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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Über die Verflechtung von Energiewirtschaft und Politik


efge
23.04.2007, 21:42
Gestern veröffentlichte Greenpeace einen sehr lesenswerten Überblick über personelle Verflechtungen zwischen Politik und Energiewirtschaft. Das „Schwarzbuch Klimaschutzverhinderer“ steht als freier pdf-download (http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/Verflechtung_Energiewirtschaft_Politik.pdf) zur Verfügung. Die Frankfurter Rundschau, der diese Studie vorab schon vorlag, berichtete bereits gestern (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1118004&sid=c6bd14deac6f5d3c0d01f2e09a0b85ae).

Gegenwärtig üben zehn amtierende Bundestagsabgeordnete Nebentätigkeiten in der Energiewirtschaft aus, darunter auch die energiepolitischen Sprecher der Regierungsparteien, Joachim Pfeiffer (CDU) und Rolf Hempelmann (SPD). Neben den bekannten Fällen von fliegenden Wechseln– etwa des Ex-Wirtschaftsministers und jetzigen RWE-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Clement – weist Greenpeace mit dieser Studie auch auf weniger bekannte Benutzer der „Drehtür“ zwischen Politik und Energiewirtschaft hin.

Aus brühwarmen Kontakten und Insider-Infos aus dem vorigen Berufsleben, privilegierten Zugängen und Interessenskonflikten entsteht ein Flechtwerk, in dem Klimaschutzmaßnahmen, die den Energiekonzernen das Geschäft schmälern könnten, nicht selten hängen bleiben. Die Einführung von „Abkühlfristen“ (Karenzzeit), die fliegende Wechsel verhindern, wäre ein wichtiger Schritt zur Entfilzung nicht nur im Energiebereich. Die detaillierte Veröffentlichung von Nebentätigkeiten und –verdiensten von Abgeordneten ein weiterer. Diese bereits beschlossene Maßnahme wird jedoch von Bundestagspräsident und RAG-Aufsichtsratsmitglied Norbert Lammert noch immer blockiert…

jimmygjan
24.04.2007, 08:48
Hallo zusammen,
hallo effge,

ich empfehle mal ein Taschenbuch zu diesem Thema. Thema ist die Verpflechtung von Politik und Wirtschaft. Es ist schon etwas älter, aber trotz des Alters immer noch hoch aktuell !

"Das Banken-Kartell"; 1996; Hans Martin Bury/Thomas Schmidt,
ISBN 3-426-80082-9

Ich habe nichts dagegen, dass Politiker in Aufsichtsräten von Firmen, bzw. Kapitalgesellschaften sitzen. Aber es muss öffentlich gemacht werden und was noch viel wichtiger ist, es muss öffentlich gemacht werden, was diese Politiker, bzw. Funktionsträger an finanziellen Zuwendungen erhalten.

Hieran scheitert es jedoch bei unseren Mandatsträgern. Es wird zwar öffentlich gemacht, dass diese Aufsichtsratsmandate wahrnehmen, aber es wird nicht erklärt wieviel "Geld" sie dafür bekommen. Im übrigen sind diese Politiker für mich nicht mehr wählbar !
Was übrigens auch in der viel kritisierten USA anders ist. In den USA kann jeder Bürger Einsicht in die finanziellen Gegebenheit der Mandatsträger nehmen. Es ist bis auf den Cent nachvollziehbar von welcher Firma (auch der Höhe nach) jeder Mandatsträger an Zuwendungen erhält. Dieses wollte die "Freiberufler", insbesondere die Rechtsanwälte im Deutschen Bundestag nicht, weil damit rechnerisch hätte nachvollzogen werden können, wie hoch ihre Einkünfte als Rechtsanwalt sind.
Insofern problematisch, weil die Mandatsausübung ein "fulltime-Job" ist. Wenn denn nebenher als Rechtsanwalt noch weitere hohe Einkünfte vorhanden sind, könnte sich dann die Fragen stelllen, wieviel Zeit denn dafür aufgewendet wird und ob sich das mit dem Bundestagsmandat vereinbaren lässt!

Trish
24.04.2007, 10:55
Zu diesem Thema lief gestern Abend in irgendeinem dritten Programm eine Diskussionsrunde, war erfrischend zu sehen wie die Vertreter der Energiewirtschaft versucht haben sich heraus zu reden, hat das zufällig noch jemand anderes gesehen & weiß mehr Details? Ich konnte der Diskussion leider nicht ganz folgen, war etwas abgelenkt.

The Wanderer
25.04.2007, 13:59
>>Ich habe nichts dagegen, dass Politiker in Aufsichtsräten von Firmen, bzw. Kapitalgesellschaften sitzen.<<

ich schon, denn ich bin der meinung, ein politiker, der firmen, konzernen etc verpflichtet ist, kann und wird nicht mehr für das volk arbeiten - siehe die situation heutzutage...

jimmygjan
25.04.2007, 17:00
Hallo Wanderer,

>>Ich habe nichts dagegen, dass Politiker in Aufsichtsräten von Firmen, bzw. Kapitalgesellschaften sitzen.<<

ich schon, denn ich bin der meinung, ein politiker, der firmen, konzernen etc verpflichtet ist, kann und wird nicht mehr für das volk arbeiten - siehe die situation heutzutage...

Ich bin ja Deiner Meinung (siehe meinen Beitrag). Diese Politiker müssen sich entscheiden was sie wollen. Entweder Politik oder "Geld machen". Für mich sind diese Politiker absolut nicht mehr wählbar !

Jimmy