Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegekinder und Pflegegeld
schnucki01
18.02.2011, 21:04
Ich frage mich die ganze zeit, warum leibliche Kinder, Kinder 2.er Klasse sind.
Wie ich darauf komme? Ganz einfach.
Als ALG2-Bezieher, werden Unterhalt und Kindergeld dem Antragsteller angerechnet, obwohl doch dieses Geld eigentlich für das Kind vorgesehen ist.
Aber, wenn ich 1-2 Pflegekinder habe und wir gehen mal davon aus, dass es Kinder sind, die keinen erhöhten Pflegebedarf haben, bekommt man pro Kind rund 850,00 € also 1.700,00 € insgesamt.
Als Alg2-Bezieher darf ich nach erfolgter Prüfung als Pflegemutter arbeiten und dieses Geld darf nicht angerechnet werden aber nur bis 2 Kinder.
Grund dafür ist, die Pflegegelder sind Zweckgebunden und dürfen nicht angerechnet werden.
Na wenn ich man 2 Pflegekinder hat und Hartz-4 erhält, ist man doch aus dem Schneider, oder?
Ich will damit nur sagen, dass es eine Sauerei ist, dass besonders alleinerziehenden damit kräftig in den Hintern getreten wird.
Kinder sind Kinder, alle benötigen Bekleidung, Bildung, Sport, Windeln, Nahrung usw.ob nun eigenen oder Pflegekinder.
Warum wird man so bestraft, wenn man leibliche Kinder hat, während man für Pflegekinder das Geld schon gar nicht mehr tragen kann?
Henrietta
18.02.2011, 21:20
Der Unterschied ist, dass Pflegeeltern Arbeit leisten.
Es sind nicht ihre eigenen Kinder, dennoch betreuen und versorgen sie sie bzw. sind für sie verantwortlich 24 Std. 7 Tage die Woche.
Rechne das mal auf die Stunde aus.
30 x 24 Std = 720 Std / Monat
Dies würde einem Stundenlohn von 1,18 EUR entsprechen.
Berücksichtige auch, dass Pflegekinder nicht wie andere Kinder sind.
Sie kommen meist aus zerrütteten Familien bzw. haben schon viel hinter sich und brauchen daher spezielle Aufmerksamkeit.
Es ist wirklich kein Vergleich und die Pflegeeltern verdienen meinen größten Respekt für ihre Arbeit.
Henrietta
18.02.2011, 21:23
Und noch was möchte ich anmerken.
Auch Pflegeeltern bauen Beziehungen zu den Kindern auf.
Jedoch müssen sie immer damit rechnen, dass das Kind evt eines Tages zu den leiblichen Eltern zurück kehrt.
Ich wollte um keinen Preis tauschen.
Lieber habe ich weniger im Geldbeutel, dafür aber mein Kind, das ich nicht eines Tages wieder abgeben muss.
schnucki01
18.02.2011, 21:28
Vielen Dank Henrietta aber als leibliche Mutter hab ich auch 24 Stunden Tag mit meinem Kind zu tun, führe den Haushalt, kümmere mich um Nachhilfe, logopädiestunden, allg. Förderung des Kindes usw.
Auch leibliche Kinder haben mit unter ein Päckchen zu tragen.
Wenn ich Pflegemutter werde, ist das eine reine freiwillige Leistung, die ich ausüben möchte, um Kinder zu helfen.
Wobei ja die Jugenämter für Therapien auch noch extra die Kosten übernehmen.
Hatte ja extra geschrieben, dass es um Pflegekinder ohne erhöhten Förderbedarf geht. Es können also auch Kinder sein, wo die Mutter längere Zeit im Krankenhaus ist und anschl. zur Kur oder eine Familie, die sich gerade trennt und mit dem Kind überfordert ist.
Es ist ja auch völlig ok, dass es honoriert wird aber andereseits sind Eltern mit leiblichen Kinder schlechter dran.
schnucki01
18.02.2011, 21:29
Und noch was möchte ich anmerken.
Auch Pflegeeltern bauen Beziehungen zu den Kindern auf.
Jedoch müssen sie immer damit rechnen, dass das Kind evt eines Tages zu den leiblichen Eltern zurück kehrt.
Ich wollte um keinen Preis tauschen.
Lieber habe ich weniger im Geldbeutel, dafür aber mein Kind, das ich nicht eines Tages wieder abgeben muss.
Das ist richtig, was du sagst aber das weiß man von vornherein und entweder man lässt sich darauf ein oder nicht.
Henrietta
18.02.2011, 21:37
Ich möchte damit nur deutlich machen, was für ein harter und bewundernswerter Job es ist.
Ich habe den größten Respekt vor den Menschen, die das machen.
Henrietta
18.02.2011, 21:40
Sorry, habe den ersten Beitrag zu spät gelesen.
Ich kann deine Lage schon nachempfinden als Mutter von einem Kind mit Down-Syndrom.
Auch bei uns steht Logopädie, Frühförderung und weiß der Geier was an.
Und mit erhöhtem Förderbedarf haben diese geschädigten Kinder wenig zu tun. Denn jedes Kind, das längere Zeit von seinen Eltern getrennt wird, braucht ganz besondere Zuwendung.
schnucki01
18.02.2011, 21:45
Aber mal abgesehen jetzt ob mehr arbeit oder weniger mit Kindern.
Fakt ist doch nun, es sind Kinder und ob leiblich oder Pfleglinge aber sie haben doch letztendlich alle die gleichen Bedürfnisse und machen alle gleich viel "arbeit".
Was meinst du wievielen Alleinerziehenden schon geholfen wäre, wenn man den Unterhalt (der ja auch eigentlich für das Kind ist) geholfen wäre.
Ich finde es nur ungerecht, dass Kinder mit 2erlei Maß gemessen werden.
Und übrigens, ich habe kein Kind mit Down-Syndrom!
Henrietta
18.02.2011, 21:53
Das habe ich nie behauptet!
Ich weiß jetzt nicht, wie du da drauf kommst..
Nicht nur Kinder mit DS brauchen intensivere Förderung..
Kinder werden nie gleich behandelt werden können.
Schließlich sind die Kinder in den 3. Welt Ländern auch nichts anderes als Kinder und sind dennoch um einiges schlechter dran, als ein Kind in Deutschland, dessen Eltern Hartz 4 beziehen.
Jedoch gönne ich den Pflegekindern die wenigstens finanzielle Unabhängigkeit, wenn sie schon ihre leiblichen Eltern nicht bei sich haben können.
Während sich Kinder aus ärmeren Familien vllt. gerne mal eine PS3 oder Markenkleidung wünschen, ist der größte Wunsch der Pflegekinder meistens, wieder bei den leiblichen Eltern sein zu dürfen.
Ich kenne ein paar Kinder in dieser Situation, daher weiß ich es..
schnucki01
18.02.2011, 21:59
Das habe ich nie behauptet!
Ich weiß jetzt nicht, wie du da drauf kommst..
Nicht nur Kinder mit DS brauchen intensivere Förderung..
Kinder werden nie gleich behandelt werden können.
Schließlich sind die Kinder in den 3. Welt Ländern auch nichts anderes als Kinder und sind dennoch um einiges schlechter dran, als ein Kind in Deutschland, dessen Eltern Hartz 4 beziehen.
Jedoch gönne ich den Pflegekindern die wenigstens finanzielle Unabhängigkeit, wenn sie schon ihre leiblichen Eltern nicht bei sich haben können.
Während sich Kinder aus ärmeren Familien vllt. gerne mal eine PS3 oder Markenkleidung wünschen, ist der größte Wunsch der Pflegekinder meistens, wieder bei den leiblichen Eltern sein zu dürfen.
Ich kenne ein paar Kinder in dieser Situation, daher weiß ich es..
sorry aber du hast leider gar nichts verstanden.
Ich sprach lediglich allgemein von Kindern aus Deutschland, da es in der 3. Welt kein ALG2 gibt.
Es geht um die ganz normalen Bedürfnisse von Kindern, wie bekleidung, Nahrung, Sport und Bildung, was eben mit finanziellen Mitteln verbunden ist.
Ich rede nicht von Marken-Klamotten oder PS3!:patsch:
Henrietta
18.02.2011, 22:20
Wir bekommen aufstockend Alg 2 und ich habe nicht wirklich Probleme, die von dir beschriebenen Grundbedürfnisse zu erfüllen..
Bis vor kurzem hatte ich sogar noch Rücklagen "für schlechte Zeiten".
Und was macht das für einen Unterschied, ob Deutschland oder Afrika?
Jedes Kind hat ein Bedürfnis nach Bildung, Kultur, Kleidung und Nahrung.
Wenn du schon Kinder gleich stellst, solltest du schon alle Kinder mit einbeziehen..
Und du sagst es, in den 3. Welt-Ländern gibt es kein Alg 2.
Da siehst du mal, wie gut wir es haben!
Ich kann deine Lage schon nachempfinden als Mutter von einem Kind mit Down-Syndrom.
Und übrigens, ich habe kein Kind mit Down-Syndrom!
Das habe ich nie behauptet!
Ich weiß jetzt nicht, wie du da drauf kommst..
Na, wenn das kein klassisches Missverständnis ist :welcome: ... Henrietta hatte den ersten Beitrag auf sich selber bezogen, man könnt´s aber auch wirklich falsch auslegen.
Hallo schnucki01,
Aber, wenn ich 1-2 Pflegekinder habe und wir gehen mal davon aus, dass es Kinder sind, die keinen erhöhten Pflegebedarf haben, bekommt man pro Kind rund 850,00 € also 1.700,00 € insgesamt.
Man müßte dies etwas aus geschichtlicher Sicht betrachten: früher gab es die Dorfgemeinschaft, wenn Not am Mann war hat jeder einzelne mitgezogen, die Kinder die Waisen waren wurden irgendwo unentgeltlich in der Dorfgemeinschaft untergebracht. Da diese soziale Struktur entfallen ist muss ein Sozialstaat eingreifen und dadurch enstand das Konstrukt der Pflegefamilie.
In einer Familie ist die Struktur ja noch vorhanden, jeder muss für jeden einstehen, deshalb gibt es ja die Unterhaltspflicht gegenüber von Kindern und Eltern.
Gruß
schnucki01
20.02.2011, 00:10
Geschichtlich? Ja und früher hatten wir auch einen Kaiser!
Hallo,
Geschichtlich? Ja und früher hatten wir auch einen Kaiser!
... und trotzdem sind die Hilfen des Staates subsidiär (nachrangig), d. h. wenn alle Stricke reißen....
Gruß
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