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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zuflussprinzip - gerecht oder "Abzocke" ?


ibad
15.02.2006, 11:49
Bei uns im Kreis Merseburg/Querfurt wird das Alg II nicht vom Arbeitsamt gezahlt sondern von einem extra gegründeten "Eigenbetrieb für Arbeit". Durch diesen Eigenbetrieb wurde zur Eingliederung Langzeitsarbeitsloser in den Arbeitsmarkt das "Projekt Chance" vom 01.08.2005-31.01.2006 ins Leben gerufen. In diesem Projekt wurden wir über mehrere Leistungsträger mit einem Gehalt bezahlt und bei verschiedenen Firmen als Praktikanten in Arbeit gebracht.
Über Erfolg oder Mißerfolg steht mir keine Aussage zu, ich habe nur in finanzieller Hinsicht ein Problem.
Ich bekam Ende Juli 2005 mein Alg II für den Monat August ausbezahlt und anfang September das Gehalt des Leistungsträgers ebenfalls für August. Wie zu ersehen ist eine doppelte Bezahlung, welche sich nach Auskunft des Leiters dieses Projektes am Ende ja wieder verrechnen sollte, wie gesagt s o l l t e.
Anfang Februar 2006 bekam ich nun das Gehalt für Januar 2006. Mir würde also meiner Meinung nach für Februar wieder der volle Satz Alg II zustehen den man zur Verrechnung des doppelt ausgezahlten Geldes vom Anfang nehmen könnte.
Nun erfuhr ich aber das es für Februar kein Geld gibt da das letzte Gehalt erst im Februar (Zuflussprinzip) gezahlt wurde, ich also einen kompletten Monat (August) zurückzahlen soll.
Übrigens den Widerspruch zur Überzahlung habe ich schon Anfang September gestellt.
Hat irgendjemand Ahnung von solchen Abläufen.
Danke ibad

StephanK
15.02.2006, 13:11
Das Prinzip als solches finde ich eigentlich nicht ungerecht; es ist im Grunde nix weiter als eine Konsequenz aus dem Bedürftigkeitsprinzip, das dem Alg II wie der Sozialhilfe zu Grunde liegt: Du kriegst nur was, wenn Du's auch brauchst - und eben auch nur dann, wenn Du's brauchst. Aber bei verzögerten Zahlungen gibt es schon Schwierigkeiten und auch ein Gerechtigkeitsproblem. Wenn es sozusagen rückwirkend angewendet wird, weil die Verwaltung nun mal nicht so schnell arbeitet, gerät das leicht zum Zynismus nach dem Motto: Er ist ja nicht verhungert, also wird er nicht bedürftig gewesen sein. Dabei wird dann ausgeblendet, dass man sich in dem "Monat ganz ohne" vielleicht bei Freunden hat etwas leihen müssen und dieses Geld schließlich wieder zurückzahlen muss.