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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Zerstörung wichtiger sozialer Errungenschaften gegen den Wunsch der Mehrheit


efge
23.03.2007, 18:03
Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, kommentierte die Verabschiedung der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre mit folgenden Worten: „Für die Investoren ist entscheidend, dass es der Regierung gelungen ist, ein Projekt gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.“ (dpa/Der Tagesspiegel vom 10.3.2007) Das könnte das Wort des Jahres werden.
Es ist typisch dafür, wie die herrschenden neoliberalen Kreise ihre Arbeit verstehen. Sie zerstören eine wichtige soziale Einrichtung und Regelung nach der anderen und fühlen sich dabei auch noch als Wohltäter des Ganzen.

Weiter... (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2202#more-2202)

Seebarsch
23.03.2007, 19:50
Aus dem in meinen Augen disqualifizierenden und unsäglichem Spruch, geht eindeutig hervor, dass die politische Mehrheit gegen die Mehrheit der Wähler entscheidet und so nicht mehr demokratisch im Sinne der Volksherrschaft des griechischen Ursprungs ist.
Umgekehrt könnte man dann aber auch behaupten, dass die Investoren undemokratisch sind!
:weg: :-T

efge
23.03.2007, 20:25
Und wenn man/frau dann ein wenig weiter schaut, wird es dann schon wieder "sinnbringend":
Nach einem Bericht des ARD Magazins Plusminus vom September 2005 sind zahlreiche Journalisten und Medien inzwischen selbst Teil der Kampagne der INSM. Die Initiative liefere auf Bestellung Daten, sie machten daraus einen Artikel oder gleich eine ganze Doppelseite, wie in der „Welt“. Kernaussage sei: 50 Jahre Sozialpolitik – ein einziger Irrtum. Weg damit!

Auf allen Kanälen sind laut Plusminus die „Botschafter“ Dauergäste in den Talkshows, manchmal sitzen gleich drei in einer Sendung. Dort treten sie für SPD, Union, FDP und Grüne auf - oder als scheinbar unabhängige Experten. "Tatsächlich sind alle bei der gleichen Lobby im Boot – und fordern harte Einschnitte, von denen sie selbst nie betroffen sind." heißt es im Bericht von Plusminus. Durch diesen Etikettenschwindel wird die öffentliche Diskussion manipuliert, sagt der Politologe Rudolf Speth in dem Bericht.
Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft)

Ein Blick auch auf die Liste der "Kuratoren und Botschafter", "Berater" und "Mitglieder des Fördervereins" des INSM scheint die Gästeliste u.a. von Sabine Christiansen wiederzuspiegeln.
:sensationell:

Seebarsch
24.03.2007, 12:36
So viel zur Illusion, dass Politik durch Politiker, bzw. Volksvertreter gemacht wird. :razz:
Politik wird durch die Wirtschaft und Lobbyisten gemacht.
Für viel schlimmer halte ich es da schon, dass Journalisten, die ja eigentlich eine "Wächterfunktion" haben sollten, sich hier vor den Karren bestimmter Gruppen spannen lassen.
:patsch:

efge
24.03.2007, 12:58
Hhm, und noch interessanter finde ich, dass es auch Journalisten gibt, die den Karren bereitwillig anfertigen und dort eine illustre Schar durch die mediale Welt karren. ;-)
„Eine politische Talk-Show ist schnelllebig. Auch in 90 Minuten bleibt oftmals keine Zeit, Aussagen der Gäste auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen. Deshalb hakt “Hart aber fair” nach und lässt einige Behauptungen von renommierten Experten unter die Lupe nehmen. Sind sie wahr oder entbehren sie jeder Grundlage? Die Antworten gibt es am Tag nach der Sendung, hier im Faktencheck.“ So heißt es auf der Website des wdr zu Frank Plasbergs Sendung vom 10.5.06 zum „Reizthema“ „Arm trotz Arbeit“. War Plasberg bei der Auswahl seiner Experten aber wirklich fair?

Quelle: "Plasberg, hart aber wohl nicht fair!" (http://www.nachdenkseiten.de/?p=1301)

StephanK
24.03.2007, 13:13
Plasberg will doch Sabine Christiansen beerben. Und dafür braucht's ein ordentliches Entr´ee...

efge
24.03.2007, 14:47
Herr Plasberg und Frau Christiansen sind sicherlich nur die Spitze des Eisbergs der neoliberalen Meinungsmache und m.E. gefährlicher als die Zeitung mit den vier großen Buchstaben.
„In der Talkshow kommen verschiedene Stimmen zu Wort und es wird munter gestritten – aber wenn man alle Gäste über diesen Zeitraum auswertet, bleibt ein klares Ungleichgewicht: ein Übergewicht der Unternehmer und Wirtschaftsverbände gegenüber den Gewerkschaften sowie der Marktliberalen und Sozialstaatskritiker gegenüber Befürwortern des Sozialstaats“, kritisiert Ulrich Müller. Unternehmer und Wirtschaftsverbände kommen zusammen auf 50 Auftritte, Gewerkschaften nur auf 16. Weite Teile der Gesellschaft – etwa Bürgerinitiativen oder Verbraucherorganisationen – tauchten gar nicht auf der offiziellen Gästeliste auf. (...)

Neben der Unausgewogenheit des Gäste- und Themenspektrums bemängelt LobbyControl die fehlende Transparenz über die Hintergründe der Gäste. Verbindungen einzelner Gäste zu Denkfabriken und Kampagnen wie der Stiftung Marktwirtschaft, der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder Unternehmen z.B. aus der Versicherungsbranche würden nicht genannt. „Damit werden den Zuschauern wichtige Informationen vorenthalten, mit denen sie sich ein eigenes Bild von den vertretenen Positionen machen könnten“, kritisiert Ulrich Müller. Nur der einzige Ökonom mit wirklich abweichender Meinung, Rudolf Hickel, wird von vornherein als „linker Ökonom“ ideologisch verortet.

Quelle: LobbyControl (http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2006/09/sabine-christiansen-schaubuhne-der-einflussreichen-und-meinungsmacher/)