Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie umgehen mit Langzeitarbeitslosigkeit?
StephanK
09.02.2006, 06:17
Wie geht man in Lebenslauf und Anschreiben angemessen mit Langzeitarbeitslosigkeit um?
Ich denke, eine kurzzeitige Arbeitslosigkeit kann man noch mehr oder weniger elegant übergehen, aber nach mehreren Jahren ergibt sich wohl doch ein Erklärungsbedarf.
Ein Standardsatz mit Verweis auf die Arbeitsmarktlage und die eigenen Bemühungen oder etwas individuelleres?
Ein Hinweis darauf, dass man sich aus eigenem Interesse "trotzdem" fachlich auf dem Laufenden hält?
Vielleicht sogar ein "Wink mit dem Zaunpfahl", dass der Arbeitgeber von der Arbeitsagentur Lohnkostenzuschüsse abgreifen kann, wenn er einen Langzeitarbeitslosen einstellt?
Bin dankbar für Tipps und Erfahrungsberichte (auch darüber, was nicht hilft und deswegen besser vermieden werden sollte.
Verweis auf die Arbeitsmarktlage -- ja
gerade die letzten drei Jahre werden von den Arbeitgebern als das was sie waren gesehen (ein Loch das Neueinstellung fast nicht zuließ), ein Hinweis darauf erübrigt sich fast schon
Ein Hinweis darauf, dass man sich aus eigenem Interesse "trotzdem" fachlich auf dem Laufenden hält -- ja
dabei kann alles hilfreich sein, von Weiterbildung bis Ehrenamt, Hauptsache man hat nicht müßig da gesessen
Irgendwelche zwielichtigen Erklärungsversuche -- nein
eindeutig und schlüssig muß es nur sein, selbst eine Auszeit die man sich z.B. nach der Ausbildung (Studium) im Ausland z.B. gegönnt hat wird ohne weiteres akzeptiert
Das mit den "Lohnkostenzuschüssen" kann in kleineren Betrieben eventuell interessant sein, wo sich der Chef noch selbst um Alles kümmert...
So war es bei mir; habe vergessen, dies zu erwähnen.
Nach meiner mehrjährigen Erfahrung als Leiter von Trainingsmaßnahmen habe ich dazu folgende Meinung:
- Einzig der Hinweis auf Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschüsse bringt etwas. Dazu würde ich vorab mit dem Vermittler bzw. Fallmanager die Höhe und Dauer der Zuschüsse möglichst verbindlich im persönlichen Gespräch klären und ihn höflich fragen, ob du im Vorstellungsgespräch seine telefonische Durchwahl dem potenziellen Arbeitgeber geben kannst.
- Daraufhin im Anschreiben ganz unten (vor dem Satz mit dem "---würde mich freuen, zu einem VG eingeladen zu werden) einen Satz zu dem Möglichkeit der Zuschüsse.
- Im Lebenslauf einfach: von - bis "Arbeit suchend" (evtl . noch: ", diverse nicht versicherungspflichtige Tätigkeiten" oder "Weiterbildungen in ...").
- jegliche Hinweise auf die Lage auf dem Arbeitsmarkt etc. im Anscheiben halte ich eher für einstellungshemmend. Ist eh bekannt, n. m. E. nervt so etwas Personalchefs eher; denen geht es ja nur darum, dass du etwas zu bieten hast, was andere Bewerber nicht haben z. B. fachliche Kompetenzen, Motivation, Geld (= Zuschüsse!) etc.
- Begründungen und Rechtfertigungen jeglicher Art für ALkeit sind für viele Personalchefs auch ein Hinweis für mangelndes Selbstbewußtsein aufgrund dieser AL und damit einstellungshemmend
- falls die Langzeit-AL sehr lange zurück liegt, kann man evtl. noch pokern: "Sabbatical" oder "keine erwerblichen Tätigkeiten". Muss man aber im VG sehr selbstbewusst sein ("Auszeit genommen, überwundene Lebenskrise, vom Erbe gelebt") - ist aber ein sehr heißes Eisen, da der Lebenslauf ein Dokument in der Personalakte ist und bei falschen Angaben zur fristlosen Kündigung berechtigt! - wie gesagt nur bei z. B. AL in den 80er Jahren oder so und als ulitimo ratio...
StephanK
15.02.2006, 10:46
Danke! Damit kann ich schon was anfangen.
Leider geht es aber nicht um eine zurückliegende, sondern um die gegenwärtige, schon ewig lange anhaltende Arbeitslosigkeit, die ich immerhin durch ein (vom damaligen relativ komfortablen Alg selbst finanziertes) Weiterbildungsstudium "optisch verkürzt" habe. Aber viel hilft das offenbar auch nicht.
Wegen Eingliederungszuschüssen werde ich mal mit der ARGE reden und hoffen, dass die sich so festnageln lassen. Für gewöhnlich sind sie leider wie ein nasses Stück Seife, wenn's um Geld geht... :wink:
graefin_zahl
20.02.2006, 14:25
Kannst Du nicht auch auf Deine "ehrenamtliche" Tätigkeit hier (und ich weiss ja nicht was Du sonst so machst) verweisen? Hast Du Kinder die Du erziehst? Nicht in einem Arbeitsverhältnis zu stehen heißt doch nicht "nichts tun".
Was die Zuschüsse angeht: da diese auch ganz erheblich von dem jeweiligen Arbeitsplatz abhängen, wird sich ein Sachbearbeiter nicht zu einer pauschalen Aussage bewegen lassen. Ich habe das immer so gemacht: Den Leuten für die ich einen Zuschuss grds. befürworten würde habe ich das auch gesagt. Aber keinen Betrag genannt. Ich Bewerbungsgespräch sollten die dann drauf hinweisen, dass der Arbeitgeber mich dehalb gerne anrufen kann, ich habe aber auch Arbeitgeber schon initiativ drauf angesprochen, wenn ich jemanden betreut hab der für eine Stelle passte und der Arbeitgeber sträubte sich wegen der langen Einarbeitung.
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