felix1965
14.11.2006, 00:18
Hallo zusammen!
Ich bin neu hier, heiße Felix, bin 41 Jahre alt und komme aus Berlin.
Ich bin momentan etwas verwirrt und verzweifelt und hoffe, dass der ein oder andere mir vielleicht helfen kann.
Anfang Juni 2006 ging ich zur Arbeitsagentur, um mich arbeitslos zu melden. Da ich nach meiner "Angestelltenzeit" eine Weile selbstständig war, hatte ich keinen Anspruch mehr auf ALG I und wollte ALG II beantragen.
Meine Daten wurden größtenteils aufgenommen und mir ein mit Datumsstempel versehener Antrag ausgehändigt. Dazu wurde mir mitgeteilt, dass ich nun auf eine schriftliche Nachricht bezüglich eines Termins beim Arbeitsberater warten müsse, aber der Antrag ab dem Datum von diesem Tage gilt.
Dann stürzte der Computer ab. (Klingt komisch, iss aber so.) Die Mitarbeiterin machte sich einige handschriftliche Notizen und meinte, sie würde die Daten später in den PC eingeben, aber der Antrag wäre ja von ihr unterschrieben, daher gelte er ab sofort.
Dann passierte erst einmal überhaupt nichts mehr. Ich hatte ja auch noch ein wenig Geld, mein Lebenspartner lieh mir auch etwas, und so wartete ich auf den Termin. Da ich aus dem Netz und auch von Freunden wusste, dass sich die Termine oft Monate lang hinziehen können, dachte ich mir nichts dabei, dass keine Nachricht kam und fragte auch nicht nach. Der Antrag war ja ab Anfang Juni "gültig".
Ende Oktober hatte ich nicht nur fast kein Geld mehr, sondern mir kam die Sache auch etwas komisch vor. Daher ging ich wieder zur Arbeitsagentur, wo mir mitgeteilt wurde, dass ja kein Antrag von mir vorläge und auf meinen Einwand, dass ich auf den Termin gewartet hätte, gesagt wurde, dass es da keine Termine gäbe, sondern ich den Antrag einfach am Empfang hätte abgeben sollen.
Da ich nun (ziemlich) mittellos war, bekam ich einen Termin zur Abgabe meines Antrags (der ja angeblich nicht notwenig ist...) am nächsten Tag in einer "Notfallsprechstunde". Das war letzten Freitag, den 10.11.
Der Arbeitsberater sah sich meine Unterlagen durch und gab sie an die Leistungsabteilung weiter, wo mir ein Vorschuß ausgezahlt werden sollte.
Dort erhielt ich auch ein Vorschuß, musste aber eine Verpflichtung unterschreiben, dieses Geld bei Nicht-Bewilligung meines Antrags zurück zu zahlen. Der Beginn der Zahlung der Leistungen war mit November datiert.
Im Laufe des Gesprächs mit der Mitarbeiterin ergab sich, dass sie bei oberflächlicher Durchsicht meines Antrags der Meinung war, dass ich fehlende Unterlagen nicht zügig genug nachgereicht hätte. Was nicht sein konnte, da ich die Unterlagen ja an diesem Tage erst vorgelegt hatte.
Dabei stellte sich heraus, dass der Arbeitsberater meinen Antrag mit dem 10.6. datiert hatte. Ich forderte eine Änderung, da nicht der Eindruck entstehen sollte, ich hätte schon vor Monaten den Antrag abgegeben, worauf der "Fall" an eine andere Sachbearbeiterin weiter gegeben wurde.
Diese teilte mir mit, dass sie zwar nicht über die Sache entscheiden könnte, aber da die Teamleiterin in einer Besprechung sei, würde sie ein Protokoll meines Einwands aufnehmen und der Teamleiterin später vorlegen.
Dies geschah dann auch und wurde von mir unterschrieben.
Sie würde mir aber keine allzu großen Hoffnungen machen, rückwirkend Leistungen zu erhalten, da ich ja bis jetzt auch genug Geld gehabt hätte, um klar zu kommen.
Darüber wollte ich allerdings nicht auch noch eine Diskussion anfangen. Zwar ist mir bekannt, dass ich trotz Antragstellung über ein gewisses Vermögen verfügen darf, aber das schien nicht zur Sache zu tun.
Ich beharrte allerdings darauf, dass zumindest erst einmal das Datum geändert werden solle, was ja leicht durch den Arbeitsberater hätte vorgenommen werden können. Dies, wie mir mitgeteilt wurde, sei aber im Moment nicht möglich, weil er beschäftigt sei.
Als ich daraufhin erklärte, ich würde warten bis er Zeit hätte, um ihn notfalls auch persönlich um die Berichtigung zu bitten, wenn sie selbst dies nicht tun könne, wurde die Dame ziemlich unfreundlich und jagte mich regelrecht aus ihrem Büro.
Nachdem ich noch einige Zeit gewartet hatte, wurde ich wieder in das Büro der Sachbearbeiterin gerufen, wo nicht nur der Arbeitsberater, sondern auch noch ein weiterer Mitarbeiter (still in einer Ecke sitzend) anwesend waren. Vor mir auf dem Tisch lag mein Antrag mit geändertem Datum.
Allerdings gingen mich die beiden an, dass ich mich hätte früher melden müssen, aber ich erklärte, dass es mir jetzt erst einmal nur um das falsche Datum ginge, alles andere könne ich ja über einen Widerspruch "regeln" und müsse hier nicht diskutiert werden.
Alles in allem eine sehr aggressive Unterhaltung - von beiden Seiten.
Am Freitag, den 10.11. gegen 13 Uhr verließ ich die Agentur für Arbeit.
(Info: Ich habe diese Gespräche übrigens von meiner Seite aus nicht allein geführt - mein Lebenspartner war bei allen anwesend. Vorsichtshalber.)
Am Samstag, den 11.11. erhielt ich einen Vermittlungsvorschlag für eine auf neun Monate befristete Stelle als Gartenbauhelfer.
Abgesehen davon, dass der Eintrittstermin bereits zwei Wochen zuvor war, wunderte mich die Schnelligkeit auch etwas: mein Lebenspartner, der seit acht Monaten ALG II bezieht und praktisch die gleichen Berufsvoraussetzungen hat (gleiches Alter, fast identische Ausbildung und Berufserfahrung, nur im Gegensatz zu mir sogar einen Führerschein hat), bekam bisher nicht ein einziges Angebot.
Puuh....hast du/habt ihr bis hierher durchgehalten?
Ich weiß, es ist ein bisschen viel. Und nun auch noch meine Fragen dazu.
1. Gibt es eine Frist für die Abgabe des Antrags nach Meldung der Arbeitslosigkeit?
2. Kann es einem zum Nachteil angerechnet werden, dass man von Geldern im Rahmen des "Freibetrags" gelebt hat, während man (womöglich missverständlich) auf Reaktion der Arbeitsagentur gewartet hat?
3. Muss ich auf Arbeitsangebote reagieren (bzw. darf mir das Jobcenter diese überhaupt unterbreiten), obwohl ich noch keinen Bewilligungsbescheid habe?
4. Wie sieht das denn rein versicherungstechnisch aus: ALG II ist noch gar nicht bewilligt, und ich trete eine vom Jobcenter vorgeschlagene Stelle an. Wenn etwas passiert: Wer zahlt denn da? (Habe nur eine vorläufige Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse, die erst vollständig durch den Bewilligungsbescheid in Kraft tritt)?
Vielen Dank schon im voraus für Reaktionen, Interesse, Hinweise, Hilfe.
Liebe Grüße aus Berlin,
Felix
Ich bin neu hier, heiße Felix, bin 41 Jahre alt und komme aus Berlin.
Ich bin momentan etwas verwirrt und verzweifelt und hoffe, dass der ein oder andere mir vielleicht helfen kann.
Anfang Juni 2006 ging ich zur Arbeitsagentur, um mich arbeitslos zu melden. Da ich nach meiner "Angestelltenzeit" eine Weile selbstständig war, hatte ich keinen Anspruch mehr auf ALG I und wollte ALG II beantragen.
Meine Daten wurden größtenteils aufgenommen und mir ein mit Datumsstempel versehener Antrag ausgehändigt. Dazu wurde mir mitgeteilt, dass ich nun auf eine schriftliche Nachricht bezüglich eines Termins beim Arbeitsberater warten müsse, aber der Antrag ab dem Datum von diesem Tage gilt.
Dann stürzte der Computer ab. (Klingt komisch, iss aber so.) Die Mitarbeiterin machte sich einige handschriftliche Notizen und meinte, sie würde die Daten später in den PC eingeben, aber der Antrag wäre ja von ihr unterschrieben, daher gelte er ab sofort.
Dann passierte erst einmal überhaupt nichts mehr. Ich hatte ja auch noch ein wenig Geld, mein Lebenspartner lieh mir auch etwas, und so wartete ich auf den Termin. Da ich aus dem Netz und auch von Freunden wusste, dass sich die Termine oft Monate lang hinziehen können, dachte ich mir nichts dabei, dass keine Nachricht kam und fragte auch nicht nach. Der Antrag war ja ab Anfang Juni "gültig".
Ende Oktober hatte ich nicht nur fast kein Geld mehr, sondern mir kam die Sache auch etwas komisch vor. Daher ging ich wieder zur Arbeitsagentur, wo mir mitgeteilt wurde, dass ja kein Antrag von mir vorläge und auf meinen Einwand, dass ich auf den Termin gewartet hätte, gesagt wurde, dass es da keine Termine gäbe, sondern ich den Antrag einfach am Empfang hätte abgeben sollen.
Da ich nun (ziemlich) mittellos war, bekam ich einen Termin zur Abgabe meines Antrags (der ja angeblich nicht notwenig ist...) am nächsten Tag in einer "Notfallsprechstunde". Das war letzten Freitag, den 10.11.
Der Arbeitsberater sah sich meine Unterlagen durch und gab sie an die Leistungsabteilung weiter, wo mir ein Vorschuß ausgezahlt werden sollte.
Dort erhielt ich auch ein Vorschuß, musste aber eine Verpflichtung unterschreiben, dieses Geld bei Nicht-Bewilligung meines Antrags zurück zu zahlen. Der Beginn der Zahlung der Leistungen war mit November datiert.
Im Laufe des Gesprächs mit der Mitarbeiterin ergab sich, dass sie bei oberflächlicher Durchsicht meines Antrags der Meinung war, dass ich fehlende Unterlagen nicht zügig genug nachgereicht hätte. Was nicht sein konnte, da ich die Unterlagen ja an diesem Tage erst vorgelegt hatte.
Dabei stellte sich heraus, dass der Arbeitsberater meinen Antrag mit dem 10.6. datiert hatte. Ich forderte eine Änderung, da nicht der Eindruck entstehen sollte, ich hätte schon vor Monaten den Antrag abgegeben, worauf der "Fall" an eine andere Sachbearbeiterin weiter gegeben wurde.
Diese teilte mir mit, dass sie zwar nicht über die Sache entscheiden könnte, aber da die Teamleiterin in einer Besprechung sei, würde sie ein Protokoll meines Einwands aufnehmen und der Teamleiterin später vorlegen.
Dies geschah dann auch und wurde von mir unterschrieben.
Sie würde mir aber keine allzu großen Hoffnungen machen, rückwirkend Leistungen zu erhalten, da ich ja bis jetzt auch genug Geld gehabt hätte, um klar zu kommen.
Darüber wollte ich allerdings nicht auch noch eine Diskussion anfangen. Zwar ist mir bekannt, dass ich trotz Antragstellung über ein gewisses Vermögen verfügen darf, aber das schien nicht zur Sache zu tun.
Ich beharrte allerdings darauf, dass zumindest erst einmal das Datum geändert werden solle, was ja leicht durch den Arbeitsberater hätte vorgenommen werden können. Dies, wie mir mitgeteilt wurde, sei aber im Moment nicht möglich, weil er beschäftigt sei.
Als ich daraufhin erklärte, ich würde warten bis er Zeit hätte, um ihn notfalls auch persönlich um die Berichtigung zu bitten, wenn sie selbst dies nicht tun könne, wurde die Dame ziemlich unfreundlich und jagte mich regelrecht aus ihrem Büro.
Nachdem ich noch einige Zeit gewartet hatte, wurde ich wieder in das Büro der Sachbearbeiterin gerufen, wo nicht nur der Arbeitsberater, sondern auch noch ein weiterer Mitarbeiter (still in einer Ecke sitzend) anwesend waren. Vor mir auf dem Tisch lag mein Antrag mit geändertem Datum.
Allerdings gingen mich die beiden an, dass ich mich hätte früher melden müssen, aber ich erklärte, dass es mir jetzt erst einmal nur um das falsche Datum ginge, alles andere könne ich ja über einen Widerspruch "regeln" und müsse hier nicht diskutiert werden.
Alles in allem eine sehr aggressive Unterhaltung - von beiden Seiten.
Am Freitag, den 10.11. gegen 13 Uhr verließ ich die Agentur für Arbeit.
(Info: Ich habe diese Gespräche übrigens von meiner Seite aus nicht allein geführt - mein Lebenspartner war bei allen anwesend. Vorsichtshalber.)
Am Samstag, den 11.11. erhielt ich einen Vermittlungsvorschlag für eine auf neun Monate befristete Stelle als Gartenbauhelfer.
Abgesehen davon, dass der Eintrittstermin bereits zwei Wochen zuvor war, wunderte mich die Schnelligkeit auch etwas: mein Lebenspartner, der seit acht Monaten ALG II bezieht und praktisch die gleichen Berufsvoraussetzungen hat (gleiches Alter, fast identische Ausbildung und Berufserfahrung, nur im Gegensatz zu mir sogar einen Führerschein hat), bekam bisher nicht ein einziges Angebot.
Puuh....hast du/habt ihr bis hierher durchgehalten?
Ich weiß, es ist ein bisschen viel. Und nun auch noch meine Fragen dazu.
1. Gibt es eine Frist für die Abgabe des Antrags nach Meldung der Arbeitslosigkeit?
2. Kann es einem zum Nachteil angerechnet werden, dass man von Geldern im Rahmen des "Freibetrags" gelebt hat, während man (womöglich missverständlich) auf Reaktion der Arbeitsagentur gewartet hat?
3. Muss ich auf Arbeitsangebote reagieren (bzw. darf mir das Jobcenter diese überhaupt unterbreiten), obwohl ich noch keinen Bewilligungsbescheid habe?
4. Wie sieht das denn rein versicherungstechnisch aus: ALG II ist noch gar nicht bewilligt, und ich trete eine vom Jobcenter vorgeschlagene Stelle an. Wenn etwas passiert: Wer zahlt denn da? (Habe nur eine vorläufige Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse, die erst vollständig durch den Bewilligungsbescheid in Kraft tritt)?
Vielen Dank schon im voraus für Reaktionen, Interesse, Hinweise, Hilfe.
Liebe Grüße aus Berlin,
Felix