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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haseloff für maximal 5 Euro Mindestlohn


ALN - Robot
30.01.2007, 00:30
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Die SPD will einen Mindestlohn, die Union ist strikt dagegen. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Haseloff (CDU) schlug einen niedrigen Mindestlohnsatz als Kompromiss vor.

Weiterlesen... (http://www.mdr.de/nachrichten/4060536.html)

efge
30.01.2007, 21:54
Einen Kompromiss schlug Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) vor. Er sprach sich im "Deutschlandradio Kultur" für eine Obergrenze von vier bis fünf Euro brutto aus. Bei einem Mindestlohn von 7,50 bis 8 Euro, wie es zur Zeit diskutiert werde, werde Arbeit wegfallen, warnte Haseloff.
„Mindestlohn weiter umstritten“ (Quelle: MDR.DE) (http://www.mdr.de/nachrichten/4060536.html)

Schauen wir doch mal kurz auf die Mindestlöhne unserer Nachbarn:

Belgien 7,93 Euro
Frankreich 8,27 Euro
Großbritannien 7,96 Euro
Luxemburg 9,08 Euro
Niederlande 8,13 Euro

Quelle: Financial Times Deutschland (http://www.ftd.de/politik/europa/155983.html?mode=print)

Das Argument von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff kann nicht schlüssig sein, denn sonst würden gerade jene Länder über mehr prozentuale Beschäftigungslosigkeit „verfügen“ als das Wirtschaftswunderland Deutschland.

Erfreulich, dass es doch vermehrt Stimmen gibt (auch aus der Schweiz), die der versammelten Lobbyismusvereinigung im Bundestag widersprechen:
In Deutschland ist der Zusammenbruch der Löhne am unteren Ende inzwischen (endlich) auch für die Massenmedien zum Thema geworden. Sie berichten nicht nur über die zum Teil erschreckend tiefen Tariflöhne (z.B. 4,39 Franken pro Stunde in der ostdeutschen Textilindustrie), sondern auch über die fiesen Tricks, mit denen Unternehmer ihre Angestellten dazu zwingen, für einen noch geringeren Lohn zu rackern.
Quelle: Der Markt hat versagt (http://www.blick.ch/news/wirtschaft/vontobel/artikel54140?layout=popup)

Und das DIW (man möge mich steinigen, würde ich behaupten, dass es auch nur ansatzweise versuchen würde Einfluß auf den Bundestag und die Regierungspolitik zu nehmen) wird in dem folgenden Kommentar gewürdigt:
Was spricht gegen einen Mindestlohn? Nichts. Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) meint zwar, dass «viele von Geringqualifizierten besetzten Stellen gestrichen werden müssten, sobald ihre Produktivität unter den Mindestlohn sinkt». Doch das ist ein unerlaubter Zirkelschluss. Zwischen «Produktivität» und Lohnniveau besteht nämlich – zumindest für die auf dem Binnenmarkt angebotenen Güter und Dienstleistungen – ein sehr enger Zusammenhang. Je höher das Lohnniveau, desto höher die «Produktivität». Und «gering qualifiziert» ist auch bloss ein anderes Wort für «schlecht bezahlt».
Quelle: Kommentar von Werner Vontobel: „Deutschland entgiften“ (http://www.blick.ch/news/wirtschaft/vontobel/artikel54140?layout=popup)

StephanK
30.01.2007, 22:09
Danke für diesen Hinweis auf die Sichtweise unserer schweizerischen Nachbarn. Es ist immer interessant, mal über den nationalen Tellerrand hinauszugucken - und in diesem Fall besonders!

Seebarsch
31.01.2007, 11:36
Interessant wäre es, diesen Part auch mal aus der Sicht der EU-Komissare zu sehen.
Der Niedriglohnsektor basiert darauf, dass das zum Leben notwendige vom Staat über den Umweg des Alg 2 gezahlt wird.
Da stellt sich dann doch aber auch die Frage, ob es sich hier nicht um eine verdeckte staatliche Subvention des "Niedriglohnsektors" handelt, die eigentlich Sanktionen der EU herbeiführen müssten.
Interessanterweise berufen sich jetzt die Kreise, die noch vor 1 Jahr die Tarifautonomie zugunsten betrieblicher Regelungen aufheben wollten, auf die Tarifpartner um Mindesttarife festzulegen!
:wut: