Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fallmanager - ein Fall für sich!
Ich habe schriftlich zweimal beim Arbeitsamt um die Adresse des Jobcenters gebeten => keine Antwort !
Biberzahn
31.03.2005, 13:20
Hallo,
wenn man nicht stets und ständig beim AA nachfragt und die nervt, dann passiert da garnix.
Ich habe vor 9 Wochen meinen Widerspruch abgegeben und vor 2 Wochen mal nachgefragt wat nu ist. Tjaaaa, wo isser denn? Ich hatte Gott sei Dank eine Kopie die ich mir bei Abgabe stempeln und gegenzeichnen lassen habe. Man hat mir versprochen zu suchen und dann gleich zu bearbeiten. Letzten Donnerstag wieder nachgefragt. Der Mitarbeiter der Leistungsabteilung hat glaub ich 5 Leute angerufen bis er den richtigen hatte. Er hat mir jetzt versprochen das der Kollege das am Dienstag (also vorgestern) auf dem Tisch hat mit dem Vermerk "EILT". Ich warte morgen noch ab und dann......"Neues Spiel, neues Glück". Also, immer nerven, nerven, nerven.......sonst wird das nix. Die sind völlig überlastet. Aber das ist nicht unser Problem. Wir haben über 5 Mio. Arbeitslose. Darunter sind zig Tausend Bürokauffleute etc (sowie ich z.B.). Warum gibt man denen nicht einen befristeten Vertrag für 10 Monate oder so, dann erledigt sich die Arbeit im Amt wesentlich schneller. Ich würd den Job machen.....
Gruß
Biberzahn
Forumadmin
31.03.2005, 15:32
Hallo Biberzahn,
dazu mal - ich würde den Job machen -
Aus eigener Erfahrung-
Da mir gerade so ein Stellenangebot aus dem Internet der Stadt vorliegt in dem ein Arbeitsvermittler/in für die JOB AGENTUR gesucht wird.
Zitat aus der Stellenbeschreibung:
Gesucht werden VERKAUFSTALENTE mit Kommunikations- und Konfliktfähigkeit.
Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsfähigkeit sowie ein seriöses und sicheres Auftreten.
Erwartet werden ein einschlägiges (Fach)-hochschulstudium bzw. eine Verwaltungsausbildung in gehobenen Dienst oder eine vergleichbare Ausbildung sowie fundierte Kenntnisse in den Verfahrensweisen und Methoden der passgenauen Arbeitsvermittlung.
Betriebswirtschaftliche Kenntnisse oder Kenntnisse im im Bereich der Personalentwicklung sowie ggfs. berufpraktische Erfahrungen in Unternehmen der freien Wirtschaft wären von Vorteil.
Erwünscht sind darüber hinaus Kenntnisse der regionalen Strukturen und der regionalen Arbeitsmarktsituation sowie der aktuellen Entwicklung zur Umsetzung von SGB II.
Zur Info!!!
Auf dieses Stellenangebot haben sich über 600 !!! Leute beworben!
In die engere Auswahl sind 20 gekommen
- davon werden - soweit mir bekannt - DREI Leute eingestellt!
VERKAUFSTALENTE mit Fachhochschulstudium -
Verwaltungsausbildung in gehobenen Dienst - als Aussendienstler???
So sieht es es leider aus!!!
Da fällt mir wirklich nichts mehr ein ;-)
Biberzahn
31.03.2005, 16:07
@ Forumadmin
Hallo,
nee da bleibt mir auch die Sprache weg. Du meine Güte was haben die für Vorstellungen?
Ich glaube kaum das solche Personen (mit der Ausbildung) in unseren Arbeitsagenturen sitzen oder sich dort im Aussendienst bewegen.
Die Leute auf die ich bisher getroffen bin, waren zwar alle sehr nett und ruhig, aber hatten nicht viel Ahnung von der Materie. Ich musste denen sagen das es die eine oder andere Möglichkeit gibt für bestimmte Dinge einen Antrag zu stellen. Ich weiss das auch nur weil ich viel im Netz recherchiere. Wer sich nicht schlau macht, der geht unter. Ich versuche soviel wie möglich an Informationen zu sammeln und bin auch immer gern bereit diese weiterzugeben, auch an die Staatsbediensteten :)
Gruß
Biberzahn
StephanK
27.04.2005, 19:53
Den Text der Stellenausschreibung fand ich sehr interessant, weil er offenbart, welche Vorstellungen man seitens der Arbeitsagentur von den Fallmanagern hat - anscheinend so 'ne Kreuzung aus Verwaltungsbeamten und "Verkaufskanonen", die normalerweise in Drückerkolonnen landen.
Nun ist es sicherlich nötig, mehr Leute einzustellen, die sich tatsächlich mit ArbeitsVERMITTLUNG beschäftigen, aber bisher habe ich den Eindruck, dass da sehr wenig passiert.
Außerdem bewirkt Hartz IV eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Arbeitsuchenden: Die Ressourcen der Arbeitsagentur - und dort gibt es ja schon Fachleute mit Branchenkenntnis und/oder Know-how für Problemgruppen (z.B. Schwerbehinderte) - werden für die ALG-I-Bezieher reserviert, und der große Rest der ALG-II-Leute wird an Arbeitsgemeinschaften abgeschoben, die noch immer vor allem mit sich selbst und der Herstellung ihrer Funktionstüchtigkeit beschäftigt sind und bei denen mir höchst zweifelhaft erscheint, ob sie die Kompetenz bündeln können, die gerade für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen nötig ist.
Betroffener
28.04.2005, 12:27
StephanK,
wobei sich mir hier förmlich die Frage aufdrängt, woher denn so schnell die Mitarbeiter der ARGE'n gekommen sind.
Da die Sozialämter (und denen vergleichbare Dienste der Kommunen) ab Januar 2005 wohl erheblich weniger Leute zu betreuen haben, dürften das die (altgedienten) Leute der Sozialämter sein, die da überwiegend zum Einsatz kommen.
Zum Berufsbild des Fallmanagers fällt mir nur ein, daß es sich hierbei um träumerische Idealvorstellungen handelt wie so oft in Stellenausschreibungen. Mir ist bislang noch keiner mit solchen Qualifikationen bei den Arbeitsämtern "aufgefallen".
Woher auch - gerade solche Leute werden auch in der Industrie (von den Hartz IV Kenntnissen abgesehen) händeringend gesucht. Grundsätzlich wäre das das typische Profil eines Projektleiters/Projektmanagers.
Hier noch eine kleine Glossierung:
Wer glaubt, das Projektleiter Projekte leiten,
glaubt auch, das Zitronenfalter Zitronen falten.
StephanK
28.04.2005, 15:53
StephanK,
wobei sich mir hier förmlich die Frage aufdrängt, woher denn so schnell die Mitarbeiter der ARGE'n gekommen sind.
Da die Sozialämter (und denen vergleichbare Dienste der Kommunen) ab Januar 2005 wohl erheblich weniger Leute zu betreuen haben, dürften das die (altgedienten) Leute der Sozialämter sein, die da überwiegend zum Einsatz kommen.
Ja klar kommen die aus den Sozialämtern. Der dahinter stehende und im Ansatz auch gar nicht so falsche Gedanke war der, dass Langzeitarbeitslose häufig mit Problemen kämpfen, die nichts mit dem Arbeitsmarkt zu tun haben und man das know-how der Sozialamtsleute für eine bessere Arbeitsvermittlung nutzen sollte. Nur hat man dabei vergessen, dass das nur dann funktioniert, wenn es gelingt, sehr schnell eine enge Zusammenarbeit von "Arbeitsämtlern" und "Sozialämtlern" zu etablieren - und das scheint nicht gelungen zu sein. Es dürfte sich um das gleiche Problem handeln, das oft bei Unternehmensfusionen auftritt, dass nämlich zwei unterschiedliche Unternehmenskulturen aufeinanderprallen. In jedem Fall produziert das Reibungsverluste - manchmal funktioniert's aber auch überhaupt nicht.
Zu der anstehenden Evaluation von Hartz IV sollte deswegen auch eine sehr kritische Überprüfung der Qualität der Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften gehören. Dabei hielte sogar ich, der ich das in Verwaltungen meistens für unangebracht halte, es für sinnvoll, mal eine externe Wirtschaftsberatung darauf anzusetzen.
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