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ulysses
09.04.2005, 03:54
Vielleicht interessiert es ja den einen oder den Anderen.
Da ich eigentlich nur noch auf die Abschaffung der Demokratie warte (was anderes erwarte ich hierzulande nicht mehr ) habe ich mich entschlossen dem Land dauerhaft den Rücken zu kehren.
Kurzerhand die ZAV kontaktiert und recht bald darauf bekam ich einen Anruf aus Bonn. Mir wurde mitgeteilt dass alles sehr schlecht aussähe und im Ganzen hatte uch den Eindruck dass ich doch lieber woanders nach einem Job prockeln sollte aber bitte nicht bei der ZAV. Mir wurden noch einige Fragen aus dem allgemeinen Katolog gestellt und dann wurde ich zum Europäschen WeissIchNich weitervermittelt. Von dort habe ich aber bis heute nichts gehört. Sehr bald darauf bekam ich noch eine eMail mit folgendem Inhalt:


Sehr geehrter Herr xxxxxxxxx,

vielen Dank für Ihr Interesse an einer Auslandsvermittlung durch die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV).

Die Prüfung Ihrer Vermittlungsmöglichkeiten ergab, dass derzeit bei der ZAV keine Stellenangebote im deutschsprachigem Ausland als xxxxxxxxxx vorliegen. Ob und gegebenenfalls wann für Sie geeignete Angebote eingehen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen.

Alle bei der ZAV eingehenden Stellenangebote werden veröffentlicht. Sie können sich daher selbst über die Auslandsstellenangebote der Bundesagentur für Arbeit informieren, indem Sie im Internet oder bei Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit die Dienstleistungen des virtuellen Arbeitsmarktes über die Internetseite www.arbeitsagentur.de <http://www.arbeitsagentur.de/> (Arbeits- und Ausbildungssuchende >Stellenangebot suchen > Suchkriterien hinzufügen ) nutzen.

Der virtuelle Arbeitsmarkt bietet Ihnen außerdem die Möglichkeit, Ihr Bewerberprofil in eine Bewerberdatenbank einzustellen, um Anfragen von interessierten Arbeitgebern auf direktem Wege zu erhalten.

Darüber hinaus finden Sie eine Auswahl der Auslandsstellenangebote der Bundesagentur für Arbeit in dem wöchentlich erscheinenden Stellenanzeiger Markt + Chance. Der Stellenanzeiger ist kostenlos bei jeder Agentur für Arbeit erhältlich bzw. über die Rufnummer 02225-8893-118 kostenlos zu abonnieren.

Ich empfehle Ihnen zudem, die Möglichkeiten des EURES-Netzwerkes (European Employment Service) zu nutzen. Das EURES-Netzwerk dient vor allem dazu, im Datenverbund der EURES-Berater einen Überblick über die Arbeits- und Lebensbedingungen in Länder der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz sowie über Stellenangebote zu erhalten. Die Dienstleistungen und das Adressverzeichnis der EURES-Berater können Sie unter http://europa.eu.int/eures <http://europa.eu.int/eures> abrufen.
Sie können ebenso die Internetseiten der jeweiligen nationalen Arbeitsverwaltung vor Ort nutzen: (http://europa.eu.int/eures <http://europa.eu.int/eures> (? Sprachenauswahl ? Rubrik "öffentliche Arbeitsverwaltung" ? Rubrik "nationale Arbeitsverwaltung").

Bitte beachten Sie, dass die meisten ausländischen Arbeitsmärkte ähnliche Probleme haben wie der deutsche. Gemeinsam ist ihnen, dass es zumeist mehr Arbeitsuchende als freie Stellen gibt. Daher sind viele internationale Arbeitsmärkte weitgehend verschlossen - zum Schutz der inländischen Arbeitsuchenden . Ausländer kommen nur unter ganz bestimmten Bedingungen zum Zuge.

Bewerber aus Deutschland werden im Ausland nur dann berücksichtigt, wenn die gesuchten Arbeitskräfte auf dem örtlichen Markt nicht zu finden sind oder wenn ausdrücklich Bewerber aus Deutschland gesucht werden. Die Voraussetzungen für eine Auslandserwerbstätigkeit haben in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. In vielen Fällen werden zusätzlich besondere Fachkenntnisse und Spezialisierungen erwartet, die nur durch längerfristige Berufstätigkeit erworben werden können. Ausschlaggebend sind dabei die letzten fünf Jahre der Berufstätigkeit.

Des weiteren sollte man auch wissen, dass:

* in Deutschland in der Regel höhere Löhne und Gehälter gezahlt werden, als in den meisten anderen Ländern,
* die soziale Absicherung, also die Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung und Unfallversicherung, im Ausland häufig niedrigere Leistungen als in Deutschland bietet,
* der Wunsch nach einem bestimmten Ort oder einem bestimmten Land die Vermittlungsmöglichkeiten erheblich einschränkt,
* die Arbeit im Ausland nicht immer an kulturell interessanten und klimatisch angenehmen Orten angeboten wird,
* die Rückkehr nach Deutschland nach einem längeren Auslandsaufenthalt persönliche und berufliche Schwierigkeiten mit sich bringen kann.

Vor der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Ausland sollte neben anderen organisatorischen und länderspezifischen Aspekten unbedingt die Klärung sozialversicherungs- und steuerrechtlicher Bedingungen erfolgen. Damit verbunden ist die Fragestellung, welchen nationalen Rechtsvorschriften bei einer Auslandstätigkeit gelten, d.h. in welchem Land Sozialversicherungen bestehen und Steuern zu entrichten sind.

Grundsätzlich empfehle ich Ihnen daher, direkten Kontakt zum jeweiligen Sozialversicherungsträger und zum Finanzamt in Deutschland aufzunehmen. Die entsprechend zuständigen Träger klären die mit einer Auslandstätigkeit verbundenen sozial- und rentenversicherungs- bzw. steuerrechtlichbezogenen und Fragestellungen.

Auf die beigefügte/n Information/en bzw. Internetadresse/n mache ich aufmerksam und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

xxxxx xxxxxxx

Zentralstelle für Arbeitsvermittlung ( ZAV )
InfoCenter Ausland ( ICA )
Villemombler Str. 76

D - 53123 Bonn
<<A_Arbeiten_in_Österreich.pdf>> <<A_Linkliste_Österreich.pdf>> <<A_Bewerben und Vorstellen in Österreich.pdf>> <<CH_EU_Bürger_in_der_Schweiz.pdf>> <<CH_Linkliste_Schweiz.pdf>> <<CH_Internetadressen_Schweiz.pdf>>
<<D_Informationen_über_Leistungen_bei_Arbeitslosigke it_nach_Auslandsaufenthalten.pdf>> <<D_Informationsblatt_E301.pdf>>
Weitere Länderinformationen finden Sie unter:
www.arbeitsagentur.de <http://www.arbeitsagentur.de> - Arbeitnehmer Informationen - Internationales - Arbeiten im Ausland
www.auswaertiges-amt.de <http://www.auswaertiges-amt.de >
www.europaserviceba.de <http://www.europaserviceba.de>


... muß wohl noch ein wenig bleiben,

Das kann man auch dazu verwenden um die Reiselust der Arbeitslosen zu dokumentieren die ja angeblich nicht bereit sind wegen eines Jobs umzuziehen.

Betroffener
09.04.2005, 19:57
@ulysses,

interessante Stellungnahme - wenn mal unser deutscher Arbeitsmarkt zu zugenagelt wäre wie der im Ausland. Soviel zum Thema Freizügigkeit innerhalb der EU.

Irgendwo hatte ich doch gerade auch gelesen, daß sehr hohe Anzahlen auch innerhalb Deutschlands nicht umziehen wollen. Wohin denn auch? Woanders gibt es auch keine Arbeit.

Und wenn sich offiziell über 5.000.000 Menschen (innoffiziell wohl eher 7 - 10 Millionen) um 300.000 offene Stellen hauen müssen (jetzt mal vergessen, daß sicherlich die benötigte Qualifikation bei den offenen Stellen wahrscheinlich eh nur auf vielleicht 350.000 einigermassen passen dürfte), ist doch vollkommen klar, daß namentliche Umbenennungen von Behörden und deren Teilprivatisierung nichts am Problem ändern können. Die Produktivität ist einfach so hoch, daß immer weniger Menschen gebraucht werden, um diese Produktivität zu erzeugen (und das dann meist auch noch mit ins Ausland exportierten Arbeitsplätzen). Wir bezahlen also aus unseren Steuergeldern dreifach den Arbeitsplatzexport:

erst an die EU, die daraus die Beitrittsländer fördert
dann an die Firmen durch Steuererlass für den Arbeitsplatzexport
dann ALG-I und ALG-II an die von Arbeit befreiten Mitarbeiter

EU hin oder EU her, dieser auch noch massiv steuerlich geförderte Arbeitsplatzexport muß gestoppt werden, vorrangig durch Einstellung der steuerlichen Förderung bei Planung, Umsetzunng, Kreditzinsen und Verlustvorträgen. Das gleiche muss dann aber auch für die regionale EU-Förderung in den Beitrittsländern gelten, die sich ja mit Superangeboten an die Industrie aus EU-Mitteln (wieder überwiegend von Deutschland eingezahlt) gegenseitig überbieten.

Das ist doch alles so krank ... und keiner tut was dagegen.

Da fällt den Politikern immer nur ein am Symptom zu bastelen (Stoiber hat sich ja zum Glück mit seinem Testballon schnell wieder zurückgezogen), statt den ewigen Zustrom von Billiglöhnern zu reglemtieren und zu stoppen, damit der Rest der noch Arbeit hat, diese auch noch länger haben kann.

ulysses
09.04.2005, 23:49
... daß sicherlich die benötigte Qualifikation bei den offenen Stellen wahrscheinlich eh nur auf vielleicht 350.000 einigermassen passen dürfte


Vielen Dank. Dass das auch nochmal jemand zur Sprache bringt. Ich halte mich - frech wie bin - in zwei Berufen für hochqualifiziert. Komme mir aber vor wie der letzte Penner weil mich niemand gebrauchen kann. :evil:



Das ist doch alles so krank ... und keiner tut was dagegen.

Da fällt den Politikern immer nur ein am Symptom zu bastelen


Auch hierfür vielen Dank. Ich habe mir über die Zeit das Schimpfen in diese Richtung abgewöhnt weil ich mir schon wie ein Radikaler vorkomme:
Offenbar bin ich der einzige dem das aufstößt ?- und zwar sehr sauer !

Betroffener
10.04.2005, 03:01
@ulysses,

ich weiss nicht, in welchem Altersbereich Du bist, aber gerade in jüngeren Jahren kann einen sowas stark belasten und total frustieren und umso mehr, je mehr man für seine Ausbildung (darf man fragen welche) getan hat, um am Markt fit zu sein und der einen dann gar nicht (mehr) will.

Ich hatte das Glück in einer Zeit meine erste Ausbildung zu bekommen, als sich noch die Fimen regelrecht mit Ausbildungsplätze überboten haben und auch danach gab es mehr offene Stellen als daran interessierte Mitarbeiter.

Der Drang zur Ausbildung war trotzdem eigenartigerweise relativ gering bei den seinerzeitigen Hauptschülern und vorzeitigen Abbrechern auf dem Weg zum ungelernten Hilfsarbeiter - was früher kein großes Problem war, aber heute ein großer Teil der Arbeitslosenarmee ist.

Heute haben vielfach offensichtlich nur noch Abiturienten ein annähernd vergleichbares Niveau und können mit dem kleinen und großen Einmaleins im Kopf einigermassen umgehen (dafür hat sich mir die Mengenlehre nie so richtig erschloseen :-)

Was dazu führt, daß selbst bei handwerklichen Ausbildungen Haupt- und Realschüler kaum noch Chancen haben, die früher gut für Berufe vom Handwerk und Industrie bis über Bankkaufmann, mittleren Behördendienst, etc waren.

Aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß in den Schulen (Pisa gibt mir recht) in den letzten Jahrzehnten immer mehr Schulabgänger mit erheblich niedrigerem Niveau "produziert" werden (Ausnahmen gibt es natürlich viele). Das liegt aber m.E. nicht nur an den Schulen, sondern an unserer Gesellschaft insgesamt, die bis zu einem gewissen Alter die "armen Kinder" gluckenhaft vor allem schützen will, jeglichen berechtigten ans Alter angepaßten Leistungsdruck fernhält, bis diese dann plötzlich unfertig aus der Glocke in die böse Welt fallen und gewöhnt sind, daß weiter jemand die 500 Euro Handyrechnung und Nike Shuhe und die speziellen Jeans bezahlt und immer das Händchen dazwischen hält.

Schneida
10.04.2005, 19:06
Noch mal was zu Jugendlichen und Anspruchshaltung und Bildungsniveau.

In der Tat liegt das Niveau der derzeitigen Hauptschulen i. d. R. auf dem, was vorher die "Hilfsschule" war. Die Realschulen bringen ungefähr die Ergebnisse, die früher bei Hauptschulabschlüssen erbracht wurden usw. usw.

Schlimmer als Kenntnislücken in Orthografie und Bruchrechnung ist der Kompetenzrückgang im Sozialverhalten. Und auch hier sind Jugendliche das Spiegelbild dessen, was Ihnen vorgelebt wurde und wie mit ihnen umgegangen wird.

Wie man in den Wald hineinruft ...

Wem gegenüber sollten sie Respekt aufbringen? Untersuchungen bringen bestürzende Fakten zu Misshandlung und Verwahrlosung. Und natürlich fällt unter Verwahrlosung auch die Verwöhnungsverwahrlosung. Beteiligt sind klar die Eltern, die Kindergärten und Schulen aber eben auch die Nachbarn, die lärmenden Kindern sehr viel weniger Toleranz entgegenbringen als dem sehr viel lauteren Autoverkehr. Und natürlich Medien, Politiker, Industrie.

Kinder sind auch Objekt agressiver Werbung, Objekt geheuchelter Familienpolitik usw.

Was ist mit dem Jugendwahn in unserer Gesellschaft? Was ist mit der Schönheitschirurgie? Was mit der Freizeitindustrie usw. ? Das betreiben doch die "Alten". Und leben die "Alten" denn Solidarität, Rücksichtnahme und Respekt vor? Wird Krankheit, Behinderung, Leistungsminderung von den "Alten" als selbstverständlicher Bestandteil gesellschaftlichen Lebens akzeptiert? Oder gibt es da sehr schnell Verachtung, Diskriminierung?

Und wird nicht im Gegenteil Agressivität, Härte, Durchsetzungsvermögen und Konkurrenz als Positivwert vermittelt?

Der Maßstab: Stark, Jung, Gutaussehend, Reich, Hohes Bildungsniveau, Redegewandt, Gesund und Leistungsfähig, Erfolgreich, Viele Gute Beziehungen, Gesellschaftlicher Einfluss=Macht usw.

Alles Schwache gerät schnell ins Abseits. Und Kinder sind erst mal alle schwach. Kein Wunder, wenn Jugendliche mit agressiven Mitteln darum kämpfen, aus dieser Position herauszukommen. Eine "normale" Reaktion auf solche Verhältnisse.

Es ist oft ein wenig viel verlangt, wenn ausgerechnet Jugendliche die besseren Menschen sein sollen. Ich denke, erst wären mal die "Alten" dran, da etwas vorzuleben. Oder?

Ich habe ziemlich oft erlebt, dass Jugendliche regelrecht verblüfft sind, wenn man sie freundlich und interessiert anspricht. Scheint vielen nicht so häufig zu begegnen.

Grüße

E.Schneider

Betroffener
10.04.2005, 20:00
@E.Schneider

danke für Ihre ausführliche und engagierte Stellungnahme zu dem in meinem Beitrag kurz mit "das liegt an unserer Gesellschaft" umschriebenen Syndrom.

Schuld sind wir ALLE daran in der einen oder anderen Form über die letzten Jahrzehnte.
Nur - wie fahren wir das wieder zurück und ändern das?

Schneida
10.04.2005, 20:16
Wie ändern? Gute Frage

Ich habe gerade in der Plauderecke eine Antwort zum "wo und wie kann man sich engagieren" geschrieben.

Ein Engagement ist auf jeden Fall schon mal, sich um ein solches Forum zu kümmern und verantwortlich mit den Themen umzugehen. Information und Diskussion zugänglich zu machen und so weiter.

Vielen Dank an alle, die das möglich machen.

Grüße

E.Schneider

ulysses
03.05.2005, 02:14
Arbeitslosigkeit in Österreich - Deutsche sind Schuld


www.n-tv.de/526740.html

Ich möchte nicht schuld sein und gebe mein Vorhaben im Ausland zu arbeiten auf. Hierzulande bin ich als Sozialschmarotzer an vielen Dingen schuld. Wenn mich dann auch noch das Ausland angreifen würde ..... nein, niemals.