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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterstützung ALG?


mara01
19.03.2007, 14:25
Hallo ihr lieben,
eine ähnliche Frage wurde schon mal gestellt, bei mir ist aber etwas anders.
Ich wohne alleine in einer Wohnung. Habe meine normalen Fix-Kosten wie jeder andere auch.

Im September habe ich eine Ausbildung angefangen, es ist aber absolut nicht meins.
Es ist im Büro und da werde ich wahnsinnig.
In der Berufsschule bin ich die schlechteste, nicht weil ich dumm bin, sondern weil es so heftig schwer ist. Das macht mich irre.
Ich habe vor die Ausbildung abzubrechen.
ich will ja arbeiten, aber unmöglich in diesem Job, er macht mich nicht nur psychisch krank, sondern auch körperlich.
Ich suche etwas neues, aber die meisten Lehrstellen für Sept. 07 sind schon weg. Ich halte es da keinen Tag länger aus.

Was muss ich machen um Unterstützung zu bekommen bzgl. Arbeitslosengeld?
Bekomme ich überhaupt welches?

Vielen Dank und sorry für mein rumgeheule.

StephanK
19.03.2007, 15:18
:welcome: mara01,
bevor ich auf die Frage nach finanzieller Unterstützung eingehe möchte ich erst mal die Sache mit dem Abbruch der Ausbildung aufgreifen.

Zugegeben: es kommt vor, dass man einfach den falschen Ausbildungsberuf wählt und dann gar nichts mehr geht. Mir ist das auch mal so gegangen, so dass ich nach drei Monaten die Notbremse ziehen musste und etwas anderes angefangen habe.
Trotzdem: Du bist da jetzt schon sieben Monate dabei und es wäre schade, wenn es wirklich sieben verlorene Monate wären. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Du nicht den falschen Ausbildungsberuf gewählt hast, sondern gerade eine Krise durchmachst, die aber vorübergeht oder sich lösen lässt, wenn sich etwas an der Ausbildung ändert.

Deswegen denke ich schon, bevor Du alles hinschmeißt wäre es vernünftig, mit dem Ausbilder im Betrieb, mit den Lehrern in der Berufsschule, vielleicht auch mit Deinen Eltern zu reden und vielleicht auch mit der Arbeitsagentur. Jedenfalls wäre es besser, wenn es Dir gelänge, die Ausbildung fortzusetzen als sie abzubrechen und nach einer neuen suchen zu müssen.

Nun zu den finanziellen Fragen: Du bist noch nicht lange genug dabei, um einen Anspruch auf (das "normale") Arbeitslosengeld erworben zu haben, denn das gibt es erst nach einem Jahr (es sei denn, Du hättest vielleicht vor der Ausbildung schon mal versicherungspflichtig gearbeitet). Also bleibt nur Arbeitslosengeld II.

Dabei gibt es das Problem der Sonderregelungen für Menschen unter 25. Deine eigene Wohnung wird Dir nur dann finanziert, wenn Du am 17. Februar 2006 schon nicht mehr im elterlichen Haushalt gelebt hast. Außerdem musst Du damit rechnen, dass das Job-Center das Geld, das es Dir als Arbeitslosengeld II auszahlt, von Deinen Eltern zurückholen wird, denn so lange Du keine Berufsausbildung abgeschlossen hast, sind Deine Eltern in einer sog. gesteigerten Unterhaltspflicht.

Je nach dem, wie Dein Verhältnis zu Deinen Eltern ist und wie deren finanzielle Verhältnisse aussehen könnte es also der einfachere Weg sein, mit den Eltern zu reden und auf den Alg II-Antrag zu verzichten.

Dennoch solltest Du Dich, wenn Du die Ausbildung wirklich abbrichst, umgehend bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden (oder ausbildungsuchend - je nach dem, wie Deine weiteren Pläne sind).