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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neueste Arbeitslosenzahlen - "schönung" oder echt?


fragi
04.05.2007, 18:51
Bald jeden Tag aufs neue wieder zusehen... Der Hr. Müntefering schreibt weiter Erfolg mit den Arbeitslosenzahlen... Nur ist das alles so "echt" was wir da sehen und hören?

Früher wurden schon nicht alle "Arbeitslosen" in der Statistik geführt. Dieses wurde ja Medienwirksam beendet. Und wie ist es heute? Haben wir heute eine neue schönung der Arbeitslosenzahlen durch Leute die in irgendwelche "Praktikas" und "Maßnahmen zur steigerung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt" stecken?
Merkt irgendjemand eine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt oder ist es wieder mal nur so dahingestellt?

Entgegen diesem aber, heißt es Deutschland hat einen Mangel an Fachkräften, aber woher kommt dieser Mangel?
Früher haben die Unternehmen die Leute eingestellt und sie dann weitergebildet... Heute sollen die Leute schon weitergebildet bei den Unternehmen auflaufen... Ist doch klar das keiner kommt, wie soll ein Arbeitsloser der Familie zu Ernähren hat es sich leisten können sich nebenbei noch weiterzubilden? ( in den Meisten fällen bezahlt das Amt es ja nicht...)

Geht es hier in Deutschland denn nurnoch darum, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden, oder werden Probleme auch mal richtig angepackt?

Über andere Meinungen zu dem Thema würd ich mich freuen :razz:

Don_Pablo
04.05.2007, 21:58
Also ich finde das das mit den Arbeitslosenzahlen Humbug ist! Klar sind sie wohl gesunken, aber die freien Stellen die es mittlerweile wie Sand am Meer gibt bieten nur noch ZEITARBEITSFIRMEN an, die einen für 'nen Appel un nen Ei vermitteln. Ich habe da vor ein paar Wochen einen interessanten Bericht - natürlich erst kurz vor Mitternacht - in der ARD gesehen, das dies der Trend ist. Auch Arbeitgeber wenden sich an die Zeitarbeitsfirmen, damit diese ihnen die Stellen vermitteln und somit die Löhne gesenkt werden können. HAMMER oder? Es gab Firmen in diesem Bericht, die haben erst die qualifizierten Mitarbeiter entlassen und sie dann wieder über eine ZA Firma wieder eingestellt - natürlich für einen Hungerlohn! Also ich hätte lieber gehungert als nochmal in der Firma angefangen die mich ein halbes Jahr vorher rausgeschnissen habe, oder??? Aber das nur mal nebenbei.

Wie gesagt: Arbeitslosenzahlen sinken wohl - aber auf welcher Basis? Davon redet KEINER !!!!

Gruss Don_Pablo
=)

efge
04.05.2007, 23:16
Vielleicht hilft ja diese Lektüre der NachDenkSeiten:

Bundesagentur dämpft Erwartung der Regierung
Die Bundesagentur für Arbeit rebelliert gegen die Regierung: Trotz des starken Rückgangs der Arbeitslosenzahlen will sie den Optimismus der Großen Koalition nicht teilen. Stattdessen weist die Behörde offen auf Fehler in der Statistik hin. Experten warnen vor einer Überbewertung der Zahlen. Zu Euphorie gebe es jedenfalls keinen Grund, sagt Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit. Der Behördenchef weiß, wovon er spricht. Denn die Zahlen seines Hauses spiegeln nur die halbe Wahrheit wider. Bei den Langzeitarbeitslosen gibt es nach wie vor kaum Besserung, und andere Gruppen von Arbeitslosen tauchen in der Statistik gar nicht erst auf.
Quelle: Spiegel Online (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-480620,00.html)


Anmerkung: Wir freuen uns über jeden, der wieder Arbeit findet, aber die Arbeitslosenstatistik hat inzwischen kaum noch eine Aussagekraft. Sie gerät mehr und mehr zur reinen Politpropaganda. Vgl. dazu etwa den Monatsbericht April 2007 der Bundesagentur für Arbeit [PDF - 1.3 MB] (/www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf). Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Februar 4,74 Mio betragen, 35.000 weniger als vor einem Jahr. Darüber hinaus übten 1,95 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus, gegenüber dem Vorjahr 150.000 mehr. Arbeitslosengeld II nach dem SGB II wurde im April nach vorläufigen Daten an 5.205.000 Empfänger ausgezahlt. Dabei ist die Inanspruchnahme von März auf April etwas gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es praktisch keine Veränderung (+3.000 oder +0,1 Prozent).

Siehe auch:

Euphorie über Arbeitslosenzahlen
Nach Meinung der Gewerkschaften gibt es derzeit etwa sieben Millionen, nach Meinung einiger Experten bis zu zehn Millionen Arbeitsuchende in diesem Land. Die Offiziellen selbst räumen ein: 1,4 Millionen Menschen werden nicht gezählt, weil sie in »arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen« stecken, viele über 58jährige und alle Ein-Euro-Jobber fallen aus der monatlichen Propagandashow von Nürnberg.
Quelle: junge Welt (http://www.jungewelt.de/2007/05-03/025.php)

Siehe dazu auch:

Tatsächlich mehr als sechs Millionen ohne Job
Trotz des Aufschwungs fehlen tatsächlich mehr als sechs Millionen Arbeitsplätze in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Berechnung der unabhängigen (?) Stiftung Marktwirtschaft, die dem Tagesspiegel vorliegt.
Quelle: Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/nachrichten/arbeitsmarkt-arbeitslose/101249.asp)

fragi
05.05.2007, 09:54
Na da haben wirs ja schwarz auf weiß... aber komisch dass man das nie im Fernsehen sieht z.b in den öffentlich Rechtlichen... Verstehen sies nicht oder dürfen sie es nicht verstehen, das ist hier die Frage!?

Würde das mal alle Menschen so erreichen wie es da steht, dann würds denk ich schlecht aussehen mit der Regierung :engel:

StephanK
05.05.2007, 11:40
Ich kann Don Pablos Hinweis nur unterstreichen: Die "nackte Zahl" der Arbeitslosen sagt nichts über Lebensqualität oder Lebensstandard.

Es lässt sich - wenn auch nicht statistisch korrekt - auch an den Anfragen hier im Forum ablesen, dass anscheinend mehr Leute irgendwelche Klein-Jobs ergattern, aber vom Lohn nicht leben können und deswegen auf ergänzendes Alg II angewiesen sind.

Mal abgesehen von der Frage, ob/wie/zu welchem Anteil die Alg II-Bezieher als "arbeitslos" gezählt werden (viele sind ja nicht arbeitslos, sondern arbeiten, aber zu Armutslöhnen) zeigt sich, dass Zahlen immer dann nicht mehr exakt sind, wenn sie politisch bedeutsam werden.

Das gilt für heikle Themen aller Art, fängt bei den Militärausgaben an (die längst nicht alle im Verteidigungshaushalt aufgeführt werden, sondern teilweise in anderen Haushalten, z.B. dem für Forschung versteckt sind) und endet bei den Arbeitslosenzahlen, die natürlich ein Politikum sind, weswegen jeder BA-Chef und jeder Arbeitsminister der Verführung mehr oder weniger erliegt, mit Zahlen "Politik zu machen", genauer gesagt: die eigene Politik als erfolgreich zu "verkaufen".

Die Monatsberichte der Bundesagentur werden mehr und mehr zu "Hochglanzbroschüren". Wenn man allerdings etwas genauer hinsieht, werden die Merkwüdigkeiten der Zählung schon deutlich. Z.B. weist die Tabelle auf Seite 5 für April 2007 1,19 Mio. Arbeitslosengeldempfänger (SGB III = Alg I) aus, und "darunter arbeitslose Arbeitslosengeldempfänger" 878 Tsd. Daraus folgt logisch, dass es 312 000 Menschen gibt, die Arbeitslosengeld erhalten, aber nicht als arbeitslos gezählt werden. Im wesentlichen werden das Menschen sein, die Arbeitslosengeld bei Weiterbildung erhalten. Diese Menschen sind natürlich alles andere als untätig, aber es ist dennoch Unsinn, sie nicht als arbeitslos zu zählen.

Des weiteren lässt sich dem Bericht entnehmen, dass von März bis April die Zahl der Alg II-Bezieher sich um 11000 auf 5,205 Mio Menschen erhöht hat. Wie dieser Zuwachs sich auf Langzeitarbeitslosigkeit (Auslaufen von Alg I) oder neu eintretende Arbeitslosigkeit nach Studium oder unversicherten Jobs verteilt lässt sich dem Bericht nicht entnehmen und ist - wenn überhaupt - wohl nur schwierig aus anderen Zahlen zusammenzusetzen. Jedenfalls lässt sich das nicht als "Erfolgszahl" bezeichnen.

Seebarsch
05.05.2007, 12:29
Das ganze Problem mit den Arbeitslosenstatistiken ist und war die Definition des Begriffes "Arbeitslosigkeit".
Hier geht die Agentur aufgrund der gesetzlichen Vorgaben von der Regelung des § 119 SGB III aus.
Das sind also nur die Personen, die bei der Agentur gemeldet sind und aktiv Arbeit suchen und auch in der Lage sind, Arbeit aufzunehmen und das auch zu dürfen.

Hier sind nicht enthalten:
- die Aufstocker aus dem SGB II,
- alle Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Fortbildung, auch 1€ Jobs,
- alle Menschen, die den § 428 SGB III in Anspruch nehmen,
- die so genannte stille Reserve, d.h. Menschen die Arbeit annehmen würden wenn ausreichend Arbeitsplätze vorhanden wären.

Hinsichtlich der stillen Reserve kann man natürlich nur schätzen.
:confused:

Trish
05.05.2007, 15:45
Hier sind nicht enthalten:
- die Aufstocker aus dem SGB II,
- alle Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Fortbildung, auch 1€ Jobs,
- alle Menschen, die den § 428 SGB III in Anspruch nehmen,
- die so genannte stille Reserve, d.h. Menschen die Arbeit annehmen würden wenn ausreichend Arbeitsplätze vorhanden wären.

Und, nicht zu vergessen, alle Menschen die aufgrund einer Bedarfsgemeinschaft nicht gemeldet sind!

StephanK
05.05.2007, 17:58
@ Trish: Damit sprichst Du ein Problem der Statistik an, das darin begründet liegt, dass der Ansatz von Alg II ein komplett anderer ist als beim Alg I. Wie wir alle wissen muss man ja keineswegs arbeitslos sein, um Alg II zu erhalten, d.h. es gibt viele Niedrigverdienende, die ergänzendes Alg II erhalten. Die Systematik des SGB II liegt also quer zum Begriff Arbeitslosigkeit.

Die begriffliche Abgrenzung der Arbeitslosigkeit in § 119 Abs. 3 SGB III (weniger als 15 Wochenstunden) spielt im SGB II keine Rolle, sondern nur die Bedürftigkeit. Deswegen gibt es Alg II-Bezieher, die im Sinne des SGB III nicht arbeitslos sind.

Eine wirklich allgemein akzeptierte und leicht zu handhabende Definition von Arbeitslosigkeit ist gar nicht so einfach...

fragi
05.05.2007, 21:00
Innerhalb eines Jahres sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 650.000 neue Stellen im Land entstanden.
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article852872/Aufschwung_sorgt_schneller_fuer_Jobs.html?r=RSS

Aber das genausoviele weggefallen sind, wenn nicht noch mehr davon spricht keiner. Und wieviele der neuen Stellen dadurch enstanden sind dass AN gekündigt und über ZA-Firmen wieder eingestellt wurden auch nicht.

Es ist doch alles nur eine große Heuchelei um Leute, die sich für politik nicht interessieren, solche Meldungen nur am Rande im Fernsehen sehen, politisch zu beeinflussen. SO gewinnt man Wähler!

Trish
05.05.2007, 23:50
@Stephan
Aber es gilt zu bedenken das viele die in Wirklichkeit arbeitslos sind, sich gar nicht bei den ARGEn melden, da sie sowieso keine Leistung bekommen würden, sei es weil sie die Freibeträge überschreiten, der Partner zu viel verdient oder, wie in dem Fall einer guten Freundin, der Partner sich schlicht weigert irgendwelche Angaben gegenüber der ARGE zu machen. Er zahlt lieber alle Beiträge von seinem Lohn, wie das sein Name in den Akten erscheint...
Sie sucht Arbeit, ist aber dadurch nicht in der Statistik & ich denke, davon gibt es ebenfalls reichlich...

ratsuchende
06.05.2007, 09:06
Hallo!

Weitere Statistikverwirrung: Dieser Tage mußte ich in der Zeitung lesen, daß die gemeldeten offenen Stellenangebote im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, obwohl sie eigentlich gestiegen sind?! WEGEN der Nicht-Zählung der offenen Stellen der landwirtschaftlichen Saisonstellen!!!

Außerdem schreibt offensichtlich niemand über folgende Fragstellung:

Ist es nicht so, daß die Arbeitslosenzahlen auch deshalb zurückgehen, weil mehr Arbeitslose aus der Statistik wegen Altersrente rausfallen, als junge Arbeitslose dazukommen wegen der sog. Alterspyramide???

Zur Definition "Arbeitslosigkeit": Arbeitslos ist jeder, der arbeiten möchte und würde, wenn er denn Arbeit finden und bekommen würde. Dies unabhängig von sonstigem Einkommen, Vermögen, Lebensalter oder Stundenzahl....

efge
06.05.2007, 13:20
Im manager-magazin schreibt Autor Matthias Kaufmann u.a. folgendes:

Monat für Monat ist die Arbeitslosenzahl der Seismograf für Wirtschaftspolitik. Dabei verschleiert sie, wie viele Arbeitssuchende tatsächlich Hilfe bekommen. Während die Politik feiert, dass nur noch 3,9 Millionen als "arbeitslos" definiert werden, benötigen noch immer weit über sechs Millionen Menschen Arbeitslosengeld.

(...)

Schon malen sich Kommentatoren aus, wie es weitergeht: Nur noch drei Millionen Arbeitslose im Jahr 2009, das sei drin. Und wenn weniger "auf Hartz" sind, könnte bald der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung fallen.

Doch weit gefehlt. Während die Kennziffer von 3,9 Millionen Arbeitslosen die Runde macht, beziehen 6,291 Millionen Menschen Arbeitslosengeld; während die Kennziffer im Vergleich zum Vorjahr um über 820.000 fiel, ging die der Leistungsbezieher nur um rund 447.000 zurück. Wie kann das sein?

Antworten gibt der Autor in dem hier nachzulesenden Artikel:

Quelle: "Aufschwung ohne Hartz-Empfänger" / manager-magazin (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,480848,00.html)

Codeman
07.05.2007, 14:05
Ja es gibt die alljährliche Frühjahrsoffensive des Arbeitsmarktes die Abnahme der Arbeitslosigkeit ist von März auf April mit 141.000 etwas schwächer als im Durchschnitt der letzten
drei Jahre mit -168.000 ausgefallen

Die BA – Medienzahl ist laut BA von März 07 – April 07 um 141.000 auf 3.967.000 Personen gesunken

Im April beträgt Arbeitslosigkeit (mit EEJ) 4.250.802 Personen
(3.966.648 + 284.154 EEJ)

Die wahre Entwicklung wird erst bei genauer Betrachtung offenbar so stieg die Zahl der APM auf 1.439.906 geschätzt (Seite 34 BA – Bericht April) = 5.406.554 Personen (Arbeitslose + APM)

Fußnote 7 Seite 5


Außerdem waren 516.000 oder 10 Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen
ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt. Datenbasis ist eine Verknüpfung der
Beschäftigten- und Grundsicherungsstatistik. Weil für die Grundsicherungsstatistik nur Daten aus dem IT-Verfahren A2LL herangezogen werden konnten – und A2LL nicht von allen Kreisen vollständig genutzt wird, insbesondere nicht von den zugelassenen kommunalen Trägern – ist die Schnittmenge der ermittelten beschäftigten Leistungsempfänge entsprechend untererfasst und wurde deshalb hochgerechnet.



Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im April s1.189.919 Personen
Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im April p5.204.567 Personen
Die Zahl der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im April p1.919.509 Personen

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften stieg noch einmal von 3.667.000 auf 3.669.000 an.

Alles in allem bekamen damit 6.291.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts
nach dem SGB II, (BA Bericht Seite 5)

Auffallend ist das der Rückgang der Menschen die Anspruch auf Lohnersatzleistungen mit 447.00 Gegenüber dem Vorjahr geringer ausfällt als der Rückgang der Arbeitslosen von 824.000 im jahrevergleich.


Die Zahl der offenen Stellen wird im BA Bericht Februar (Seite 7 ) mit 651.100Stellen angegeben (Vormonat 624.000)


Bestand
alle Stellen 651.100
darunter: Vakanzen 588.000
ungeförderte Stellen 452.200
darunter: Vakanzen 403.100
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 400.000
darunter: Vakanzen 360.600

---------------------------------

= 8.192.451 Leistungsberechtigte NOV 06
= 8.202.162 Leistungsberechtigte DEZ 06
= 8.394.944 Leistungsberechtigte JAN. 07
= 8.466.855 Leistungsberechtigte FEB. 07
= 8.459.681 Leistungsberechtigte März. 07
= 8.313.995 Leistungsberechtigte April 07


Leistungsempfänger April 07
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)

LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.189.919
- Arbeitslosengeld II p5.204.567
- Sozialgeld p1.919.509

== 8.313.995 Leistungsberechtigte April. 07

Leistungsempfänger April 06
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
- Arbeitslosengeld s1.669.168
- Arbeitslosengeld II s5.201.609
- Sozialgeld s1.858.597

= 8.729.374Leistungsberechtigte April 06

Die Zahl der Leistungsberechtigten sank im Jahresvergleich um 415.379 Personen ab.

Nachdem der Rückgang der Leistungsberechtigten bei ALG I insgesamt 479.249Personen beträgt. Ist der Rückgang auf die Vermutung zurück zuführen, dass eine größere Menge aus dem ALG I ausschied aber keine Bedürftigkeit für das ALG II nachweisen kann und somit aus der Statistik der gezählten Arbeitslosen hersaus fällt.

4.250.802 mit (EEJ) offizille Personen in Arbeitslosigkeit ist keine echte Sensation sondern meines Erachtens dass Ergebnis eines milden Winters und der Bedürftigkeitsprüfung bei Beantragung des ALG II. Sowie – in der Regel - die Eingliederung der unter 25 Jährigen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Allein die demografische Entwicklung reduziert die Anzahl der Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu der genauen Zahl wird im BA – Bericht nicht berichtet.

So gibt es folgende Schätzungen
(*geschätzt Stiftung Marktwirtschaft)

Medienzahl April 07 Arbeitslose 3.966.648
Arbeitslose in Maßnahmen der BA 1.439.906
Arbeitslose in Maßnahmen der Kommunen: ca. 570.000*
Arbeitslose unter 25 ohne eigenen Anspruch ca. 330.000*
Arbeitslose über 58/ Vorruhrstand ca. 880.000*
Stille Resrve (Vermögende Arbeitslose) ca. 1.600.000*

== Arbeitslose gesamt 8.786.554*




.
Hinweise:
Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Die Daten zu Stellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden ausschließlich aus dem IT-Fachverfahren der BA gewonnen; nicht enthalten sind Daten kommunaler Träger soweit sie andere IT-Fachverfahren
genutzt haben. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.
Neuregelung der Bedarfsgemeinschaft für unter 25-jährige Arbeitslose

*Zum 1. April 2006 traten in Teilen das Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in Kraft.Die wichtigste Neuregelung betrifft unverheiratete, volljährige, unter 25-jährige Arbeitslose. Sie werden grundsätzlich in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern einbezogen. Wenn sie eine eigene Wohnung beziehen wollen, müssen sie dafür die Zustimmung des Leistungsträgers einholen. Der Stichtag, seit dem Jugendliche eine Zulassung des kommunalen Trägers zum Auszug aus dem Elternhaus benötigen, ist der 17. Februar 2006


Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.



Quellen:
BA – Monatsberichte 2006
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/service...onat/200701.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/service...onat/200702.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/service...onat/200703.pdf
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/service...onat/200704.pdf

StephanK
07.05.2007, 15:32
Vielen Dank für die Mühe der Aufbereitung dieser Zahlen! :)

Ich verstehe den Unterschied zwischen "offenen Stellen" und "Vakanzen" nicht (nach meinem Verständnis sind das zwei Begriffe für die gleiche Sache).
Weiss jemand, was sich hinter dieser Unterscheidung verbirgt?

fragi
10.05.2007, 08:54
Die Vakanz (lat. vacans - leer, unbesetzt) bezeichnet ein Amt oder eine Arbeitsstelle, die momentan nicht besetzt ist und zur Neubesetzung ausgeschrieben ist.
Quelle: Wikipedia


könnte es sein dass damit offene Stellen gemeint sind die es gar nicht gibt? (vgl. Zeitarbeitsfirmen) Z.b nur um nen Bewerberpool zu füllen o.ä?

Sehe es in letzter Zeit oft im Portal der AfA dass hier z.b von einer neuen ZA etwa 100 Stellen drinstehen wo es schwer vorzustellen ist, dass es diese gibt.