PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Folgeantrag und noch keine Antwort


Mausezahn
29.03.2007, 11:29
Hallo zusammen!

Am 06.03.07 haben wir (mal wieder) unseren Folgeantrag gestellt. Wir haben alles ausgefüllt und zusammen mit den erforderlichen Kontoauszügen bei der ARGE abgegeben. Dort sagte man uns, das sei mehr als früh genug, damit alles zum 01.04. weiterlaufen würde.

Tja - heute ist der 29.03. und wieder war kein Bewilligungsbescheid der ARGE in der Post. Heute zur ARGE zu gehen lohnt sich nicht, um nachzufragen, da sie heute nur mit Terminen arbeiten. Also müssen wir bis morgen warten.

Logisch, dass wir nicht mehr viel Geld im Haus haben. Wenn mein Mann nun morgen zur ARGE geht, um sich dort mal zu erkundigen bzw. zu fragen, ob wir eine Barauszahlung haben können, wird es heißen, dass wir bis Montag/Dienstag warten sollen, ob dann Geld auf dem Konto ist. Wir kennen das schon von unserer ARGE. Das gleiche Problem hatten wir vor einem halben Jahr schon einmal.
In unseren Haushalt leben zwei Kinder und ich bin schwanger. Wie sollen wir uns also am besten verhalten?

Liebe Grüße
Mause

StephanK
29.03.2007, 12:20
Das ist in diesem Monat ein bisschen schwierig, weil das Monatsende auf ein Wochenende fällt.
Dass der schriftliche Bescheid noch nicht da ist bedeutet nicht unbedingt, dass die Zahlung nicht rechtzeitig veranlasst wurde. Erstellung des Bescheides und Veranlassung der Zahlung laufen zwar beim einzelnen Sachbearbeiter in einem Aufwasch, aber der eigentliche Zahlungsvorgang ist eine hochkomplizierte Sache, die über den Zentralrechner der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg läuft. Dazwischen liegen etliche Zwischenschritte, auf die der einzelne Sachbearbeiter auch keinerlei Einfluss hat.

Falls Ihr online-Banking macht, schaut morgen (nicht zu) früh erst mal nach, ob das Alg II verbucht wurde. Wenn nicht, sollte Dein Mann noch mal bei der ARGE auflaufen und um ein Bargeld-Darlehen zur Überbrückung des Wochenendes bitten. Die ARGE wird das nicht gerne machen, weil das für sie einen großen Buchhaltungsaufwand bedeutet, aber man kann Euch - und vor allem Dich - ja auch nicht hungern lassen. Wenn Du sichtbar, aber noch nicht hochschwanger und mobil bist, kann es auch "Eindruck schinden", wenn Du selbst mitkommst. :wink:

Mausezahn
29.03.2007, 13:47
Hallo Stephan,

vielen Dank für deine rasche Antwort.

Leider haben wir kein Online-Banking, aber die Bank gleich um die Ecke. So ist es kein großer Aufwand, gegen 11 Uhr morgen mal einen Kontoauszug zu ziehen. Bisher war das Geld der ARGE immer bis spätestens 11 Uhr auf dem Konto.
Sollte es nicht da sein, wird mein Mann mit dem Kontoauszug zur ARGE gehen (im Laufschritt) und nachfragen, was los ist und um einen Vorschuß bitten. Das muß aber aber sehr schnell gehen, da es bei unserer ARGE kein Bargeld oder Scheck mehr gibt, sondern solche Scheckkarten, auf die dann der entsprechende Betrag gebucht wird. Mit dieser Karte muß man dann zum Arbeitsamt, denn dort steht der Automat, an dem man das Geld dann ziehen kann. Das Arbeitsamt macht allerdings bereits um 12.15 Uhr zu. Wenn sich die ARGE also Zeit läßt, stehen wir ganz schön blöd da.

Sichtbar schwanger bin ich (leider oder zum Glück *grins*) noch nicht. Ich bin jetzt in der 10. Schwangerschaftswoche, allerdings weiß die ARGE über die Schwangerschaft bereits seit ca. 4 Wochen Bescheid - also seit ich meinen Mutterpaß erhalten habe.

Liebe Grüße
Mause

Mausezahn
02.04.2007, 14:03
So, wir waren auf der ARGE und es sieht folgendermaßen aus.

Die Sachbearbeiterin, die für die Anträge zuständig ist, ist seit Wochen krank und deshalb ist unser Antrag bisher noch gar nicht bearbeitet worden. Der Teamleiter hat uns eine Scheckkarte gegeben mit etwas mehr als 900 Euro. So können wir wenigstens die Miete und den Strom schon einmal bezahlen. Allerdings hat der Teamleiter Geld abgezogen.

Mein Mann hat sich mit Genehmigung der ARGE vor 3 Monaten selbstständig gemacht und die ARGE hat ihm dafür 276 Euro pro Monat Zuschuß gewährt. Der Teamleiter hat diese Summe von unserem Geld abgezogen, weil er nicht sicher wußte, ob das Geld angerechnet wird oder eben nicht. Bisher ist uns das Geld nie angerechnet worden und unsere Sachbearbeiterin sagte uns, dass dieses Geld dafür sei, die Selbstständigkeit auf die Beine zustellen, also Werbung usw.

Ich selbst bin jetzt in der 11. Woche schwanger und eigentlich stünde mir doch ab der 13. Schwangerschaftswoche 16% mehr Geld zu.
Der Teamleiter meinte, es könne gut sein, dass der Antrag auch bis zum Mai noch nicht bearbeitet wurde und wir dann wieder einen Scheck holen müssen. Wird der Schwangerschaftszuschuß auch noch rückwirkend ausgezahlt?

Liebe Grüße
Mause

Seebarsch
02.04.2007, 14:41
Hallo mausezahn,
das kann doch wohl nicht sein, dass bei Krankheit des Sachbearbeiters die Anträge liegen bleiben. Da ist der Teamleiter seinen Aufsichts- und Organisationspflichten nicht nachgekommen.
Dadurch, dass der Antrag nicht bearbeitet wird, erfolgt zur Zeit keine Meldung an die Krankenkasse. Das kann gerade bei der jetzt bestehenden Schwangerschaft zu Problemen mit der Krankenkasse führen.

An Deiner Stelle würde ich den Teamleiter auf dei bestehenden Probleme hinweisen und darauf bestehen, dass der Antrag bearbeitet und ein entsprechender Bescheid erstellt wird.

Der Mehrbedarf für die Schwangerschaft muss bei Vorliegen der Voraussetzungen gezahlt werden, also auch rückwirkend!
:razz:

StephanK
02.04.2007, 16:34
Wo "Nähe Köln" wird denn 'ne Krankheitsvertretung gebraucht?
Schließlich such ich 'nen Job! :wink:

Mausezahn
02.04.2007, 17:40
Wo "Nähe Köln" wird denn 'ne Krankheitsvertretung gebraucht?
Schließlich such ich 'nen Job! :wink:

in Brühl :-)

Die Sachbearbeiterin ist, laut Teamleiter, bereits seit 12 Wochen krank. Ich denke mal, das ist Zeit genug, um die Abläufe so zu organisieren, dass niemand unnötig lange auf sein Geld warten muß.

Es waren noch jede Menge Leute auf der ARGE, die auch noch kein Geld hatten.

Liebe Grüße
Mause

StephanK
02.04.2007, 18:09
Danke für den Hinweis! Ich werde mich dort wirklich bewerben - ob Du's glaubst oder nicht.
Ansonsten kann ich leider nur seebarschs Rat nur unterstreichen.

Mausezahn
02.04.2007, 18:12
Wenn du magst, kann ich dir die genaue Adresse der ARGE Brühl schicken.

Auf alle Fälle wünsche ich dir viel Glück für deine Bewerbung.

Seebarsch
02.04.2007, 18:49
Hallo zusammen,
das Problem in der öffentlichen Verwaltung besteht darin, dass bei den Beschäftigten die Stelle haushaltsmässig erst dann frei wird, wenn die Lohnfortzahlung beendet ist.
Zumindest die "Altfälle" haben aber teilweise bis 39 Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung!
Solange die Stelle also haushaltsmässig nicht frei ist, kann sie, auch vertretungsweise, nicht besetzt werden!
:wut:

StephanK
03.04.2007, 11:11
*seufz* dann kann ich mir das wohl schenken...

Limone
09.04.2007, 17:34
Hi StephanK

Na, versuchen kannst du es doch trotzdem. Vielleicht stocken sie eh auf und suchen noch weitere Sachbearbeiter, wer weiß!

Das mit der Krankheitsvertretung ist aber wirklich bescheiden geregelt!! Ist hier leider auch so ... das muss zunächst der unmittelbare Kollege versuchen, aufzufangen und im Zweifel dann das Team. Da aber jeder schon an bzw. über seiner Belastungsgrenze ist und kaum seine eigenen Sachen schafft, ist es eigentlich unmöglich, noch die Arbeit des Kollegen zu schaffen.

fragi
11.04.2007, 16:30
Kenne da auch nen konkreten Fall...
als ich damals ausbildungssuchend war... nix bekommen, als ich dann ne Stelle gefunden und denen mitgeteilt habe kam laufend post...

Was war das Ergebnis? Mein damaliger SB war verstorben, auf seinem Schreibtisch ein riesieger unbearbeiteter Aktenberg, und niemand hat sich gefunden der es Bearbeiten konnte, weil alle selbst so einen Berg hatten... Und ne neueinstellung war nicht geplannt, da eh Personal abgebaut werden sollte.

Heute sollte es wohl andersrum sein, denn so überlastet wie so ein SB heute ist, sollten sie eher aufstocken... Für einen termin muss ich z.b 3 Wochen im Voraus anrufen.

Mal zu deinem Fall:
Aber auch hier ist es denk ich wie auf jedem Amt... es gibt eine 3monatige Bearbeitungszeit, wird die nicht eingehalten, kann man dagegen vorgehen.

Seebarsch
11.04.2007, 17:20
Hallo zusammen,
in solchen Fällen von Krankheit oder Abwesenheit muss der zuständige Teamleiter einspringen und organisieren.
Erstes Mittel wäre es doch, dass
- der Teamleiter selbst in der "Produktion" hilft,
- sichergestellt wird, dass Anträge vorrangig bearbeitet werden,
- für den Kunden unproduktiver Kram wie Aussendienste, Erstattungsbescheide, Datenabgleiche erst einmal zurückstehen,
- Arbeiten auf andere Teams verteilt werden,
- Personalstärkungen kommen,
- Mehrarbeit/Überstunden angeordnet werden.

Anträge liegen zu lassen ist so ziemlich das Dümmste was man machen kann, da diese immer zu vermehrtem Kundenaufkommen und Ärger führt.

Wenn ich bei einem Antrag zu der Entscheidung komme, dass die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen und eine Barzahlung/Abschlagszahlung möglich ist, ist der Fall eigentlich durchgeprüft, kann in der EDV erfasst werden und ist dann vom Tisch!
:wut:

Mausezahn
12.04.2007, 07:30
Guten Morgen alle miteinander!

Der Teamleiter arbeitet bereits mit, aber ob er Arbeit auf andere Teams verteilt hat, kann ich nicht sagen.
Überstunden schieben die SB bei uns eh oder ist es normal für eine ARGE, dass die Sachbearbeiter am Freitag Abend gegen 18.30 Uhr noch zu Hause anrufen, weil sie dir etwas mitteilen möchten?

Mein Mann war gestern jedenfalls auf dem Amt und kam unverrichteter Dinge wieder heim, da die netten Leute vom Infostand ihn gar nicht erst haben weiter kommen lassen. Die Schlange der Menschen stand schon über den ganzen Flur und er solle morgen (Freitag) wieder kommen - allerdings auch ohne Termin.

Ich sehe die Klassenfahrt meiner Tochter schon ins Wasser fallen und was mit meinem Schwangerschaftsmehrbedarf ist, kann ja auch noch niemand sagen.

Liebe Grüße
Mause

Seebarsch
12.04.2007, 11:19
Hallo Mausezahn,
da scheint es sich dann um Probleme zu handeln, die über den Rahmen des Teamleiters hinausgehen, so dass da eine Beschwerde oder Vorsprache bei der Amtsleitung fällig wäre. Offensichtlich ist der Bereich dann völlig unterbesetzt, so dass hier die Amtsleitung eingreifen muss.
Ggfls. kann man ja auch die örtliche Presse informieren und so eventuell auch den Mitarbeitern der ARGE helfen.
:razz:

Mausezahn
13.04.2007, 09:50
Mein Mann ist gerade von der ARGE wieder heim gekommen.

Das Einstiegsgeld hat er in Form eines Schecks vom Amtsleiter persönlich erhalten. Der Amtsleiter arbeitet nämlich mittlerweile bei den Teams mit, da alle Teams wegen Krankheitsausfällen hoffnungslos unterbesetzt sind.

Der Teamleiter selbst hat meinem Mann gesagt, dass solche Dinge wie Mehrbedarf bei Schwangerschaft oder die Klassenfahrt unserer Tochter hinten anstehen muß, da einfach keine Zeit da sei, sich um solche Dinge auch noch zu kümmern. Er hat meinem Mann ein Formular mitgegeben, auf dem wir begründen sollen, warum die Klassenfahrt von der ARGE aus nicht in einem, sondern in 2 Teilbeträgen gezahlt wurde und das es jetzt dringend sei, die 2. Rate zu zahlen.

Allerdings hatte unsere SB noch genügend Zeit, meinem Mann einen Vermittlungsvorschlag in die Hände zu drücken, während er auf dem Flur wartete.

Kopfschüttelnde Grüße
Mausezahn