efge
08.01.2007, 10:50
Für die Seele der Sozialdemokraten
Mehr öffentlichen Widerhall erzeugt die SPD mit ihrer "Bremer Erklärung". Die Partei schlägt darin eine stärkere staatliche Förderung des Niedriglohnsektors vor. Mit einem "Bonus für Arbeit" prüfen die Sozialdemokraten ein Modell, das Beschäftigten, die einer gering entlohnten Arbeit nachgehen, einen Ausgleich für geleistete Sozialabgaben in Aussicht stellt. Damit will die SPD den Niedriglohnsektor attraktiver gestalten und mehr Hartz-IV-Empfänger ermuntern, sich einen regulären Job zu suchen.
Bislang sei es für Bezieher von Arbeitslosengeld II wegen der Sozialabgaben oftmals attraktiver, mit Mini-Jobs ihre Einkünfte aufzubessern, statt einen gering entlohnten regulären Job anzunehmen. Unklar ist allerdings, wie teuer ein solches Modell sein würde, woher die Mittel dafür stammen könnten und für welche Beschäftigungsfelder es gelten könnte. Beck hob lediglich hervor, der Bonus soll nur für "bestimmte Aufgaben" eingesetzt werden, ohne diese näher zu definieren. Bis Februar soll eine parteiinterne Arbeitsgruppe die Kosten für den "Bonus für Arbeit" ermitteln und prüfen, wie etwaige Mitnahmeeffekte durch Unternehmen vermieden werden können.
Quelle ( http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1045388)
Dem heutigen Kommentar in der taz von Ulrike Herrmann ist kaum etwas hinzuzufügen:
Vollzeit für 4,50 Euro
Trotzdem ist dieses Modell kein großer Trost: Es dürfte kaum neue Arbeit schaffen, sondern bestenfalls die vorhandene Arbeit neu verteilen. Also weg von den Rentnern, hin zu den Arbeitslosen. Und selbst wenn weitere Jobs entstehen sollten, liegen sie mit einem Stundenlohn von 4,50 Euro nur knapp über dem Existenzminimum. Letztlich denkt die SPD also darüber nach, wie sie aus Arbeitslosen Working Poor machen kann. Mit solch magere Visionen sollte sich eine Sozialdemokratie nicht begnügen. Schon gar nicht mitten in einer Hochkonjunktur.
Quelle (http://www.taz.de/pt/2007/01/08/a0140.1/text)
Mehr öffentlichen Widerhall erzeugt die SPD mit ihrer "Bremer Erklärung". Die Partei schlägt darin eine stärkere staatliche Förderung des Niedriglohnsektors vor. Mit einem "Bonus für Arbeit" prüfen die Sozialdemokraten ein Modell, das Beschäftigten, die einer gering entlohnten Arbeit nachgehen, einen Ausgleich für geleistete Sozialabgaben in Aussicht stellt. Damit will die SPD den Niedriglohnsektor attraktiver gestalten und mehr Hartz-IV-Empfänger ermuntern, sich einen regulären Job zu suchen.
Bislang sei es für Bezieher von Arbeitslosengeld II wegen der Sozialabgaben oftmals attraktiver, mit Mini-Jobs ihre Einkünfte aufzubessern, statt einen gering entlohnten regulären Job anzunehmen. Unklar ist allerdings, wie teuer ein solches Modell sein würde, woher die Mittel dafür stammen könnten und für welche Beschäftigungsfelder es gelten könnte. Beck hob lediglich hervor, der Bonus soll nur für "bestimmte Aufgaben" eingesetzt werden, ohne diese näher zu definieren. Bis Februar soll eine parteiinterne Arbeitsgruppe die Kosten für den "Bonus für Arbeit" ermitteln und prüfen, wie etwaige Mitnahmeeffekte durch Unternehmen vermieden werden können.
Quelle ( http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1045388)
Dem heutigen Kommentar in der taz von Ulrike Herrmann ist kaum etwas hinzuzufügen:
Vollzeit für 4,50 Euro
Trotzdem ist dieses Modell kein großer Trost: Es dürfte kaum neue Arbeit schaffen, sondern bestenfalls die vorhandene Arbeit neu verteilen. Also weg von den Rentnern, hin zu den Arbeitslosen. Und selbst wenn weitere Jobs entstehen sollten, liegen sie mit einem Stundenlohn von 4,50 Euro nur knapp über dem Existenzminimum. Letztlich denkt die SPD also darüber nach, wie sie aus Arbeitslosen Working Poor machen kann. Mit solch magere Visionen sollte sich eine Sozialdemokratie nicht begnügen. Schon gar nicht mitten in einer Hochkonjunktur.
Quelle (http://www.taz.de/pt/2007/01/08/a0140.1/text)