Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitsvertrag ablehnen aus wirtschaftlichen Gründen?
bentogirl
28.10.2011, 22:53
Hallo Ihr Lieben! Ich hoffe ihr könnt mir helfen.:confused:
Ich bekomme Hartz4 und war lange regional auf Jobsuche ohne Erfolg.
Aus Verzweiflung hab ich kurzerhand auch weiter Weg etwas gesucht
was natürlich erahnen ließ das ich umziehen muss....
Jetzt hab ich eine klasse Stelle in Berlin, praktisch meinen Traumjob....
Vertrag liegt vor. Ebenso beim Amt (allerdings noch NICHT unterzeichnet!!!).
Der Job reizt mich aber alles in allem... lässt mich mein Arbeitgeber hängen
beim Umzug (kein Rollgeld) ebenso die Arge die mir maximal 240€ auf drei
Monate zu meiner momentanen Wohnung zuzahlen würde....
auch kein kleiner Faktor: Ich muss praktisch JETZT sofort umziehen weil die
Stelle ab sofort zu besetzten wäre und ich am Montag schon unterschreiben
soll (am 1.11 soll ich anfangen....:shock:)
Heißt für mich... 500 km weit weg ziehen. Mit praktisch NULL Kapital einen
Umzug wuppen selbst mit der "finanziellen Hilfe" vom Amt... haut das hintern
und vorne nicht hin. Vorstrecken versteht sich ja mal wieder...
Dabei bleibe ich auf den Restlichen Kosten der Alten Wohnung sitzen die
ich zwar kündigen kann aber dank Vermieterpleite weder meine selbstgezahlte
Kaution wiedersehe noch gewissheit hab das meine Kündigung ankommt da
mein Vermieter praktisch untergetaucht ist. Dazu kommt noch das bei der
Wohnungssituation in Berlin wegen den doppelten Abitur-Abgänger Jahrgang
alle bezahlbaren Wohnungen weg sind. Ich kann mir keine Kaution leisten,
erst recht keine Provision für Makler... genauso will ich mir mit einem
befristetn Arbeitsvertrag und Probezeit das Wagnis aufhalsen am Ende in
Berlin zu stranden und alles in allem eine schlechtere Situation zu haben
wie unter den jetzigen Umständen.
Deswegen meine Frage an Euch:
Lehne ich den Vertrag und die Stelle ab, (selbst gesucht nicht vermittelt) mit
der Begründung das der Umzug nicht wirtschaftlich für mich ist und unter den
gegebenen Umständen zu riskant... :(
kann mir die Arge in irgend einer Weise an den Kragen?
Kann sein das es Torschusspanik ist aber ich hab kein gutes Bauchgefühl bei der Sache
Es tut mir nur so schrecklich leid weil der Job super ist, halbwegs gut bezahlt
und der Arbeitsgeber bemüht mich kurzfristig unter zu bringen... aber aber aber
... was tun?!
Dabei bleibe ich auf den Restlichen Kosten der Alten Wohnung sitzen die
ich zwar kündigen kann aber dank Vermieterpleite weder meine selbstgezahlte
Kaution wiedersehe noch gewissheit hab das meine Kündigung ankommt da
mein Vermieter praktisch untergetaucht ist.
Hi,
man könnte die Kaution auch mit den (letzten) Mietzahlungen selber gegenrechnen, ...... Wenn der Vermieter was will, dann wird er sich schon an dich wenden :) Somit verlierst du deine Kaution nicht.
Kündigung schickst du ggf. rechtzeitig per Einschreiben und Rückschein an die letzte bekannte Adresse des Vermieters. Wenn dieser nicht dort anzutreffen ist, dann ist das nicht dein Problem.
Ich muss praktisch JETZT sofort umziehen weil die
Stelle ab sofort zu besetzten wäre und ich am Montag schon unterschreiben
soll (am 1.11 soll ich anfangen....)
Naja, also etwas mehr Zeit könnte der AG dir hier schon einräumen, was den Arbeitsbeginn angeht .... Sorry, aber auch eine Übergangswohnung lässt sich jetzt sehr schwer über`s Wochenende finden ! Du solltest meiner Meinung hier noch mal mit dem AG reden, denn das halte ich für fast unmöglich dies jetzt auf die Schnelle zu realisieren.
Wenn er da kein Verständnis zeig, dann kann meiner Meinung der Job garnicht so toll sein. Was soll denn das für ein Arbeitsklima werden, bei null Verständnis der Lage ?
Dazu kommt noch das bei der
Wohnungssituation in Berlin wegen den doppelten Abitur-Abgänger Jahrgang alle bezahlbaren Wohnungen weg sind.
Das halte ich für ein Gerücht, gerade in Berlin. Denn Studentenwohnungen, sind ausschliesslich nur für Studenten. Normale kleine 1-Zimmerwohnungen sind allgemein oft teurer als größere. Das hier alle bezahlbaren weg sind, wegen den doppelten Abi-Jahrgängen, das glaube ich nun wirklich nicht. Berlin & näheres Umland ist so groß .....
Wie schon gesagt, schwerer bis unmöglich wird es nur, innerhalb von einem Wochenend jetzt eine Wohnung zu finden. Und unter der Woche wirst du ja Arbeiten müssen, sodas du dafür auch wenig bis garkeine Zeit hast.
kann mir die Arge in irgend einer Weise an den Kragen?
Nö, denn die "ARGE" gibt es seit Anfang des Jahres nicht mehr ....., also nun seit fast einem Jahr ! Von der Arge hast du also nix zu befürchten, wenn dann wäre das jetzt das JobCenter.
Lehne ich den Vertrag und die Stelle ab, (selbst gesucht nicht vermittelt) mit der Begründung das der Umzug nicht wirtschaftlich für mich ist und unter den gegebenen Umständen zu riskant
Nein, es ist nicht zu Riskant (das wäre jeder Umzug). Es ist schlicht Weg einfach nicht Möglich (meiner Meinung nach), jetzt über das Wochenende eine "Bleibe" zu finden oder willst du die ersten Arbeitstag Zelten, bis du eine Unterkunft gefunden hast ?
Du lehnst also das Stellenangebot nicht ab, sondern du kannst einfach unter den Umständen nicht gleich am 1. anfangen. Und mit ca 80€/Monat was dir das JobCenter für 3 Monate anbietet, ist es auch unmöglich eine Unterkunft zu finden.
Es tut mir nur so schrecklich leid weil der Job super ist, halbwegs gut bezahlt und der Arbeitsgeber bemüht mich kurzfristig unter zu bringen
Wenn der AG so "toll" ist, dann dürfte es kein Problem sein, das Arbeitsverhältnis auch etwas später anfangen zu lassen, sodass du mehr als ein Wochenende hast um eine Wohnung zu suchen. Ich mein, du wohnst 500km entfernt, da fährt man nicht mal Nebenbei schon hoch und findet sofort was !
Kann sein das es Torschusspanik ist aber ich hab kein gutes Bauchgefühl bei der Sache
Es tut mir nur so schrecklich leid weil der Job super ist, halbwegs gut bezahlt
und der Arbeitsgeber bemüht mich kurzfristig unter zu bringen... aber aber aber
Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen.
Ich selber würde auch grübeln und grübeln.
Warum soll ich so schnell anfangen? Warum findet der AG vor Ort keinen.
Gibts in Berlin keine geeigneten Arbeitslosen? Bin ich wirklich soooo gut?
Andererseits will dir der AG ja bei der Wohnungssuche helfen,
Ich würde erst mal, zumindest für die Probezeit, mich in einer günstigen Pension (Jugendherberge) einmieten.
Und die Wohnung behalten.
Ich hab schon öfter gelesen, dass Jobcenter für die Probezeit eine Zweitwohnung finanzieren. Und einen Umzug innerhalb von zwei Jahren nach Arbeitsaufnahme übernehmen.
Das sind aber Kenntnisse aus vergangenen Jahren. Deshalb verstehe ich auch nicht, dass dein Jobcenter nur so wenig Geld locker machen will,
Oder sind die 240 Euro ein monatlicher Zuschuss für die neue Wohnung?
Ich hatte nämlich mal einen Kollegen, der bekam für fünf MOnate befristeter Arbeit, ca. 300 km vom Wohnort entfernt, eine Zweitwohnung finanziert.
stummelbeinchen
30.10.2011, 22:19
Okay, nehmen wir das mal auseinander:
1. Die Sache mit Kündigung der Wohnung und Mietkaution: Geh zum Mieterschutzverein. Die können Dir sagen, was Du tun kannst. Von selbst die Miete einzubehalten kann gefährlich werden. Lass Dich beraten. Die übernehmen auch die Korrespondenz und Du bist da auf alle Fälle auf der sicheren Seite.
2. Keiner zwingt Dich bis 1.11. umzuziehen. So kannst Du bis zum Ende der Probezeit erstmal ein möbliertes Zimmer nehmen. Die gibts schon ziemlich günstig, z.B. in WGs. Das erlaubt Dir auch etwas Geld anzusparen.
3. Viele Umzugsfirmen gewähren Ratenzahlung. Es wäre auch möglich, dass Du einen Teil selbst mit einem Mietwagen nach Berlin schaffst und nur den großen Kram durch eine Spedition liefern lässt (da muss man mal im Kostenvoranschlag sehen, ob und wenn ja wieviel man damit einspart). Mietkaution kann man auch in Raten zahlen und bei den Maklerfirmen...nun es würde mich wundern, wenns da nicht auch ginge. Probiers mit einer Wohnung doch erstmal über Privatanzeigen. Manchmal klappt das auch.
4. Unbedingt schriftlichen Antrag auf Umzugskosten stellen. Erläutere Deine (finanzielle Situation). Wenn die Ablehnung kommen sollte: Widerspruch! Eine getrennte Haushaltsführung ist Dir nicht zuzumuten bei der Entfernung. Aber: Es kann sein, dass das Jobcenter (ARGE gibts nicht mehr) das Einkommen aus den ersten MOnaten anrechnet und Dir somit Eigenleistungsfähigkeit für den Umzug unterstellt. Dem kannst Du nur entgegenwirken, wenn Du klar machst (da reicht eine schriftliche Erläuterung), dass Du nicht Kaution, Maklergebühr und Umzug mit Deinem Gehalt nach langer Alo stemmen kannst. Aber Achtung: Für die Kaution brauchst Du gar nicht erst einen Antrag zu stellen, weil das keine Ausgabe im eigentlichen Sinne ist (Du bekommst das Geld ja wieder).
5. Im schlimmsten Fall frag Deinen Arbeitgeber. Manche AG gewähren ihren Mitarbeitern günstige Kredite.
Versuch den Job zu bekommen. Zur Not schau, dass Du Deine Möbel ein paar Monate günstig lagern kannst und halte etwas länger in einer WG durch. Es lohnt sich nach hinten raus.
VIel Glück
stummelbeinchen
30.10.2011, 22:20
Hach, hab was vergessen.
Parallel zum Antrag sende ein Schreiben an den Geschäftsführer des Jobcenters. Schildere auch ihm Deine Situation und bitte um Hilfe. Freundlich, bestimmt und ein bisschen Tränendrüse: Hilft meistens immer.
Ich weiß, das sollte es eigentlich nicht sein, aber Grundsatzdiskussionen bringen jetzt hier nicht weiter, Du brauchst schnell eine Entscheidung.
Viel Glück
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