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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwerbehinderter Arbeitnehmer (70% Behinderung) hatt 250 Überstunden


anvil333
31.03.2007, 19:12
Hallo

ein Freund von mir ist schwerbehindert (70% gehbehindert) und hatt 250 Überstunden auf dem Konto. Er arbeitet in Vollzeit in einem EDV Händler im Lager. Der Betrieb besteht aus 60 Leuten im Lager und 50 Leuten im Büro.
Er ist der einzige im Betrieb mit einer Behinderung.

Ist das überhaupt rechtens, das ein schwerbehinderter Arbeitnehmer so viele Überstunden hatt?

Und kann man die Firma dafür verklagen, das der behinderte Arbeitnehmer
so viele Überstunden machen musste, und kann man dafür vor Gericht noch Geld rausschlagen als Entschädigung?

Falls man klagen will, ist das Arbeitsgericht zuständig?

Codeman
31.03.2007, 19:39
Hallo,

am besten ist dein Freund wendet sich an seine Fachgewerkschaft,wenn er nicht schon Mitglied ist.In diesem Falle müsste es verdi sein.Regionale Anlaufstellen findest du www.verdi.de

Die übernehmen auch die gerichtskosten für eine evtl. Klage.

MfG
Codeman

anvil333
31.03.2007, 19:53
die Firma hatt keinen Betriebsrat und ist in keiner Gewerkschaft.

Kann er sich trotzdem bei Verdi anmelden und Hilfe erwarten?

StephanK
31.03.2007, 23:44
Dazu muss er Gewerkschaftsmitglied werden.
Im übrigen weise ich darauf hin, dass er gesetzlich dazu berechtigt ist, von Mehrarbeit freigestellt zu werden, dies aber auch einfordern muss (§ 124 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__124.html)). Was unter Mehrarbeit zu verstehen ist, kann man hier (http://www.integrationsaemter.de/webcom/show_lexikon.php/_c-578/_nr-218/i.html) nachlesen.

Überstunden sind für Schwerbehinderte nicht verboten; ich habe auch schon viele "gekloppt". Da Du von einem Konto schreibst, geht es wahrscheinlich aber nicht um Mehrarbeit, sondern letztlich darum, dass man ihm den Abbau der vielen aufgelaufenen Überstunden verwehrt. Ein solches Problem kann man eigentlich nur direkt im Betrieb lösen und braucht dann je nach Betriebsklima unter Umständen einiges Stehvermögen, um sich damit auch durchzusetzen.

Codeman
01.04.2007, 10:49
die Firma hatt keinen Betriebsrat und ist in keiner Gewerkschaft.

Eine Firma kann auch nie in einer Gewerkschaft sein.Gewerkschaft ist immer Arbeitnehmervertretung (zumindest meistens).Eine Firma kann höchstens im Arbeitgeberverband sein.

Selbstverständlich kann er sich bei verdi anmelden und Hilfe erwarten.Was du auch mal fragen solltest,ob er eine private Rechtsschutzversicherung hat die das Arbeitsrecht mit einschliesst.Wenn ja dann soll er sich an die wenden.

MfG
Codeman