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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stundung von z.B. Lebensversicherung etc.


Feline
18.10.2005, 15:13
Ich hab mal eine eher allgemeine finanzielle Frage, die viele betrifft, die Schulden und/oder wenig Geld haben:

Ein Freund von mir verdient recht wenig, hat dadurch Schulden (Dispokredit) angehäuft.
Nun hat ihm die Bank eine Umschuldung angeboten, das hat er auch angenommen. Sein Konto ist jetzt ausgeglichen, und er kann die Schulden in kleinen Raten abzahlen.

Nun erzählt er mir, dass er für 3 - wie soll man sagen - vermögensbildende Leistungen - Beiträge zahlt: Lebensversicherung, Bausparvertrag, Pensionsvorsorge.
Das geht natürlich auch ins Geld. Dummerweise hat er die Bank nicht darauf angesprochen, was er da unternehmen kann.

Ich weiß, dass man solche Verträge aussetzen/stunden lassen kann, also solange keine Beiträge zahlt, wie man zuwenig Geld hat, aber der Vertrag muss nicht (mit Verlust) aufgelöst werden, sondern man kann weiter einzahlen, sobald man es wieder kann.
Es gibt da ein Wort, mit dem man diesen Vorgang bezeichnet (fällt mir momentan aber einfach nicht ein...) :-x

Ich nehme mal an, mein Freund muss sich an die jeweiligen Vertragspartner der Leistungen wenden, und diese um Stundung bitten.
Meine Fragen jetzt: Wie formuliert und begründet man diesen Wunsch genau? Wie nennt man das korrekt, wie geht man vor?
Hat da jemand Erfahrung und kann mir und meinem Freund helfen, dass es auch klappt mit der Stundung (oder wie das heißt)? :engel:

StephanK
18.10.2005, 16:02
Hallo Feline,
zumindest im Bereich Versicherungen nennt man - so weit ich weiss - eine solche Aktion "einen Vertrag beitragsfrei stellen". Damit meint man, dass der Vertrag als solcher unangetastet bleibt, aber sozusagen die Uhr angehalten wird, bis man wieder seine Versicherungsprämie zahlen kann.
Ich nehme an, dass der Begriff im Bausparwesen der gleiche ist oder zumindest verstanden wird.

Zum richtigen Vorgehen kann ich nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, sondern nur allgemeine Überlegungen zum besten geben:
Man muss natürlich vermeiden, dass beim Vertragspartner der Eindruck entsteht, es sei für ihn gar nix mehr zu holen - denn dann zieht er die Notbremse.

Sowohl Versicherungen als auch Bausparkassen arbeiten häufig mit Vertretern oder sog. Vertrauensleuten vor Ort, die um die Ecke wohnen und/oder sogar in's Haus kommen. Ich würde wohl zuerst so jemanden ansprechen und die Situation in Ruhe, aber vor allem offen mit ihm besprechen.
Es geht in diesem Fall ja nicht um die Situation "Arbeitslosigkeit", sondern um zu geringes Arbeitseinkommen. Das ist immerhin ein - relativer - Vorteil und eine Ausgangsbasis, um weiter zu kommen.

Im übrigen wird er seine Situation realistisch einschätzen müssen, vor allem im Hinblick darauf, ob er reelle Chancen hat, in absehbarer Zeit ein höheres Einkommen zu erzielen. Wenn's da keinen Silberstreif am Horizont gibt, dann wird ihm nur übrig bleiben, aus diesen Verträgen so auszusteigen, dass seine Verluste möglichst gering sind.

Außerdem erschiene es mir sinnvoll, eine Schuldnerberatungsstelle aufzusuchen. Viele Leute machen den Fehler, das erst dann zu tun, wenn die Insolvenz droht oder der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Dann gibt es keine Spielräume mehr, aber derzeit gibt es sie wohl noch, und genau an diesem Punkt kann eine Schuldnerberatungsstelle Hilfe leisten. Allerdings sind viele Schuldnerberatungsstellen infolge von Kürzungen öffentlicher Zuschüsse unterbesetzt und haben lange Wartezeiten. Den Versuch wert dürfte es trotzdem sein.

rat-loser
18.10.2005, 17:51
ich kann die ausführungen von stephan nur unterstützen. normalerweise sollte so eine vorübergehende aussetzung der beiträge - zumindest bei seriösen gesellschaften - relativ problemlos möglich sein.
ich würde auch den weg über den vertreter wählen, bei dem der vertrag damals abgeschlossen wurde. das offene, realistische gespräch sollte da wirklich weiter helfen.