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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Großfamilie/teilweise soziale Probleme


Ylinestra
11.02.2007, 21:10
Hallo, ich bin Maren, 21 und wohne momentan zusammen mit meinem Freund (20) bei seiner Familie.

Ich habe gehört, dass es für unter 25-jährige die Möglichkeit gibt vom Amt aufgrund von 'beengtem Raum' eine eigene Wohnung finanziert zu bekommen.
Ist da was dran, oder stimmt es nicht? Wir haben momentan nämlich sehr arge Platzprobleme, da wir mit 8 Leuten in einer 119m² großen Wohnung leben und wir quasi aus Kartons leben müssen, da einfach nirgends mehr Platz ist.

Die Mutter von meinem Freund ist alleinerziehend und 6 von den 8 Leuten hier sind bereits erwachsen und das geht auf die Dauer auch psychisch gesehen nicht mehr, besonders für mich es es ziemlich hart. Die ganze Familie lebt bereits von ALG II, nur ich habe momentan noch Waisenrente und Kindergeld, muss allerdings Hartz IV beantragen, sobald meine Rente ausläuft. Da wir beide die Ältesten sind, versuchen wir halt hier irgendwie auszuziehen.

Gibt es irgendwelche Möglichkeiten dafür? Und wenn nicht, gibt es irgendetwas anderes das wir tun können, denn wir leben hier echt am totalen Existenzminimum und zu meiner Mutter könnte ich auch nicht zurück, da sie Privatinsolvenz beantragen muss und quasi selbst gar nichts hat.
Sie zieht schon zu meiner Halbschwester, weil es nicht anders geht und für mich wäre da kein Platz mehr
- abgesehen davon, dass ich sowieso nicht zurück will. Zusätzlich zu den angesprochenen Sachen, wollen mein Freund und ich eventuell bald heiraten
- wäre der Platzmangel etc. ein Grund für das Amt eventuell etwas zu bewilligen?

Ich würde mich freuen, wenn jemand sich die Zeit nimmt auf meine Fragen zu antworten.

Liebe Grüße,
Maren

StephanK
12.02.2007, 09:43
:welcome: Maren,
so, wie Du die Situation beschreibst, denke ich es, dass es ein wirklicher "Grenzfall" ist, also dass man es so oder aber auch so sehen kann... :wink:

Etwas genauer: Das Gesetz nennt eine Reihe von Gründen, wann unter 25jährige Arbeitslose eine eigene Wohnung finanziert bekommen. Zu diesen Gründen gehört beengter Wohnraum als solcher nicht. Mit dieser Begründung könnte nur die ganze Familie - Dich eingeschlossen - eine größere Wohnung beanspruchen, wenn sich denn eine finden ließe, was beim Heidelberger Wohnungsmarkt nicht gerade einfach sein dürfte.

Andere Gründe sind, wenn der Umzug nötig ist, um eine auswärtige Arbeits- oder Ausbildungsstelle erreichen zu können (wäre natürlich das beste und auch hinsichtlich der ARGE das einfachste), oder "schwerwiegende soziale Gründe", also, um es plastisch auszudrücken, wenn's "Mord und Totschlag" gibt - oder auch ein bisschen weniger... Das muss man der ARGE plausibel und überzeugend darlegen, also gut überzeugen können. Das könnt Ihr natürlich versuchen - ob's gelingt, kann ich natürlich weder vorhersagen noch versprechen.

Ein anderer Punkt sind Eure Heiratsgedanken. Einen solchen Entschluss sollte man nicht von solch äußerlichen Dingen wie einer Wohnung abhängig machen. Aber wenn Eure Absicht als solche eigentlich fest steht, es also keine Frage des "ob", sondern nur eine Frage des "wann" ist, könnte es hilfreich sein, die Eheschließung zeitlich vorzuziehen. Jedenfalls wäre es ein zusätzliches Argument für eine eigene Wohnung gegenüber der ARGE, dass das junge Ehepaar nicht in der Großfamilie verbleiben will.

Gruß in die alte Heimat :)