg.de/de/263.php)
Unterhalt: Wenn du Vorausleistung erhälst, wird das BAföG-Amt sich die Infos von deinem Vater schon holen - notfalls gerichtlich.
ALG II: Kindergeld hätte nicht angerechnet werden dürfen, aber das solltest du jetzt auf sich beruhen lassen. Zu viele Baustellen blockieren sich gegenseitig.
Danke für den Tipp mit der BaFöG-Vorausleistung, das nehme ich gleich morgen in Angriff. Diesmal habe ich das Glück, dass das zuständige Amt gleich neben der Schule ist und sich bisher sehr kooperativ gezeigt hat. Ist in einer kleineren Stadt, da hat man sicher weniger zu tun :-)

Das mit dem Kindergeld hatte ich versucht beim JobCenter zu klären, da wurde nur immer wieder drauf verwiesen, dass ich Anspruch habe und man müsste von der Familienkasse ja nur einen Anruf tätigen. Die scheinen sich aber - warum auch immer - total dagegen zu wehren, mir Kindergeld auszuzahlen...


Ich finde es echt traurig, dass mir für meine Zukunft solche Steine in den Weg gelegt werden. Da wird man schon mithilfe des Jugendamtes untergebracht und kaum ist man 18 heißt es nur noch "Wir sind nicht mehr zuständig" - tolle Hilfe!

Werde meiner Mutter das morgen mal so mitteilen, schauen wir mal was dabei rauskommt. Das ist nämlich auch noch so ein kleiner Haken an der Geschichte: Sie wartet lieber den nächsten Brief ab, als mal nachzufragen. Aber mir gibt man ja keine Auskünfte.

Ist es eigentlich ein übliches Verhalten von der Kindergeldkasse alle paar Wochen neue Unterlagen zu fordern (nach den Schulbescheinigungen kam das mit dem "Was machst du seit dem die Schule vorbei ist?" - das hätte man ja auch in einem Rutsch erledigen können!)?

Soweit erstmal danke :)

nineee
31.08.2010, 12:23
Danke für den Tipp mit der BaFöG-Vorausleistung, das nehme ich gleich morgen in Angriff. Diesmal habe ich das Glück, dass das zuständige Amt gleich neben der Schule ist und sich bisher sehr kooperativ gezeigt hat. Ist in einer kleineren Stadt, da hat man sicher weniger zu tun :-)
So, ich komme gerade vom BaFöG-Amt. Die sagen, ich bekomme diese Vorrausleistung nicht, da man die nur bekommt, wenn die Eltern keinen Unterhalt zahlen, der vom Gericht festgesetzt wurde. Sie müssen aber gar keinen zahlen, daher auch keine Vorrauszahlung. :mad:

wodchuk
31.08.2010, 19:19
Dazu kann ich leider nichts sagen, ich kenne meinen leiblichen Vater nicht und weiß daher nicht, inwiefern er da eine Rolle spielt. Da er allerdings kein Sorgerecht hat wüßte ich nicht, wieso er das Kindergeld bekommen sollte? Hat wohl was damit zu tun, dass das angerechnet wird, oder?

Ich denke du bist 18 = volljährig? Warum hat sie dann immer noch das Sorgerecht?
Ist auch egal, denn der Kindergeldanspruch ist nicht ans Sorgerecht gebunden, sondern an die Haushaltsaufnahme bzw. wenn die nicht mehr vorliegt, an die Unterhaltszahlungen.

Wenn zum leiblichen Vater kein Kontakt besteht, muss man beim Familiengericht eine Berechtigtenbestimmung beantragen - steht alles im § 64 EStG.

Ich habe im Oktober gesagt "okay, hallo, ich bin arbeitslos" und im April weiß man davon plötzlich nichts mehr.

Ausbildungsplatzsuche bzw. die Arbeitsuchendmeldung bei der Agentur für Arbeit ist alle 3 Monate neu nachzuweisen. Bzw. die Familienkasse der Agentur für Arbeit hat auch Datenzugriff (Familienkassen des öD nicht). Wenn du dich also im Oktober arbeitsuchend gemeldet hast und diese Meldung nicht nach 3 Monaten erneuert wurde, hat die Familienkasse sofort davon erfahren.
Allerdings ist damit nicht geklärt, warum das Kindergeld nach wie vor nicht ausgezahlt wird.

Zwischenzeitlich haben sie außerdem noch meine Bescheide (geht das die Leute überhaupt etwas an? Immerhin stehen auch Daten von meinem Freund mit drin) bekommen

Du musst deine gesamten Einkünfte und Bezüge bei der Familienkasse offenlegen. Wenn in deinem ALG II-Bescheid auch Daten Dritter stehen, kannst du Namen, Geburtsdatum etc. schwärzen.

Die scheinen sich aber - warum auch immer - total dagegen zu wehren, mir Kindergeld auszuzahlen...

Die dürfen dir auch kein Kindergeld auszahlen, sie dürfen es nur nicht anrechnen, wenn keins gezahlt wird. Kleiner Unterschied.

Sie wartet lieber den nächsten Brief ab, als mal nachzufragen. Aber mir gibt man ja keine Auskünfte.

Was genau hier mit der Familienkasse schiefläuft kann man aus der Ferne nicht sagen.
Kann es sein, dass es hier auch etwas an deiner Mutter hängt? Siehst du den Schriftverkehr und weißt welche Unterlagen wirklich gefordert werden? Oder sagt dir immer nur deine Mutter, was benötigt wird?
Mal ganz mutig: Weißt du 100-prozentig, dass kein Kindergeld an deine Mutter gezahlt wird? Will hier natürlich nichts unterstellen, aber normal ist das nicht, was du mit der Familienkasse erlebst.

Deine Mutter zahlt keinen Unterhalt, richtig?
Dann nimm das jetzt selbst in die Hand !!!
Stell einen Abzweigungsantrag (http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Vordrucke/A09-Kindergeld/Publikation/V-Kg11e-Antrag-anteilige-Auszahlung.pdf), dann wird sich die Familienkasse künftig direkt an dich wenden und dir auch Auskunft geben.
Wenn eine Berechtigtenbestimmung verlangt wird, dann geh zum Familiengericht und lass das ein für allemal klären.

wodchuk
31.08.2010, 19:55
Er wird keinen Unterhalt mal zahlen müssen. Bevor ich die Schule geschmissen habe, habe ich eine Anwältin kontaktiert. Die erklärte mir, dass ich 513 € BaFöG und - wenn auch nur theoretisch - 184 € Kindergeld bekomme und damit oberhalb einer gewissen Grenze liege und daher keinen Anspruch habe.
Mein leiblicher Vater zahlt keinen Unterhalt mehr, reicht die Unterlagen für das Bafög nicht ein.
Die sagen, ich bekomme diese Vorrausleistung nicht, da man die nur bekommt, wenn die Eltern keinen Unterhalt zahlen, der vom Gericht festgesetzt wurde. Sie müssen aber gar keinen zahlen, daher auch keine Vorrauszahlung.

Unterhaltsbedarf 640 € - von daher hat die Anwältin recht.

Dein Vater zahlt keinen Unterhalt, weil die ausreichend BAföG bekommen könntest, blockiert aber gleichzeitig deinen BAföG-Antrag.
Gut, wenn es lieber Unterhalt zahlt, kann er das gerne tun. Aber so geht das nicht weiter.

Schreib ihm einen netten Brief, wo du ihn bittest die BAföG-Unterlagen endlich auszufüllen, andernfalls würdest du den Unterhalt von ihm direkt einklagen. Noch mehr Eindruck kannst du natürlich erzielen, wenn der Brief von einem Anwalt kommt.
Da du erst 19 bist hilft dir in diesem Fall vielleicht auch das Jugendamt weiter.

Antrag auf Vorausleistung solltest du schriftlich stellen. Nie mündlich abwimmeln lassen. Hiermal die Verwaltungsvorschriften, (http://www.das-neue-bafoeg.de/de/345.php) schau mal, ob da was passen könnte.
Alternative wäre auch ein Überbrückungsdarlehen (http://www.harald-thome.de/media/files/SGB%20II%20DA/DA-9--20.04.2009.pdf) (Rz. 9.5) von der Arge, aber die wimmeln genauso gerne ab. Es ist leider immer wieder so, dass man trotz berechtigtem Anspruch mündlich abgewimmelt wird. Einige lassen sich auch beeindrucken und stellen den Antrag gar nicht erst.

Ich weiß, dass sich das leichter schreibt als es durchzusetzen, vorallem wenn man noch so jung ist, wie du. Aber wenn du je eine Ausbildung und damit ein vernünftiges Einkommen haben willst, musst du da jetzt durch. Schade nur, dass dich dein Vater so hängen lässt.

ela1953
31.08.2010, 20:21
Ich schreib dir einiges in deinen Ursprungstext, obwohl es hier im Forum nicht so gerne gesehen wird. Aber so kann ich besser auf deine Feststellungen antworten. Hallo,

heute komme ich mal mit einem Anliegen, das schon etwa ein Jahr auf mir lastet: Das Kindergeld. Mittlerweile habe ich eigentlich aufgehört daran zu glauben, jemals wieder welches zu bekommen, aber mir fehlt es einfach jeden Monat.

Ich bin mit 17 Jahren bei meiner Mutter (alleinerziehend) auf Anraten und mit Unterstützung des Jugendamtes aus- und in eine eigene Wohnung eingezogen. Einige Monate später wurde ich volljährig und ab da begann mein Problem: Kindergeld!

Februar 2009: Als ich 18 wurde habe ich die Abendrealschule besucht. Meine Mutter erhielt einen Monat vor meinem Geburtstag im März 2009, also im Februar, einen Brief, wenn ich noch zur Schule ginge, soll sie eine Schulbescheinigung schicken, damit eine reibungslose Zahlung sichergestellt werden könnte. Gesagt, getan.

Das ist auch korrekt so


März/April 2009: Sechs Wochen später habe ich kein Kindergeld bekommen, dafür meine Mutter einen Brief, in dem drin stand, sie soll erklären, warum ich nicht bei ihr wohne, sonst würden sie den Antrag ablehnen. Diesen Brief haben sie bekommen.



Juni 2009: Sechs weitere Wochen später wurde der Antrag abgelehnt mit der Begründung, sie würde keinen Barunterhalt für mich zahlen, also gäbe es auch kein Kindergeld. Im Rückgespräch mit dem Jugendamt, das einzig und alleine daran interessiert war, das mir das Kindergeld ausgezahlt wird, rieten sie uns, einen Brief zu schreiben, dass meine Mutter mir 50,- Unterhalt im Monat zahlt und für mich einkaufen geht. Zu dieser Zeit habe ich die Prüfungen zur Fachoberschulreife bestanden und meldete mich für ein Berufskolleg an, um mein Abitur und eine Assistens-Ausbildung zu machen.

August 2009: Sechs weitere Wochen bekam ich eine Kindergeldrückzahlung. Ich konnte es kaum glauben, alles schien wieder seine Bahnen zu gehen! Endlich konnte ich meine Mietrückstände ausgleichen (mit 18 fiel schließlich auch der Unterhalt von meinem leiblichen Vater weg). Alles war gut.

Du meinst eine NACHzahlung?

10. Oktober 2009: Das Kindergeld müsste längst auf meinem Konto sein... ich sehe die nächsten Rechnungen, die ich nicht zahlen kann. Schülerin bin ich nach wie vor. Mittlerweile ganz ohne Geld: Mein leiblicher Vater zahlt keinen Unterhalt mehr, reicht die Unterlagen für das Bafög nicht ein und das Kindergeld kam plötzlich auch nicht mehr... Auf meine Nachfrage hin kam ein pampiges "Sie sind nur Kontoinhaber, nicht Antragstellerin". Meine Mutter brachte in Erfahrung, dass der Antrag noch weitergeprüft werde und es nur vorrübergehend gezahlt wurde.

20. Oktober 2009: Ich schmeiße die Schule, weil ich nicht mehr weiß, wovon leben soll und ich von keiner Stelle Hilfe erwarten konnte. Vom Arbeitsamt hieß es nur, ich sei Bafögberechtigt, man könne mir nicht helfen, es sei denn ich breche ab. Also habe ich das getan, Miete, Strom und Essen zahlen sich immerhin nicht von alleine.

Seitdem habe ich keine Zahlung mehr von der Familienkasse erhalten. Wir haben jetzt den 11. Monat ohne Kindergeld.

Dezember 2009: Meine Mutter erhält einen Brief, meine Akte sei verloren gegangen, wir sollten einen neuen Antrag stellen. Wir haben den Antrag noch am selben Tag fertiggestellt und sämliche nur möglichen Unterlagen angefügt.

Mitte Februar 2010: Meine Mutter erhält ein Schreiben, in dem ihr mitgeteilt wird, dass noch Unterlagen fehlen würden. Obwohl wir diese bereits eingereicht hatten, haben sie diese nochmal bekommen.

April 2010: Wieder ein Brief. Wieder fehlen Unterlagen, diesmal geht es um die Frage, was ich aktuell mache. Ich gebe an, arbeitslos- und ausbildungsplatzsuchend gemeldet zu sein, unterschreibe, dass ich einverstanden bin, wenn die beim JobCenter nach Unterlagen oder sonstigem fragen. Laut meinem Sachbearbeiter haben die sich da auch gemeldet. Ich reiche sogar ALGII-Bescheide ein.

Juli 2010: 3 Tage (!!!) bevor die Sommerferien anfangen bekommt meine Mutter wieder einmal einen Brief von der Kindergeldkasse: UNTERLAGEN FEHLEN. Diesmal Schulbescheinigungen, die ich innerhalb von zwei Wochen einreichen soll, sonst mal wieder eine Ablehnung. Auch die habe ich schon abgegeben, zu der Zeit habe ich sowieso Kindergeld bekommen, ich kapiere nicht was das soll. Mit ach und Krach habe ich diese Unterlagen noch vor den Sommerferien bekommen und eingereicht.

Du hast aber doch im Oktober die Schule abgebrochen? Dann kannst du doch keine Schulbescheinigung einreichen?

27. August 2010: Meine Mutter ruft bei der Familienkasse an und fragt, was denn nun los sei. Es käme die Tage ein Brief, es sähe gut aus, es scheine nichts zu fehlen. "Dauert ja nun schon ganz schön lange" - der dumme Kommentar meines Sachbearbeiters. ACH ECHT?

das ist doch gar nicht so heftig, wie bei mir

30. August 2010: Meine Mutter bekommt einen Brief (datiert 26. August 2010). Natürlich fehlen wieder Unterlagen, obwohl ein Tag später behauptet, sie hätten alles. Was ich denn gemacht habe, seitdem ich die Schule abgebrochen habe. JA WOLLEN DIE MICH DENN *********? Ich habe alles eingereicht, ich habe in jedem ****** Antrag angegeben, dass ich arbeitslos bin, die haben Bescheide, die dürfen da nachfragen ABER ES FEHLEN UNTERLAGEN?

Die wollten wahrscheinlich die Bewerbungsbemühungen o.ä.

Heute war mein erster Schultag. Ich hab wieder kein Kindergeld. Kein Unterhalt. Kein Bafög.

Ich weiß nicht mehr weiter. Was wollen die von mir? Was kann ich tun? Ich will doch gottverdammt nur mein Fachabitur und eine Ausbildung machen. Soll ich verhungern?

Übrigens: Das Kindergeld wird jeden Monat von meinem ALG II-Satz abgezogen, obwohl ich mehrfach angegeben und belegt (!) habe, dass ich kein Kindergeld bekomme. Mir fehlt dieses Geld. Ich habe Schulden deswegen.

Das darf die Arge erst abziehen, wenn du es bekommst.

Wenn du dann die Kindergeldnachzahlung erhältst, dann darf die Arge die einziehen. (aber mit monatlichem Abzug von 30 Euro Versicherungspauschale) Denn die Arge hat dir ja das Kindergeld quasi geliehen.

Das kannst du mit einem Überprüfungsantrag nachfordern.

Auffallend finde ich übrigens, dass die sich bei meiner Mutter im 6-Wochen-Takt melden.

nineee
03.09.2010, 20:42
Weißt du 100-prozentig, dass kein Kindergeld an deine Mutter gezahlt wird? Will hier natürlich nichts unterstellen, aber normal ist das nicht, was du mit der Familienkasse erlebst..
Ja. Sämtliche Unterlagen bekomme ich von meiner Mutter (wir wohnen ca. 40km auseinander), damit ich alles zusammenstellen kann und nichts vergesse oder am Telefon falsch verstehe. Sie hat mit mir zusammen den ersten Antrag gestellt, ich versende die Post zur Familienkasse in der Regel oder mein "Ex-Stiefvater" (Ziehvater) bringt sie persönlich vorbei. Bei mehreren Anrufen saß ich neben ihr. In dem Punkt kann ich ihr also absolut vertrauen.

Gestern hat sie dort nochmal angerufen und keine Auskunft erhalten. Mein Antrag sei wieder in Bearbeitung.

Mit großem Bitte Bitte habe ich sie nun überreden können, eine Verpflichtungsklage und eine Untätigkeitsklage anzudrohen. Das riet mir heute eine Dame vom Jugendamt. Mutter muss nur noch unterschreiben.

Mehr weiß ich auch nicht zu tun. Ich hoffe, das bringt was.

nineee
08.09.2010, 23:22
Hm, meine Mutter weigert sich nun gegen diese Androhung, sie habe ja auch noch wichtigeres zu tun... jedenfalls gabs schon wieder neue Post mit Formularen, die ich ausfüllen lassen soll...

Es geht dabei um die Formulare

Mitteilung über Kind ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz (http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Vordrucke/A09-Kindergeld/Publikation/V-Kg11a-Kind-ohne-Arbeit.pdf)
Diesen habe ich im Januar 2010 beim JobCenter in den Briefkasten geworfen mit der Bitte das ausgefüllt zur Familienkasse zu schicken. Post wird bei meinem JobCenter nicht persönlich angenommen und ich bekomme dafür auch keine Quittung o.ä. Das Ganze ist nie bei meinem Sachbearbeiter angekommen (wie auch - KEINER! weiß wer das ist: ich nicht, die Frauen am Schalter nicht und auch sonst niemand). Wurde also nicht verschickt. Leider hielt es von der Familienkasse auch keiner für nötig, mitzuteilen, dass hier was nicht angekommen ist.

Ich hatte mich dann irgendwann bei der Leistungsabteilung beschwert, dass ständig mein Kindergeld angerechnet wird, obwohl ich denen schon mehrfach schriftlich mitgeteilt habe, dass ich gar keins bekomme. Auch die beiden Ablehnungen haben die kopiert bekommen. Man sagte mir dann, normalerweise würde die Familienkasse nur kurz anrufen müssen.

Dann habe ich es nochmal im März 2010 eingereicht, mit Einwurfeinschreiben, aber auch darauf keine Reaktion.

Dann, etwa zwei Wochen später, fiel mir auf, dass ich dieses Heckmeck vom JobCenter scheinbar auch auf die Familienkasse überlagern könnte - sollten die sich doch drum kümmern:

Ich bin damit einverstanden, dass die Familienkasse beim zuständigen Träger (Agentur für Arbeit, Arbeitsgemeinschaft) gespeicherten Daten, die für Entscheidung über den Kindergeldanspruch maßgeblich sind, verwenden darf und diese durch einen direkten Zugriff übernimmt.

Also habe ich das angekreuzt und unterschrieben und persönlich dort abgegeben!

Meine Mutter hat am Montag am Telefon nachgefragt, wieso sie sich denn nicht selbst da melden, ich hätte dem ja zugestimmt. Das würde man nicht machen, solange nichts schriftlich vorliegt (???)

Ja, meine Mutter habe ich gebeten doch mal mehr Druck auszuüben und sich nicht immer alles gefallen zu lassen, aber sie meint, sie könne da nich noch mehr machen. :roll:

Erklärung zu den Einkünften und Bezügen eines über 18 Jahre alten
Kindes (KG5)
Das hat die Familienkasse bereits dreimal bekommen, beim "Erstantrag", nach dem erneuten Antrag nach der Ablehnung und nochmal, als ich oben genanntes Formular abgegeben habe.


Mir fällt gerade auf, dass ich im ersten Beitrag nicht erwähnt habe, dass das Kindergeld im Mai 2010 ohne Begründung abgelehnt wurde und wir daraufhin "Einspruch" ? oder was man dazu sagt eingelegt haben.

Am Telefon sprach der Sachbearbeiter am Montag die ganze Zeit vom "Antrag vom Mai", man wüßte gar nichts von vorher.

:sensationell: