Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungsbericht eines jungen Behinderten
Guten Tag zusammen,
ist es nicht traurig wie die soziale Situation in Deutschland ist? Besonders für schwerbehinderte junge Menschen ist es schwer. Das möchte ich mit meinem Erfahrungsbericht beispielhaft zeigen.
Den erhalten Sie hier als pdf:
http://www.dat-dorsten.de/images/erfahrungsbericht.pdf
In dem Anhang diesen Beitrages findet man einen Brief den ich an unseren Bundesminister für Arbeit / Soziales geschrieben habe. In dem zip befindet sich ein pdf Dokument. Mit anderer Anschrift und Anrede ging dieses Schreiben nahezu komplett gleich an die Kanzlerin. Beide Briefe enthielten als Anlage den oben genannten Bericht. Das ganze wurde von mir am 13.11.06 per Post mit zwei seperaten Briefen abgeschickt.
Ihre Meinung sowie Kommentare sind gern gesehen und hier erwünscht. Ich danke vorab für Aufmerksamkeit und Anteilnahme.
Grüße
Björn J.
grosser_kater
29.12.2006, 13:14
Hallo!
Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht: So habe ich in dem Jahr, in dem die Agentur für Arbeit für mich zuständig war, nicht ein einziges Arbeitsangebot erhalten- obwohl ich 3 Berufe gelernt habe und jeweils mit den Noten 1 und 2 abgeschlossen habe.
Das darauf folgende Jahr war die ARGE zuständig, da bekam ich noch nicht einmal einen Fallmanager. Ich bin zu 70% behindert mit dem Zeichen "G"
Un da liegt wohl auch der Hund begraben: Die zur Zeit bestehende Gesetzgebung macht es einem potentiellen Arbeitgeber schwer, einen schwerbehinderten Mitarbeiter wieder zu entlassen. Dadurch sind zwar die geschützt, die Arbeit haben, jedoch scheuen die Arbeitgeber die Einstellung von Schwerbehinderten wie der Teufel das Weihwasser. Meiner Meinung gehört die Sonderbehandlung des Gesetzgebers ersatzlos gestrichen, dann ist eine Behinderung kein Thema mehr Entweder kann ich die Arbeit, für die ich eingestellt bin, dann brauchte ich mir nur die Sorgen machen wie alle anderen auch, oder ich kann es nicht: Dann kann niemand meine Arbeitskraft brauchen.
Glücklicherweise habe ich ab dem 01.02.07eine (sogar gutbezahlte) Arbeit als Industriekaufmann gefunden...
Ich wünsche Dir jedenfalls einen schönen Arbeitsplatz im neuen Jahr und alles Gute!!!
(Wie ich aus deinem Bericht schliesse, hat sich das mit der "Spätentwicklung" ja wohl mitlerweile erledigt- war zusätzlich übrigens auch mein Problem)
StephanK
29.12.2006, 15:40
:welcome: grosser kater,
ich muss auch die Erfahrung machen, dass der Status als Schwerbehinderter ein "Einstellungshindernis" ist. Trotzdem kann ich mich der Schlussfolgerung nicht anschließen, die Du daraus ziehst.
Das Argument, man werde einmal eingestellte Schwerbehinderte nie wieder los, ist nämlich vorgeschoben.
Ich schätze, dass mindestens die Hälfte der heutzutage abgeschlossenen Arbeitsverträge befristet sind. Dabei wird in der Regel die ordentliche Kündigung ausgeschlossen, so dass der besondere Kündigungsschutz Schwerbehinderter keine Rolle spielt.
Bei kündbaren Arbeitsverhältnissen ist das Erfordernis der Zustimmung des Integrationsamtes zwar eine "bürokratische Hürde", aber die Integrationsämter stimmen verhaltensbedingten Kündigungen in der Regel zu, wenn die Gründe nicht offensichtlich vorgeschützt sind.
Allenfalls bei Massenentlassungen und notwendiger Sozialauswahl sind Schwerbehinderte "sperrig".
Ich denke deswegen, dass eine ersatzlose Streichung des Kündigungsschutzes keine Lösung wäre.
Im übrigen freut es mich, dass hier auch einmal eine Diskussion zwischen Betroffenen zustande kommt.
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