Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umschulung aus psychischen Gründen
Hallo, ich bin neu hier im Forum und habe auch gleich ein Anliegen.
Ich bin 25 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Ausbildung als Bürokauffrau hinter mir und arbeite seit fast fünf Jahren in diesem Beruf.
Leider bin ich sehr sehr unglücklich mit diesem Job. Er ist für mich sinnlos und es ist in keinem Fall das, was ich mein Leben lang machen möchte. Schon seit drei Jahren ist es mein Wunsch eine zweite Ausbildung zur Zootierpflegerin zu machen. Habe auch schon während meines Urlaubs zwei Praktika in verschiedenen Zoos absolviert und für mich ist absolut klar, dass es genau das ist was ich will. Und ich will diesen Bürojob einfach nicht! Natürlich ist meinem Chef das auch aufgefallen und er hat sich das jetzt lange genug angeschaut und hat mir vor ein paar Wochen mitgeteilt, dass er mir kündigen wird. Am 04.05. wird mein letzter Arbeitstag sein. Ich muss sagen, dass ich sogar glücklich darüber bin, auch wenn das viele nicht verstehen können. Jahrelang jeden Morgen völlig fertig zur Arbeit zu fahren, ist sicherlich auch nicht viel besser als arbeitslos zu sein, das ist meine Meinung. Ich hoffe jetzt auf eine Umschulung die vom Arbeitsamt finanziert wird, weil man so in Zoos wesentlich bessere Chancen hat genommen zu werden. Eine normale Ausbildungsstelle zu bekommen, ist so gut wie unmöglich, da dieser Beruf sehr beliebt ist.
Meine Frage wäre, ob ihr für mich Chancen seht, dass ich diese Umschulung bewilligt bekomme. Bräuchte ich psychatrische Gutachten, dass ich diesen Bürojob nicht mehr ausüben kann? Oder sollte ich sogar versuchen den Arbeitsvermittler so zu überzeugen?
Ich würde mich sehr über Antworten freuen!
Liebe Grüße
Sabby
StephanK
28.03.2007, 13:09
:welcome: sabby,
um Dir eine auch nur halbwegs zuverlässige Antwort geben zu können, müsste man zwei Personen relativ gut kennen: Dich und Deinen Vermittler bei der Arbeitsagentur. Natürlich kenne ich keinen von Euch.
Ich kann Dir nur sagen, dass es eigentlich nicht Aufgabe der Bundesagentur ist, eine komplette Zweitausbildung zu finanzieren. Die Bundesagentur finanziert Weiterbildungen. Dieser Begriff wird, so weit ich weiss, schon relativ großzügig ausgelegt und kann auch mal eine komplette Neuausbildung umfassen, wenn jemand in einer beruflichen Sackgasse gelandet ist.
Wenn jemand den erlernten und/oder ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, ist es in erster Linie Sache des Rentenversicherungsträgers, eine Frühverrentung dadurch zu vermeiden, dass eine neue Ausbildung angeleiert wird. Wann die Bundesagentur und wann der Rentenversicherungsträger tätig werden muss ist nicht immer so ganz durchsichtig, aber im Hinblick auf Dein Alter würde ich mal eher auf die Bundesagentur tippen. Wenn die Finanzierung über den Rentenversicherungsträger laufen sollte, wäre in jedem Fall ein psychiatrisches Fachgutachten nötig. Wie die Bundesagentur das handhabt weiss ich leider auch nicht.
Am Tag nach der Kündigung musst Du Dich sowieso arbeitslos melden. Ich schlage Dir vor, bei dieser Gelegenheit nicht nur einen Termin für die Abgabe des Antrags auf Arbeitslosengeld zu vereinbaren, sondern auch gleich einen Beratungstermin mit dem/der Vermittler/in und Dein Anliegen dann anzusprechen.
Bitte übersieh aber auch nicht, dass es vielleicht ziemlich schwierig ist, in diesem Beruf eine Anstellung zu finden; wie Du selbst schreibst, gibt es einen Überhang an Bewerber(inne)n, und die städtischen Zoos sind finanziell meistens genau so schlecht dran wie die Städte selbst. Vielleicht wäre es deshalb nicht verkehrt, wenn Du auch mal einen Blick in Richtung Landwirtschaft wirfst, wo die meisten Tiere gehalten werden, oder speziell in Richtung Pferde - da gibt's im benachbarten Münsterland so einiges...
Hallo Stephan,
schonmal vielen Dank für Deine Antwort.
Ich denke auch, dass ich da direkt am Tag nach der Kündigung um ein Gespräch beim Arbeitsvermittler bitten werde und ihm einfach von meinem Wunsch erzähle. Vielleicht habe ich ja Glück.
Danke für den Tipp mit der Landwirtschaft/Pferde. Für mich kommt aber nur der Zoo in Frage, da ich für bedrohte Wildtiere arbeiten möchte. Wenn es mit der Umschulung nicht klappt, werde ich trotzdem weiter um einen Ausbildungsplatz kämpfen. Nur ich hoffe eben auf eine Umschulung, weil ich dann eine Stelle so gut wie sicher habe.
Viele Grüße
Sabrina
x_anonymus_x
28.03.2007, 13:49
Hallo sabby,
Ich hoffe jetzt auf eine Umschulung die vom Arbeitsamt finanziert wird, weil man so in Zoos wesentlich bessere Chancen hat genommen zu werden. Eine normale Ausbildungsstelle zu bekommen, ist so gut wie unmöglich, da dieser Beruf sehr beliebt ist.
Nicht nur das, insgesamt ist der Arbeitsmarkt für Zootierpfleger so klein, dass er quasi nicht vorhanden ist (in den letzten vier Wochen waren bei der Agentur gerade mal 10! Stellen deutschlandweit ausgeschrieben, davon locker 6 als Versuchstierpfleger :( )
Meine Frage wäre, ob ihr für mich Chancen seht, dass ich diese Umschulung bewilligt bekomme. Bräuchte ich psychatrische Gutachten, dass ich diesen Bürojob nicht mehr ausüben kann?
Die Voraussetzung dafür, dass Du für eine berufliche Umorienterung Geld(leistungen) bekommst ist, dass Du Deinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Ein psychiatrisches Gutachten würde Deine Argumentation untermauern, nichts desto trotz wird in so einem Fall ein Gutachten beim Amtsarztes beauftragt. Sollte dieses Gutachten ebenfalls zu dem Schluß kommen (wobei man da oft den Eindruck hat, dass die Menschen mit dem Kopf unter'm Arm ankommen müssen bevor so etwas attestiert wird), dass der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, dann kommt im nächsten Schritt eine Eignungsabklärung für die weitere berufliche Zukunft.
Oder sollte ich sogar versuchen den Arbeitsvermittler so zu überzeugen?
Das solltest Du in jedem Fall versuchen, obwohl Dir das faktisch erstmal nicht allzuviel bringt, denn das ist keine freie Entscheidung Deines Vermittlers.
Nichts desto trotz macht es Sinn, den Vermittler zu überzeugen, da er Dich in diesem Fall einfach besser über Deine Möglichkeiten und Alternativen beraten kann. Gerade den Punkt mit den Alternativen halte ich in dem speziellen Fall für ganz wichtig, da ich Deine Auffassung teile, dass die Chancen hier an eine entsprechende (Ausbildungs-)Stelle zu kommen fast einem Lottogewinn gleichkommt.
HTH
x_anonymus_x
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Der obige Beitrag gibt nicht die Meinung des Verfassers wieder.
Alle Angaben ohne Gewähr
Ja, Alternativen... die gibt es für mich nicht. Ich mag ja vielleicht zu festgefahren zu sein, aber es ist nunmal mein absolutes Lebensziel diesen Beruf zu erlernen. Und das auch nicht erst seit diese Dokus laufen oder Knut geboren wurde. Für mich gibt es nichts anderes und ich hoffe einfach mal, dass ich den Vermittler davon irgendwie überzeugen kann.
Leider ist Deutschland kein Wunschkonzert, was die beruflichen Möglichkeiten angeht. Aber ist es die Lösung JEDEM einfach nur irgendeinen Job zu vermitteln, obwohl man dort einfach nur kaputt geht? Na ja, vielleicht bin ich zu sehr Träumerin....
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