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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zusatzjob


claridge
09.04.2007, 14:56
Ich bin dabei mir Infos über dieses Thema zusammen zu suchen, habe aber immer das Gefühl irgendwo hängen zu bleiben. vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.
Folgendes: Habe jetzt meinen Bewilligungsbescheid über Alg 2 bekommen. Bescheid ist vom 28.3.
Bis heute weiß ich nicht welche/r SB für mich zuständig ist.
Am 3.4. bekam ich einen "Vorschlag" zu einem Zusatzjob.
Bezeichnung der Tätigkeit: Gemeindearbeiter/in
Beschreibung/Anforderungen: Bauhofarbeiten, Mitarbeit im Seniorenzentrum, Elektroarbeiten, Renovierungsarbeiten bei der Stadtverwaltung.

Nun stellen sich mir einige Fragen. Zuerst einmal muß angemerkt werden das ich grundsätzlich nichts gegen einen 1 Euro-Job habe. Mit diesem Geld habe ich mehr als vorher mit Alg 1.
Aber ist es nicht so das so eine Arbeitsgelegenheit die letzte Maßnahme sein sollte und nicht die erste?? Sollte nicht mind. einmal ein Gespräch mit einem SB stattfinden oder befinde ich mich jetzt in einem Zustand der absoluten Anonymität? Es kennt mich dort keiner. Wie können die wissen was für mich und meiner Situation notwendig ist?
Außerdem bin ich kein Maler u. Lackierer, kein Elektriker und vom Renovieren verstehe ich auch nichts.
Sollte die Tätigkeit nicht genau beschrieben sein in dem "Vorschlag"?
Was ich dort lese ist alles andere als eine Beschreibung.
Wäre schön wenn mir jemand Aufklärung verschaffen kann.
Bevor ich es vergesse: Frohe Ostern allseits.

StephanK
09.04.2007, 21:17
Aber ist es nicht so das so eine Arbeitsgelegenheit die letzte Maßnahme sein sollte und nicht die erste??Das trifft zu. Leider ist es im Gesetz aber sehr wolkig formuliert (1-€-Jobs sind für "erwerbsfähige Hilfebedürftige, die keine Arbeit finden können" - aber wie lang?), und deswegen steht ein Scheunentor offen für Missbrauch. Vor allem Leute unter 25 werden oft von Anfang an in 1-€-Jobs genötigt.

Sollte nicht mind. einmal ein Gespräch mit einem SB stattfinden oder befinde ich mich jetzt in einem Zustand der absoluten Anonymität?Das muss in der Tat vorausgehen, denn anders ist kaum festzustellen, dass Du keine Arbeit finden kannst.

Außerdem bin ich kein Maler u. Lackierer, kein Elektriker und vom Renovieren verstehe ich auch nichts.Einen Berufsschutz gibt es nicht, aber natürlich hat kein 1-€-Job-Träger etwas davon, wenn Du vorgesehene Arbeiten mangels Kenntnissen und Erfahrungen einfach nicht ausführen kannst.

Sollte die Tätigkeit nicht genau beschrieben sein in dem "Vorschlag"?Sie sollte nicht nur, sie muss, siehe diese Gerichtsentscheidung (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/showthread.php?t=1372).

Betroffener
11.04.2007, 01:07
Bezeichnung der Tätigkeit: Gemeindearbeiter/in
Beschreibung/Anforderungen: Bauhofarbeiten, Mitarbeit im Seniorenzentrum, Elektroarbeiten, Renovierungsarbeiten bei der Stadtverwaltung.

Also die sozusagen typischen Aufgaben, die in einer Gemeinde anfallen, die die eigenen Bauhofmitarbeiter schon lange entsorgt hat aus Kostengründen und sich diese Aufgaben nun über EEJ finanzieren lässt.

Egal wie produktiv ein EEJ ist - es wird immer billiger als mit regulären Kräften, da ja auch noch die "Verwaltungspauschale" von der ArGe gezahlt wird an die Kommune mit irgendwas zwischen 250 bis 500 € pro EEJ.

Das rechnet sich immer gegen eine oder mehrere Festeinstellung(en) :-(

Hilft Dir nicht weiter, aber könnte Dir die Sinnlosigkeit von EEJ aufzeigen. Es sind alles Steuergelder, aber eben welche aus einem fremden Topf.

claridge
11.04.2007, 13:04
Danke erstmal für die Reaktionen.
Es ist für einen Laien ausgesprochen schwierig sich durch die ganzen § und Vorschriften zu wühlen.
Ich habe mich inzwischen mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt und denke das für mich ein Lichtstreif am Horizont zu erkennen ist. Die Chancen in einen festen Job zu geraten sind in Burghausen ausgesprochen gut. Allein im letzten Jahr wurden dort 15 Ein-Euro-Jobber in Festeinstellung übernommen. Außerdem wird der Ein-Euro-Job mit 2 Euro vergütet.
Trotzdem werde ich mich ganz intensiv mit der Arge in Verbindung setzen.
Ich werde den Verdacht nicht los als wenn die jetzige Aktion eine Retourkutsche ist für meine Aufmüpfigkeit bei der Antragstellung.
Ich kann zwar gut leben mit dieser Situation, habe mit diesem "Job" immerhin rd. 150 Euro mehr als vorher mit Alg 1.
Es macht mich nur wütend wie mit den Leuten umgegangen wird! Wieiele sind da betroffen die sich nicht zur Wehr setzen können.
Mehr als ein Nadelstich werde ich nicht sein. Aber wenn dieser Nadelstich einem anderen das Leben erleichtert war es das wert.