Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : überforderte und arrogante Sachbearbeiterin
markus2011
25.05.2011, 09:27
Guten Morgen,
ich habe mich hier im Forum neu angemeldet, weil mir das letzte Gespräch mit meiner ARGE-Sachbearbeiterin zu schaffen macht.
Ich bin seit mehreren Jahren arbeitslos, seitdem ich nach viel erlebtem Streß und Mobbing einfach nicht mehr konnte. Damals war ich längere Zeit in einer Klinik und später bei diversen Psychiatern/Psychologen, ohne nennenswerte Ergebnisse. Ich bin nach wie vor nervlich irrsinnig schlecht drauf, Menschen gegenüber ängstlich, und neige zu Depressionen.
Mir wurden vom Jobcenter mehrere 1€-Jobs vermittelt, die von den Bedingungen und der Behandlung allerdings so schhlecht waren, dass ich sie nicht durchhielt.
So weit die Vorgeschichte.
Bei dem letzten Vorladungsgespräch wurde die Sachbearbeiterin sehr pampig. Ich sollte ihre erklären, "warum niemand (von den 1€-Agenturen) mit mir zu tun haben will", warum "alle einen Job finden außer Ihnen", usw.
Sie resümierte "dass ich mir wohl nicht genug Mühe gebe". Einwände meinerseits, dass ich durch meine psychischen Probleme eingeschränkt bin (und das ich wegen meinem kaputten Kreuz keine schwere Arbeit mit viel tragen usw machen kann) nahm sie nicht zur Kenntnis. Es war sehr unangenehm. Gut, es ist nichts passiert, wohl auch weil ich immer einen Zeugen mitnehme zum Gespräch. Ich habe dann die obligatorische Eingliederungsvereinbarung unterzeichnet, und gut wars. Aber ich fühlte mich hinterher irrsinnig gedemütigt und fürchte mich schon vor dem nächsten Gespräch. Ich komme aus dem kaufmännischen/EDV Bereich und leide an einer Mischung aus Sozialer Phobie und Depressionen. Bisher konnte mir da noch keiner wirklich helfen. Ich fühle mich halt nicht in der Lage mich irgendwo an die Kasse zu stellen. Und zu körperlich schweren Tätigkeiten bin ich von der Kraft und meinem Kreuz nicht geeignet. Ich muß X Bewerbungen pro Monat abgeben laut EGV, dass mache ich. Da es kaum etwas für mich geeignetes gibt mache ich halt sinnlose Bewerbungen, um meine "Pflicht" zu tun. Diese gebe ich pünklich beim Jobcenter persönlich ab mit Quittierung, da mir die Sachbearbeiterin schon mehrmals versuchte, die Leistungen zu sperren, weil sie angeblich irgeneine Sache von mir nicht bekommen hat.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich möchte keine Ärger mit dem Jobcenter und niemanden auf mich aufmerksam machen, aber wie kann ich beim nächsten Mal mit der Sachbearbeiterin umgehen, falls sie den Ton beibehält oder verschärft? Ich wäre Euch für Ratschläge dankbar!
Butterbrot
25.05.2011, 10:19
Hallo Markus , natürlich musst auch du dir nicht alles gefallen lassen und wenn deine Sachbearbeiterin sich im Ton vergreift kannst du dich auch beschweren , doch würde mich mal interessieren wie du dir selber deine Zukunft vorstellst ? Was sagt dein Arzt , welche Arbeiten darfst du überhaupt verrichten und bist du überhaupt noch Arbeitsfähig ? Warum möchte keine 1-Euro-Maßnahme mehr etwas mit dir zutun haben ? Was würdest du dir wünschen , und wie willst du das erreichen ?:p
Hallo Markus,
ich würde mir die Frage stellen, warum wir die Jobcenter überhaupt noch brauchen, wenn
"alle einen Job finden außer Ihnen"
Nach dieser Aussage bist Du ja der einzige Langzeitarbeitslose. Dafür lohnt sich der Behördenapparat doch nun sicher nicht. :engel:
Hi Markus2011,
ich meine auch, das hier sehr Interessant wäre was dein Arzt dir erlaubt zu machen oder eben nicht. Wenn du bestimmte Tätigkeiten nicht machen kannst, dann sollte das dir ein Arzt irgendwie Bescheinigen, denn ansonsten wir der SB dir auch weiterhin zumutbare Stellen, Maßnahmen, ect zuweisen bzw verlangen das du dich um zumutbare Stellen (laut Gesetz) dich bemühst/bewirbst. Das zumutbare Stellen vom Amt + deine Langzeitarbeitslosigkeit sicherlich nicht gleich zu Traumjob`s führen, darüber brauchen wir nicht reden und das sollte dir auch klar sein.
markus2011
25.05.2011, 14:42
Hallo Markus , natürlich musst auch du dir nicht alles gefallen lassen und wenn deine Sachbearbeiterin sich im Ton vergreift kannst du dich auch beschweren , doch würde mich mal interessieren wie du dir selber deine Zukunft vorstellst ? Was sagt dein Arzt , welche Arbeiten darfst du überhaupt verrichten und bist du überhaupt noch Arbeitsfähig ? Warum möchte keine 1-Euro-Maßnahme mehr etwas mit dir zutun haben ? Was würdest du dir wünschen , und wie willst du das erreichen ?:p
In der Situation mir etwas zu wünschen bin ich nicht. Ich habe zu lange gearbeitet um eine Hilfsmassnahme vom Jobcenter zu bekommen. Für mich ist die Rentenversicherung zuständig, und die hat abgelehnt. Ich habe keine Pläne. Ich überlebe irgendwie. Ich bin durch meine Depressionen und Sozialphobie sehr gehandicapt, habe bisher keine vernünftige Hilfe bekommen (also das eine Besserung eingetreten wäre), traue mir eingentlich überhaupt nichts mehr zu. Ich habe keinerlei Zukunftspläne. Nur überleben.
Nach dieser Aussage bist Du ja der einzige Langzeitarbeitslose. Dafür lohnt sich der Behördenapparat doch nun sicher nicht.
Na ja, die Dame war genervt und hatte halt einfach Dampf an mir abgelassen. Das war kein Gespräch mit vernünftig argumentieren sondern sie wollte mich wohl aus der Reserve locken, um zu schauen ob ich irgendwas falsches sage. Ich sollte ihr auch erklären warum ein anderer in meiner Situation in einer Schnellimbißkette einen Job gefunden hat, und ich finde nichts. So Zeug halt. Credo: Ich gebe mir halt keine Mühe, wahrscheinlich um irgendwie eine Leistungskürzung/Sperrung herbeireden zu können. Sie hatte es schon mit anderen Manövern probiert.
markus2011
25.05.2011, 14:49
Hi Markus2011,
ich meine auch, das hier sehr Interessant wäre was dein Arzt dir erlaubt zu machen oder eben nicht. Wenn du bestimmte Tätigkeiten nicht machen kannst, dann sollte das dir ein Arzt irgendwie Bescheinigen, denn ansonsten wir der SB dir auch weiterhin zumutbare Stellen, Maßnahmen, ect zuweisen bzw verlangen das du dich um zumutbare Stellen (laut Gesetz) dich bemühst/bewirbst. Das zumutbare Stellen vom Amt + deine Langzeitarbeitslosigkeit sicherlich nicht gleich zu Traumjob`s führen, darüber brauchen wir nicht reden und das sollte dir auch klar sein.
Ich bewerbe mich. Und ich suche nicht nach Traumjob's. Klar.
Meine Frage war eigentlich wie ich auf diese Art der Sachbearbeiterin reagieren kann ohne Ärger zu bekommen. Der Stil des letzten Gesprächs war ziemlich übel.
.... Ich sollte ihr auch erklären warum ein anderer in meiner Situation in einer Schnellimbißkette einen Job gefunden hat, und ich finde nichts. So Zeug halt. ....
Hi,
es kommt natürlich immer darauf an, wie man fragt bzw was rüberbringt, aber ansicht ist die Frage von deinem SB doch ok, "warum es bei anderen klappt und bei dir nicht ?".
Sollte es bei dir Defizite geben (und das ist jetzt nicht negativ gemeint), dann könnte der SB hier evtl Hilfestellungen geben bzw dann muss man ggf eine andere Taktik wählen um dich wieder in`s Arbeitsleben reinzubekommen. Auch wenn einige Maßnahmen von vielen als unnütz abgetan werden, für den ein oder anderen sind diese evtl doch ganz Hilfreich.
Ich habe keine Pläne. Ich überlebe irgendwie.
Hmmm ? Nullplan ist leider keine gute Voraussetzung. Du solltest dir hier schon mal Gedanken machen, wie du dir deine Zukunft vorstellst und was oder wie du was evtl verbessern könntest um raus aus Hartz4 zu kommen.
Mit so seiner Einstellung wird`s auch für deinen SB sehr schwer werden eine geeignete Taktik zu finden die evtl für dich hilfreich seinen könnte.
Hallo Markus,
Gründe, weshalb, wieso und warum gibt es immer viele für bestimmte Verhaltensweisen.
Bei dir, wie bei deiner zuständigen Vermittlerin.
Da du dir Beistand mitnimmst, hast du schon das Wesentliche getan. Du kannst es sogar so einrichten, dass dein Beistand für dich spricht. Das erfordert allerdings ein großes Vertrauen in deinen Begleiter.
Du darfst nicht vergessen, das auch die MA von Ämtern manchmal unter enormen Druck stehen und auch keine ausgebildeten Therapeuten sind, die wissen, wie man mit Menschen umgeht, die bestimmte Krankheitsbilder aufweisen.
Man könnte sich ein Mantra zulegen und sich vor solchen Terminen immer sagen: Nein, ich werde mich heute nicht ärgern lassen. - manchmal hilfts ;-)
Davon ab: Du hast ein schwieriges Krankheitsbild. Wenn es denn ein bestätigtes ist. Ist es Aktenkundig? Deine Vermittlerin weiß das?
Und dann sollte eigentlich ein Maßnahmenkatalog einsetzen, der von der ärztlichen Untersuchung mit Feststellung der Leistungsfähigkeit bis hin zur Reha-Maßnahme (Einer therapeutischen Maßnahme!) stattfinden.
Wenn die Rentenversicherung etwas ablehnt, dann kann man Widerspruch einlegen.
Geh zu deinem Arzt und lass dir eine ordentliche Therapie verschreiben. In jedem Fall brauchst du professionelle Unterstützung, damit du nicht nur "überlebst", sondern wieder anfangen kannst, zu leben.
Gruß, T. :-)
Taugenichts
25.05.2011, 16:39
Hallo markus2011,
wenn du eine Sozialphobie hast, wie kannst dann zur SB gehen oder überhaupt einen Kontakt zur Aussenwelt aufbauen. Respekt! Ich habe nämlich auch eine und die ermöglicht dieses leider nicht. Habe bislang alles postalisch oder mit E-mail gemacht und den Termin bei der Arge sehe ich mit höllischer Angst entgegen. Dazu kommt, ich trau mich auch nicht zu telefonieren. Eigentlich gehe ich nur dahin, wo man mich kennt oder wo ich nichts sagen muss.
Ich meine, du kannst wenigstens mit fremden Menschen in Kontakt treten, dass ist doch schon was.
Dein Arzt muss dir dein Leid attestieren und dann kommst du zum Amtsarzt und dann wirst du frühverrentet. Das war bei einem Freund von mir auch so.
... Sozialphobie ....
... Ich habe nämlich auch eine und die ermöglicht dieses leider nicht. Habe bislang alles postalisch oder mit E-mail gemacht und den Termin bei der Arge sehe ich mit höllischer Angst entgegen.
Hi,
es gibt doch garkeinen Grund "höllische Angst" zu haben. Da kann ich euch beiden dann ja nur mal anraten mit dem Problem zum Arzt zu gehen. Bei dem Krankheitsbild, was für Berufe kommen da denn dann doch in Frage ?
markus2011
26.05.2011, 09:47
Hallo an alle, danke für Eure Antworten. Leider ist vieles oft nicht so einfach. Ich wollte jetzt auch nicht so intensiv meine Probleme ausbreiten. Mir ging es nur darum wie ich mit der Sachbearbeiterin umgehen kann, wenn sie beim nächsten Mal den Ton beibehält oder verschärft. Aber ich kriege das schon hin, Hauptsache nicht die Nerven verlieren ;) Viele Grüße Markus
vBulletin® v3.8.7, Copyright ©2000-2012, vBulletin Solutions, Inc.