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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beschäftigung in der Gleitzone (401€-800€)


koenig29
24.03.2007, 18:38
Angenommen ich (über 55 Jahre alt) mache einen befristeten Arbeitsvertrag (1 Jahr) über mehr als 15 Std/Woche und ein Gehalt von 401€ pro Monat.

Dafür zahle ich und mein Arbeitgeber ca 130€ Sozialversicherungsbeiträge. Dafür bin ich krankenversichert, rentenversichert und arbeitslosenversichert.

Für meine Krankenkasse werden als Arbeitsloser ohne Leistungsbezug aber 128€ pro Monat fällig, da nicht in der Familenversicherung. Das macht ein Minus von
2 €/Monat.

Nach 12 Monaten wird der Vertrag nicht verlängert, also wieder Antrag ALG I.

Vorteil:
12 Monate ca 401€ brutto für netto
12 Monate Ruhe vor der Agentur
12 Monate Pflichtbeiträge in die RentenversicherungWeiterhin:
anschließend 6 Monate Bezug von ALG I aber ganz gering
aber weitere 6 Monate kostenlos krankenversichert. Bei mir 6 x 128€ Ersparnis
und weitere 6 Monate Pflichtbeiträge in die RentenversicherungWas ist falsch an meinem Modell????

StephanK
24.03.2007, 21:08
Direkt "falsch" finde ich daran gar nichts.

Ich frage mich nur zwei Dinge:
1) Von einem Monatslohn von € 401 kannst Du nur dann leben, wenn Du aus eigenen Ersparnissen "zubuttern" kannst und willst. Anderenfalls wärest Du auf ergänzendes Alg II angewiesen und hättest den Alg II-Träger am Hals, der Dich evtl. zu Bewerbungen nötigt, weil er Dich verdächtigt, Du wollest Dich auf dem Mini-Job quasi ausruhen. Hast Du das bedacht?

2) Einen "normalen" Arbeitgeber wird man kaum je dazu kriegen, einen Lohn von € 401 zu vereinbaren, weil die Überschreitung der Minijob-Schwelle einen deutlich höheren Arbeitgeberanteil am Sozialversicherungsbeitrag bedeutet. Genau darin liegt ja die Problematik der Minijobs, und sie lässt sich eigentlich nur dadurch vernünftig lösen, dass die Schwelle für die Beitragspflicht in der Sozialversicherung auf das Niveau wirklicher Taschengeld-Jobs abgesenkt wird, also auf etwa € 50 monatlich.

koenig29
26.03.2007, 19:09
Normale Arbeitgeber werden das nicht machen, aber wozu hat man Freunde.
Nochmals die Frage:
Was ist falsch an meinem Modell???

StephanK
26.03.2007, 19:32
Ich hatte das in meiner ersten Frage schon angesprochen: Eigentlich nichts, vorausgesetzt, Du kommst ohne ergänzendes Alg II aus. Das könnte z.B. funktionieren, wenn Du stattdessen Wohngeld bekommst und dadurch ein Teil Deiner Miete abgedeckt wird.

Falls Du jedoch auf ergänzendes Alg II angewiesen sein solltest, bist Du weiterhin in der Pflicht, Dir Arbeit zu suchen, die Dich vollständig ernährt. Es ist nicht gerade wahrscheinlich, dass der Alg II-Träger Dich gar zu sehr damit piesacken wird, aber gänzlich ausgeschlossen ist leider auch nicht.

koenig29
27.03.2007, 12:54
Vielen Danke für die Antworten.
Von ALG II bin ich nicht betroffen und ALG I ist beendet.

philip
01.02.2008, 23:09
Hi,
wer behauptet denn das die Lohnebenkosten für nen Mini-Job bis 400 € weniger sind als bei nem Midi oder Vollzeitjob??

Bei 400 € zahle ich als AG 23% oder 25% (wenn keine Lohnsteuerkarte vorhanden) bei nem regulär Sozialversicherungspflichtigem liegt man auch bei ca. 23%, je nach Krankenkasse mal mehr mal weniger.

Ausschlaggebend dürfte wohl eher der Punkt sein: 4 Mitarbeiter a 400 € mit ca. 40-50 Stunden /Monat kosten 2000 €, dafür könnte man auch einen Mitarbeiter beschäftigen, wird aber jetzt einer von den 4 Leuten krank hat man noch 3 weitere die arbeiten, wird aber der Vollzeit arbeitet Krank hat man ein Problem. Dann betreiben viele AG die unart 400 € Kräfte nur vom 2. Kalendertag oder bis zum vorlezten eines Monats zu beschäftigen. Jeden Monat ein neuen Vertrag, macht zwar etwas Aufwand, spart aber Urlaubsgeld ein...

Gruß
Philip