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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dem Staate und sich etwas Gutes tun!


Rocko
08.01.2007, 17:17
Seid gegrüßt!
Ich habe, nachdem ich meine Ausbildung zum Elektroinstallateur abschloß, meinen Zivildienst angetreten, den ich vor einem Monat beendet habe...

Nun bin ich seit dem 01.12.06 arbeitslos, beziehe Arbeitslosengeld I.
Ich werde im August diesen Jahres das Abitur, auf einem staatlichen Institut zur Erlangung der Hochschulreife, nachholen.

Bis zu diesem Zeitpunkt möchte ich bei meiner Elektrofirma, die mich ausbildete, so eine Art 165 Euro-Job wahrnehmen ( 14,9h )
währenddessen möchte ich sehr gerne ein sechsmonatiges Praktikum an einem Theater machen, für das ich nicht bezahlt werde.

Nun ist meine Frage
- kann ich zur A-Agentur gehen und denen einfach verklickern das ich auf das Arbeitslosengeld verzichten will,
um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen?
Zudem bräuchte ich mich dann auch nicht mehr um Bewerbungen/Eigenbemühungen kümmern - ich meine für knapp sieben Monate lohnt sich das ja auch nicht wirklich.

Ich würde zwar in dieser Zeit nur 165 Euro im Monat verdienen, aber da ich noch zuhause bei meinen Eltern wohne geht das in Ordnung.
Und was ist mit der Kranken- und Rentenversicherung - die müsste ich ja dann aus eigener Tasche zahlen? ...
es sei denn mein Chef tut das für mich...
Vielen Dank im Vorraus ;)
Rocko

StephanK
08.01.2007, 17:43
:welcome: Rocko,
Du kannst den Arbeitslosengeld-Bezug jederzeit unterbrechen, indem Du zur Arbeitsagentur gehst und sagst, dass Du die Leistung derzeit nicht mehr brauchst oder willst und dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst.

Der zeitlich noch verbliebene Restanspruch bleibt Dir erhalten; Du solltest aber ungefähr die obige Formulierung verwenden, also das Wort "verzichten" vermeiden.

Der Minijob gewährleistet Dir leider keine Krankenversicherung und das Praktikum wohl auch nicht, es sei denn, es wäre eines, das in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist. Darum musst Du Dich selbst kümmern und leider auch selbst bezahlen.

Kranken- und rentenversichert bist Du bei einem unbezahlten Praktikum in der Tat nicht. Ob eine freiwillige Krankenversicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse möglich ist, solltest Du bei Deiner Krankenkasse erfragen. Das könnte möglicherweise schwierig sein, weil die gesetzlichen Sozialversicherungen alle mehr oder weniger stark an den Status "Arbeitnehmer" gekoppelt sind.

Rocko
08.01.2007, 21:48
Hallo StephanK!

Aber im Grundsätzliches ist es möglich so einen Minijob zu "betreiben" auch wenn ich keine Leistungen mehr vom Arbeitsamt beziehe?
( soweit ich weiß kostet mich das Praktikum ja eh nichts... (?) gibt es sowas überhaupt? ) Die KV/RV könnte eventuell mein Chef decken... davon berichte ich dann später noch!

Vielen Dank für das schnelle Entgegenkommen! ;)

Rocko

StephanK
08.01.2007, 23:06
Aber im Grundsätzliches ist es möglich so einen Minijob zu "betreiben" auch wenn ich keine Leistungen mehr vom Arbeitsamt beziehe?Natürlich! Die Arbeitsagentur ist froh um jeden, den sie als "vermittelt" "abhaken" kann... :wink:

Dein Anspruch auf Arbeitslosengeld geht dadurch auch nicht flöten; Du kannst ihn also sozusagen aufheben.

Ich weise eben nur darauf hin, dass Deine Krankenversicherung derzeit am Alg-Bezug hängt. Meine eigenen Erfahrungen sind leider so, dass ich akribisch darauf achte, keinen Tag ohne Krankenversicherungsschutz zu sein - denn ausgerechnet dieser könnte der Tag sein, an dem irgendwas "teures" passiert.

Rocko
10.01.2007, 18:22
Also mein Betrieb hat mir gesagt das ich während der 165-Euro-Arbeit "pauschal" auf dem Bau durch meine Firma mitversichert bin, zb. bei einem Arbeitsunfall...

Da ich vorher noch nie Lohn verdient habe ( bisher nur Lehrvergütung in der Lehre und Sold im Zivildienst ) kann ich die restliche Zeit der Woche irgendwie mit meiner Krankenkasse, der AOK - über die ich während meiner Ausbildung versichert war, regeln... aber irgendwie verstehe ich nur Bahnhof...

Bye Rocko

StephanK
11.01.2007, 09:03
Was Dir zum Thema Arbeitsunfall gesagt wurde, stimmt schon. Das ist aber nicht das Thema "Krankenversicherung", denn Arbeitsunfälle werden in einem gesonderten Zweig der Sozialversicherung abgesichert, der gesesetzlichen Unfallversicherung. Die Beiträge dafür trägt der Arbeitgeber allein, und versichert bist Du bei der für den Betrieb zuständigen Berufsgenossenschaft. Im Normalfall läuft das für den Arbeitnehmer völlig im Hintergrund, d.h. man bekommt nichts davon mit, und viele erfahren das erst, wenn sie einen Arbeitsunfall erleiden.

"Private Krankheiten" deckt die gesetzliche Unfallversicherung aber nicht ab. Am besten lässt Du Dich von Deiner AOK beraten, wie Deine Krankenversicherung während des Praktikums gesichert werden kann. Die hat auch ein Interesse daran, junge und (hoffentlich) gesunde Mitglieder an sich zu binden... :)