Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vom Ein-Euro-Job in den Bundestag
Elke Reinke war 15 Jahre arbeitslos, sie konnte ihre beiden Kinder finanziell nicht unterstützen, sie kennt Hartz IV aus eigener Erfahrung. Doch die Bundestagswahl hat dem Leben der 47-Jährigen eine Wende gegeben.
http://www.n24.de/politik/wahl-2005/index.php/n2005092214352600002
Biberzahn
23.09.2005, 13:00
Der Artikel ist wirklich interessant. Vor allem die Zeile "Für Abgeordnete ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos"!!!!!
Mit welcher Berechtigung? Verdienen die so wenig???? Ich find das echt zum :kotz:
Gruß
Biberzahn
Betroffener
23.09.2005, 15:05
Tja,
die Dame war auch schon im Fernsehen mit Ihrer Geschichte zu bewundern.
von 331 € + KdU auf gut 10.590 € (Diäten + Aufwandsentschädigung + Rentenanspruch nach Beginn der zweiten Amtsperiode) ist sie jetzt fein raus.
Das mit den Freifahrten für die Abgeordneten ist übrigens ein uralter Hut.
Da macht das Bahnfahren wieder mehr Spaß und auch in der Luft gibt es wohl etliche Vergünstigungen.
Diäten
Während Löhne, Einkommen und Lebenshaltungskosten seitdem deutlich gestiegen sind, haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestages zwischen 1977 und heute wiederholt auf eine Erhöhung ihrer Diäten verzichtet. Die Diäten sind deshalb nachweislich hinter der allgemeinen Einkommensentwicklung zurück geblieben. Zur Zeit betragen sie 7.009,00 € monatlich (brutto). Der Abstand zum Orientierungsmaßstab beträgt inzwischen annähernd 950,00 €.
Quelle: http://www.bundestag.de/mdb15/mdb_diaeten/1333
und
Reisekosten
Weil ein "MdB" auch im Wahlkreis keinen Arbeitgeber hat (der ein Büro stellt, Reisekosten abdeckt und Kilometergeld bezahlt), und weil eine Einzelabrechnung aufwendiger wäre, gibt es die Kostenpauschale. Sie beträgt zur Zeit 3.589,00 € und wird zum 1. Januar eines jeden Jahres entsprechend der Entwicklung der Lebenshaltungskosten angehoben. In vielen Fällen reicht die Pauschale nicht aus. Höhere Ausgaben werden jedoch nicht erstattet, und sie können auch nicht steuerlich abgesetzt werden; denn für den Abgeordneten gibt es keine "Werbungskosten".
und
Mitarbeiter
Kein Abgeordneter kann die ihm obliegenden Mandatsaufgaben alleine bewältigen. Ohne die Hilfe von qualifizierten Mitarbeitern kommt er nicht aus. Hierfür stehen ihm monatlich rund 10.660 € zur Verfügung. Diese Summe erhält der Abgeordnete allerdings nicht selbst. Vielmehr bezahlt die Bundestagsverwaltung daraus die von den Abgeordneten eingestellten Mitarbeitern unmittelbar. Mitarbeiter, die mit dem Abgeordneten verwandt, verheiratet oder verschwägert sind, sind hiervon übrigens ausgenommen. Ihr Gehalt müsste der Abgeordnete selbst zahlen.
Weiteres hier: http://www.bundestag.de/mdb15/mdb_diaeten/index.html
rat-loser
23.09.2005, 15:12
hatte die datenbank eben nen hänger, weil der admin drin war? :D
wollte ich auch grade anmerken, ging abba nicht. Verdienen die so wenig die frage war nicht ernst, oder?
hoffentlich verkraftet die dame ihren neuen reichtum.
Hm, eher hatte ich gehofft dass jemand anerkennt dass nun ein 1Euro-Jobber im Parlament sitzt und sich für unsereinen einsetzt oder so .. ?
Aber offenbar ist die allgemeine Erwartungshaltung ganz anders gestaltet.
Schade eigentlich.
Betroffener
23.09.2005, 18:51
Hi Ulysses,
Du hast Recht. Dieser Aspekt ist total untergegangen.
Gönnen wir also der Elke Reinke nach 15 Jahren Arbeitslosigkeit den unverhofften Geldsegen und hoffen auf ihre tatkräftige Unterstützung in allen uns betreffende soziale Belange.
rat-loser
23.09.2005, 19:54
@ulysses
natürlich hast du "auch" recht.
das eine schließt das andere ja nicht unbedingt aus.....
Ich gehe mal davon aus, daß Elke Reinke ihren "neuen Job" gut machen wird und aufgrund ihres "backgrounds" die Thematik darstellen wird. Leider wird sie nicht gerade die Art von "Lobby" haben, wie es es andere Interessensvertretungen im Bundestag haben. Wie auch immer, auch ich wünsche ihr Glück & Durchhhaltevermögen.
StephanK
25.09.2005, 08:01
Jedenfalls zeigt das Beispiel dieser Frau, dass - auch in den östlichen Bundesländern - auf den PDS-Listen nicht nur "altgediente Parteikader" standen, sondern ziemlich normale Menschen mit leider inzwischen auch ziemlich normalen Berufsbiographien, sprich Langzeitarbeitslosigkeit.
Der Arbeit des Bundestages kann es nur gut tun, wenn Leute darin sitzen, die die praktische Seite kennen. Das gilt nicht nur für Unternehmer...
Ich bin gespannt auf die Arbeit von Frau Reinke.
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