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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Maßnahme: Was muss ich alles mit mir machen lassen?


Seeanemon
09.10.2010, 06:43
Hallo,

ich habe zwei Ausbildungen, habe privat über Vereinsaktivitäten auch div. weitere Qualifikationen etc. Bin ein aktiver engagierter Mensch. Mein Hindernis besonders in meiner kleinen Mittelstadt ist mein Patchwork-Lebenslauf, da die Arbeitgeber hier auf Nummer sicher gehen wollen und nur Leute einstellen mit 10 Jahre Firmenzugehörigkeit etc.

Aufgrunddessen schloss ich erfolgreich vor zwei Jahren eine Umschulung zur Industriekauffrau ab. Was heisst erfolgreich: in dem Betrieb wurde ich gemobbt ohne Ende, ich musste mich deshalb laufend krankschreiben lassen weil ich nicht konnte und am Tag hatte ich 4 Stunden Zugfahrt um zur Ausbildung zu kommen; deshalb bin ich nur sehr knapp durch die Prüfung gekommen.

Das ist jetzt 1 Jahr her. Ich suchte nach einem entspr. Arbeitsplatz vor Ort und im größeren Umkreis. Nur Absagen! Also ging ich zu Zeitarbeitsfirmen und nahm eine Stelle zur Produktionshelferin in einer Galvanikfirma vor 5 Monaten an. Das 8 Dauer-Pflicht-Stehen habe ich mit meiner verschobenen Hüfte nicht aushalten können und vom Chemie-Geruch wurde mir aber der Sommerhitze zum Brechreiz schlecht, so das ich aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste.

Meine SB, die von meinen Problemen und Themen NICHTS kapiert, wurde ich schneller in eine Maßnahme geschickt als das ich Muh machen konnte. I

Ich stecke jetzt in einer Maßnahme die an Langzeitarbeitlose gerichtet ist,, die schon JAHRELANG beruflich nichts mehr getan haben und die im Rahmen dieser Maßnahme, an Tagesstruktur erstmal gewöhnt werden müssen!!!! Und zu Praktika etc überredet!!!!! Einer schläft regelmäßig ein!!!!!!
Die Dozenten die ein Tag mäßig vertretungshalber aufkreuzen wissen nichts, leiern ihr Sach runter, kapieren nichts, wissen nicht wie Fax funktioniert oder Kopierer heller zu stellen geht. Die Teilnehmer haben keine Lust auf computer lernen etc.. Eine ansprechbare Dozentin weiss nichts über die Rahmenbedingungen der vorgeschriebenen Praktika.

Als Teilnehmerin soll ich anderen Computer beibringen, obwohl ich von den Leuten selbst weiss, dass die sich zu alt fühlen um nochmal Computer lernen zu wollen (oder sie geben das in dem Kurs vor um es hier nicht tun zu müssen), obwohl die Dozenten für sowas bezahlt werden und ich nicht.

Da ist mir endgültig der Faden gerissen. Ich habe gesagt ich arbeite nicht für gratis, während ich in der Zeit auch Arbeit suchen gehen kann um Geld zu VERDIENEN wie es ja Ziel dieser Maßnahme sein soll, da mir Bewerbung schreiben an dem Tag verwehrt wurde. Die Dozentin glaubt auch an mir jetzt ein Exempel statuieren zu müssen oder weil ich mitdenke und eigentlich an übliche soziale Regelen gewohnt bin, an mir was demonstrieren zu müssen...da bin ich aufgestanden und gegangen !

Ich wolte zum Arbeitsamt - RAUS aus dieser saudummen, menschenverachtenden Horror-Maßnahme. Aber bevor ich mich bei der Sinnlosigkeit Arbeitsamt gemeldet habe, habe ich 3 Stunden telefoniert, um zumindest im Rahmen eines Gratis-Praktikums raus aus dem Horror zu kommen - und ich habe zwei gefunden!!!! (und was bringt mir diese Hals-über Kopf-Notmaßnahme? ich verschleudere meine Arbeitskraft für gratis, habe riesen Aufwand für nichts und Übernahme selbstredend nicht, das war von vorn herein die Bedingung für dieses Praktikum seitens des AG - und bringen tut es mir GAR NICHTS, da in einer Gärtnerei.

Was soll ich jetzt tun? Käme ich auch anders aus dieser Horror-Maßnahme raus, die noch ein halbes Jahr gehen soll? Wie soll ich denn Arbeit finden, wenn ich solche Sachen machen muss, die nichts mit Arbeitsuche zu tun haben und Fahrerei habe ich jetzt auch wieder und ich habe keinen PC / Drucker daheim..

IST DAS MENSCHENWÜRDE? WIRD DIE MENSCHENWÜRDE NICHT IM RAHMEN DIESER FEHLMA?NAHMEN NICHT ANDAUERND MIT FÜSSENGETRETEN? Einen sehr viel effektiveren und sehr viel billigeren Vhs - Kurs für Buchhaltung wird mir nicht bezahlt!!!!

Wo soll das hinführen, wenn niemand mehr sein Gehirn einschaltet? Wer erlässt die Gesetze für diese unsinnigen Regeln für Maßnahmen? Warum werden keine sinnvollen, den Anforderungen gerecht werdenden Maßnahmen finanziert? Eine der Qualitätsanforderungen der Arbeitsamt-Maßnahmen sind wohl eine bestimmte Tischhöhe etc..

Ophelia
09.10.2010, 13:00
Wieso nutzt die Zeit der Maßnahme nicht, Stellen zu suchne, Dich zu bewerben. Wenn Du keinen PC zuhause hast, kannst Du da ja sowieso nichts machen... Und dort gibt es ja offensichtlich PCs und Internet....

Step
09.10.2010, 13:31
Wieso nutzt die Zeit der Maßnahme nicht, Stellen zu suchne, Dich zu bewerben.Hat sie doch geschrieben:

Da ist mir endgültig der Faden gerissen. Ich habe gesagt ich arbeite nicht für gratis, während ich in der Zeit auch Arbeit suchen gehen kann um Geld zu VERDIENEN wie es ja Ziel dieser Maßnahme sein soll, da mir Bewerbung schreiben an dem Tag verwehrt wurde.

Ich denke, sie wird auch weiterhin dazu verdonnert, den "Kurs zu leiten". Das ist inzwischen üblich in diesen Sinnlosmaßnahmen. Den Dozenten werden mehrere Kurse gleichzeitig aufgebrummt und die schaun dann im Tagesverlauf hin und wieder mal in ihren Kursen vorbei und verdonnern diejenigen, die am meisten Erfahrung haben dazu, den anderen zu helfen.

@Seeanemone

Wenn Dich der Kurs krank macht, dann gehe zum Arzt und lasse Dich krank schreiben :wink:

Gleichzeitig wendest Du Dich an Deinen SB und beschwerst Dich dort. Wenn der keine Zeit hat, gehst Du zum Teamleiter. Verweigert auch der, dann zum Dienststellenleiter. Aber auf keinen Fall abwimmeln lassen! Gleichzeitig wendest Du Dich an das Kundenreaktionsmanagement (http://www.arbeitsagentur.de/nn_27262/Navigation/zentral/Servicebereich/Ueber-Uns/Kontaktdaten/Kundenreaktionsmanagement/Kundenreaktionsmanagement-Nav.html) und schilderst den Fall so ausführlich wie möglich. Nur grundlos abbrechen solltest Du die Maßnahme nicht, denn dann gibt es Leistungskürzungen.

Tapir
09.10.2010, 14:13
..........Als Teilnehmerin soll ich anderen Computer beibringen.....

Das solltest Du dann einfach nicht mehr tun. Oder mache dem Bildungsträger das Angebot, Dich einzustellen.
Wenn Deine Kolleginnen Dich um Hilfe bitten, dann verweist Du sie an die Dozenten.
Wenn Dir von den Dozenten angetragen wird, Deine Kollegen zu beschulen, dann frage, wie hoch der Honorarsatz ist und wo Du die Rechnung hinschicken sollst.

Ansonsten setzt Du Dich in den Kurs und machst die Dinge, die für Dich wichtig sind, nämlich Bewerbungen schreiben.

Gruß, T.:)

P.S. Achja, und nicht vergessen: dem Kundenreaktionsmanagement Bescheid sagen!

Systemgegner
09.10.2010, 15:07
Dieses Maßnahmegedöhns nimmt immer skurrilere Formen an.
Was sind das denn für Leute die solche Maßnahmen leiten?

Gegen sinnvolle Maßnahmen die eventuell beim Arbeitgeber ein wohlwollendes nicken hervorrufen ist bestimmt nicht einzuwenden, zudem wenn sie noch vom Amt bezahlt werden.
Einem geschenktem Gaul sollte man nicht ins Maul schauen!
Die Betonung liegt aber auf sinnvoll bzw. zweckmäßig!
Solche Kaspereien sind (Steuer)Geld- und (Bewerber)Zeitverschwendung mit Verblödungseffekt!

spaceman
09.10.2010, 15:16
Auch das kenne ich irgendwoher.

In meiner letzten Maßnahme war am Anfang nur ein Jobcoach da und eine Dozentin die einmal in der Woche kam und irgendwas von 7 Hüten usw labberte.

Fakt war, das einige Teilnehmer gerade mal fähig waren den PC anzuschalten, mehr aber auch nicht. Ist auch nicht verwunderlich wenn man das nie gebraucht hat.

An Bewerbungen schreiben war so überhaupt nicht zu denken. Und laut aussage des Jobcoach sei sie auch nicht dazu da ihnen zu helfen, weil das in der Maßnahme auch nicht vorgesehen sei.

In 2 Monaten würde allerdings ein Dozent kommen der sich gut mit Office und Co. auskennt.

Ich hab das dann eben freiwillig übernommen und am Schluß waren meine 2 "Schülerinnen" soweit das sie einen eignen Emailaccount hatten, selbstständig Bewerbungen schreiben konnten, und nach Stellen suchen konnten.
Gut für die beiden kann aber uach nciht Sinn einer solchen Maßnahme sein.

Seeanemon
16.10.2010, 09:44
Hallo :)

Ja, also das habe ich klar gemacht, dass ich IN der Maßnahme nichts tun werde. Tatsächlich werde ich mich wirklich an den Maßnahmen-Chef wenden und mich dort bewerben.

Fazit dieser Maßnahme: sinnlos rausgeschleuderte Steuergelder: sinnlose Maßnahme, sinnloses Fahrgeld für Praktika selbst wenn sie sonstwohin sind und meist sinnlose Praktika und sinnlose Belastung der Krankenkassen für Krankmeldung, wenn mich der Zustand krank macht. Also schlechtes Gewissen machen für Staatsverschuldung und Sozialkosten IST NICHT MEHR, zumal es gesetzlich offiziell erlaubt praktiziert wird.

Was das Praktikum betrifft mit dem ich mich schnellstmöglich aus der sinnlos - maßnahme rausretten konnte: es ist nicht in einer Gärtnerei sondern in einem Bereich, der mir sogar sehr zusagt und ich deshalb auch gerne hingehe. Ich kann wirklich was da lernen und mitnehmen - aber eine Übernahme ist auch hier von vornherein ausgeschlossen.

So sitze ich also 9 Stunden des Tages im Betrieb, davon arbeite ich 8 Stunden GRATIS (um in der Mittagspause raus zu gehen eine Stunde, fehlt mir als Hartzi das Geld um mal n Kaffee zu trinken....ja, ok, nicht immer, aber meistens,auf jeden Fall zur Zeit)

Eine solche Maßnahme verschuldet auch immer mit Zusatzkostenaufwand der nicht berücksichtigt wird! Mir daheim gut und günstig was kochen dann geht es . aber ich erhielt den Anruf an einem Dienstag und am nächsten Tag Mittwoch sollte ich schon hin...also erstmal Fahrgeld vorstrecken, Vesper zusammenstellen usw.

Hilfe und der ganze Wahnsinn soll noch 6 Monate gehen, ich bin erst ca 2-3 Wochen in der Maßnahme! Interessen für Praktika trudeln bei mir zuhaus ein.In meinem Lebenslauf kann ich also jetzt mittlerweile 12 - 13 vermerken. Ich wollte dieses Gratis-Arbeiten nicht mehr - und jetzt stecke ich wieder drin.

Ich brauche einen ganz anderen Unterstützungsansatz um mit MEINEN Voraussetzungen einen Job zu finden. Ich habe mir eigens Literatur besorgt -jetzt habe ich keine Zeit die zu bearbeiten!! stattdessen muss ich sinnlos-Sach machen. Es ist so oft passiert, dass Eigeninitiative durch so Maßnahmen torpediert werden Auch ich habe nur 12-14 Stunden am Tag.

spaceman
16.10.2010, 11:11
Ich lese immer nur sinnlos, sinnlos, sinnlos und noch mal sinnlos.

Es kann sein des für einen selbst sinnlos ist. Aber man ist ja wohl kaum alleine in der Maßnahme. Es gibt in den Bewerbungsmaßnahmen immer mal Leute die gerade mal den PC einschalten können.
Für die ist sowas sicher nicht sinnlos.
Und das gilt auch für andere Maßnahmen. Und selbst wenn, einen Anspruch auf seine supersinnvolle Traummaßnahme hat man eben leider nicht.

Systemgegner
16.10.2010, 12:19
Die Beiträge hier geben natürlich ausschließlich die persönlichen Meinungen der User wieder und für jeden mag so eine Maßnahme einan anderen oder gar keinen Nutzen haben.

"Ja", die Agentur ist kein Wunschkonzert aber auch "ja" zu jeglicher konstruktiver Kritik gegen solche Maßnahmen.
Diese Maßnahmen kosten Steuergelder die wir alle bezahlt haben und hoffentlich demnächst auch bald wieder zahlen werden, jegliche Maßnahme sollte sinnvoll, also zielgerichtet und zweckdienlich sein und keinerlei Alibifunktionen erfüllen.

spaceman
16.10.2010, 19:06
Nur wäre es wahrscheinlich schwer möglich und womöglich noch teurer, jedem Kunden die für ihn passende Maßnahme zu zuweisen.

Wenn jemand sagt er hatte x Bewerbungen und 0 Gespräche, dann geht die Agentur eben oft zu Unrecht davon aus, das es an den Bwerbungen liegt und will das durch solche Maßnahmen verbessern.

Ausnahmen gibt es da auch. Eine Bekannte von mir, Abiturientin war zur selben Zeit arbeitslos wie ich. Zufällig hatten wir den selben SB. Sie wurde allerdings in ihren 10 Monaten nie in eine Maßnahme geschickt.

Sie war dann so "frech" nachzufragen und es heiß "Bei jemand mit Abitur erwate ich das er weiß wie ers ich bewirbt".

Das kann es natürlich auch nicht sein.
Ebenso das in den Maßnahmen Teamleiterinnen als Teilnehmerinnen da sind, die vorher im Personalbüro gearbeitet haben, oder aus einem ähnlichen Bereich kommen, oder Leute bei denen nur auf Qualfikationen geschautw ird und weniger auf Anschreiben.

Natürlich läuft da vieles falsch aber es gibt auch genug Leute die, diese Sachen wirklcih benötigen. Nur leider ließt man ihr im Forum von den Leuten immer nur das gleiche ala:

"Ich bin Informatiker ich weiß wie man PCs bedient"
"..meine Bewerbungen sind perfekt"
"Ich habe besseres zu tun.."
"Sinnlose Maßnahme... Schikane"
usw.

Das alles als sinnlos zu bezeichnen ist genauso der falsche Weg wie alles gut zu heißen.
Und besser als daheim zu sein ist das alle Mal. Und sehr oft hat man auch die Ruhe vor den "ach so bösen SB". (was auch wieder ein Thema für sich ist)

Ich hätte auch gerne eine Maßnahme gehabt, die einen wieder an das Arbeitsleben gewöhnt, das war echt schwierig, aber es ist ja kein Wunschkonzert.

Man hört immer nur Leute schimpfen udn wettern, gegen solche Maßnahmen. Ich sage es da immer knallhart. Wenn einem das ganze nicht paßt kann man ja auf die Unterstützung verzichten, aber das ist ja wieder auch nicht recht.

Bei anderen Fragen wird hier wesentlich schärfer argumentiert. Aber hier scheint allgemein die Meinung zu herrschen das sowas "sinnlos" ist.

Und noch was! Nur fragenden kann geholfen werden. In meinen Maßnahmen lief auch nicht alles rund. Aber es konnte alles bei einem klärenden Gespräch mit dem Chef der Einrichtung behoben werden. Nur einem Fall war eien Meldung an die Agentur von nöten

Seeanemon
17.10.2010, 03:52
Hallo spaceman,

in einem gebe ich dir Recht: es kann gut sein, das für manchem eine Maßnahme etwas bringt- was auch immer, Wissen, Bewerbungstraining, Unterhaltung, Gesellschaft. OK.

Von einem Betrieb (Arbeitsamt), der Menschen in Kurse (Maßnahmen)vermittelt, erwarte ich allerdings auch, dass der Vermittler Ahnung hat. Leider ist es so, das das Arbeitsamtsystem so aufgebaut ist, dass in Maßnahmen vermittelt wird, die eben grad angeboten werden und ins Budget passen. Vor einigen Jahren wurde ich, als ich mich leider in ähnlicher Situation befunden habe, in eine Maßnahme gesteckt, die für Wiedereinsteigerinnen für Mamis gedacht war!! Wo ich noch nie ein Kind hatte. Bei den Frauen ging es darum, erstmal wieder alles langsam zu lernen etc.
Wenn ich mich freiwillig für so eine Maßnahme, die nicht in mein Schema passt entscheiden könnte, ok, aber nein, ich werde menschenunwürdig reingesteckt und kann nichts dagegen tun. Und was hatte die Maßnahme mir gebracht? Drei sinnlose Praktika. Eines davon in einem Betrieb, der einen größeren Auftrag hatte, und neben Zeitarbeitskräfte auch mich als Praktikantin (und zwei weitere aus dem Kurs) angestellt hatte. Natürlich nur für gratis! Nach Abarbeitung dürften wir alle wieder gehen, auch die Zeitarbeitskräfte.

Wie ich in meinem Eingangspost schon gesagt habe: ein Vhs-Kurs in Buchhaltung würde mir sehr viel mehr bringen, als die Schikane in der ich grad drinstecke und die wird einiges mehr kosten. Ein Vhs-Kurs geht aber aus bestimmten Gründen nicht (ich kann mir ungefähr denken warum, Wettbewerb vielleicht, aber wenn das jemand näher weiss, bin ich dankbar für die Info).

Ich habe damals in der erwähnten Maßnahme auch Sinn drin gesehen aber in Abwägen des Ergebnisses, das sich in der aktuellen Maßnahme auch wieder anbahnt, bin ich zu meiner radikalen Meinung gekommen.

Schließlich trudeln Interessenten / Zusagen für mein Gratis-Praktikum ein auf meine Bewerbungen hin (ok, auch Absagen aber eben nicht nur) - aber auf meine Arbeitsplatz-Bewerbungen erhalte ich nur Absagen!

Im Übrigen gehöre ich zu den Menschen, die mit ihrer freien Zeit daheim etwas anfangen können, und sei es, meine Literatur zu lesen um joblich in die Bahnen zu kommen, die für mich richtig sind, Bewerbungstipp-Bücher lesen etc. Überhaupt Zeit zu haben, Bewerbungen zu schreiben, dass wird aber nur bedingt in meinem aktuellen Kurs zugelassen und wenn Zeit ist (in den Pausen), sind unter den vielen Teilnehmer 3 PC´s aufzuteilen und 1 Drucker, den ich an anderer öffentlicher Stelle für mich allein hätte.

Wenn du die Maßnahmen dafür benutzen möchtest um nicht zu Hause zu sitzen (falls dir eine solche nicht in Richtung Wissenserwerb oder Job finden was bringt), wäre es doch allemal sinnvoller, aus eigener Initiative heraus dir einen Praktikumsplatz zu suchen, bzw. eine ehrenamtliche Tätigkeit. Dann könntest du zielgerichtet auf deinen Wunschjob die Lücke nach dem Suchen der Stelle überbrücken. Und kämst nicht in das Arbeitslosen-Fahrwasser, dass solche Maßnahmen eben auch beinhaltet. Die Leute, die diese Maßnahmen anbieten oder in ihnen als Lehrer arbeiten, leben von diesen Maßnahmen, sie verdienen ihr Geld mit dir als "Insassin" und ihrem "Vollzug" der Maßnahme.

Überhaupt finde ich schon das Wort "Maßnahme" richtig schlecht. Es erinnert mich an maßregeln etc.

Desweiteren frage ich mich, warum in der deutschen Schulnotenskala die "Maßnahmen" des Arbeitsamtes ein Note 6 - Gefühl hervorrufen, wenn man anderen, bzw. Arbeitgebern davon erzählt, während andere Kammern, die ebenfalls Bildungskurse anbieten ein Note 1 - Gefühl hervorrufen.

In meiner aktuellen Maßnahme bin ich als Industriekauffrau aufgefordert, Schreinerei- und Haushaltsarbeiten mitzumachen!! Dafür werden mir zwei Tage meines aktuellen Praktikumsplatzes, das ich ziemlich schnell aus eigenititiativem Antrieb heraus gefunden habe abgezogen und selbst auf Nachfrage der Praktikumsplatzgeberin konnte ich keine 5-Tage-Woche für dieses Prakikum rausschlagen!!! Soll ich in der nächsten Bewerbung nun lieber nur das Praktikum erwähnen oder das Prakikum im Rahmen der Maßnahmen, dass auch Schreiner- und Haushalten beinhaltete, Computer ja echt nur am Rande!
Und wenn ich dann am besten nur das Prakikum erwähne, das aufgrund des Verkaufes meiner eigentlichen Ausbildung am nächsten kommt, warum soll ich dann lieber nicht die Maßnahme erwähnen???? Weil die ja soviel Sinn machte???

Aber ich gebe dir Recht, dass jeder für die Gestaltung seiner Zeit auch innerhalb von Maßnahmen (am besten kommt es erst gar nicht dazu) selbst verantwortlich ist um jeweils Nutzen oder nicht Nutzen herauszuziehen.

spaceman
17.10.2010, 11:08
Praktika waren bei mir nicht so ohne weiteres möglich, und offiziel verboten für mich. Hatte nur eins und die Genehmigung dafür dauerte über 2 Monate.

Und "Ehrenamt" der war gut. Die Agentur hat mir dazu geraten aus der Feuerwehr auszutreten. Und das ist das einzige wofür ich der Agentur heute danke. War die beste Entscheidung meines Lebens.

Step
17.10.2010, 11:18
Leider ist es so, das das Arbeitsamtsystem so aufgebaut ist, dass in Maßnahmen vermittelt wird, die eben grad angeboten werden und ins Budget passen.Die Kurse werden vom Arbeitsamt meist Monate vor deren Beginn bei den Maßnahmeträgern eingekauft. Die Arbeitsagentur ist verpflichtet, den Maßnahmeträgern die Teilnehmer zuzuweisen und wenn ein Kurs eben noch voll werden muß, dann wird der Nächste der kommt, zur Teilnahme verdonnert, ganz egal, ob der Kurs für denjenigen passend ist oder nicht. Hauptsache der Kurs ist ausgelastet.

Ein Vhs-Kurs geht aber aus bestimmten Gründen nicht (ich kann mir ungefähr denken warum, Wettbewerb vielleicht, aber wenn das jemand näher weiss, bin ich dankbar für die Info).Der Grund ist der, daß solche Kurse eine Weiterbildung darstellen (und keine Eingliederungsmaßnahme). Weiterbildungen werden durch einen Bildungsgutschein gefördert und dafür ist Voraussetzung, daß der Kurs von einer Art Überwachungsstelle zertifiziert wurde. Damit ist gewährleistet, daß so ein Kurs den Anforderungen der Arbeitsagentur entspricht und dieser Kurs erhält dann eine Maßnahmenummer. Ein VHS-Kurs ist nicht zertifiziert und kann von der Arbeitsagentur im Ermessen des Sachbearbeiters lediglich durch Freistellung gefördert werden mit der Bedingung, den Kurs jederzeit abzubrechen, wenn sich eine Jobaufnahme ankündigt. Kurs- und Fahrtkosten mußt Du dann aber selbst tragen.

wäre es doch allemal sinnvoller, aus eigener Initiative heraus dir einen Praktikumsplatz zu suchen, bzw. eine ehrenamtliche Tätigkeit. Das ist eine äußerst ungünstige Empfehlung. Während eines (unbezahlten) Praktikums steht man der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung und würde keine Leistungen mehr erhalten. Praktika können fast nur noch durch Bildungs- oder Eingliederungsmaßnahmen absolviert werden, um weiter Leistungen zu beziehen.

Kedeli
17.10.2010, 11:46
Die Kurse werden vom Arbeitsamt meist Monate vor deren Beginn bei den Maßnahmeträgern eingekauft. Die Arbeitsagentur ist verpflichtet, den Maßnahmeträgern die Teilnehmer zuzuweisen und wenn ein Kurs eben noch voll werden muß, dann wird der Nächste der kommt, zur Teilnahme verdonnert, ganz egal, ob der Kurs für denjenigen passend ist oder nicht. Hauptsache der Kurs ist ausgelastet.
Dann bin ich auch so ein Lückenbüser. :razz: Einer der hauptsächlich nur im Sitzen und mit dem Kopf gearbeitet hat, wird in eine Schreiner-Maßnahme gesteckt. Soviel mal zum negativen solcher Maßnahmen.

Das Positive daran ist: Man lernt ob vielleicht doch ein bisschen handwerkliches Geschick in einem steckt, wird am Anfang alles von Hand gesägt. Dann ist noch eine Ersthelfer-Ausbildung dabei, kann man immer brauchen. Ein Staplerschein ist auch dabei. Und natürlich die ganze Ausbildung an den Maschinen mit nem TSM1 als Bescheinigung.

Aber das Wichtigste ist, die Werkstücke aus Fichte (max. 7% Feuchtigkeit) eignen sich gut als Brennholz. :lol:

Systemgegner
17.10.2010, 11:47
Es kann einfach nicht sein dass solche Maßnahme zur Beschäftigungstherapie genutzt werden, weil man befürchtet dass der Betroffene vielleicht morgens zu lange im Bett liegt!?
Natürlich zeugt es von wenig Weitsicht jegliche Maßnahme vorab als "unsinnig" einzustufen, wenn auch nicht alles dort so rund läuft gibt es vielleicht doch die eine oder andere mitzunehmende Erfahrung die nützlich sein kann.

Der Informatiker ist nun mal im Umgang mit PC`s vertraut und um zu überprüfen ob er im "Bewerbungsschreiben" fit ist oder nicht genügt ein Blick über seine Unterlagen.
Im persönlichen Gespräch mit dem SB lässt sich auch leich ermitteln ob der Betroffene rhetorisch geschickt genug ist einem Bewerbergespräch standzuhalten.
Nun müsste als die Entscheidung ob ein Bewerbungstraining "sinnvoll" ist oder nicht recht leicht fallen?

Da diese Maßnahmen aber wohl bedarfsunabhängig eingekauft werden und es offenbar wichtiger ist Besetzungsquoten zu erfüllen anstatt die "Zweckdienlichkeit" zu überprüfen, hat die Agentur hier mitunter ihren Auftrag verfehlt.

Seeanemon
25.10.2010, 18:50
@Kedeli:
offenbar hast du Glück mit deiner Maßnahme umso besser wenn du einen positiven Sinn rausziehen kannst

@step:
sorry, ungünstige Empfehlungen will ich nicht weitergeben, also danke für die Korrektur, wenngleich ich das System trotzdem nicht begreife, da man ja auch wenn man in einem selbstgesuchten Praktikum ist, meist unbezahlt, ja trotzdem auf der Suche nach einer Festanstellung ist, und auf Angebote reagieren kann, schneller als ohne Praktikum kann man das auch nicht, also Mappen fertig machen, verschicken und auf Antwort per handy oder Post zu warten.

@spaceman:
meinst du das ironisch, dass du es gut fandest, das du aus der Feuerwehr austreten solltest? Ich finde es erst mal schade. Bist du denn ausgetreten?


Der Sinn, den ich meiner Maßnahme zugestehe ist, dass ich auf Eigeninitiative innerhalb von sieben Tage ein Praktikum hatte. Gratis-Arbeitsräfte werden ja überall genommen (Ausbeute), aber Glück hatte ich dann doch mit meinem aktuellen Platz. Nur leider findet keine Übernahme statt und Quereinstieg in den Buchhandel ist schier unmöglich, zumal ich beruflich nicht mal wirklich aus dem Verkauf komme.

So wie ich mich in die Gratis-Arbeit retten konnte, so muss ich doch 2 Tage in der Maßnahme anwesend sein (ist das Konzept derselben). Heute morgen ging es den ganzen Vormittag darum zu überlegen, was getan werden kann, dass die Leute in der Maßnahme, zu der sie ja gezwungen und nicht freiwilig hier sind, wenigstens Spaß haben könnten (so die Dozenten). Den ganzen Vormittag ging es also um Ideen. Diese reichten von Tanzkurs (natürlich von den Kursteilnehmern ausgeführt, über Ausflüge- in Wald oder Betriebsbesichtigungen, bis hin zu Gesellschaftsspiele) das Ergebnis, das mit einer Projektexpertin besprochen wurde war: Gesellschaftsspiele!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!

Meine Kommentar, dass ich Arbeit finden will, also Bewerbungen schreiben, nach Jobs surfen etc wurden als störend empfunden!!!!!!!!!!

Abgesehen davon, dass niemand auch nur annähernd Ahnung hat, wie die Rahmenbedingen dieses Konzepts wirklích sind, weil alle nur vertretungshalber dran beteiligt sind, ich also nie irgendeine fundierte Antwort erhalten kann (Dozentin: eigentlich müssen es nur zwei Tage Praktikum sein, drei ist aber auch möglich, das wusste ich so auch nicht), musste ich heute in aller Ausfühlichkeit erklären, warum ich morgen früh zur Zeitarbeitsfirma will, wegen einer Stelle die ich heute im Netz gesehen habe. Abgesehen von der Stelle, will ich mich grundsätzlich in dieser Zeitarbeitsfirma morgen bewerben!!!! Ich muss mich also dafür entschuldigen, Arbeit zu suchen!!

Ich möchte mich vorerst nicht an das Beschwerdemanagement des Arbeitsamts wenden, weil ich in dem Praktikum doch ganz brauchbare Erfahrungen sammeln kann. Außerdem rechne ich den Dozenten an, dass sie meine Situation verstehen, aber nichts tun können. Allerdings verstehen sie meinen Ärger nicht, dass ich die Zeit die ich in der Maßnahme sinnlos vergeude (Gesellschaftsspiele sollen morgen besprochen werden!!), anderweitig praktischhalber sinnvoller Nutzen kann (Entsprechende Infos holen, mein Arbeitsfinde-Buch durcharbeiten, was jetzt nur aufs Wochenende geht usw.)

Außerdem habe ich auch das Gefühl, keinen wirklich verständigen Menschen bzw. Ansprechpartner im Arbeitsamt würde finden können.
Meine SA hat mich in diese Maßnahme gesteckt mit der Behauptung, dass diese Maßnahme mir hilft Arbeit zu finden.

Morgen, wenn die mitgebrachten Gesellschaftsspiele (Kindergarten???????) besprochen werden (....) kann es sein, dass wir anschließend in der Gruppe in die Stadtbibliothek gehen !!!!!!!!!!!!! Mir graut davor!!!!! Alle diese Gefühle führen letztendlich bei mir zu einem verzweifelt überstürtzten Ausbruch aus dieser Maßnahme. Aber vielleicht habe ich mit dem nächsten Job auch soviel Glück wie mit dem Praktikum. Ich arbeite dran.

spaceman
25.10.2010, 20:33
Den Schilderungen nach, könnte es sich auch im eine ich sag mal ALG 2 Maßnahme halten. Das folgende muss jetz nicht auf dich zutreffen, aber in solchen Maßnahmen geht es im darum Langzeitarbeitslose, wieder an einen normalen Tagsablauf zu gewöhnen, teilweise uach mit gemeinsamem Frühstück und Musemumsbesuchen udn auch Spielen.

Eben um den Leuten zu zeigen das es mehr gibt als die 4 Wände.

Wie gesagt sowas kenne ich nur von reinen Maßnahmen für Leute die wirklich schon 5 Jahre oder mehr zuhause sind.

Das man da zugteilt wird muss nix heißen, weil die SB auch sehr oft nich wissen, wo sie eigentlich zuweisen und was.

Das höchste ist eien Broschüre, wenn überhaupt.

Seeanemon
26.10.2010, 05:51
Hallo spaceman,

ja, das ist so eine Maßnahme! Ich habe den Dozenten auch gesagt, dass ich hier fehl am Platz bin! Ich habe gefragt, ob nicht sie als Dozenten doch sicherlich die Möglichkeit haben, mit der SA vom Arbeitsamt zu reden, dass ich hier fehl am Platz bin, aber von denen kommt gar nichts! Meine Umschulung liegt ein Jahr zurück, aber vor 5 Monaten war ich branchenfremd in einer Zeitarbeitsfirma angestellt, wo ich nach Auftragsabarbeitung der Einstellerfirma im Rahmen meines befristeten Arbeitsvertrages fristgerecht gekündigt wurde.

Ich habe mir schon überlegt, wie kompetent Sachbearbeiter sein müssen, um Leute gesetzlich verpflichtend in so eine Maßnahme zu stecken und wie Leiter einer Maßnahme berechtigt sein sollen, könne, dürfen, müssen um fehlplatzierte Leute da nicht wieder wegzustecken.

Von den Dozenten kommt seitens meines Problems nur Achselzucken! Dahingegen lassen sie mich meine Fachzeitschriften lesen, die ich seit der letzten Umschulung abonniert habe, um in diesem Beruf auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Auf meine zahlreichen Bewerbungen habe ich in diesem Umschulungsberuf keine Stelle gefunden. Leider verfüge ich nicht über Vitamin B. Ich bin nicht der Typ, der sich gerne irgendwo einschmeichelt um Vorteile daraus zu ziehen, aber vielleicht sollte ich das mal lernen oder anfangen zu tun.

Wenn ich heute Vormittag zur Zeitarbeitsfirma gehe, habe ich gerade doch etwas Angst, da ich, falls ich dort Anstellung finde, wider in diesem nur so als ob - Gefühl-Arbeitsverhältnis stehe, was mir in meiner filigranen Gesamtverfassung eigentlich schlecht tut. Klar ist Zeitarbeit die Zukunft. Ich frage mich nur, ob auch diese Zeitarbeitsfirma nicht auch wieder ein weiterer Flicken in meinem Patchwork Lebenslauf ist. Die Maßnahme, bzw. das Praktikum habe ich mit der branchenfremden Zeitarbeitanstellung alles nach der Umschulung ja auch schon wieder drin. Und was soll ich alles weglassen, wenn ich den Leuten aber doch zeigen will: nein, ich war in der Zeit nicht untätig, ich habe das was getan, aber es passt halt nicht in euer Schema trotzdem bin ich kompetent genug, aus allen Jobs was zu lernen und dadurch allroundmäßig erfahren in andere Jobs zu stecken.

Selbst wenn ich an die Zentrale der Maßnahme schreibe oder mal telefoniere, einen Termin ausmache -ja, das werde ich wohl tun, um persönlich und in Ruhe über alles zu sprechen - frage ich mich, was es bringen soll - jeder weitere unqualifizierte Arbeitsamt-Fortbildungskurs, kann den dadurch immer größer werdenden Zeitverlust den ich als Praxis haben müsste nicht mehr abfangen!!!

Step
26.10.2010, 10:15
@Seeanemone

Der Maßnahmeträger wird sich hüten, jemanden ohne wichtigen Grund aus dem Kurs zu nehmen. Denen geht doch dann das Geld verloren, daß er vom Arbeitsamt oder von der ARGE für Dich bekommt. Ich war auch mal in so einer sinnlosen Eingliedreungsmaßnahme. Ich habe offen meine Opposition über den Kurs und den Maßnahmeträger geäußert. Als dann auch die anderen Kursteilnehmer "aufwachten", hat man versucht, mich aus dem Kurs zu drängen, und zwar mit einer Abmahnung! Ich habe auf dem Hacken Kehrt gemacht und bin direkt beim Arbeitsamt aufgeschlagen. Meine SB hatte keine Zeit für mich, der Teamleiter auch nicht. Da blieb nur der Dienststellenleiter, dem ich die Mißstände dann schilderte. Ich merkte aber schnell, daß die alle mit solchen Maßnahmeträgern unter einer Decke steckten. Das Ende der Geschichte war, daß ich mich dann zurückhielt, aber am Kursgeschehen auch nicht mehr teilnahm. Hatte sowiso niemanden (mehr) interessiert. Ich kannte mich halt aus und habe sie sozusagen mit ihren eigenen Gesetzen und Regelungen konfrontiert und eine Beanspruchung der eigenen Rechte kann halt nicht sanktioniert werden.


Klar ist Zeitarbeit die Zukunft. Das ist nicht Dein Ernst, oder? Zeitarbeit ist moderne Versklavung. Der Vorteil ist, daß man dann unkündbar ist, denn Sklaven werden halt verkauft :sdagegen:

Seeanemon
26.10.2010, 17:10
Hallo Step,

mir geht es ganz genauso! Ich sage den Leuten mein Problem, aber die pochen halt drauf dass es "um die Gruppe" geht. Was du mit Arge und Dienststellenleiter sagst, spüre ich instinktiv, denn auf dem Absatz kehrt gemacht habe ich ja schon um dorthin zu gehen, habe aber die bevorstehende Sinnlosigkeit gespürt und mich dann um mein Praktikum intensiv gespürt.

So wie ich heute ja zur Zeitarbeitsfirma gehen "durfte", sollte ich anschl. im Kurs davon erzählen. Ich konterte, dass man mir gesagt hat, dass es hier nicht um Arbeit geht und mein Desinteresse für jegliches Intersse kundgetan.

Die wollen mich auch dauernd mit dem Arbeitsamt erpressen. Er-pressen, und das in einer angeblichen Demokratie wo einem sichtbaren und zuschauendem Auges die Hände gebungen sind!!! Sie haben gesagt, ich kann gehen, wenn es mir nicht passt oder sie drohen mir, dass sie mich jederzeit rausschmeißen können, auch aus dem Praktikum, der Praktikumsvertrag unterliegt den selben Rechten der Maßnahme. Ein vernünftiges Gespräch war nicht möglich, eine Hilfestellung gegenüber dem Arbeitsamt mit den Kursleitern und Dozenten wurde abgelehnt, "ist nicht ihre Aufgabe", ihr Aufgabe ist die Maßnahme = Gruppendynamik herstellen und allg. Beschäftigung. Die Assessment-Aufgaben waren ja ganz nett heute.

Ich war auch teilnahmslos aber wollte doch heute dann guten Willen zeigen, nicht zuletzt, weil ich wirklich nicht weiss, was passieren würde, wenn die mich rausschmeissen. Meine einzige "Stütze" ist das Alg II.

Was meinst du mit Rechten? Hätte ich das Recht, teilnahmslos dazusitzen, ohne mitzumachen, da die mittlerweile mitmachen von mir verlangen. "Die Gruppe, die Gruppe."
Es kann sogar sein, dass in meiner EVA steht, dass eine Fortsetzung der Maßnahme vorgesehen ist, ich mag das alles gar nicht durchlesen

schlimm finde ich noch, dass die ein mich dreinfügen auch noch schön finden und sich "drüber freuen", wo es doch letztendlich ein perverser Zwang ist...

Das Ergebnis bei der Zeitarbeitfirma war heute Morgen auch wieder ernüchternd: scheinbar hat sich von den Aufgaben im Stellenprofil der Firma was geändert, die hätten sich gemeldet und es ist gerade alles unklar, wir sind gerade im Stress usw..oh je...und jetzt?

Step
26.10.2010, 18:02
Was meinst du mit Rechten? Hätte ich das Recht, teilnahmslos dazusitzen, ohne mitzumachen, da die mittlerweile mitmachen von mir verlangen.Bei mir ging es um andere Probleme, indbesondere um Fahrtkosten, die in der Maßnahme entstanden wären, und da war die Rechtslage eindeutig, was andere aber wieder nicht wußten und was seitens des Maßnahmeträgers auch besser so gewesen wäre.

Ich denke aber nicht, daß Gesellschaftsspeile dazu dienen, das Maßnahmeziel zu erreichen. Insofern wäre das schon ein Angriffspunkt, um gegen so einen Kurs vorzugehen.

Ich habe mich dann hingesetzt und im Internet nach Stellen gesucht und irgendwelche bunten Bildchen in eine PowerPoint-Präsentation eingefügt, weil das auch ein Teil der Schulung war :patsch:

Bei mir ging das aber auch nur 3 Wochen, danach waren 4 Wochen Praktikum. Es war also nicht ganz so schlimm.

Seeanemon
26.10.2010, 19:34
eine Zeitlang konnte ich Zeitarbeitsfirmen schon was abgewinnen. Irgendwie fand ich es interessant, immer wieder in neue Betriebe reinschauen zu können und ich bin auch schon in Betriebe reingekommen, die ich so nicht kennengelernt hätte.

Also es ist aber nicht so, dass ich die Zeitarbeitsfirmen lobe, aber wenn ich mich umschaue und sehe, wie die aus dem Boden schießen - guckste weg - und wieder hin - hängt schon wieder ein neues Schild eines neuen Personalvermittlers da. Ich frage mich, wie die ihre Mitarbeiter finanziert kriegen, bei der allgemeinen Auftragspleite.

Menno...meine Lösung wäre aktuell ein Job bei irgendeiner Firma....es soll aufhören, dass ich in einem derartigem abhängigem Lebenszustand lebe...

Grufti-MG
29.10.2010, 21:51
Hallo,ich bin 54 Jahre alt und gesundheitlich stark eingschränkt.Ich habe 25 Jahre auf dem Bau gearbeitet und bin kaputt.
Ich bin langzeitarbeitslos und nach Angabe der Arge nicht vermittelbar.
Bin jetzt seit zwei Monaten bei der Massnahme 50+ (2 Monate Schulung +2 Monate Praktikum) bei ******-GmbH in Mönchengladbach,(soll 4 Monate gehen) bis 31.12.2010.
In den zwei Monaten haben wir 2 Wochen Lebenslauf erstellt und den Rest mit Rätselraten verbracht.
Jetzt kommt die heisse phase,wo wir alle einen praktikumsplatz haben sollten,(was aber nicht ist).
Jetz werden wir genötigt,uns einen platz zu suchen,egal was.
Es wird einfach nicht auf die Gebrechen oder das Krankheitsbild der Teilnehmer eingegangen,hauptsache die Quote stimmt.

Das Grenzt doch an Nötigung, oder ????

Seeanemon
17.11.2010, 06:17
Hallo Grufti MG,

ja, so grauenvoll wie du das beschreibst, ist das bei mir ebenso. Die Spielen den ganzen Tag, ich halte mich unter Aushalten müssen von größten Widerständen draußen. Das Praktikum in dass ich mich innerhalb von 7 Tage nach Maßnahmebeginn und entdecken dieses Schwach-Sinns beginnen konnte, endet in zwei Wochen. Kann ja nur drei Tage hin die Woche, die übrigen 2 Tagen muss ich in der Horror-Maßnahme sein und da ist das derzeitige Projekt (!!!) spielen. Es soll irgendwann vorgetragen werden, welches Spiel aus welchem Grund gut ist und wie die einzelne Spiele beschaffen sind, d.h. wie sie aussehen usw!!!!!!

MIr wurde vorgehalten, dass ich den ganzen Tag im Internet gewesen sei!!! Dabei habe ich von morgens bis Schluss a) nach Stellen gesucht b) nach Praktikum gesucht und haufenweise Bewerbungen geschrieben (ich habe weder Word noch drucker daheim, es gäbe aber eine öffentliche gratis PC-Selle hier im Ort)) c) habe ich mir relevante Infos aus dem Netz gezogen die in meinem Fall erforderlich sind, wie z.B. was Lebenslauf betrifft.

Zwischendurch hält die Dozentin auch Vorträge über Vorstellungsgespräche wie gestern. Sie monologisiert und hört sich selbst gerne reden, ein Teilnehmer ist oft vor ihren Augen eingeschlafen, selbst zum schnarchen hat sie nichts gesagt. Als ich - in einer Pause - mal den Kopf auf meine Arme gelegt habe hat sie gemeint, dass ich zum schlafen nach Hause gehen soll!! Der Teilnehmer ist irgendwann nicht mehr wiedergekommen und ich würde es gerne genauso machen...

Es ist menschenunwürdig. Für Gesetze und ihre Politiker, die dass zulassen habe ich weder Respekt noch Versändnis mehr übrig. Für Leute, die den Job als Dozenten machen und die gesamten Einrichtungen die diese Maßnahmen anbieten auch nicht mehr, denn sie beteiligen sich alle mit daran mit.

Also ich meine, es gibt sicherlich Leute, denen das was bringt. Ja, spielen tun die Teilnehmer im "Kurs" alle gerne, gestern Mittag war es dann "wer bin ich?" mit Zettelchen auf der Stirn, noch dazu in einem anderen Raum, wo es keinen PC-Zugang für mich gibt, das Lächerliche ist, die Doz glaubt, wenn ich mit in den Raum komme, wo es kein PC gibt und ich so langsam nichts mehr sage, weil sie wirklich zu d** ist um mein "Arbeit suchen wollen" - "Raus aus der Maßnahme-Dummheit bzw. Ineffizienz" kommen wollen zu kapieren, das findet sie als Errungenschaft ihrer tollen Dozenten-Fähigkeiten!!, aber ich glaube es ist wirklich ein nicht können es zu verstehen , weil sie vesteht und auch mal gesagt hat:"niemand ist hier freiwillig, wir müssen jetzt das beste draus machen" da versteht sie aber nicht darunter, dass ich jedes Minütchen Effektivität in ARBEIT SUCHEN oder entspr. Fachliteratur mich einlesen("entspricht nicht dem Konzept der Maßnehme")- , sondern aktuell geht es auch um Outdoor- Veranstaltungen zu planen.....nächste Woche steht ein Museumsbesuch an....ein Ausflug wie im Kindergarten...Als díe Freude eines Dozenten mal über eins dieser Ausflüge zu groß wurde, meinte ich, dass ich mit über 30 bei Ineteresse auch selbst in ein Museum gehen könnte.

Was würde es schon bringen wenn ich beim Arbeitsamt anrufe? Entweder nichts oder ein anderer Kurs. Die Auswahl "was die einkaufen" (grauenhafte neue deutsche Wortschöpfung mal wieder) ist für mich mit meinem Ausbildungsspektrum nicht mehr sehr groß. Würde mir das Arbeitsamt die paar Bücher finanzieren, die ich mir zum Job-Such-Thema über die günstigen online-Buch-Anbieter selbst finanziere, wäre mir und den finanziell Beteiligten an diesen Sinnlos-Maßnahmen am meisten geholfen.

Leider habe ich den Fehler gemacht, die Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Aber die Sachbearbeiterin ist gar nicht darauf eingegangen, dass ich mir die Maßnahme vorher erst mal anschauen will, da ich das bisher so kannte, dass man erst hingeht, mit den Leuten spricht und sich dann entscheidet und die Leute von diesen Maßnahmen auch. Allerdings weiss ich nicht, wie auf ein nein meinerseits reagiert worden wäre...zum anderen hatte ich eine gewisse Hoffnung in diese Maßnahme schon gelegt..

Tapir
17.11.2010, 10:37
Hallo Wasserbewohner.

Tja, was soll es wohl bringen, sich bei dem Kundenreaktionscenter zu melden?

Vielleicht die Möglichkeit, seinen ganzen Frust über diese sinnlos Maßnahme loszuwerden?
Vielleicht die Möglichkeit, den Maßnahmeträger von Amts wegen zu zwingen, seine Konzepte ordnungsgemäß zu erstellen und abzuarbeiten?
Vielleicht die Möglichkeit, einer anderen Maßnahme zugewiesen zu werden, die mehr sinnhafte Inhalte verspricht (und günstigenfalls auch hält:engel:).

Es hilft jedenfalls nicht, nur zu jammern, auszuhalten was nach meiner Meinung eine Zumutung ist, und den Kopf in den Sand zu stecken. Streite Dich! Dann kannst Du Deinen Unmut wenigstens kanalisieren. Andernfalls tust Du nur Dir selbst etwas an, schlimmstenfalls ein Magengeschwür.....

Führe Protokoll über die Dinge, die passieren. Schreibe alles auf. Fall dem Bildungsträger auf die Nerven. Lass Dir Lernziele erläutern. Lass Dir erklären, welche Entwicklungsschritte erwartet werden, und anhand welcher Instrumente diese belegt werden.

Lass Dich nicht ins Bockshorn jagen!

Geh Deiner Fallmanagerin auf die Nerven. Frag Sie, welche Zielsetzung die Maßnahme für Dich haben soll. Nimm Beistand mit. Lass Dich nicht auf dubiose Begründungen ein. Erläutere nochmal, was Du uns auch hier geschildert hast. Frag sie doch mal, was eine Spielanalyse mit Deiner beruflichen Situation zu tun hat. Lass Dich nicht abwimmeln. Geh notfalls zur nächsten Instanz, dem Teamleiter.

Versteh mich nicht falsch, man kann das alles gepflegt, freundlich aber in der Sache knallhart formulieren. Am Besten, wenn man sich ein stichwortartiges Konzept erstellt.

Mir wäre der erlebte Frust die Arbeit schon wert, die es macht.

Und ich bin :sdagegen:, solche Maßnahmeträger zu unterstützen, bzw. eine Maßnahme "auszuhalten".
Eine Maßnahme soll immer noch fördernden Charakter haben und dem Teilnehmer etwas bringen, ansonsten ist es für die Füße.

liebe Grüße und Ohren steiff - Zeigs Ihnen! T.:)

Seeanemon
17.11.2010, 14:32
Hallo Tapir,

danke :) ja, so werde ich es machen! erst recht, wenn mir das Praktikum für ab 01. Dez. , dass ich mühsam an Land gezogen habe nicht gewährt wird - aus was für denen ihren sinnlosen Gründen auch immer!

DerkleineQuerulant
28.11.2010, 03:38
Eine Bekannte von mir macht zur Zeit eine modulare Schulung mit, also richtigen Unterricht an einer Schule. Das wird sie zwar auch kein Stück weiterbringen, weil es keine AG interessiert, ob sie nach 6 Monaten dort ein Zertifikat vorweisen kann...

Jedenfalls ist dort in ihrem aktuellen Modul ein Mann, der KREBS hat. Meine Bekannte hat mal heimlich ein Foto von ihm mit der Handykamara aufgenommen... der Mann ist total blass und pfahl. Er ist abgemagert und praktisch nur noch Haut und Knochen.

Wie kann man einen offensichtlich sterbenskranken Menschen, auch wenn er arbeitslos ist, noch in eine berufliche Schulung stecken?????

Beim JobCenter ist halt nichts unmöglich. Ich glaube, wenn es erlaubt wäre, würden sie sogar schwangere Frauen, bis zum Einsetzen der Wehen in solche Maßnahmen stecken.

Helga40
28.11.2010, 11:53
Schwangere bis zum Beginn des Mutterschutzes: natürlich. Andere Schwangere arbeiten ja auch bis dahin.
Und offensichtlich ist der nach eurer Meinung sterbenskranke Mensch weder erwerbsunfähig noch arbeitsunfähig geschrieben von seinem Arzt bzw. der Rentenstelle, was absolut unüblich ist. Das wird doch einen Grund haben, oder? Wo liegt dann der Grund? Beim Amt oder beim Arzt? Oder bei euch mit eurer Eigendiagnose?

Helga

ALG53
28.11.2010, 12:09
kann aber auch sein das der sterbenskranke Mensch nicht nur krankgeschrieben sein möchte sondern am Leben teilnehmen will

Eine möglich Intention dieses Menschen

Ophelia
28.11.2010, 12:12
[quote]Meine Bekannte hat mal heimlich ein Foto von ihm mit der Handykamara aufgenommen.[quote/]
Davon abgesehen, dass dies nicht erlaubt ist...WIE GESCHMACKLOS IST DAS DENN!!!

Pharao
28.11.2010, 13:22
Wie kann man einen offensichtlich sterbenskranken Menschen, auch wenn er arbeitslos ist, noch in eine berufliche Schulung stecken?????

Hi,

erstmal ist nicht jeder sterbenskrank nur weil er Kerbs hat und zweitens, frag Ihn doch einfach selber, bevor du hier irgendwelche Vermutungen äußerst die nur auf annahmen basieren.
Eine Bekannte von mir macht zur Zeit eine .....
Ach wie schön : Selbst garnicht den Vorfall erlebt, sondern nur vom hörensagen über 100 Ecken ......
Das wird sie zwar auch kein Stück weiterbringen, weil es keine AG interessiert, ob sie nach 6 Monaten dort ein Zertifikat vorweisen kann...

Sorry, aber es kommt auch immer ein bischen darauf an, welche Einstellung man selber hat und was man daraus macht.

Wenn man natürlich im Vorfeld schon schimpft wie ein Rohrspatz über `ne Maßnahme von der man garnix weis und während der Maßnahme dann nur noch Gründe sucht die das Bestätigen, dann brauchst du dich auch nicht wundern, wenn das ganz wirklich nichts bringt.

Im übrigen, einige AG wollen einfach nur sehen das man was gemacht hat in der Zeit und nicht nur faul zu Hause saß. Außerdem kannst du garnicht jetzt beurteilen, ob dir das ganze was bringt oder nicht, den dann könntest du Hellsehen und müsstest theoretisch nur eine einzige Bewerbung schreiben um wieder an einen Job ran zu kommen.

Das man an einigen Maßnahmen etwas Verbessern könnte, da gebe ich dir Recht. Nur schau dir doch mal an, wieviele in einer Maßnahme schon hocken und keinen wirklichen Bock darauf haben, aus was für Gründen auch immer.

spaceman
28.11.2010, 14:23
Wie schon oft gesagt. Entscheidend ist was man aus solchen Maßnahmen macht.

Und mag eine Maßnahme noch so sinnlos sein, mitnehmen kann man immer irgendwas.

Es gibt wirklcih Leute die wissen nicht wie man eine Bewerbung schreibt oder die brauchen wirklich den Dozenten der hinter einem steht und alles kontrolliert.

Und auch bei den Leuten mit den "perfekten" Bewerbungen finden sich Lösungen und Fehler.

Im übrigen glaube ich es sich bei "Der kleine Querulant" um einen Forentroll allererster Güte handelt. Geschichten vom Hörensagen, feinstes Stammtischvokabular, die sinnlose und übermächtige ARGE usw.

Ich warte ja nur noch drauf bis auch hier die "Zwangsarbeit" Platte wieder aufgelegt wird.

Seeanemon
30.11.2010, 19:21
Hallo :)

Da melde ich mich heute mal wieder :). Nachdem ich nun zwei Monate "abgesessen" habe in der Maßnahme (anders kann ich es nicht nennen), bin ich im Zwispalt, ob ich mich über die Maßnahme beschweren soll, zumal, dass letzte Praktikum für mich jobmäßig ganz hilfreich war, und ich, nach Ablauf desselben, ich für ab morgen auch schon wieder ein ganz interessantes Prakikum an Land ziehen konnte. Zwar völlig branchenfremd, natürlich gratis (aber wenn interessiert das schon), ein Job steht auch nicht dahinter (wie könnte es anders sein) - aber die Tätigkeit ist für mich aufgrund der sozialen und kreativen Aspekte ganz interessant und vielleicht eröffnet es mir ja neue Möglichkeiten, wer weiß.

Heute stand kochen und backen auf dem Programm der Maßnahme. Zum Schluss hatte ich eine Zuständige der Maßnahmen-Einrichtung gefragt, ob ich "draußen" bin, wenn ich wenigstens einen 400 Euro - Job finden kann. Sie sagte Nein, weil ich einen sozialversicherungspflichtigen Job bräuchte, erst dann wäre ich "draußen".

Jetzt hätte ich folgende Frage: ein 400 Euro - Job kann doch auch sozialversicherungspflichtig sein?? Da gibt es doch so eine 2 % Regelung für die Lohnsteuer, bzw. manchmal wird man doch gefragt, ob man versichert werden will???

Ansonsten erhalte ich nur Absagen auf meine Bewerbungen hin, habe erst heute wieder ein erhalten :seufz:

spaceman
30.11.2010, 19:35
Hallo :)

Da melde ich mich heute mal wieder :). Nachdem ich nun zwei Monate "abgesessen" habe in der Maßnahme (anders kann ich es nicht nennen), bin ich im Zwispalt, ob ich mich über die Maßnahme beschweren soll, zumal, dass letzte Praktikum für mich jobmäßig ganz hilfreich war, und ich, nach Ablauf desselben, ich für ab morgen auch schon wieder ein ganz interessantes Prakikum an Land ziehen konnte. Zwar völlig branchenfremd, natürlich gratis (aber wenn interessiert das schon), ein Job steht auch nicht dahinter (wie könnte es anders sein) - aber die Tätigkeit ist für mich aufgrund der sozialen und kreativen Aspekte ganz interessant und vielleicht eröffnet es mir ja neue Möglichkeiten, wer weiß.

Heute stand kochen und backen auf dem Programm der Maßnahme. Zum Schluss hatte ich eine Zuständige der Maßnahmen-Einrichtung gefragt, ob ich "draußen" bin, wenn ich wenigstens einen 400 Euro - Job finden kann. Sie sagte Nein, weil ich einen sozialversicherungspflichtigen Job bräuchte, erst dann wäre ich "draußen".

Jetzt hätte ich folgende Frage: ein 400 Euro - Job kann doch auch sozialversicherungspflichtig sein?? Da gibt es doch so eine 2 % Regelung für die Lohnsteuer, bzw. manchmal wird man doch gefragt, ob man versichert werden will???

Ansonsten erhalte ich nur Absagen auf meine Bewerbungen hin, habe erst heute wieder ein erhalten :seufz:

So genau kenne ich mich da auch nicht aus, aber auch bei der Agentur läuft ein Minijob als nicht sozialversicherungspflichtig.
Ein Minijob kann zwar helfen den Druck der Agentur etwas zu verringern, aber aus einer Maßnahme hilft er einem nicht raus, im Gegenteil er muss sogar dahiner zurückstehen.

Minium wäre wohl ein Teilzeitjob mit der niedrigst möglichen Stundenzahl.

Kedeli
30.11.2010, 19:58
Jetzt hätte ich folgende Frage: ein 400 Euro - Job kann doch auch sozialversicherungspflichtig sein?? Da gibt es doch so eine 2 % Regelung für die Lohnsteuer, bzw. manchmal wird man doch gefragt, ob man versichert werden will???
Sozialversicherungspflichtig wirds erst ab 400,01€. Du kannst allerderings unter der Grenze Deine Rente bisschen auffrischen, indem Du sich über den AG versichern lässt. Kostet dich allerding ca. 15% vom Gehalt. Näheres hat Pharao mit Links in einem anderen Thread geschrieben.

Versuch mit dem AG zu Verhandeln bis zu welcher Grenze er hochgehen kann, damit für beide Seiten ein angemessenes Entgeld mit für den AG geringerer Abgabe als die 22% Pauschale sind. Rentiert sich für beide Seiten. Du kriegst zwar bisschen weniger raus, aber als Aufstocker bleibt Dir auch bisschen mehr. Und ein paar Cent mehr Rente gibts ab 67 dann auch. :)

Seeanemon
08.12.2010, 11:48
Hallo Kedeli, hallo Spaceman,

danke für eure Infos! Habe zufällig ein Telefonat einer "Dozentin" (ein Begriff der geschützt werden sollte im Rahmen eines Qualtiätsmanagements), bzw. Projektgruppenleiterin (die dran beteiligt war mit der Muss-in-die-Maßnahme-sonst-wird-mir-das-Geld-für-meine-Existenz-gestrichen-Gruppe das Projekt Spiele spielen und ein Spiel entwickeln herausgearbeitet hat :? ) zufällig mitbekommen wie sie der Tel-Person gesagt, dass eine (Sinnlos-) Maßnahme einem Mini-Job vorgeht.
Ich weiss jetzt allerdings nicht, inwieweit eine Maßnahme sich einem Mini-Job-Zeitplan anpassen kann, aber wahrscheinlich nicht?? Ist nicht sozverspflichtig, also keine Rücksicht, lieber Vollzeit-Sinnlos-Maßnahme, und den Mini-Job womöglich los sein.

Vorgestern kam raus, dass den Teilnehmern dieser Maßnahme 12 Tage Urlaub zustehen, toll, dass wir das erst jetzt erfahren. Blöd nur, dass diese Sinnlos-Maßnahme über die Feiertage sowieso geschlossen ist, in einer Zeit, wo ich wenigstens freie Urlaubstage zum vor-Ort-Arbeit-suchen oder Kontakte herstellen nutzen könnte. Im Rahmen meines Patchwork-Lebenslaufes, wäre dies für mich notwendig. Und von den 12 gehen mir dadurch 8 Tage also verloren. Außerdem ist noch nicht raus, ob es nicht doch 10 Tage sein können, da noch nicht raus ist, ob díe Maßnahme-Urlaub nicht bis nach Hl. Dreikönige ausgedehnt wird. Danke, dass die Teilnehmer KEIN Mitbestimmungsrecht haben, haben ja scheinbar eh nichts zu planen, müssten ja nicht vielleicht auch mal n Verwandten in xy Stadt besuchen fahren usw.

Habe dann gefragt, ob die 12 Tage Urlaub unabhängig von den Urlaubstagen sind, die einem Arbeitslosen das Jahr über auch zustehen (so 21, also drei Wochen), die habe ich nämlich schon genommen, als ich mit meinem über die Agentur bestellten Privatvermittlungsgutschein zu meiner Bekannten fuhr, nur ist der Gutschein bis vor Abfahrt, nie bei mir angekommen, gefharen bin ich trotzdem, und meine Sachbearbeiterin will davon nichts gewusst haben.
Typische Anwort der "Dozentin" auf meine Urlaubsfrage: ich weiss nicht :wut: Wann wir das erfahren, habe ich gefragt. Ich soll mich selbst beim Arbeitsamt informieren. Oder ich hätte sie (freundlich) fragen sollen, ob sie beim Arbeitsamt mal nachfragt. Ich könnte das Arbeitsamt auch anmailen und schreiben: meine Maßnahmen-Dozentin weiss das nicht, deshalb frage ich....xy"

Naja, jedenfalls bin ich krank, habe gestern :kotz:müssen. Bin auch etwas erkältet. Vielleicht war es aber auch der Ekel über die ganze unselige, sinnlose Zwangssituation in der ich mich gerade befinde. Naja, wohl beides...Aber so zackig wie das Verwalten von Abwesenheit und Abfangen von AU´s ist, so wünsche ich mir eine Maßnahmne, eine, die womöglich auf meinen tatsächlichen Bedarf ausgerichtet ist. Eine Fortbildung im Rahmen meiner letzten Umschulung, die mcih die aktuelle arbeitslose Zeit sinnvoll überbrücken lassen, das wär´s. Naja, wenigstens konnte ich gestern noch alle Infos über EGV´s ausdrucken und insbesondere die Infos über EGV Verweigerer. Sind ja juristisch nicht ganz einwandfrei diese EGV´s , laut wikipedia.

alles in allem arbeite ich daran, nie mehr wieder in diese menschenunwürdige Situation zu kommen, wo erwachsene Männer und Frauen was spielen sollen den Tag über, oder die auf meine Frage "was macht ihr gerade (denn ich bin ja drei Tage im Praktikum, deshalb kann ich die zwei wo ich da bin, auch nicht richtig mitmachen, außer ich spiele halt mit oder gebe meinen Senf dazu) mit " ich weiss nicht" antworten und irgendeinen Grund suchen, um heim zu können. Oder zu einem Arzt gehen.

Wie seht ihr das? Sollte ich zu dick auftragen, dann bitte sorry oder löschen.
PS: die Tinte des Toners der Maßnahme geht aus und die Walze schmiert. Also Bewerbungen schreiben ist jetzt wohl nicht mehr oder solang, wie halt noch Tinte drin ist...aber was bringts wenn die Walze schmiert?? Toner ist scheinbar seit 4 Wochen bestellt.....

spaceman
08.12.2010, 15:52
Naja die Sache mit dem Minijob ist überall so, das ist hat jetz nix mit speziellen Maßnahmen zu tun. Ist auf der einen Seite natürlich blöd auf der einen aber auch richtig wenn beispielswiese jemand sich "abseilen" will oder gar nicht erst in eine Maßnahme will und sich dann einfach eine 2h Tätigkeit sucht.
Das es auch immer falsche trifft ist klar, aber so ist nun mal die Reglung.
Wenn der Minijob sich nicht frei einteilen läßt sieht es wohl schlecht aus.
In jedem Fall muss ich der Job der Maßnahme anpassen.

Und das mit dem Urlaub ist auch so ne Sache. In meiner Maßnahme gab es keinen Urlaub udn es hieß auch das einem grundsätzlich im ALG 1 Bezug erst mal kein Urlaub zusteht, es sei den man hätte diesen länger geplant und könnte das auch beweisen.
Wenn in einer Maßnahme Urlaub vorgesehen ist, ist das natürlich was anders. Aber das heißt m.W. nicht das man wegfahren kann, sondern man muss wohl genauso verfügbar sein wie sonst auch.


Mitbestimmungsrecht gibt es in solchen Maßnahmen so gut wie keins. In meiner letzen Maßnahme wurden die Termine im Vertrag festgelegt und dann lustig hin und her getauscht weil das auch im kleingedruckten stand.

Im Endeffekt kann man nur warten bis mal eine Kontrolle der Agentur kommt, oder sich bei der Agentur selbst beschweren. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen das mich meine Beschwerde erst zum Teamleiter meiner SB und dann zum Chef unserer örtlichen Agentur führte und intensive Gespräche mit dem Bildugnsträger geführt wurden.

Könnte man auch mal probieren. Eigentlich kann es nur besser werden.

Seeanemon
31.12.2010, 14:58
Spaceman schrieb:

"Naja die Sache mit dem Minijob ist überall so, das ist hat jetz nix mit speziellen Maßnahmen zu tun. Ist auf der einen Seite natürlich blöd auf der einen aber auch richtig wenn beispielswiese jemand sich "abseilen" will oder gar nicht erst in eine Maßnahme will und sich dann einfach eine 2h Tätigkeit sucht."

Hallo Spaceman,

meine Meinung zum Thema Maßnahme ist, dass jeder das Recht haben sollte, selbst zu entscheiden, ob er in eine Maßnahme will oder nicht, nur so würde ein meiner Meinung nach menschenwürdiger Umgang mit Erwachsenen, die in einer Notlage sind oder unfreiwillig da reingekommen sind praktiziert. Letztendlich bringt weder dem Teilnehmer der in eine Maßnahme gegen seinen Willen reingezwungen wird (= Erpressung mit Geldsperrung, Lebensexistenzentzug) weder ihm noch der Maßnahme selbst etwas, da sich seine Stimmung und Haltung ja auch auf die Gruppe übertragen kann. Wer freiwillig so einen Kurs besucht, geht mit einer ganz anderen Motivation ran.

Bin grad froh im zwar zeiltich auferzwungenen Maßnahmen-Urlaub (warum muss ich mir Zeiten und Maßnahme-Pflichten aufzwingen lassen, für etwas , sprich meine Arbeitslosigkeit nichts kann?????). Ab nächste Woche geht es wieder los.

Frei für den Freitag nach dem Feiertags-Donnerstag gibt es nicht :?

Ich arbeite dran, dass mir das nicht noch einmal passiert. Im entsprechenden Faden, habe ich mir hier mal alles über die EGV durchgelesen, das hiesige Rotkäppchen hat sich Mühe gemacht das einzugeben.
Das in der Maßnahme kursierende Damokles-Schwert betreffs etwaiger Verlängerung, werde ich auf jeden Fall angehen. Also beim diesmal genauen Durchforsten meiner EGV kann ich nichts von einer Verlängerung sehen, also werde ich keine haben??? Aber das ist wohl ein Fall für den Faden Eingliederungsvereinbarung...ich kopiers mal rüber.....

Tschüss ma, und nachträglich frohe Weihnachten und EINEN GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR :)

Helga40
31.12.2010, 15:14
meine Meinung zum Thema Maßnahme ist, dass jeder das Recht haben sollte, selbst zu entscheiden, ob er in eine Maßnahme will oder nicht, nur so würde ein meiner Meinung nach menschenwürdiger Umgang mit Erwachsenen, die in einer Notlage sind oder unfreiwillig da reingekommen sind praktiziert. Letztendlich bringt weder dem Teilnehmer der in eine Maßnahme gegen seinen Willen reingezwungen wird (= Erpressung mit Geldsperrung, Lebensexistenzentzug) weder ihm noch der Maßnahme selbst etwas, da sich seine Stimmung und Haltung ja auch auf die Gruppe übertragen kann. Wer freiwillig so einen Kurs besucht, geht mit einer ganz anderen Motivation ran.

Was macht man dann mit jemanden, der einfach gar nichts machen will? Ein Sofa schenken und einen Flachbildschirmfernseher?

Frei für den Freitag nach dem Feiertags-Donnerstag gibt es nicht :-?

Höm, die meisten Deutschen haben überhaupt keinen Feiertags-Donnerstag! Ggf. sollte man das auch mal bedenken!

Ich arbeite dran, dass mir das nicht noch einmal passiert. Im entsprechenden Faden, habe ich mir hier mal alles über die EGV durchgelesen, das hiesige Rotkäppchen hat sich Mühe gemacht das einzugeben.
Das in der Maßnahme kursierende Damokles-Schwert betreffs etwaiger Verlängerung, werde ich auf jeden Fall angehen. Also beim diesmal genauen Durchforsten meiner EGV kann ich nichts von einer Verlängerung sehen, also werde ich keine haben??? Aber das ist wohl ein Fall für den Faden Eingliederungsvereinbarung...ich kopiers mal rüber.....

Sowas kann man auch in einer neuen EGV vereinbaren. Oder eine Änderungs-EGV. Da ist vieles denkbar. Übrigens: am besten arbeitet man daran, dass das nicht nochmal passiert, indem man Arbeit sucht und findet.

Helga

Seeanemon
01.01.2011, 14:40
Hallo Helga40,

Du schriebst:
Was macht man dann mit jemanden, der einfach gar nichts machen will? Ein Sofa schenken und einen Flachbildschirmfernseher? -Zitat-

Meine Meinung ist, dass wenn jemand gar nichts tun will, dass noch lange kein Grund ist, ihn zwangsweise in eine Maßnahme zu stecken, die nach offiziellen Angaben der Förderung der Eingliederung in Arbeit dienen soll. Deshalb wäre einer, der aus was für Gründen auch immer nichts tun will meiner Meinung nach fehl am Platz in so einer Maßnahme, zumal auch das ganze Klima dann darunter leiden kann und damit die insgesamte Qualität dieser Maßnahmen, und ich glaube auch nicht, dass jemand mit dieser Einstellung aus so einer Maßnahmen-Situaion heraus, eine Arbeit findet, somit ist das rausgeschmissenes Geld, für diejenigen, die die Maßnahme bezahlen. Vielmehr glaube ich, dass wenn der Besuch solcher Maßnahmen freiwillig ist, sich Motivation, Qualität und Erfolg durch einem Maßnahmenbesuch sowohl bei den Teilnehmern als auch den Einrichtungen selbst steigern kann.
Von Sofa und Flachbildschirm schenken habe ich nichts gesagt.

Du schriebst:
Höm, die meisten Deutschen haben überhaupt keinen Feiertags-Donnerstag! Ggf. sollte man das auch mal bedenken! -Zitat-

In meinem Bundesland ist am Donnerstag Feiertag, und ich habe das auf meine augenblickliche Maßnahmen-Zwangssituation gezogen. Freitags stehen in der Regel Holzwerkstattarbeiten auf dem Plan. Beruflich hat dies für mich als Bürofrau meiner zwei Ausbildungen in diesem Bereich keinen Sinn. Eine Holzbearbeitungsqualifikation erhalte ich durch dieses Holzarbeiten auch nicht. Vermutlich bin ich deshalb in kfm. Büroberufen gelandet, weil ich mit Holz gar nichts anfangen kann, bzw. gar kein Geschick dafür habe? Was diese Maßhnahme insgesamt für einen hervorragenden Sinn auf meine Arbietslosensituation macht, bzw. wie ich sie beende, kannst du aus meinen vorangegangen Beiträge herauslesen.

Du schriebst:
Sowas kann man auch in einer neuen EGV vereinbaren. Oder eine Änderungs-EGV. Da ist vieles denkbar. Übrigens: am besten arbeitet man daran, dass das nicht nochmal passiert, indem man Arbeit sucht und findet. -Zitat-

Danke für deine Tipps bezüglich der EGV! Ich habe leider den Fehler begangen, uninformiert über meine Möglichkeiten hinsichtlich einer EGV diese zu unterschreiben. Ich hätte wohl das Recht gehabt, mir Zeit für das Unterschreiben dieser EGV ausbitten zu können und somit alle Informationen und Rechte mir einholen können. Da wäre es dann auch gut gewesen, mich vorab über die aktuelle Maßnahme zu verschaffen, dann hätte ich Argumente dagegen gehabt und was anderes evtl. aushandeln können usw.
Ich glaube nicht, dass aus meinen vorangegangenen Beiträgen hervor geht, dass ich nichts tun will, also weder die Maßnahme besuchen, noch arbeiten gehen. Und ich werde auch nie mehr wieder ohne eine Begleitung in die in das Amt gehen. Ich schrieb, dass ich anfangs in die Maßnahme ja ne gewisse Hoffnung gelegt habe und das ich Arbeit in Eigeninitaitive suche, bzw. bereits in meinem zweiten selbst an Land gezogenem Praktikum bin, wo ich arbeite, nur mit dem Unterschied, kein Geld dafür zu erhalten.

Vermutlich bist du gerade NICHT arbeitslos, weil du mir gerade den Tipp gibst, Arbeit zu suchen und zu finden???

Helga40
01.01.2011, 14:56
Meine Meinung ist, dass wenn jemand gar nichts tun will, dass noch lange kein Grund ist, ihn zwangsweise in eine Maßnahme zu stecken, die nach offiziellen Angaben der Förderung der Eingliederung in Arbeit dienen soll. Deshalb wäre einer, der aus was für Gründen auch immer nichts tun will meiner Meinung nach fehl am Platz in so einer Maßnahme, zumal auch das ganze Klima dann darunter leiden kann und damit die insgesamte Qualität dieser Maßnahmen, und ich glaube auch nicht, dass jemand mit dieser Einstellung aus so einer Maßnahmen-Situaion heraus, eine Arbeit findet, somit ist das rausgeschmissenes Geld, für diejenigen, die die Maßnahme bezahlen. Vielmehr glaube ich, dass wenn der Besuch solcher Maßnahmen freiwillig ist, sich Motivation, Qualität und Erfolg durch einem Maßnahmenbesuch sowohl bei den Teilnehmern als auch den Einrichtungen selbst steigern kann.
Von Sofa und Flachbildschirm schenken habe ich nichts gesagt.

Das beantwortet nicht meine Frage, was du mit denjenigen machst, die nichts machen wollen? Also nochmal: was soll mit denen geschehen? ALG 2 von 15 bis 67? Frisch, fromm, fröhlich, frei pünktlich jeden Monat?

In meinem Bundesland ist am Donnerstag Feiertag, und ich habe das auf meine augenblickliche Maßnahmen-Zwangssituation gezogen. Freitags stehen in der Regel Holzwerkstattarbeiten auf dem Plan. Beruflich hat dies für mich als Bürofrau meiner zwei Ausbildungen in diesem Bereich keinen Sinn. Eine Holzbearbeitungsqualifikation erhalte ich durch dieses Holzarbeiten auch nicht. Vermutlich bin ich deshalb in kfm. Büroberufen gelandet, weil ich mit Holz gar nichts anfangen kann, bzw. gar kein Geschick dafür habe? Was diese Maßhnahme insgesamt für einen hervorragenden Sinn auf meine Arbietslosensituation macht, bzw. wie ich sie beende, kannst du aus meinen vorangegangen Beiträge herauslesen.

Und? Wirst du dümmer davon, dass man dir zeigt, wie man eine Säge richtig anwendet, eine Feile, einen Hammer, Bohrer etc? Wenn du schon meinst, beruflich nichts mitzunehmen, dann kannst du es vielleicht mal privat anwenden. In der Schule hat man auch Werkunterricht, obwohl man später vielleicht Bürokauffrau wird und es da eigentlich nicht braucht. Ggf. sollte man sich von seiner Lebenseinstellung, alles nur negativ zu sehen mal abwenden und überlegen, was man aus solchen Sachen auch positives entnehmen kann. Das kann sich sogar so sehr auf die Lebenseinstellung auswirken, dass das Außenstehende spüren. U. U. kann es dann auch positiv bei der Stellensuche sein, nicht immer alles nur negativ zu sehen und dies auszustrahlen.

Danke für deine Tipps bezüglich der EGV! Ich habe leider den Fehler begangen, uninformiert über meine Möglichkeiten hinsichtlich einer EGV diese zu unterschreiben. Ich hätte wohl das Recht gehabt, mir Zeit für das Unterschreiben dieser EGV ausbitten zu können und somit alle Informationen und Rechte mir einholen können. Da wäre es dann auch gut gewesen, mich vorab über die aktuelle Maßnahme zu verschaffen, dann hätte ich Argumente dagegen gehabt und was anderes evtl. aushandeln können usw.

Letztendlich hätte es dir im Fall der Fälle die EGV als Verwaltungsakt gebracht und du hättest doch an der Maßnahme teilnehmen müssen, ob du wolltest oder nicht.

Vermutlich bist du gerade NICHT arbeitslos, weil du mir gerade den Tipp gibst, Arbeit zu suchen und zu finden???

Korrekt. Bis auf ca. 5 Monate zwischen Studium und neuer Ausbildung war ich noch nie arbeitslos in meinem Leben.

Helga

Butterbrot
01.01.2011, 15:24
Ich denke auch wenn es für den einen oder anderen Teilnehmer mal so aussehen mag als ob er/sie in der Maßnahme nichts zu suchen hat , so kann man doch sehr sicher sein , das die Teilnehmer schon sehr genau und auch aus gutem Grund ausgewählt wurden . Der Grund bezieht sich nicht immer darauf denjenigen danach besser vermitteln zu können , sondern manchmal auch nur darauf , zu schauen welche anderen Fähigkeiten und Talente bringt er/sie mit .

Seeanemon
01.01.2011, 18:24
Hallo Helga40,

ich glaube schon, dass ich dir die Frage, was ich mit den Arbeitslosen, die nichts tun wollen, beantwortet habe:

Vielmehr glaube ich, dass wenn der Besuch solcher Maßnahmen freiwillig ist, sich Motivation, Qualität und Erfolg durch einem Maßnahmenbesuch sowohl bei den Teilnehmern als auch den Einrichtungen selbst steigern kann. -Zitat Seeanemone -

Ich kann dem noch hinzufügen, dass ich vermute, dass die Leute sogar gerne womöglich in eine Maßnahme gehen würden, um das eigentliche Ziel zu erreichen: nämlich Arbeit zu finden oder eine tatsächliche Fortbildung, die sich wirklich positiv auf eine Bewerbung auswirkt, vorausgesetzt, die Fortbildung passt auch zum gelernten oder angestreben Beruf, und eben nicht wie in meinem Fall, dass ich kochen oder backen oder was sägen soll. Da schnapp ich mir daheim ein Backbuch und probier selber mal ein paar Torten aus etc.


Du schriebst:
Und? Wirst du dümmer davon, dass man dir zeigt, wie man eine Säge richtig anwendet, eine Feile, einen Hammer, Bohrer etc? Wenn du schon meinst, beruflich nichts mitzunehmen, dann kannst du es vielleicht mal privat anwenden. In der Schule hat man auch Werkunterricht, obwohl man später vielleicht Bürokauffrau wird und es da eigentlich nicht braucht. -Zitat -

Ich bin erwachsen genug, um mir a) etwas selbst beizubringen, es gibt Bücher oder b) etwas was ich wissen will oder muss mir von Leuten zeigen lassen kann, die das in meinem nächsten Umfeld können, das kostet niemand Fremdes Geld und erfüllt den realistischen Augenblicks-Sinn.

Pharao
01.01.2011, 18:29
Spaceman schrieb:
"Naja die Sache mit ....."

Hi Seeanemone,

nur mal zu Info, dieses Forum hat eine Zitierfunktion :)
meine Meinung zum Thema Maßnahme ist, dass jeder das Recht haben sollte, selbst zu entscheiden, ob er in eine Maßnahme will oder nicht
Ich denke so Pauschal kann man das nicht sagen. Es kommt halt auch immer ein bischen darauf an, um was für eine Maßnahme es sich handelt. Und als zweites muss man einfach auch mal sagen, wer Leistungen haben will, der muss eben auch mitmachen bzw sich bemühen aus der Arbeitslosigkeit raus zu kommen ! Und nein, man sitzt bestimmt nicht den ganzen Tag zu Hause und sucht nach Stellen - das kann mir keiner weis machen !

Helga40
02.01.2011, 01:05
ich glaube schon, dass ich dir die Frage, was ich mit den Arbeitslosen, die nichts tun wollen, beantwortet habe:

Nein, hast du nicht. Du sagst, dass, wenn die Maßnahmen "ohne Zwang" wären, natürlich alle gern und freiwillig hingehen würden. Nun, ich glaube das nicht und möchte daher von dir wissen: Was ist mit denen, die partout gar nichts machen wollen, weil es zuhause auf dem Sofa am Schönsten ist?! Also nochmal: was ist mit denen? ALG 2 von 15 bis 67? Pünktlich jeden Monat? Am besten noch Folgeantragstellung ablehnen, einen Bescheid am 1. des Monats, in dem sie 15 werden und Einstellungsbescheid in dem Monat, in dem sie 67 werden???

Ich bin erwachsen genug, um mir a) etwas selbst beizubringen, es gibt Bücher oder b) etwas was ich wissen will oder muss mir von Leuten zeigen lassen kann, die das in meinem nächsten Umfeld können, das kostet niemand Fremdes Geld und erfüllt den realistischen Augenblicks-Sinn.

Nun ja, dann lernen wir in Zukunft Auto fahren aus Büchern und nicht beim Fahrlehrer und natürlich stehen mir alle Bekannten und Verwandten sofort und immer zur Verfügung, wenn ich gerade mal eben wissen will, wie man eine Stichsäge bedient. Ich wage zu bezweifeln, dass dem so ist. Ich wäre in dem Fall eher froh, zu den Bekannten zu gehören, die es anderen Bekannten beibringen können. Freu dich: du gehörst nach der Maßnahme nicht mehr zum fragenden Personenkreis, sondern zu dem, der gefragt werden kann.

Siehst du eigentlich alles im Leben so verklärt wie mit den Arbeitslosen und der freiwilligen Teilnahme an Maßnahmen und alles so negativ, was mit dir und unliebsamen Maßnahmen zusammenhängt?

Helga

Butterbrot
02.01.2011, 02:59
Was denn für einen Zwang ? Es gibt keinen Zwang ! Jedem steht es frei eine Maßnahme abzulehnen . Man muss lediglich bereit sein die Konsequenzen dafür zu tragen . Also wo liegt das Problem ?

spaceman
02.01.2011, 10:37
Naja gearde handwerkliche Dinge lernt man nicht aus Büchern. Und auch bei Bekannten ist es eher suboptimal.

Ich verstehe nicht warum man sich so sträubt. Man weiß nie wie man sowas irgendwann einmal brauchen kann.

Wenn das ganze mit den Maßnahmen freiwillig wäre, dann würden sich wahrscheinlich 90% überhaupt nix raussuchen und der Rest nur "interssante" Sachen.

Zu den Bewerbungsmaßnahmen die hier auch schon mal erwähnt wurden. Ich habe es im Forum schon mehrmals geschrieben. Offensichtlich sind die Bewerbungen doch nicht so super sonst hätte man eine Stelle.
Und auch ein "ITler" mag sich zwar mit PCs auskennen hat aber sicher keine Ahnung von Bewerbungen.

Und zu guter letzt. Es gibt mehr als genug leute bei denen immer jemand dahinterstehen muss ob sie auch wirklcih sTellen suchen.

Pharao
02.01.2011, 11:13
Naja, wenn wir alles auf "freiwilliger Basis" machen, dann könnte man dies ja auch für`s Auszahlen des Alg1/Alg2`s anwenden. Wenn der SB einen guten Tag hat gib`s was und bei einem schlechten Tag guckt halt der Empfänger in die Röhre ........ aber hier schreit wahrscheinlich jeder sofort, das kannst net machen. Aus sicht eines SB`s wäre das aber sicherlich auch lustig.