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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wohnung zu klein mit 7 Personen, Haus mieten zu teuer


Obitoby
10.02.2006, 20:01
Nabend zusammen,
Ich habe folgendes Problem, z.Z. bewohnen wir eine 2 2/2 Zimmer Wohnung mit 7 Personen.Die Arge sagt das ist zumutbar, ich sehe das aber anders, aus folgenden Gründen:
2 Jungs im Alter von 16 und 13 in einem Zimmer
3 Mädchen im Alter von 2 mal 6 und 15 Monate altes Baby in einem Zimmer
Wenn die Lütte Mittagsschlaf macht, wo sollen die anderen beiden Mädchen spielen?
Die Wohnung hat 71m² bei 501.95€ warm.
Das Haus was wir uns angeschaut haben hat genug Zimmer liegt bei einem m²-Preis von 6,20€ kalt + NK
Die Arge sagt zu teuer, günstigere Wohnungen findet man hier im Umkreis keine, höchstens noch teuerer.
Wie kann man die Arge dazu bewegen diese Miete doch zu übernehmen?
Seelische Belastung auf engem Raum als Krankheit angeben ?
Zumal ich in nächster Zeit wieder voll arbeite.
Wäre das auch ein Möglicher Grund in das Haus ein zu ziehen ?

Wäre sehr dankbar um eure Hilfe

Mfg Obitoby

Upsala
10.02.2006, 21:24

Obitoby
10.02.2006, 22:14

StephanK
11.02.2006, 09:18
:welcome: Obitoby,
zunächst mal die ganz pragmatische Frage, ob die Zeit bis zu Deinem bevorstehenden neuen Job nicht vielleicht noch so zu überbrücken ist? Oder wirst Du damit nicht genug verdienen, dass Du der ARGE lebewohl sagen kannst?

Bei Fragen mit Bezug auf Wohnung ist in einem überregionalen Forum wie diesem immer die Schwierigkeit, dass in jeder Stadt und jedem Landkreis etwas anderes gilt und die im Landkreis Plön geltenden Regeln mir nicht bekannt und wohl auch nicht im Internet verfügbar sind. In einem Kreis wie dem deinigen ist noch ein zusätzliches Problem, dass es "Käffer" im Hinterland gibt, in denen der Wohnraum wahrscheinlich sehr billig ist - und die Küstenorte, in denen der Tourismus die Preise "versaut". Schon das macht eine kreisweite Regelung schwierig.

Wichtig wäre, dass Du herausbekommst, wie die Regeln in Deinem Landkreis genau aussehen. Frag die ARGE mal nach den geltenden Richtlinien für die Kosten der Unterkunft und lass sie Dir zeigen (das sind keine "Geheimpapiere"!). Nur mit diesem Wissen kannst Du präzis und gezielt argumentieren.

Im übrigen kann ich Dich nur ganz allgemein darauf hinweisen, dass das Gesetz der ARGE u.a. folgendes vorschreibt: Die Leistungen der Grundsicherung sind insbesondere darauf auszurichten, dass (...)
4. die familienspezifischen Lebensverhältnisse von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die Kinder erziehen oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, berücksichtigt werden.
So schreibt es § 1 Abs. 1 Satz 4 SGB II vor, und darauf solltest Du die ARGE nachdrücklich aufmerksam machen. Kinderreiche Familien sind zur Ausnahme geworden und sollten dann auch "ausnahmsweise" behandelt werden.

Mit "seelischer Belastung" zu argumentieren halte ich für keine besonders gute Idee. Das zentrale Argument ist die Größe Eures Haushalts und die Notwendigkeit, dass jedenfalls Jungs mit 13 bzw. 16 ein Zimmer für sich haben müssen und das Baby die Mädchen einschränkt. Das solltest Du der ARGE plastisch schildern und, wenn es sich organisieren lässt, vielleicht auch mal mit der kompletten Familie dort auflaufen. Die direkte "Konfrontation" macht einfach mehr Eindruck als dünnes Papier. Eine andere Nutzerin dieses Forums, die alleine vier Kinder erzieht, hat mit dieser Methode durchaus schon einiges erreicht (such hier mal nach dem Stichwort Loreley).

Wenn Du den Nerv dafür hast, überleg auch noch mal einen ganz anderen Weg: Die eine Hälfte der ARGE besteht ja aus der Kreisverwaltung. Der Ausschuss für (...) Sozialwesen (http://www.kreis-ploen.de/k_politik/ausschuesse/ggsframe.htm) des Kreistages hat sogar ein "bürgerliches Mitglied" direkt aus Laboe. Warum nicht mal diese Damen und Herren anschreiben, auf Eure Situation aufmerksam machen und sie bitten, sich für eine Lösung stark zu machen? Wer Sonntagsreden über die Notwendigkeit besserer Familienförderung schwingt, muss das auch in der Praxis umsetzen - gerade dann, wenn's Geld kostet und damit weh tut. Du kannst Dich gut ausdrücken und hast deswegen durchaus eine Chance, auf diesem Weg etwas zu erreichen - vielleicht sogar mehr als im direkten Kontakt mit der ARGE (den Du deswegen freilich nicht vernachlässigen solltest).

Gutes Gelingen!