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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lieber zur Bundeswehr als arbeitslos?


StephanK
31.01.2007, 09:16
Den nachfolgend verlinkten Artikel möchte ich ausdrücklich zur Diskussion stellen.

Bundeswehr sorgt in der Kölner ARGE für Ausbildung und Arbeitsplätze
Arbeitslose an die Waffen!
Von Hans-Dieter Hey

Vergangenen Donnerstag machten rund dreißig FriedensaktivistInnen der Gruppe "Bundeswehr wegtreten" öffentlich, was sie von den neuen Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr halten. Anlass waren Wehrberater, die im Berufsbildungszentrum (BIZ) der Kölner Arbeitsagentur auf Soldatenfang gingen. Die Agentur für Arbeit entpuppte sich dabei als Rekrutierungsbüro. Mit künstlichen Totenschädeln, Plakaten und Faltblättern machten sie deutlich, dass Notlagen von Menschen wegen fehlender Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten für Kriege im Zeichen der Globalisierung missbraucht werden. (...) weiterlesen (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10513)

border
31.01.2007, 13:32
Hallo Stephan,

es ist schlimm mit anzusehen wie von Erwerbslosen
auch der letzte wirklich allerletze Strohhalm genutzt wird um an einen "Job" zu kommen, -und wenn es in diesem Job nur darum geht zu töten, oder Gefahr zu laufen getötet zu werden geht.

- früher hätten wahrscheinlich viele dieser Menschen den Kriegsdienst verweigert, -heute jedoch aus Angst um die eigene Existenz, wird sich selbst um diese Art der "Arbeit" gerissen.

-natürlich wird der Zulauf bei der Bundeswehr durch den zunehemenden Abbau sozialer Leistungen gefördert, - nach dem Motto: lieber erschossen in Afghanistan, als in Deutschland als Schmarotzer und Parasit unter unwürdigen, beschämenden Verhältnissen leben zu müssen.

Dieses hat auch gleich mehrere Vorteile, für im Krieg getötete müssen keine Leistungen mehr gezahlt werden, die der Bundesregierung so wichtige Arbeitslosenquote sinkt, und letzlich wird die Aussicht auf einen gerechten Mindestlohn in weitere Ferne rücken.

-wobei ich mich gerade frage warum Soldaten besser als Putzfrauen/Männer oder Frisöre/rin bezahlt werden, denn von der Notwendigkeit würde ich letztere Berufe als wichtiger und somit eigentlich auch besser zu bezahlende betrachten.

Gruß

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Seebarsch
31.01.2007, 15:31
Zunächst einmal sollte man festhalten, dass es keine "neue" Aktion ist, dass die Bundeswehr in den Agenturen wirbt.
Das gibt es für Bundeswehr, Zoll und Polizei schon seit über 30 Jahren in den Arbeitsämtern/agenturen.
Insofern ist der Versuch, hier einen Bezug auf die Auslandseinsätze herzustellen in meinen Augen einfach nur Agitation.

Wer heutzutage den Job bei der Bundeswehr als Berufs- oder Zeitsoldat annimmt, kennt die Risiken und muss sich derer auch bewusst sein.
Das kann nur jeder für sich selbst entscheiden.

StephanK
31.01.2007, 16:37
Wer heutzutage den Job bei der Bundeswehr als Berufs- oder Zeitsoldat annimmt, kennt die Risiken und muss sich derer auch bewusst sein.Er sollte sie jedenfalls kennen und müsste sich ihrer bewusst sein. Allerdings denke ich schon, dass manch einer darin einen "letzten Strohhalm" sieht und finde es deswegen nicht unproblematisch, wenn man gezielt die Orte aufsucht, an denen besonders vieler Strohhalmsucher anzutreffen sind.

Kleiner historischer Einschub: Als 1955 das Besatzungsregime beendet wurde, blieben natürlich im Rahmen der NATO französische Truppen im Land. Aber Frankreich musste sich auf ausdrücklichen deutschen Wunsch verpflichten, die in Deutschland gelegenen Anwerbestellen der Fremdenlegion zu schließen. Die Zeiten ändern sich...

Seebarsch
31.01.2007, 17:16
Joho,
da hat die Legion die Werbestelle nach Strassburg verlegt. Brauchte man nur über die Rheinbrücke wackeln!
Provokativ frage ich mal nach, ob das Problem, nach entsprechenden Gesetzesänderungen, nicht auch mit einer deutschen Legion, a la Frankreich oder Spanien, gelöst werden könnte?
:razz:

efge
31.01.2007, 20:53
Ich fand den Artikel von Hans-Dieter Hey schon recht sinnbringend.

Und egal ob die Bundeswehr schon seit Jahrzehnten auf Rekrutenfang geht: Jede Armee ist abzulehnen, und jeder Euro, Dollar oder Rubel, der in die Rüstungsindustrie und die nationalen Armeen gesteckt werden sind und bleiben verloren und präsentieren Tag für Tag das, was selbst 2. Weltkriegsteilnehmer kaum für möglich gehalten haben: Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben seit dem Ende des 2. Weltkrieges zugenommen.
Wer sich dem gerne unterordnen möchte, auch unter dem Aspekt der Hoffnungslosigkeit, sollte - soweit möglich - sein Tun und Denken hinterfragen.
:mymind:

x_anonymus_x
01.02.2007, 06:43
Morsche,

Er sollte sie jedenfalls kennen und müsste sich ihrer bewusst sein. Allerdings denke ich schon, dass manch einer darin einen "letzten Strohhalm" sieht und finde es deswegen nicht unproblematisch, wenn man gezielt die Orte aufsucht, an denen besonders vieler Strohhalmsucher anzutreffen sind.

ich muss ja gestehen, dass ich da auch immer hin- und hergerissen bin.

Auf der einen Seite sehe ich natürlich auch die diversen Kampagnen, die das Leben beim Bund in den schillernsten Farben schildern und wo tunlichst vermieden wird, den unschönen "Seiteneffekt" der eigentlichen Zielsetzung auch nur in die Nähe des Blickfelds zu rücken.

Auf der anderen Seite geht mir diese Tendenz die Verantwortung für das eigene Leben auf alles mögliche Externe abzuschieben tierisch auf den Senkel. Auch wenn man manchmal den Eindruck hat, dass den Menschen die Fähigkeit selbst zu denken immer mehr aberzogen wird, aber wer zum Bund geht, der braucht mir nicht zu erzählen, dass ihm nicht klar ist, dass Töten und Sterben zur Jobbeschreibung gehört.

HTH

x_anonymus_x

--
Der obige Beitrag gibt nicht die Meinung des Verfassers wieder.
Alle Angaben ohne Gewähr

Calatin
01.02.2007, 12:04
Ich muss sagen, ich hab mir auch mehrfach überlegt:
Bewerb ich mich beim Bund zu ner Ausbildung mit Hochschulabschluss um im Endeffekt noch studieren zu können.

Ich war wirklich ernsthaft davor die Bewerbung abzuschicken. Da Schröder dagegen war, jeglichen "sinnlosen" Kriegen beizustehen, wurde meine Meinung zu Berwerbung beim Bund verstärkt.

Abgeschreckt haben mit 8 bzw. 12Jahre Verpflichtung...
Und es war damals schon abzusehen das bei einer Bundestagswahl die SPD schwer wieder die "Macht" erhält.

Das war Grund genug für mich, nicht zum Bund zu gehen. Zumal ich ethisch ein ziemlicher Pazifist bin.
Aber nach 1 1/2 Jahren Ausbildungssuche war ich fast schon so verzweifelt...

Glücklicherweise hatte ich dann doch noch einen Ausbildungsplatz bekommen. Sonst wäre die Bewerbung, trotz der Bedenken und von meiner Verzweiflung kontrolliert, an den Bund gegangen.

P.S. Gleichberechtigung für Männer & Frauen!
Allerdings im Bezug das Männer zum Bund können nicht müssen!

Grüße
Dema