Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mindestlohn Reform durch linke Mehrheit SPD-Grüne-Die Linke
İch finde gut ,dass der Mindestlohn von der linken Mehrheit SPD-Grüne-Die Linke statt der Verweigerung von Union und FDP eingeführt wird.Der Mindestlohn kann einen angemessenen Lebensstandard den Arbeitnehmern,die vollzeit arbeiten,sichern.
Servus noven22!
Mindestlohn? Vor ein paar Wochen hat man da noch immer die 7.50 Euro im Kopf gehabt. Jetzt bin ich mir bei dem Wort nicht mehr sicher, was damit gemeint ist, 2,50 Euro und Einschnitte in den Kündigungsschutz?:wut:
Wäre nett wenn du Quellen nennst.:) :danke:
Scheinbar ist da etwas an uns vorüber gegangen.Ich habe auch nicht mitbekommen,dass jetzt überraschend angeblich ein Mindestlohn eingeführt worden sei.
Ich schliesse mich stupido´s meinung an und würde gerne eine quelle dazu sehen.
Mal was grundsätzliches:
linken Mehrheit SPD-Grüne-Die Linke
Es gibt keine linke Mehrheit.Wer glaubt das SPD und Grüne im politischen Spektrum *links* einzuordnen wäre,der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.Unter dieser Regierung Rot-Grün wurden Unternehmen im Zuge der Körperschaftssteuerreform 2001 um Milliarden entlastet,gleichzeitig wurden Steuern für Bürgerinnen und Bürger erhöht.Wenn das linke Politik sein soll,dann will ich keine linke Politik haben.
Links sollte sich immer an den Menschen orientieren.Das einzige an was sich Schröder,Fischer & Co. orientiert haben,das war die Wirtschaft.Die Regierung Rot-Grün hatte die Möglichkeit einen Mindestlohn einzuführen,hat es aber nicht getan.Nun zu glauben das es unter einer CDU-geführten Regierung so weit kommt den sollte man das glauben verbieten.
Keine der im Bundestag sitzenden Parteien,hat Interesse daran einen Mindestlohn einzuführen.Da alle irgendwie von irgendeiner Lobbyisten-Gruppe in die Zange genommen werden und diese selbstverständlich was gegen Mindestlöhne haben wird es auch nie dazu kommen.
Und vor allem,was nützt es denn,wenn wir einen Mindestlohn bekommen sollten,der aber nur bei 7.50 euro brutto liegt.Davon kann man nicht leben.
7.5 x 172 std. pro monat = 1290 euro brutto. Netto rund 1000 euro. Miete in Berlin für ne 2 zimmer wohnung schon alleine um die 400-500 euro.Da bleibt net mehr viel über.
Zu niedrig angesetzte Mindestlöhne können sogar kaufkrafteinbusen zur folge haben.Kein AG wird mehr als nur noch den gesetzlichen Mindestlohn zahlen und alle die darüber hinaus verdienen werden schrittweise abgestuft auf ebend jenes Niveau.
Wenn schon einen Mindestlohn dann wenigstens einen richtigen!
MfG
Codeman
StephanK
31.03.2007, 09:51
Eingeführt ist noch gar nichts. Es ist nur so, dass ein bisher von der SPD tabuisiertes Thema diskutierbar geworden ist, weil die Gewerkschaften relativ zäh "dran geblieben" sind und die nach-Schröder-SPD ein paar Lockerungsübungen macht - nicht zuletzt wohl, um der Gefahr der Profillosigkeit etwas entgegenzusetzen, die in einer großen Koalitition stets droht.
Diese "Rumpfbeugen nach links" führen dazu, dass z.B. die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen als Motto für den 1. Mai dieses Jahres ausgerufen hat "Gute Arbeit und gerechter Lohn - Respekt vor der Arbeit" (siehe hier (http://www.afa.spd.de/servlet/PB/menu/1709503/index.html)) und zusammen mit anderen, überwiegend gewerkschaftsnahen Organsationen, die Initiative Mindestlohn (http://www.mindestlohn.de) unterstützt, zu deren weiteren Unterstützern übrigens auch die Bundestagsfraktion DIE LINKE zählt (was der SPD wiederum peinlich sein dürfte...).
Ohne das im Grundsatz schlecht zu finden weise ich darauf hin, dass dabei teilweise auch alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird. Z. B. geht die Forderung nach einem Verbot sittenwidrig niedriger Löhne in's Leere. Sie sind längst "verboten" in dem Sinne, dass jeder Mensch, der sittenwidrig entlohnt wird, beim Arbeitsgericht einen höheren Lohn einklagen kann. Natürlich heisst das, dass die Last des Aktiv-Werdens beim Einzelnen liegt, aber anders kann man das auch kaum lösen, wenn man nicht will, dass jeder einzelne Arbeitsvertrag erst einmal einer Kontrollbehörde zur Prüfung vorgelegt werden muss. Ein solches bürokratisches Verfahren wäre aber schlicht unpraktikabel.
Meiner Meinung nach ist es trotzdem richtig, das Thema zu diskutieren und in möglichst vielen Köpfen zu verankern, dass man so etwas nicht macht. Es muss eine gesellschaftliche Ächtung von Hungerlöhnen geben, die es den Arbeitgebern unmöglich macht (oder wenigstens deutlich erschwert), solche Löhne überhaupt anzubieten.
Es muss eine gesellschaftliche Ächtung von Hungerlöhnen geben, die es den Arbeitgebern unmöglich macht (oder wenigstens deutlich erschwert), solche Löhne überhaupt anzubieten.
Und diese "gesellschaftliche Ächtung" muss rasch, aber sehr rasch geschehen, denn es brennt und knallt an allen Ecken:
Der KarstadtQuelle-Konzern schlägt bei
der Versandsparte Quelle einen drastischen Sparkurs ein und steht vor
harten Auseinandersetzungen mit den Beschäftigten. Sämtlichen 800
Mitarbeitern in zwei Call Centern von Quelle in Nürnberg werde zum
Jahresende gekündigt, teilte der Geschäftsführer des Versandservices,
Hanns Rech, am Mittwoch in Fürth mit. «Wir müssen dringend Kosten
sparen», sagte Rech. Die Beschäftigten erhielten dann die
Möglichkeit, sich bei einer neuen GmbH wieder zu bewerben. Dort
sollen sie bei verlängerter Wochenarbeitszeit und weniger Urlaub
statt bisher durchschnittlich 2000 Euro nur noch zwischen 1100 und
1450 Euro brutto verdienen. (...)
Laut Betriebsratschef Staudt drohen den Beschäftigten
Einkommenseinbußen bis zu 50 Prozent. Netto blieben bei Vollzeit noch
800 bis 900 Euro übrig. «Neben dem Gehalt müsste man noch Hartz IV
beziehen, um überleben zu können», sagte Staudt.
dpa sm yybyf bb
Quelle: Capital (http://www.capital.de/unternehmen/meldungen/741986.html)
Seebarsch
31.03.2007, 12:08
Eben mit den Hartz IV Leistungen haben wir doch einen "Mindestlohn"!
Wenn nach Angaben der BA bereits über 560000 Arbeitnehmer ergänzend zu einer Vollzeitbeschäftigung Leistungen nach HARTZ IV erhalten, kann man den Alg 2 Bedarfssatz als "Mindestlohn" ansehen.
Eine bessere staatliche Subventionierung des Faktors "Arbeit" kann man doch als Arbeitgeber garnicht haben.
Deren Motto lautet:
"Raus aus der Gewerkschaft und weg mit den Tarifverträgen!"
Anschliessend werden Minilöhne gezahlt und der Staat stockt dem Arbeitnehmer auf.
Die bisherigen "Mindestlöhne" auf dem Bau und jetzt auch im Gebäudereinigerbereich in NRW dienen weniger der Einkommenssicherung der Arbeitnehmer als einer befürchteten Konkurrenz durch Firmen aus dem Ausland.
:wut:
StephanK
31.03.2007, 12:21
Das ist ein gutes Beispiel für das, was ich meinte.
Diesem Herrn Rech müssten die Ohren klingeln und die Schamröte in's Gesicht steigen.
Wie ich dem Manager-Magazin (http://www.manager-magazin.de/koepfe/personalien/0,2828,422209,00.html) entnehme, ist er vor etwas neun Monaten dort eingestiegen und kommt von der Lufthansa Service Gesellschaft, einer zum Zweck der Kostenersparnis durch Tarifvertragsflucht "ausgegründeten" Tochter der Lufthansa. Der Mann hat also vermutlich Erfahrung damit, wo man zwecks Gewinnsteigerung Kosten einsparen kann: beim Personal.
Ich bin mir leider aber auch sicher, dass ihm die Ohren nicht klingeln. Der Mann macht schließlich nur seinen Job und tut, was jeder Manager tut: Er schaut sich die Kostenstrukturen an und versucht, Kosten zu senken. Damit bewegt er sich im mainstream des betriebswirtschaftlich verengten Denkens, genau wie 95 % seiner Kollegen. Stichwörter wie "soziale Verantwortung" fehlen in diesem Denken. Für derlei "Gedöns" ist der Staat zuständig, dessen Finanzierung durch Steuern aber bitte nicht die Unternehmensgewinne schmälern darf. :kotz:
Manchmal frage ich mich schon, ob der Verfassungsschutz eigentlich die richtigen Staatsfeinde im Visier hat...
Interessant ist auch die Vita des Herrn Hess:
"Hess hat wie Sommer und KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff in der Vergangenheit für den Bertelsmann-Konzern gearbeitet."
Manchmal frage ich mich schon, ob der Verfassungsschutz eigentlich die richtigen Staatsfeinde im Visier hat...
Gute Frage. Da hätte der "Verfassungsschutz" beim Meinungsbildungs-Monopol Bertelsmann alle Hände voll zu tun. ;-)
Wie können die menschenverachtenden Hartz-Parteien über einen Mindestlohn reden, wenn sie die Armut per Gesetz verordnet haben ? Immerhin sind die Lohn- und Tarifgehälter weitgehens durch die Armutsgesetze zwangsenteignet genauso wie die Betroffenden.
Jedenfalls eines ist klar, zum Wohle der beschäftigen werden die Hartz-Parteien keinen Mindestlohn einführen. Dafür ist der Hass gegen die Arbeitnehmer zu gross und es würde sich auch nicht mit der neoliberalen Hartz-Politik in Einklang bringen.
Seebarsch
31.03.2007, 21:24
Hi DrByte,
genau das war ja die damals wie heute falsche Annahme unserer "Regierenden"!
Die gingen davon aus, dass der Druck auf die Alo nur gross genug werden muss, damit die sich endlich bequemen eine Arbeit zu suchen!
Genau das absehbare Gegenteil haben sie erreicht.
:wut:
genau das war ja die damals wie heute falsche Annahme unserer "Regierenden"!
Die gingen davon aus, dass der Druck auf die Alo nur gross genug werden muss, damit die sich endlich bequemen eine Arbeit zu suchen!
Genau das absehbare Gegenteil haben sie erreicht.
Nein. Die Hartz-Parteien haben damit nur den radikalen Lohn- und Sozialraub vor ihrer Hartz-Parteien Wählerschaft begründet um sich wieder als Helden feiern zulassen. Ich würde diese "Regierung" nicht als die unsere bezeichnen, weil wenn es nach einigen gehen würde (mir eingeschlossen) würden die Hartz-Partei-Genossen auf dem Mars weiter regieren.
Stimme da DrByte voll zu.
Hartz4 das ist Sozialraub und Armut per Gesetz.Was im Zuge der Hartz4 "Reform" gemacht wurde,kann man nicht anders bezeichnen.
Die Arbeitslosenhilfe wurde faktisch abgeschafft und mit der Sozialhilfe zusammengetan.Bei einen zwar höheren Regelsatz von 345 euro,aber dafür ohne ausnahmeregelungen was das überleben mit diesen paar Kröten immer schwieriger werden liess.
Dann wurden noch die Bezugszeiten drastisch verkürzt.Das alles hat nichts mit einer Reform zu tun,dass alles ist Betrug.Betrug an den Beitragszahlern die für mehr einzahlen immer weniger rausbekommen.Wenn eine sozialdemokratisch geführte Regierung so etwas einführt,dann brauch sich diese regierung und diese Partei auch nicht wundern,dass sie immer weiter schrumpft und nicht mehr als vertreter der arbeiterschaft gesehen wird.
Getreu den Motto:
Wer hat uns verraten ? - Sozialdemokraten !
MfG
Codeman
ratsuchende
02.04.2007, 16:11
Danke Euch allen für die klaren Worte!
Ich frage mich, wann denn ein Umdenken einsetzen wird. Bei ca. 500.000 Vollzeit arbeitenden "Hartz-4-Aufstockern" derzeit und ca. 10 Mio. Arbeitslosen (nur ca. 4 Mio. sind in der Statistik) ist das Potenzial von Aufstockern ja noch groß, wenn die Löhne weiter sinken!!! Das ganze wird irgendwann kippen, denn wer soll denn die Steuereinnahmen und die Arbeitslosenbeiträge noch aufbringen. Die Unternehmen bestimmt nicht. Da wird dann wieder mit "Ausland" gedroht. Sollen sie doch gehen und schaun wo sie bleiben.
Es sind dringend Maßnahmen gegen die Scheinselbständigkeit notwendig, ebenfalls die Einführung eines Mindestlohns. So wie es jetzt im Gespräch ist, daß der "Mindestlohn" und die Sittenwidrigkeit der Löhne bei 30% UNTER den tariflichen!!! Löhnen liegen soll, das ist unfassbar (30 % von 5-6 EUR ist wieviel???) !!! Juristisch legalisierte Schwarzarbeit unter Umgehung des Entsendegesetzes ist in manchen Branchen gang und gäbe!
Deshalb ist die Einführung eines Mindestlohnes von mind. 7,50 EUR erforderlich, d.h. es dürfen auch KEINE Tarifverträge mehr abgeschlossen werden, die darunter liegen. Außerdem ist es erforderlich, daß auch "tarifungebundene" Unternehmer nicht weniger als 30 % Unter-Tarif bezahlen UND eben mindestens den Mindestlohn bezahlen müssen. So wie es jetzt geregelt ist, würde jeglicher "Mindestlohn" durch Tariföffnungsklauseln ausgehebelt. Die Pflicht zur Annahme solch (dann gesetzeswidriger) Jobs müsste definitiv ausgeschlossen sein. Das öffentliche Geschrei der Medien und Unternehmer würde ich gar zu gerne in Bälde hören!
In sog. Entwicklungs- und Schwellenländern ist "Selbständigkeit" ja durchaus üblich. Beispiel: Friseurin oder Manikürin "mietet" sich einen Platz im Salon. Die Leute bezahlen aber dann auch KEINE Steuern und die machen das, weil einfach am Ende des Monats mehr übrig bleibt, wenn sie auf eigene Rechung arbeiten, als wenn sie angestellt wären. Denn in meinem "Beispielland", wo ich über 1 Jahr gearbeitet habe, GIBT es für alle gängigen Berufe einen Mindestlohn. Wenn der Arbeitgeber den nicht bezahlt und der Arbeitnehmer geht vor Gericht, dann hat a) der AN innerhalb 2 Wochen sein Geld und b) der AG bezahlt entsprechend Strafe und die gesetzliche Krankenversicherung nach!!!
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