Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hartz IV am Kippen?
einsamer Wolf
25.05.2007, 13:45
Hi freunde,
Grund für dieses Thema ist ein Besuch bei meinem Anwalt diesen Mittwoch in eigener Sache (Kdu).
Am ende machte er eine Aussage die ich sehr interessant fand.
Er erzählte mir, dass momentan unter den Anwälten eine heiße Diskussion laufen würde und zwar geht es darin um den Toten Hartz IV Empfänger der in Speyer verhungert ist.
Er sagte mir wortwörtlich „ so schlimm sei es seit der Weltwirtschaftskrise 1929 nicht mehr gewesen, das Menschen verhungern müssen“.
Und zwar geht es im einzelnen darum das der Mann wohl schwer depressiv wahr und nicht in der Lage war mit den Schreiben der ARGE um zu gehen, er konnte einfach nicht darauf reagieren. Und so kam es, dass er letzten Endes kein Geld mehr bekam und nicht einmal in der Lage war zur Tafel zu gehen.
http://www.stern.de/politik/panorama/:Kommentar-Der-Hungertod-Hartz-IV/587395.html (http://www.stern.de/politik/panorama/:Kommentar-Der-Hungertod-Hartz-IV/587395.html)
Das alles währe seiner Meinung und der vieler anderen nicht passiert wenn Hartz IV besser durchdacht wäre.
Da wohl zu zeiten von Sozialhilfe, so etwas hätte nicht passieren können, da es da eine Meldepflicht gab und ist dieser Meldepflicht der Sozialhilfe Empfänger nicht nachgekommen, so war wohl die Behörde gezwungen diesen Auf zu suchen und es währe wie im diesem Fall nie soweit gekommen!
Er meint das Hartz IV sich wohl nicht mehr lange halten wird, da die Klage wellen immer mehr gegen die ARGE n werden und es somit immer offensichtlicher werden wird, das Hartz IV ein Fehltritt war.:2dafuer:
Hallo einsamer Wolf,
ich denke in einem sind wir uns alle einig, und zwar dass es so nicht weitergehen kann. Es geht ja bei den ARGE'n schon lange nichtmehr um soziale gerechtigtkeit, sondern um betriebswirtschaftliche Aspekte wie in einem Internationalen Großkonzern.Nur grade so soll es natürlich nicht sein. Es sollte so sein, dass hier die Menschen die ihre Job verloren haben oder einfach keinen neuen finden aufgefangen und rehabilitiert werden.
Aber genau das passiert nicht. Ich denke kein Steuerzahler ist damit einverstanden, dass lieber ein Ermittler mehr eingestellt wird (um Gründe zu suchen den Leuten das Geld zu streichen), als den leuten die es nötig haben zu helfen. Dafür zahlt denke ich keiner gern Steuern.
Es ist aber auch so, dass es "einige" Schwarze schafe in der Gesellschaft gibt, die sagen sie haben keinen Bock zu arbeiten und die breiten das natürlich öffentlich aus. Es gibt ja in Talkshows oder ähnliches eigentlich nie Leute die sagen wir tun was um es zu beenden.
Hierauf stütz sich natürlich die öffentliche Meinung und die Vorurteile, alle Arbeitslosen seien Schnorrer oder so.
Meiner Meinung nach müssten die Leute daoben die das Entscheiden, erstmal selbst austesten was sie entschieden haben und danach sollten sie die Entscheidung nochmal überdenken.
Alles im allen ist das prinzip der Arge'n ja nicht "schlecht", aber es sollte abstand von den Betriebswirtschaftlichen Aspekten genommen werden und wieder zurück zum Sozialen Sicherungssystem gefunden werden.
StephanK
25.05.2007, 14:13
Es liegt mir fern, diese traurige Geschichte verharmlosen zu wollen. Dennoch kann man wohl nicht ganz außer Acht lassen, was der Stern dazu auch schreibt: Warum der Sonderschüler in der Domstadt verhungerte, ist allerdings wohl auf eine Kombination von Arbeitslosigkeit und psychischer Eintrübung zurückzuführen. Laut Polizeibericht beschreibt die Mutter ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch, er habe seit 2006 den Wunsch geäußert, zu sterben.Das macht es natürlich kein bisschen weniger schlimm.
Über den traurigen Einzelfall hinaus interessant ist die vom Stern diskutierte Frage, ob die bei der Sozialhilfe übliche Praxis regelmäßiger Hausbesuche - jedenfalls in Familien, deren Probleme bekannt sind - solche Tragödien verhindern kann. Daran schließt sich natürlich die Frage an, ob derlei bei allen Alg II-Beziehern angebracht wäre.
Meine Meinung ist, dass diese Frage mit einem klaren Nein beantwortet werden muss. Bei "Hartz IV", richterweise bei der "Grundsicherung für Arbeitsuchende" treffen sich "ganz normale Arbeitslose", die sozial integriert sind und außer ihrer Arbeitslosigkeit und den darauf folgenden Finanzproblemen keine besonderen sozialen Probleme haben - und ein guter Teil der "klassischen" Kundschaft der Sozialämter. Die erste Gruppe braucht in der Regel keine besondere Betreuung durch "aufsuchende Sozialarbeit", wie es im Fachjargon heisst. Würde man sie ihr aufdrängen, wäre das sowohl ein ungerechtfertigtes Einbrechen in ihre Privatsphäre als auch eine Verschwendung personeller Ressourcen.
Die Zusammenfassung beider Gruppen durch das Alg II hat es aber schwierig gemacht, sie auseinanderzuhalten. Den Mitarbeiter(inne)n der Alg II-Träger wird dadurch sehr viel mehr "Spürnase" abverlangt, um herauszufinden, in welchen Haushalten es "brennt". Diese Spürnase bringen manche wohl einfach nicht auf - oder es fehlt schlicht an Personal, und manchmal vielleicht auch an der sozialarbeiterischer Beherztheit.
Die Grenzen zwischen Fürsorge und Kontrolle sind fließend und unscharf. Wir alle sind zurecht wachsam, wenn der Kontroll-Aspekt zu sehr in den Vordergrund tritt. Es ist wohl eine nicht zu vermeidende Folge der Zurückhaltung beim Kontrollieren, dass die Fürsorglichkeit darunter manchmal gerade dort leidet, wo sie bitter nötig wäre.
Das ist ein Dilemma, das sich nicht wirklich lösen lässt - leider. :cry:
claridge
26.05.2007, 10:47
Die Grenzen zwischen Fürsorge und Kontrolle sind fließend und unscharf. Wir alle sind zurecht wachsam, wenn der Kontroll-Aspekt zu sehr in den Vordergrund tritt. Es ist wohl eine nicht zu vermeidende Folge der Zurückhaltung beim Kontrollieren, dass die Fürsorglichkeit darunter manchmal gerade dort leidet, wo sie bitter nötig wäre.
Das ist ein Dilemma, das sich nicht wirklich lösen lässt - leider. :cry:
Ich denke das sich dieses Dilemma sehr wohl lösen läßt.
Es braucht einfach nur die Praxis der Sozialhilfe auf die "Fälle" übertragen werden die von einer 100% Kürzung betroffen sind.
Bei einer 30%igen Kürzung würde ich die Gefahr noch nicht so hoch ansetzen. Obwohl diese Kürzung bei etlichen auch schon an die Existenz gehen kann. Aber das Überleben ist zumindest gesichert.
Und diese Hausbesuche sollten grundsätzlich durch ausgebildete Sozialarbeiter geschehen und nicht durch irgendwelche Sachbearbeiter.
StephanK
26.05.2007, 11:40
Es braucht einfach nur die Praxis der Sozialhilfe auf die "Fälle" übertragen werden die von einer 100% Kürzung betroffen sind.Da ist schon was dran, denn davon sind in erster Linie junge Menschen betroffen. Das Gesetz geht wohl davon aus, dass die dann von ihrer Familie aufgefangen werden, aber das findet wohl oft nicht statt bzw. sie kriegen dort noch mehr Druck. Gleichzeitig ist das die Personengruppe, bei der trotz zur Schau getragener coolness solche Sanktionen oft am meisten "reinhauen".
Hallo,
am schlimmsten ist der gesamte Verwaltungs- und Gesetzeswahnsinn!
Ich weiß, wovon ich Rede, denn vor meiner jetzigen Arbeitslosugkeit war ich als Sozialpädagoge und Bildungsbegleiter für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen im größten sozialen Brennpunkt einer der 5 größten Stadte meines Bundeslandes tätig.
Es ist genau so, wie man es oft auch von den Ärzten hört: Man wird dermaßen zugemüllt mit Verordnungen, Umstrukturierungen aufgrund von Veränderungen bei Durchführungsbestimmungen, neuer Software für die veränderte Dokumentationspflicht usw. usw. usw., mit Dingen, die gemeldet und dann nochmal gemeldet und wieder verändert dokumentiert werden müssen, dass absolut keinerlei Zeit für irgend eine vernünftige Sozial- oder Bildungsarbeit auch nur im Ansatz bleibt!
Es gab Fälle, bei der eine Abmeldung vom Lehrgang sage und schreibe 12 (!!) Mal der Agentur, der ARGE, der Berufsberatung, der Eingangszone, dem Leistungsträger, den Kostenstellen usw usw. gemeldet werden musste jeweils per mail, per Brief, nochmal per Fax, ging nicht, Hotline Warteschleife, nicht zuständig, Fax 150 km weiter usw..... (kennt ihr ja).
Es war völlig kafkaesk!
Mein Vorschlag: Das bedingungslose Grundeinkommen (www.*ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT*; Stichwort: Götz Werner) und weg mit dem ganzen snnlosen Hartzwahnsinn!
Dann kann man vielleicht auch mal wieder seiner Berufung nachgehen und Sozialarbeit betreben!
StephanK
26.05.2007, 22:32
@moksha
Wenn Du schon den Zusammenhang zur Grundeinkommens-Debatte herstellst: Man könnte - etwas bösartig - sagen, dass der Hartz-Wahnsinn durchaus seinen Sinn hat, nämlich den, den Gedanken lebendig zu halten, den Müntefering schon mal sehr giftig ausgesprochen hat, das nämlich nicht essen solle, wer nicht arbeitet. Anders formuliert: alle sollen dem Fetisch Arbeit hinterherrennen, auch wenn's längst nicht mehr genug Arbeit gibt, die nach dem herkömmlichen System bezahlt würde (weil sie schlicht weggefallen oder anderswohin abgewandert ist).
Wenn man sich die tatsächlich vorhandenen Stellenangebote ansieht, dann wird die Unsinnigkeit der vielen Bewerbungstrainings, Berufsvorbereitungsjahre, EQJ-Maßnahmen und wie das ganze Zeugs noch alles heißt richtig deutlich. Auch diese Dinge kann man so sehen, dass sie die Fixierung auf Erwerbsarbeit herkömmlichen Zuschnitts aufrechterhalten sollen.
Würden die 1-€-Jobs nicht als Disziplinierungsmaßnahme missbraucht, wäre ihre Konstruktion nicht so in sich verlogen und würden sie auf eine freiwillige Basis umgestellt, dann könnten sie ein erster Schritt in Richtung Grundeinkommen sein, oder richtiger formuliert: Ein Angebot für Grundeinkommensbezieher, die sich ihre Beschäftigung nicht selbst "stricken" wollen oder können. Diese Chance hat man leider verpasst - aber vielleicht wird man noch so schlau.
Hallo,
@StefanK: Dieser fundierten Analyse vermag ich nur aus ganzem Herzen zuzustimmen!
Grundsätzlich geht es ja um die Frage "wer hat wem was zu sagen" und um das herrschende Menschenbild.
Leider befinden sich die sog. "Politiker" nicht auf der Höhe der Zeit, d. h. sie hinken den wissenschaftlichen, psychologischen und soziologischen Erkentnissen zwischen 70 und 2.500 Jahren hinterher.
Wie kann der von Dir zitierte Müntefering nur so etwas sagen! Er sollte vor Scham in den Boden versinken! Unglaublich! Er war mal Vorsitzender einer Partei, die 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz von Hitler gestimmt hat und deren Repräsentanten im KZ gelandet sind! o tempore, o mores!
Erstmals in der bekannten Menschheitsgeschichte sind wir nun so weit, dass durch fortschreitende Technik und Wertschöpfung ein Überfluss herrscht, das wir jedem, aber auch jedem Mitglied der Gemeinschaft ein menschenwürdiges Leben ermöglichen können, egal, ob er sich an Werten und dem Streben der Gemeinschaft beteiligen möchte oder auch nicht.
Lediglich ein bischen Einsicht und Inelligenz der fairen Verteilung wird benötigt.
Warum funktioniert das aber nicht?
Warum werden Gesetze nicht aus dem einzigen Grund erlassen, aus dem sie gerechtfertigt sind, nämlich bestehende Interessenskonflikte zwischen sich zwei berührenden Parteien weise und fair auszugleichen?
Es ist doch letztendlich eine Frage des Bildes vom Menschen und der Schöpfung, die man hat:
Ist der Mensch an sich "schlecht" (Stichwort: Erbsünde") uind muss drangsaliert, gezüchtigt und versklavt werden; muss die Natur manipuliert und beherrscht (Stichwort: "Macht euch die Erde untertan") werden oder ist es so, wie z.B. die Buddhisten sagen, dass "das Böse" (z.B. der personale! "Teufel") nicht an sich existent ist, sondern es nur die "Verdunkelung", die "Verwirrung" und das "Unbewusste" gibt. Das ist ein großer Unterschied!
M;it einem "patriarchalischen" personalen Schöpfer mit weißem Bart an der Spitze der "wer-hat-wem-was-zu-sagen"-Pyramide (Moses übernahm diese Konzept ja ebenso wie das der "jungfräulichen Geburt" von den Ägyptern während der Gefanngenschaft) und den dann folgenden Unterabteilungen ist natürlich jeder Lobbyismus spirituell gerechtfertigt.
Man sollte die religionsgeschichtliche Entwicklung, die sich über jahrtausende in das kollektive Unterbewusstsein des Abendlandes eingegraben hat, in ihrer Wirkung nicht unterschätzen.
Nur die monotheistischen Religionen (Judentum-Christentum-Islam) sind sog. "Bekehrungsreligionen", entweder mit dem Schwert (jihad) ode, in der modernen Version, mit dem Brot (Müntefering und Hartz 4).
So nimmt die "Achse des Bösen" (die, die an "Das Böse" glauben) der Leitindustrienationen angefangen von den USA über UK bis zur BRD lieber ihr "Armageddon" als self-fulfilling-proficy in Kauf, als sich ihrer Konditionierung bewusst zu werden und diese zu transzendieren.
Es gibt kein Un-kraut, kein Un-tier und keinen Un-ter-mensch, das sind alles Phantasien, denen uninformierte Menschen anhängen, die, wenn sich Vernunft, Liebe und Meditation (aber diesmal ohne adjektive wie "christlich" oder ähnliches) in der Erziehung einmal durchsetzen sollte, nicht mehr gebraucht werden: die Spezies "Politiker" mit seinem Minderwertigkeitskomplex, der wie ein Kind alles kaputthauen muss, damit er sich wertig fühlt, da de ja an die "Erbsünde" glaubt, die ihm eingeeimpft wurde, um ihn beherrschbar zu machen.
Der Mensch muss geistig schnell erwachsen werden und dem Leitbild der totalen Freiheit (nicht Zügellosigkeit!, sondern nach dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant) des Individuums gerecht werden, sonst geht er kaputt auf diesem schönen blauen Ball. Jetzt gehts um die Wurst, bzw. den Tofu!
Ein paar Hoffungsträger gibt es ja immer, z.B. den Ströbele, der ist noch klar im Kopp, aber es wird langsam eng, zwar auch spannend, aber ich habe auch große Angst, wie wir alle!
moksha
Zum Verständnis:
Ein einfaches "wes Brot ich es, dess Lied ich sing" als Erklärung für die herrschenden Zustände greift nach meiner Meinung zu kurz.
Schongleich ich lieber gekreuzigt werde als zu kreuzigen (und auch bei meinem letzten sog. "Bildungsträger" die Konsequenz zog, da eine Beteiligung am inzwischen bestehenden Ausmass der Verarschung von Menschen bei insgesamt durchaus bestehenden vernünftigen Ansätzen nicht mehr tolerabel war), ist das leichter gedacht als getan, da ja die Nägel so unheimlich weh tun.
Daraus resultiert der Schluss, dass ein jeder das Auswass, was er persönlich zu tragen bereit ist, von jedem selbst eruiert werden muss, von mir, von Dir und dann natürlich auch von dem sog. "Politiker", dem man dieses Recht selbstverständlich ebenso zubilligen muss.
Oben genannte Motivation trifft sicherlich viele in der parteilichen "Schafherde", ich gebe aber zu bedanken, dass dies so nicht für die Entscheidungsträger gelten kann/darf, die "die Richtlinien der Politik" zumindest theoetisch d.h. angeblich bestimmen.
Der religiöse Fundamentalist und trockene (früherere kann man nicht sagen, da man diese Krankheit lebenslang behält) Alkoholiker George Bush spricht selbst von seinem Bekehrungserlebnis, als "Gott" zu ihm sprach und ihn höchstpersönklich beauftragte!
Auch unsere Angela Merkel ist eine evangelische Pfarrerstochter aus Mecklenburg, so geprägt und damit zumindest indirekt unterwegs "im Auftrag des Herrn".
Nochmal: Wenn man psychologisch in die Tiefe schaut, geht es bei der Mission der Herrschenden um ein nach wissenschaftlicher und auch spiritueller Erkenntnis um ein nicht mehr zeitgemäßes und haltbares Menschenbild aufgrund von durch Minderwertigkeitskomplexe in der Prägungsphase ausgelöster Halluzinationen (sog. "Glaube").
Leider sind die Mehrheit der Politiker -nicht alle- von der geistigen Erkrankung namens "Ehrgeiz" befallen, bei der ein entwickeltes Individuum nur den Kopf schütteln kann und befinden sich entwicklungspsychologisch im Alter von 4 bis 12 Jahren, von oft fehlender Fachlichkeit mal ganz abgesehen.
Nun würde mich aber wirklich Eure Meinung dazu interessieren!
Warum erkennt das nicht die Mehrheit der Bevölkerung, es ist doch inzwischen so offensichtlich wie nie? Ich verstehe das nicht.
Servus Moksha!
Mein Vorschlag: Das bedingungslose Grundeinkommen…
Das Grundeinkommen hielt ich auch mal für einen gute Lösung, glaube aber jetzt, dass es den Sozialstaat letztlich dann nicht mehr gibt. Individuelle Hilfe in Notlagen wird es nach der Einführung wohl nicht mehr geben.
Vielleicht magst du dir dazu mal einiges auf den NachDenkSeiten durchlesen.Wer wirklich etwas gegen Prekarisierung tun will, der sollte sich für einen angemessenen Mindestlohn, eine ordentliche Grundsicherung, eine Aufstockung des ALG II sowie mehr Schutzrechte für Beschäftigte engagieren.Quelle (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2309)
Das relativiert auch die Forderung vermeintlich linker Anhänger des Grundeinkommens nach einem höherem Betrag; in der Diskussion sind wahlweise 800, 1000 und manchmal sogar 1200 Euro. Dieses Grundeinkommen, über die Mehrwertsteuer finanziert, wäre in realer Kaufkraft kaum höher als die 600 Euro von Althaus.
Was bleibt dann von der vermeintlichen Sozialutopie des bedingungslosen Grundeinkommens?
Eine gigantische Umverteilung. Arbeitgeber und Unternehmen würden Sozialbeiträge in Höhe von 190 Milliarden Euro sparen.
Quelle (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2335) Tja, nach der Einführung verbleibt dann vermutlich nur ein Taschengeld, welches dem gut verdienenden Menschen vielleicht einen Ausgleich für die erhöhten Steuern bringt. Der, der keine Arbeit hat wird dann, so nehme ich an, vollends abhängig von privaten Zuwendungen.
Hallo Stupido,
warum soll es nach der Einführung des "bedingungslosen Grundeinkommens" generell keinerlei soziale Hilfen in individuellen Notlagern mehr geben?
Ich verstehe und teile auch teils Deinen diesbezüglichen Gedankengang, dass an sich vernünftige Ideen von der Mehrheit der Machthabenden mißbraucht werden - wir haben ja tatsächlich ein massives Oberschichtenproblem, da sich die Mehrheit derselben oft asozial und grundgesetzwidrig (bzgl. der sozialen Verantwortung, zu der Eigentum nun einmal in unserem Land verpflichtet) verhält.
Aber erstens nicht alle (siehe eben Götz Werner und Dr. Hardorp :www.*ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT*)!
Und zweitens ist mir persönlich die Idee an sich zu gut und zu wichtig.
Das hüpfende Komma (der springende Punkt :-) ) ist doch, dass erstmals seit Beginn der arbeitsteiligen Gesellschaft der Faktor Arbeit dann eben nicht mehr Warencharakter besitzt!
Darin liegt ein ungeheures Potenzial an individueller Freiheit! Endlich und zum ersten Mal in der bekanten Menschheitsgeschichte wäre eine bedingungslose Grundversorgung ALLER Menschen in diesem Land auf Dauer OHNE BEDINGUNGEN fest geschrieben. Wie kann man generell dagegen sein?
Endlich wird die "Drecksarbeit" mal angemessen bezahlt, weil sie eben dann einen Marktpreis hat und keinen "Zwangspreis" mehr.
Natürlich müssen wir sehr wachsam sein, was die Ausgestaltung betrifft.
Selbstverständlich gibt es Ängste, z.B. bestimmter Berufsgruppen (nicht umsonst sind Gewerkschaftler die Bevölkerungsgruppe, die am meisten dagegen sind) wie z.B. Steuerberater, Sozialarbeiter (bin ich selber) etc. Ist aber nach m.E. Kochkäse.
Ob Inflation folgt, ist lange noch nicht raus. Götz Werner ist der gegenteiligen Meinung, er prognostiziert mehr Wohlstand.
Endlich muss ich nicht mehr arbeiten (für meine Grundversorgung, meine Kinder, meine alte Oma - alle bekommen bedingungslos und ohne "Formulare" 800 Euronen) auf "Teufel komm raus" und mich kaputt machen, sondern ich darf das arbeiten, was und wie ich möchte - nach realen Preisen, die eben der Markt hergibt und ohne all die Existenzangst, die eben ein HartzIV erzeugt, die alle Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufhetzt und die Staat und Bürger geradezu herausfordert, sich gegenseitig auszunutzen.
Radikale Ideen, die Quantensprünge darstellen, provozieren Widerstand. Ist auch gut so. Man sollte es sich zumindest anschauen und darüber dachdenken und diskutieren.
Es ist sowohl radikalen Marktwirtschaft als auch radikaler Sozialismus. Deshalb gibt es sowohl PDSler als auch FDPler, die ihm zustimmen.
Ich finde es jedenfalls von der Idee her genial, wenn ausschließlich nur noch der Konsum besteuert wird.
Wenn wir nicht alle zumindest offen darür sind und darüber gründlich nachdenken, haben wir eine große Chance für die Zukunft versäumt.
Grüssle
StephanK
04.06.2007, 15:37
Schön, dass diese Debatte hier mal in Gang kommt! :)
Ich kann nicht auf alle von moksha Punkten eingehen, aber zum einen oder anderen mag ich doch etwas erwidern:
Endlich wird die "Drecksarbeit" mal angemessen bezahlt, weil sie eben dann einen Marktpreis hat und keinen "Zwangspreis" mehr.Dieses Wernersche Argument - oder richtiger: Behauptung - erscheint mir recht fragwürdig. Die Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt (oder "Lohnfindung") ist ohnehin eine schwer nachzuvollziehende Angelegenheit mit vielen irrationalen Einsprengseln. Wie sie sich unter den Bedingungen eines Grundeinkommens entwickeln würde halte ich für äußerst schwer prognostizierbar. "Zwangspreise" gibt es heute nur für sehr wenige Waren und Dienstleistungen. Schon heute dürfte es im Niedriglohn-Bereich so sein, dass die Arbeitgeber argumentieren, dass der/die doch sein aufstockendes Alg II im Hintergrund habe, also jedenfalls nicht bedrohlich arm werde. Das gleiche Argument würde sich wohl bis in den mittleren Lohnbereich hinein etablieren, gäbe es ein Grundeinkommen.
Der andere, kritische Punkt ist die ausschließliche Konsumbesteuerung. Sie hat zwar einiges für sich (z.B. unter umweltpolitischem Aspekt), bewirkt aber eine Umverteilung der Steuerlast auf die Endverbraucher in nie gekanntem Ausmaß - jedenfalls dann, wenn Konsum wie bisher als Endverbrauch definiert wird und der Konsum in der Produktion (Produktionsmittel, Zwischenprodukte, Fehlstücke usw.) weiterhin steuerfrei bleibt. In diesem Punkt gibt es ein großes Gerechtigkeitsproblem, das Werner (ein Händler, kein Produzent!) nonchalant übergeht.
Auf dieser steuerlichen Seite bedarf das Grundeinkommens-Konzept also noch wesentlicher Ergänzungen und Verbesserungen. :mymind:
Seebarsch
04.06.2007, 17:55
Der ganze Prozess zur Einführung der diversen Hartz Konzepte rührt meiner Meinung nach aus der zutiefst konservativen Überzeugung heraus, dass sich jeder selbst helfen muss. Wer das vorübergehend nicht kann, erhält staatliche Transferleistungen unter der Maxime, dass er dafür etwas tut.
Diese konservative Überzeugung findet man nicht nur in den schwarzen Parteien, sondern auch tief in der SPD und den Gewerkschaften.
In unserer auf Leistung orientierten Gesellschaft wird es meiner Meinung nach ein Grundeinkommen nie geben. Eher wird die Merkel Vorsitzende der KP von Nordkorea!
:confused:
StephanK
04.06.2007, 18:22
Deine Interpretation/Wertung teile ich in einem Punkt nicht: Es gehört zwar schon zum konservativen Gemeingut, dass erst mal jeder sich selbst und dann als nächste die Angehörigen helfen sollten (Subsidiaritätsprinzip), aber das ist durchaus als "Almosen" gedacht, ohne Gegenleistung. Das entspricht im übrigen auch einem christlichen Grundverständnis (nichtcalvinistischer Prägung).
Die Erwartung einer Gegenleistung entspricht eher der (calvinistisch geprägten) Auffassung, dass auch die "niedrigste" Arbeit niemanden schändet, aber der Müßiggang. Diese Auffassung reicht in der Tat tief in die SPD hinein und wird von Franz Müntefering auch sinnfällig verkörpert.
Die Erwartung, dass Arbeitslose sich aktiv um eine neue Erwerbsmöglichkeit bemühen sollen, halte ich auch nicht für grundsätzlich kritikwürdig, aber jedenfalls für manche Gruppen von Menschen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt so gut wie verschlossen ist, wird sie fragwürdig, und auf "nicht mitspielen" gegründete Sanktionen geraten zur Absurdität.
Es stimmt durchaus, dass ein Grundeinkommen insofern ein radikaler Bruch wäre, weil die abgemilderte Version des alten Wortes (nämlich: wer nicht arbeitet, soll nur das Billigste essen) noch sehr lebendig in vielen Köpfen ist. Aber es ist ja auch nicht die Absicht der Grundeinkommens-Befürworter, größere Teile der Bevölkerung auf dem Sofa ruhigzustellen, sondern Klein-Jobs attraktiver zu machen und mehr ehrenamtliche, also unentgeltliche Arbeit zu ermöglichen. Es geht nicht darum, nennenswerte Teile der Bevölkerung von Arbeit abzuhalten, sondern im Gegenteil Arbeit zu ermöglichen, die bisher liegen bleibt, weil sie "für Gotteslohn" nur zu wenige verrichten mögen und weil sie durch allein) existenzsichernde Löhne zu teuer wäre, um von den Nachfragenden bezahlt werden zu können. Insofern finde ich die Idee auch keineswegs "leistungsfeindlich".
Angela M. in Pyöngyang finde ich eine nette Vorstellung... :wink:
Seebarsch
04.06.2007, 19:37
Hi Stephan,
böse Zungen behaupten, dass Angela da sowieso herkommt.
Dass sich Erwerbslose selbst um Arbeit bemühen und der allergrösste Teil das auch tut, halte ich eigentlich auch für selbstverständlich.
Was ich allerdings nicht für selbstverständlich halte ist die Tatsache, dass man mit Einführung des SGB II diesen Punkt dermaßen umsetzen will, dass man Transferleistungen nur noch gegen unsinnigste Arbeiten oder durch Arbeiten die versicherungspflichtige Beschäftigungen vernichten, erhält.
Hier ist man auf dem Wege zu einem Rückfall in den altpreussischen Staat vor 1933 der auch mit Armenhäusern, Pflichtarbeiten und Notstandsarbeiten agierte.
Es herrscht der völlig abwegige Grundgedanke, dass man den Arbeitslosen nur entsprechend drängen und malträtieren müsse, dass er auch Arbeit aufnehme.
Dass trotz aller Maßnahmen entsprechende Arbeitsplätze fehlen, wird entweder verdrängt oder bewusst in Kauf genommen.
Hallo zusammen,
es freut mich sehr, dass zu diesem Thema eine lebhafte Diskussion in Gang gekommen ist. :lol:
Richtig ist sicherlich wahr, dass die realen Ergebnisse eines solchen "bedingungslosen Grundeinkommens" nicht nur im Bereich der Lohnfindung schwer prognostizierbar sind. Das Ergebnis eines "Quantensprungs" ist per se nie vorhersehbar und sicherlich ein Wagnis, aber auch stets Voraussetzung für eine, wenn man so will, dann mögliche "pionierhafte Entwicklung". Mut gehört sicherlich dazu und des weiteren eine rege inhaltliche Anteilnahme an diesen Vorschlägen des Unternehmers und Milliadärs Götz Werner.
Ausgehend von der -zugegebenermaßen auch sehr in meiner persönlichen Sicht liegenden- Prämissen des (wie soll ich es sagen?) "Menschen ohne Erbsünde" und der Freiheit (nicht Zügellosigkeit!) des Individuums als höchstes Gut erwarte ich:
- zumindest einen sehr großen Kreativitätsschub bei vielen jetzt eingeschüchterten Individuen, da ein großer Teil der Energie, die jetzt in dem (meist verständlichen bzw. oft begründeten) "Ärger mit dem Amt, Stress mit dem Chef" etc. (die, wie wir ja in diesem Forum sehen, reichlich vorhanden ist) gebunden ist, dann einfach frei wird, da das Existenzminimum und damit das "physische Überleben" auf Dauer gesichert ist. Angst ist nie ein guter Ratgeber und ein mit dem sofortigen Tod durch Erschießen bedrohter Sklave ist sicherlich leichter zu unangenehmer Arbeit zu überzeugen als ein Milliadär.
Es ist dem Menschen an sich inhärernt, etwas zu erbringen, zu leisten, kreativ zu sein. Was ihn blockt bzw. hindert ist primär der Zwang, fremden Befehlen folgen zu müssen, jedenfalls den psychisch gesunden Menschen. Natürlich muss es in der Ausgestaltung auch des "bedingungslosen Grundeinkommens" immer gewährleistet sein, dass der Mensch, der hier Hilfe benötigt, -warum auch immer- diese von der Gesellschaft erhält. Eben nur ohne das jetzige, ich sage es mal so, "Klima der Angst", den Klient und Sozialarbeiter darin teilen, dass sie bei mehrmaligem "falschen Verhalten" von Lebensmittelgutscheinen von Lidl essen müssen und das war´s dann insgesamt ... (in diesem Zusammenhang würde mich mal brennend interessieren, ob es 1929 auch schon "Sanktionen" im Fürsorgebereich bei der damals bereits bestehenden und sicherlich knapp bemessenen Arbeitslosenversicherung gab).
- schon auch, dass sehr unangenehme Arbeiten im Markt relativ höher vergütet werden, da dann ja eine "echtere soziale Marktwirtschaft" herrscht, da niemand GEZWUNGEN wird.
- eine Umsetzung des Kreativitätsschubs in vielfältiger Hinsicht: bürgerschaftliches Engagement für Mensch, Tier und Natur; künstlerisches Schaffen etc. weil:
eben die Basis des "Risikos der totalen Verelendung" zu einem sehr großen Teil weg fällt.
Also, mein persönliches Glück liegt jedenfalls zu einem sehr großen Teil nicht im Lustgewinn des Erwerbs materieller Produkte, sondern in der Möglichkeit, sich als Mensch zu entwickeln. Dies kann und darf ich selbstverständlich aber nicht anderen vorschreiben.
Aber auch gemäß dem kant´schen kategorischen Imperativ ("was du nicht willst, das man dir tu, ...) und der Bergpredigt wäre es, so denke ich, bei entsprechend sozialer Ausgestaltung kompatibel.
Mich stört jedenfalls nicht der Millionär an sich (so lange er meine Freiheit nicht beschneidet, in dem er mich zu etwas zwingt oder z.B. die Umwelt schändet) -der ja dann auch viel konsumiert und somit sehr viel Mehrwertsteuer für uns alle entrichtet- so lange er mein laisse faire und mein kreatives Schaffen, d.h. meine Freiheit nicht einschränkt.
Ich finde auch, eine reiche Gesellschaft kann sich ein paar "Faulenzer" und Flötenspieler leisten, aber es sollten doch nicht nur materiell Reiche sein.
StefanK gebe ich 100%ig recht, dass es vieler Überlegungen und Diskussionen bzgl. der Ausgestaltung noch bedarf (nur ein paar Stichworte: Ergänzungsbesteuerung der Produkte? / der Produktionsmittel? a la Lafontaine? - Sozialangebote? staatliche und kommunale Abgaben? "Gerechtigkeit"?).
Um so erfreulicher ist der rege Diskussionsbeginn hier. :laola:
@Seebarsch: wir alle hier im Thema haben die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben, sonst wären wir ja nicht hier - eben gegen jede vernünftige Erwartung wird das "Apfelbäumchen noch gepflanzt" bis zum letzten Tag ("Ich habe keine Chance, aber ich nutze sie" Herbert Achternbusch). Und wer weiß schon, was die Zukunft bringt - wenn ein Gorbatschow die UdSSR auflösen kann, kann doch Angela Merkel locker KP-Vorsitzende von Nordkorea werden, oder? :sensationell: Wendig ist sie ja ... Mein Motto: Expect the unbelievable before breakfast.
Grüße
Seebarsch
04.06.2007, 21:33
Hi Moksha,
zu den Sanktionen in der Weimarer Republik kann ich soviel sagen, dass nicht nur die allgemeinen Lebensbedingungen härter waren, die Unterstützung "Wohlfahrt" hiess, sondern die Sanktionen wesentlicher härter und erbärmlicher waren.
Angebliche Arbeitsverweigerung, schuldhaftes Verlieren des Arbeitsplatzes oder "unsoziales Verhalten" wurden mit dem Auschluss aus dem System geahndet, kurzum, man war allein auf die Hilfe der Familie oder die Barmherzigkeit anderer angewiesen.
Nicht direkt aus dieser Zeit, aber noch nach den damals geltenden Gesetzen beleuchten die Monatsberichte der SOPADE, Sozialistische Partei Deutschland, der sozialistische Vorgänger der SPD, die Situation in Deutschland. Die Berichte wurden illegal zusammengetragen und nach Prag ins Exil gebracht. Das Ganze kann man ganz gut im Paperback z.B. bei 1001 bekommen. (Wenigstens damals).
Im Übrigen bin ich sehr misstrauisch wenn ein Milliardär derartige Vorschläge macht. Dem kaufe ich die Selbstlosigkeit nicht so ganz ab.
Zudem wird mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auch mit Sicherheit die Verwaltung nicht in dem Maße abgebaut, wie vorgegaukelt.
Irgendwer muss ja prüfen und zahlen, oder?:-P
Ausserdem müssen ja alle aus dem Rahmen fallenden Sonderfälle abgearbeitet werden.
Hinsichtlich der Entwicklung der Menschheit bin ich da eher skeptischer.
Sozial waren wir schon weiter, während wir uns jetzt wieder eher in die Richtung des ungehemmten Kaptalismus bewegen!
:?
Hi Seebarsch,
erstmal vielen Dank für die Weiterbildung bzgl. Weimarer Republik.
Dort sind wir also bei weitem noch nicht gelandet - geringwertige Nahrung, stromlose aber beheizte Kaltwasser-Wohnung und Basis-Krankenversorgung bleiben ja immerhin stets erhalten, auch bei mehrmaliger "Arbeitsverweigerung". Das ist schon mal ein realer Fortschritt (und das meine ich wirklich nicht zynisch!) zu Weimar.
Im Gegensatz zu 500 Millionen Menschen haben wir keinen Hunger, im Gegensatz zu 3 Milliarden Menschen dürfen wir einen Gottesdienst besuchen (falls wir das wollen), ohne verhaftet zu werden und es gibt Kleiderkammern und die "Tafeln".
Damit ist ein jeder Mensch hier reicher als 75% der Bevölkerung der Welt. Das sollte man wirklich nie vergessen!
Misstrauisch bin ich auch immer ("Holzauge sei wachsam!"), der Dieter Althaus ist CDUler und Ministerpräsident und schlägt ja auch eine Version des Grundeinkommens vor. Heißt natürlich aber nicht, dass nicht alle diese Vorschläge -kritisch und intensiv- prüfenswert sind.
Ob es überhaupt einen "Fortschritt der Menschheit" gibt, geht über das Konkretistische hinaus halt auch ins Philosophische und damit ins Spekulative. Jeder Hindu wird es bestreiten, da die Existenz für ihn ein ewiger Kreis(lauf) ist; die westliche Zivilisation "glaubt" eher an eine gerade Linie nach oben. Aber in beiden Modellen findet sich bei näherer Betrachtung des sehr kurzen Zeitraums unserer persönlichen Lebensspanne gemeinsam die Wellenform eines auf und ab (im Sinne der Hegelschen Dialektik des Lebens von These und Antithese) wieder, die Dellen des Hinduismus (hier: Shiva und Vishnu) heißen bei uns "Konjunkturzyklen". War ein kleiner Exkurs jetzt, aber was ich meine ist: Wir werden es letztendlich nicht beantworten können und sicher waren wir schon weiter und es geht momentan voll zurück in Punkto Sozialabbau. So sehr, dass es jetzt schon sehr viele Menschen bemerken.
Gerade deshalb sollten wir antizyklisch antizipieren, was danach Neues kommen soll.
Es mag zwar traurig sein, dass wir die Fertigstellung des Tempels vielleicht nie mehr persönlich erleben werden (was ich im übrigen auch fast zu glauben geneigt bin), das darf uns aber nicht am fleißigen bauen hindern, meine ich.
Deshalb finde ich das "bedingungslose Grundeinkommen" unter dem primären Aspekt der grundlegenden persönlichen Freiheit des Individuums prinzipiell gut und richtig, mit all den von Euch hier gemachten Einschränkungen, von denen ich sicherlich einige teile.
:band:
@Moksha
Ich verstehe und teile auch teils Deinen diesbezüglichen Gedankengang, dass an sich vernünftige Ideen von der Mehrheit der Machthabenden mißbraucht werden - Eben den Missbrauch befürchte ich, insbesondere dann, wenn ein Herr Althaus sich solcher Gedanken annimmt.Endlich muss ich nicht mehr arbeiten (für meine Grundversorgung, meine Kinder, meine alte Oma - alle bekommen bedingungslos und ohne "Formulare" 800 Euronen) auf "Teufel komm raus" und mich kaputt machen, sondern ich darf das arbeiten, was und wie ich möchte 800 Euro hört sich vielleicht viel an, doch Regelsatz und KdU müssen davon bestritten werden, die Krankenkasse fordert ihren Teil und ruckzuck bist du unter Hartz IV Niveau, sofern man das als Niveau bezeichnen möchte. Auch die KdU sind regional so unterschiedlich, wenn ich da mal an München erinnern darf. Klar könnte ich auch umziehen, aber wer bezahlt das, wenn, eben nur dieser Grenzbereich, als Grundeinkommen ausgezahlt wird.
Da müsste man sich mal auf eine Zahl einigen, die es einem unter den derzeitigen Verhältnissen ermöglicht die Grundversorgung zu sichern und nebenbei „kreativ“ zu sein.
StephanK
05.06.2007, 23:07
Natürlich gibt es über "eine solche Zahl" schon angeregte Diskussionen...
Ich zitiere mal Götz Werner, um eine Vorstellung zu geben. Die unterste denkbare Grenze des Grundeinkommens ist durch das schon heute als steuerlicher Grundfreibetrag definierte karge Existenzminimum von gerundet 8000 Euro pro Person und Jahr gesetzt. (...) Würde man die heutigen Sozialtransfers mit einem Teil der eingesparten Kosten unserer Sozialbürokratie zusammenrechnen, dann könnte ein erster Schritt auch schon ein Grundeinkommen von 800 Euro pro Monat und Bürger sein. Und soweit man das von heute aus beurteilen kann, könnte das Fernziel bei monatlich etwa 1500 Euro heutiger Kaufkraft liegen. Für das Grundeinkommen müsste im Übrigen stets ein Pfändungsverbot gelten, sodass auch verschuldeten Menschen ihr Existenz- und Kulturminimum nicht genommen werden kann (Quelle: Werner, Götz W., Einkommen für alle, Köln 2007, S. 99)
Vielleicht hätte ich ein „hier“ (im Forum) einfügen müssen und kreativ unterstreichen sollen?:(
StephanK
06.06.2007, 07:19
Ach so... :)
Die von Werner als Anfangs-Minimal-Ausstattung genannte Zahl von € 800 dürfte ungefähr dem gegenwärtigen Alg II-Niveau entsprechen.
Wenn ich zu meinen knapp € 500 Alg II, die mir ausgezahlt werden, noch Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge hinzurechne, wird das zusammen auf etwa € 750 als "reales Alg II" kommen. Wesentliches würde sich also jedenfalls in dieser Anfangs-Stufe für mich persönlich nicht verbessern.
Ein Problem an Werners Vorstellungen liegt natürlich darin, dass die Einsparungen bei der Sozialbürokratie wirklich an die Bürger(innen) ausgezahlt werden müssten. So etwas aber ist politisch äußerst schwer durchzusetzen...
Um auch mal auf die Kritik der "Alt-Sozialdemokraten" um Albrecht Müller daran einzugehen: Deren Kritik scheint mir einen (aus meiner Sicht) wesentlichen Vorteil des Grundeinkommens-Konzeptes zu übersehen. Das Grundeinkommen beseitigt nämlich die sog. Beschäftigungsschwelle und macht Klein-Jobs beliebigen Zuschnitts deutlich attraktiver. Arbeitgeber hätten dann weder Druck noch Anreiz, Arbeitsplätze nicht anhand der betrieblichen Erfordernisse (zeitlich) zu dimensionieren, sondern nach den Einkommensgrenzen für Mini- und Midi-Jobs. Die Arbeitszeitverkürzung, die die Gewerkschaften weder im nennswertem Umfang noch dauerhaft durchsetzen könnten, würde sich ganz selbstläufig einstellen, aber nicht so wie jetzt, dass Vollzeitarbeitsplätze in zwei oder drei Mini-Jobs aufgesplittet werden, von denen keiner leben kann.
Hallo zusammen,
@ stupido:
Ein Machtmissbrauch ist grundsätzlich immer zu befürchten, da nicht so korrupiert wie Macht und es einer sehr hoch entwickelten Ethik bedarf,
mit viel Macht angemessen umzugehen (egal ob Religion, Gewerkschaft, Arbeitgeber oder Wissenschaft).
Dies spricht aber in keinster Weise dagegen, alle vernünftigen Vorschläge und Ideen kreativ zu prüfen.
Selbstverständlich sollte auch ein Milliadär eine faire Chance bekommen.
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Im Inhalt des Grundgedankens sehe ich eine einmalige Chance,
der Arbeit zu einem sehr großen Teil ihren Warencharakter zu nehmen und dem Menschen ein Stück weit der Freiheit zu geben, die ihm ureigenst gehört.
Persönlich stört mich an HartzIV wesentlich mehr als die Armut die Gängelei, die Kontrolle und der Zwang.
Mit knappen materiellen Mitteln komme ich besser zurecht als damit, dass mir von dritter Seite gesagt wird,
was ich wie und wo zu tun und zu lassen habe. Bevormundung empfinde ich als Sklaverei, Armut bestenfalls als Ungerechtigkeit.
Mal ganz abgesehen von den geistigen Folgen wie einer Mentalität im Lande, in der Ingrimm, Ärgerniss,
Misstrauen und ein gegenseitiges "möglichst viel rausholen" von den Bürgern Richtung Staat und umgekehr und untereinander herrscht.
Die geistige Umweltverschmutzung ist für mich das schlimmste, was es gibt.
Sehr nachdenklich macht mich Deine Anmerkung zu den sehr unterschiedlichen KdU und Lebenshaltungskosten.
Da ist sicherlich etwas dran! Wer hätte hier eine Idee, ohne dass die ganze Bürokratie wieder durch die Hintertür herein kommt?
Soziale Hilfen in besonderen Lebenslagen muss und wird es dann auch weiter geben
- es gibt ja jetzt auch schon 12 SGB´s, nicht nur SGB II und III.
Da der Mensch ein Wesen ist, dass innerhalb eines sozialen Gefüges lebt und die Wahl des Aufenthaltsortes auch grundgesetzlich gesichert ist,
kann und darf es keinen Zwang zum Umzug geben!
Was natürlich auch nicht heißen kann,
dass jemand z.B. bei mutwilliger Verarmung seinen ererbtes Schlösschen in der besten Wohngegend unbedingt für immer in der Form behalten kann,
das für 25 Zimmer die KdU übernommen werden, das ist ja einzusehen.
Auf jeden Fall könnten sich mit dem Grundeinkommen die Sozialarbeiter dann wieder der Sozialarbeit widmen und die Arbeitsvermittler
der Arbeitsvermittlung, die Philosophen der Philosophie und die Arbeitgeber dem Arbeit geben, was eine wesentliche Stimmungsverbesserung
in punkto der angesprochenen geistigen Umweltverschmutzung zumindest zur Folge haben könnte :)
StephanK
06.06.2007, 08:55
Soziale Hilfen in besonderen Lebenslagen muss und wird es dann auch weiter geben - es gibt ja jetzt auch schon 12 SGB´s, nicht nur SGB II und III.Na ja... ein Anliegen der Grundeinkommens-Befürworter ist natürlich eine radikale Vereinfachung. Ein SGB mit zwölf Einzelbüchern würde es also sicherlich nicht mehr geben.
Die "besonderen Lebenslagen" würde man wohl sehr stark einschränken, darüber muss man sich schon im klaren sein. Allerdings ließe sich das bei einer stufenweisen Erhöhung des Grundeinkommens ebenso stufenweise gestalten. Dennoch wird es einige Gruppen von Menschen mit einem dauerhaften "Extra-Bedarf" geben, der über ein Sondersystem wird gedeckt werden müssen, z.B. Mehrfachbehinderte. Aber es "fängt schon an" bei der Frage, wie z.B. ein (arbeitsloser) Rollstuhlfahrer seinen erhöhten Wohnraumbedarf bezahlen soll. Nur mit Grundeinkommen wird das - zumindest in dessen erster Stufe - kaum möglich sein.
Hallo,
@StefanK:
Also, wenn das "bedingungslose" am Grundinkommen sich auf die Streichung all der vielfältigen Errungenschaften des "Sozialstaates" beziehen würde, fände diese Regelung in mir einen strikten Gegner. :sdagegen:
Eine solche "Raisiermesser-Kopfpauschale" würde nämlich die schlechtesten "Elemente des Kapitalismus und des Sozialismus"
(Zitat Werner, dessen Ziel n.e.A. u.a. ja eine inhaltliche Aussöhnung dieser an sich unvereinbaren Ideologien ist) in sich vereinen!
Dies wäre ebenso reinste vergröbernde Ideologie wie etwa ein vollkommen gleicher Lohn für alle Tätigkeiten oder die totale Abschaffung des Privateigentums - so etwas kann realistisch betrachtet beim gegenwärtigen Bewusstseinszustand des Menschen nur als Utopie diskutiert werden,
da auch in einer "spirituellen Kommune Nordkorea die Parteivorsitzende Angela Merkel wohl noch auf ihre spezielle Volkshosenanzugsbekleidung und ihren Dienst-Trabant 602 mit verlängertem Radstand und verchromten rotem Fähnchen :shock: bestehen wird" ...
Auch bei bestehendem "bedingungslosen Grundeinkommen" im vierstelligen Bereich wird weiterhin die Schwarzarbeit
(nicht nur aus "ordnungspolitischen" Gesichtspunkten einer Gerechtigkeit im Staatswesen,
sondern weil ein solches sich auch immer durch Steuern und Abgaben finanzieren muss) verfolgt werden, solange sich nicht das bestehende Modell der Nationalstaaten der Weltgemeinschaft z.B. in kleine Kommunen auflöst, die dann ja per Mehrheitsbeschluss eine interene Anarchie a la Bakunin praktizieren können. :traeumweiter:
Ebenso muss beispielsweise eine Kinder- und Jugendhilfe, eine gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen
oder der Bereich der Pflege auf individuelle Lebenslagen hin organisiert und finanziert sein.
Ob und wie eine verstaatlichte Krankenversicherung und eine Einheitsrente (+ Bestandwahrung) tragfähige Ergebnisse für den Einzelnen zu erbringen vermögen, sind komplexe Extra-Diskussionsstränge und wohl auch nicht Sinn dieses Forums.
Das SGB XII (Sozialhilfe) und das SGB III (Arbeitsförderung) könnten jedenfalls jeweils gewaltig auf ihre Kernaufgaben verschlankt werden, z. B. Beratung und Hilfe bei der Berufsvorbereitung, der Umschulung usw. für eben die Jenigen, die wirklich Hilfe benötigen und diese auch anfordern.
Dies würde zu echter Schaffensfreude bei allen Beteiligten führen und eben nicht zur jetzigen Situation, in der oft alle Beteiligten "Bauchgrimmen" haben.
Natürlich wird das Gesamtangebot beschränkt sein und nur echte Notlagen berücksichtigen, vor allem aber nur noch auf Wunsch des Gehandikapten tätig werden, sofern er nicht sich oder andere gefährdet.
Sehr große Einsparungen gegenüber dem status quo sind auch beim ganzen "Drumherum" sicherlich als sekundäre Folge erzielbar.
Dies plus Prosperität durch die Freisetzung der momentan an Zwang gebundenen Energien müsste dies in der Summe egentlich ermöglichen?!!
Es ist eben ein großes Experiment, aber doch nötig, weil: In die Richtung wie zuletzt gehts ja auch nicht befriedigend und sinnvoll weiter, oder?
Seebarsch
06.06.2007, 18:25
Ich befürchte schon, das den Protagonisten des bedingungslosen Grundeinkommens die Vision vorschwebt, die gesamten Sozialwege aufzuheben und in das Grundeinkommen reinzupacken.
Hier will man auch den Faktor Arbeit von den "Belastungen" der Sozialversicherung befreien.
Wer Leistungen über das Niveau des Grundeinkommens haben will, der soll sich gefälligst privat versichern.
Wozu braucht man denn eine Kranken- oder Arbeitslosenversicherung, wenn ein einkömmliches Grundeinkommen gesichert ist?
Auch aus diesem Grunde scheinen mir die bisher vorgeschlagenen Modelle allesamt richtig fette "Mogelpackungen" zu sein!
:confused:
@ Seebarsch:
Diese Gefahr der "staatlichen Rundumschlag-Privatisierung" ist real gegeben, da gebe ich Dir recht!
Somit sind die "Modellprotagonisten" auf jeden Fall mal direkt und an konkreten Beispielen zu fragen, wie die ergänzenden sozialen Hilfen künftig inhaltlich und auch vom Volumen her (= Mittel) ausgestattet werden sollen.
Damit wir nicht z.B. bei dem großbritannischen Modell der (kostenlosen, aber sehr schlechten) medizinischen Grundversorgung landen!
Ein Satz im Interview mit Werner im "Steuerberater Magazin 01/02 2007" von ihm hat mich sehr gestört:
Werner: " ... Am besten gelingt uns der Leistungsprozess, wenn wir dafür sorgen, dass möglichst jeder Einzelne den Sinn seiner Arbeit selbst entdecken kann".
Frage: "... als Unternehmer können Sie sich ... die Leute raussuchen. ... der Staat kann das mit seinem Volk nicht."
Werner: "Die Mensche, die ... partot nicht arnbeiten wollen - die arbeiten doch auch heute nicht!
Da ist es schon von Vorteil, wenn sie die Arbeitenden mit ihrer Hängematte nicht auch noch stören!" :kotz:
Wirtschaftstheorien sind komplexe multifaktorelle Gebilde.
Das Wernersche Modell (er kommt aus der Ecke der Anthroposophie, also ein Rudolph-Steiner-Schüler) nimmt vom Unternehmer jegliche Besteuerung und vom Individuum jeglichen (vermeintlichen?) "Arbeitszwang".
Die Staatseinnahmen sind direkt und radikal vom Konsum des Endverbrauchers abhängig.
Damit auch die "Ausschüttung" des Grundeinkommens.
Ergänzend gibt es dann ja noch die sog. "Abgaben" (siehe: kommunales Recht), z. B. für die Erhaltung der Infrastruktur (z.B. Verkehrswege, Kanalisation).
Dies spricht aber in keinster Weise dagegen, alle vernünftigen Vorschläge und Ideen kreativ zu prüfen. Selbstverständlich sollte auch ein Milliadär eine faire Chance bekommen. Ich bin nur skeptisch, dass hat aber nichts damit zu tun das Götz Werner Milliardär ist. Eher damit, dass einige Leute die Idee aufgreifen und ein Schmalspurgrundeinkommen einführen wollen und dabei sicherlich auch den sozialen Aspekt untergraben wollen.
ratsuchende
07.06.2007, 08:18
Hallo!
Ich würde mich nun auch gerne in die Diskussion einklinken:
Achtung, längerer Beitrag :patsch:
Auch ich habe mir über das Thema Grundeinkommen so meine Gedanken gemacht. Ebenfalls aber auch zur Steuersystematik allgemein sowie zur Subventionierung des Großkapitals als auch zur verbesserten
gerechteren Verteilung von Arbeit!
Zitat(e) von StephanK: "Anders formuliert: alle sollen dem Fetisch Arbeit hinterherrennen, auch wenn's längst nicht mehr genug Arbeit gibt, die nach dem herkömmlichen System bezahlt würde (weil sie schlicht weggefallen oder anderswohin abgewandert ist)."
Das ist mein erster Ansatz. Es gibt genügend Arbeit, nur wird sie in manchen Bereichen eben nicht bezahlt.
Würde diese Arbeit aber temporär (nicht wie beim Grundeinkommen für immer und ohne Bedingungen) bezahlt werden, würden sich viele Menschen bereit erklären, freiwillig oder aus Sachzwängen heraus, diese Arbeit zu machen, wenn sie nur in der Zeit ordentlich abgesichert wären und keine eklatanten Nachteile hinnehmen müßten (fehlende Renteneinzahlung, Risiko
des evtl. dauerhaften Arbeitsplatzverlustes, Ausgrenzung aus der Gesellschaft, erschwerter Wiedereinstieg usw.).
"Würden die 1-€-Jobs nicht als Disziplinierungsmaßnahme missbraucht, wäre
ihre Konstruktion nicht so in sich verlogen und würden sie auf eine freiwillige
Basis umgestellt, dann könnten sie ein erster Schritt in Richtung
Grundeinkommen sein, oder richtiger formuliert: Ein Angebot für
Grundeinkommensbezieher, die sich ihre Beschäftigung nicht selbst
"stricken" wollen oder können. Diese Chance hat man leider verpasst -
aber vielleicht wird man noch so schlau."
Das wäre mein zweiter Ansatz: Es gibt bereits die Initiative im Osten, wo aus 1-Eur-Jobs sozialversicherungspflichtige Jobs wurden, Stichwort "Bürgerarbeit". Da werden die Leute im Sinne der Gesellschaft sinnvoll tätig, die Gelder für die Bezahlung kommen aber von der Agentur f. Arbeit bzw. von der Argen, im weitesten Sinne also vom Staat.
Bei diesem Modell ist mir aber die "Durchlässigkeit" zwischen den Schichten der "Arbeitslosen" und den "Nicht-Arbeitslosen" zu gering. Will heißen, ehemals "Arbeitslose" laufen Gefahr, in dem System unfreiwillig zu bleiben und das für lange Zeit.
Deshalb wäre es meine Idee, viele bereits existierende Modelle zu bündeln, um so die "Ware" Arbeitskraft am Markt zu verknappen.
Darauf möchte ich später noch näher kommen.
Zitat(e) von moksha: "Das hüpfende Komma (der springende Punkt ) ist doch, dass erstmals seit Beginn der arbeitsteiligen Gesellschaft der Faktor Arbeit dann eben nicht mehr Warencharakter besitzt!"
Wenn man die "Ware" Arbeitskraft verknappt, sind Mindestlöhne, Arbeitslosigkeit, Dumping-Löhne, arbeitgeberseitige Kündigungen sowie auch Kündigungs-schutzgesetze kein Thema mehr, wie so vieles mehr.
"Radikale Ideen, die Quantensprünge darstellen, provozieren Widerstand.
Ist auch gut so. Man sollte es sich zumindest anschauen und darüber
dachdenken und diskutieren.
Es ist sowohl radikalen Marktwirtschaft als auch radikaler Sozialismus.
Deshalb gibt es sowohl PDSler als auch FDPler, die ihm zustimmen.
Ich finde es jedenfalls von der Idee her genial, wenn ausschließlich nur
noch der Konsum besteuert wird."
Mit der Besteuerung des Konsums bin ich so nicht einverstanden, weil dadurch diejenigen, die mehr auf dem Konto haben,
als sie jemals verbrauchen können, eindeutig bevorzugt werden. Wer 1 Million hat, kann das irgendwann nicht mehr alles "verkonsumieren",
wird aber trotzdem durch den Zinseszinseffekt immer reicher. Es ist schon erforderlich, wie vielfach diskutiert, auch Kapital
angemessen zu besteuern sowie auch an den Sozial-Kosten zu beteiligen. Ebenso wie es erforderlich ist, Subventionen abzubauen sowie
die Infrastruktur-Ausgaben zu beschränken (nicht jedes 30-Einwohner-Dorf benötigt Straßenlampen und nicht jede 5000-Seelen-
Gemeinde benötigt ein Freibad und ein Hallenbad, auch Feld- und Waldwege müssen nicht komplett geteert sein). Da wurde in der
Vergangenheit zu viel aufgebaut und damit die Unterhaltungs- und Folgekosten künstlich überhöht.
Eine Besteuerung des Kapitals, das über welche Wege auch immer, ins Ausland geschafft wird, muß es auch geben und zwar in dem
Augenblick, wo es Deutschland oder die EU verläßt! Es wäre eine zweckgebundene Staffelung denkbar und eine Berücksichtigung innerhalb
gewisser Zeitspannen von Kapital, das von Investoren zuerst ins Land verbracht wurde, dann jedoch wieder woanders investiert werden soll.
Gibt es zwar schon, wird aber scheint's nicht kontrolliert oder umgesetzt.
Nun aber zu meinem sehr unausgegorenen!!! Gedankenmodell.
Es bestehen derzeit große Probleme, die durch "Synergieeffekte" bei der Kombination teils bereits vorhandener Modelle wesentlich abgemildert werden könnten. Die Probleme bestehen im Bildungs- und Erziehungswesen, im Gesundheitswesen, im Pflegewesen und in der Arbeitslosigkeit sowie der ständig zunehmenden Verteilung von Ressourcen (im weitesten Sinne Geld, aber auch Energie, Land, Bodenschätze aber auch "Geist und Bildung") von unten nach oben. Den Umweltbereich nicht zu vergessen, aber darum
soll es hier nur am Rande gehen.
Grundsatz: Jeder, der aus einem der nachfolgenden Gründe nicht erwerbstätig ist, bekommt für einen gewissen Zeitraum
eine "Grundsicherung", die deutlich über Alg2 liegt, nicht vom vorherigen Einkommen sondern lediglich von der vorhergehenden Dauer
der Erwerbstätigkeit abhängig ist (alle 5 Jahre 1 Jahr lang bzw. beliebige Kombinationen - ich bin kein Statistiker oder auch im Rahmen
einer Lebensarbeitszeitkontenlösung) und auch nicht voraussetzt, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen oder es eine Anrechnung
auf Partnereinkommen stattfindet. Sozialversicherungsbeiträge werden im Rahmen einer Pauschale in der Zeit übernommen, so daß eine Absicherung jederzeit gewährleistet ist und die Nachteile einer "Nicht-Erwerbstätigkeit" ausgeglichen werden. Das "normale" Alg1 bleibt bei konkreter
Arbeitslosigkeit wie bisher als Versicherungsleistung erhalten.
Arbeitslos im Sinne von ALG1-Bezug ist aber nur derjenige, der keine der nachfolgenden Tätigkeiten im Rahmen von Modellen ausübt. FREIWILLIG!!! Als Anmerkung: Diese Modelle GIBT es alle bereits schon, in kleinerem oder auch größerem Umfang!!!
Sie müssen nur noch gebündelt werden!
-Kindererziehung und zwar sowohl in der Zeit von 0-3 Jahren, als auch frei wählbar später bis zu einem Alter von 14 Jahren.
Wer sagt denn, daß nicht Kinder auch in späteren Jahren in einer schwierigen Phase mal intensivere Betreuung brauchen?
-Pflege von älteren Angehörigen als auch in beschränktem Maß von Verwandten im weiteren Sinne.
Damit ist sowohl die häusliche Pflege gemeint, wie auch ein ehrenamtliches Engagement mit ca. 25-30 Wochenstunden in
Pflegeheimen. Dabei muß darauf geachtet werden, daß die Personalschlüssel von ausgebildetem Fachpersonal beibehalten werden,
diese Kräfte aber durch Ehrenamtliche unterstützt werden, wie es heute schon geschieht. Die sich zunehmend verschärfende Situation
im Pflegebereich könnte auch im Hinblick auf die "Überalterung" der Gesellschaft wesentlich verbessert werden und es muß in der Zukunft
nicht zu den gefürchteten unhaltbaren Zuständen kommen. Durch eine Öffnung von Pflegeheimen für "Aussenstehende" wäre auch eine
natürliche Kontrollfunktion gegeben. Einer "Abschottung" innerhalb der Gesellschaft zwischen Alt und Jung würde entgegengewirkt.
-Teilnahme an Fortbildungen - Umschulungen - Auslandsaufenthalte
Da die Arbeitgeber nicht mehr bereit und oft auch nicht in der Lage sind, Mitarbeiter für längere Zeit freizustellen, andererseits aber mangelnde
Qualifikation beklagt wird oder sich die erfoderlichen Qualifikationen heute sehr schnell wandeln, muß darauf flexibler reagiert werden. Auch
mangelnde interkulturelle Erfahrung gereicht uns in der Wirtschaft oft zum Nachteil und wird von der Wirtschaft gefordert. Es muß
z. B. möglich werden, auch mit 35 oder 50 Jahren noch eine Meisterprüfung zu machen, sich beruflich umzuorientieren, eine Sprache zu erlernen,
ja, sogar zu studieren. Oft wird gepredigt, daß wir nur unseren "Erfinder"-Geist als Ersatz für nennenswerte Bodenschätze haben, muß doch viel mehr
darauf geachtet werden, daß diese "Ressource" auch entsprechend verfügbar gemacht wird und es den Menschen nicht unnötig erschwert wird,
diese Ressource zu schaffen. Die Wirtschaft würde sich freuen...wir hätten mittelfristig die besten Arbeitnehmer der Welt!
-Ehrenamtliche Tätigkeit im Sozialen Bereich im weiteren Sinne als freiwillige Bürgerarbeit gestalten
- im Sportverein
- als Existenzgründerberater
- bei Tafeln
- bei der Betreuung Behinderter
- bei der Kinderbetreuung
- in der Schule
- im Denkmalschutz
- im Naturschutz
- bei der Schuldnerberatung
- bei Frauennotrufen
- bei der Entwicklungshilfe
- bei Integrationsprojekten für Migranten
- Kunst und Kultur
- unzählige Möglichkeiten mehr...
Wer hat sich im Laufe seines Berufslebens noch nicht gewünscht, mal für einige Zeit aus dem Beruf auszusteigen? Es sich aber nicht
leisten können? Der Wunsch, sich zu engagieren ist vielfach vorhanden, nur sind für viele die Hürden einfach zu groß! Die Initiativen
und Vereine sind zur Genüge vorhanden, sie haben Probleme, die Arbeit zu bewältigen!!! Die Flexibilisierung der Arbeitszeit und lebenslanges Lernen wird oft propagiert, aber Möglichkeiten werden nicht genutzt. Hierzu einige Beispiele, wie auch hier Synergieeffekte ungeahnten Ausmaßes genutzt werden könnten.
Wieso soll nicht ein Förster sein Wissen mal nicht ein Jahr lang den Schulen im Landkreis zur Verfügung stellen, zur besseren Schulbildung
der Kinder? Ein Ingenieur nicht seinen Horizont erweitern, indem er sein Wissen in anderen Bereichen zur Verfügung stellt und gleichzeitig
aus einem völlig anderen Bereich dieses Wissen wieder zurück in seinen Beruf nimmt? Ein angestellter Arzt sich nicht engagieren dürfen bei der
Gesundheitserziehung? Ein Sozialversicherungsangestellter sein Wissen nicht in der Berufsschule weitergeben? Ein Schreiner nicht mal in einer
Behindertenwerkstätte mit helfen dürfen? Ein im Sportverein engagierter nicht mal "hauptberuflich" zur Gesunderhaltung der Bevölkerung
beitragen? Ein Personalverantwortlicher nicht mal "hauptberuflich" Bewerbertraining anbieten, um die "andere" Seite besser kennenzulernen und toleranter zu werden?
Die Erfahrungen, die man außerhalb seines eigentlichen Berufes im Ehrenamt macht (auch im sog. Sozialen Jahr), sind unbezahlbar, so
hört man oft. Nur durch Ehrenamtliche, deren "Arbeit" gesellschaftlich ungenügend gewürdigt wird und finanziell schon gar nicht, wird man es
in der Zukunft nicht mehr schaffen, die anstehenden Probleme zu meistern. Deshalb ist es erforderlich, viel mehr Menschen als bisher, diese Möglich-
keit zu geben!!!
Ein zusätzlicher Effekt wäre, daß die Krankheitskosten insgesamt erheblich sinken würden. Ausgeglichene Menschen, die ihr Leben aktiv
gestalten können und sich nicht immerwährend im Kampf des Geldverdienens in der täglichen Tretmühle befinden, werden seltener krank!
Während einer solchen "Auszeit" hat man auch mehr Zeit, sich um sein eigenes Wohlbefinden zu kümmern. Viele, die Vollzeit tätig sind,
haben gar nicht die Kraft, einen Ausgleich zu suchen, oder mal Sport zu treiben! Die Krankheitskosten aus Gründen von psychischen Problemen
sind die letzten Jahre im Steigen begriffen und machen einen nicht unerheblichen Anteil am Krankenstand aus (m.W. an 2.ter oder 3.ter Stelle nach den orthopädisch-bedingten Krankheiten und den sog. Herzerkrankungen und Krebs). Wenn man sich fragt, woher das alles kommt, kann
jeder für sich seine eigenen Schlüsse ziehen!
Ich sehe ein solches "Bürgerengagement" natürlich nicht als komplette Auszeit. Bei 25-30 Wochenstunden, wie von mir angedacht, hat man aber
viel mehr Möglichkeiten! Auch ein Hinzuverdienst im Rahmen von bis zu 15 Wochenstunden wäre denkbar, um Menschen mit geringeren Einkommen
die Möglichkeiten zu geben. Finanzielle Abstriche während der "Auszeit" können von Besserverdienenden leichter ausgeglichen werden.
Im übrigen wäre bei einer derartigen Verknappung von Arbeitskräften (durchschnittlich alle 5 Jahre 1 Jahr Auszeit macht ca. eine Verknappung von
20 % aller Erwerbsfähigen aus) das regulär zu erzielende Einkommen in der Höhe so kein Thema mehr. Durch diese "Auszeit" wären viele
Menschen in der Lage, auch wie gefordert, bis 65 Jahre oder länger zu arbeiten, weil sie während ihres Lebens öfters die Möglichkeit
hätten, sich zu regenerieren. Die Themen Jugendarbeitslosigkeit und die Arbeitslosigkeit Älterer hätte sich ebenfalls erledigt, weil einfach
der Bedarf an Arbeitskröften höher wäre!
Um es klar zu stellen: Es geht NICHT darum, Vollzeitbeschäftigte aus ihrem Beruf zu drängen, um diese durch "Bürgerarbeitende" zu ersetzen,
sondern um eine ergänzende Hilfestellung in den Bereichen, die anders vermeintlich nicht mehr zu finanzieren sind. Durch vermehrte Fortbildungen würde auch zusätzlich Bedarf an qualifizierten Kräften entstehen. Ebenso durch den früher oder später einsetzenden Aufschwung (ja, ja, der vielbeschworene) würden Arbeitsplätze entstehen. Es würde sich die ganze Arbeits- und Berufswelt flexibilisieren, wie in der Schule vor Jahrzehnten "fächerüber-greifender Unterricht" eingeführt wurde, so würde sich die allgemeine Bildung viel breiter streuen. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.
Die Durchlässigkeit der Gesellschaftsschichten (blödes Wort, aber ich weiß nicht , wie ich es anders ausdrücken soll) wäre gegeben,
weil Arbeitslosigkeit ganz anders definiert würde. Arbeitslos wäre nur noch derjenige, der nach seiner Auszeit es kurzzeitig nicht schafft,
gleich wieder eine Stelle zu finden oder der während seiner geplanten Dauer der Erwerbstätigkeit gekündigt wurde. Was aber bei der Verknappung
von Arbeitskräften nur noch sehr selten der Fall sein dürfte oder nur für kurze Zeit. Die Menschen, die von Dauerarbeitslosigkeit betroffen sind,
hätten eine echte Chance, wieder in der "Mitte" anzukommen.
Der Wust von gut erdachten Modellversuchen und Fördermöglichkeiten, die aber kurze Zeit später wegen Geldmangels oder mangelnder Organisationsfähigkeit oder weil sie zu wenig bekannt werden und deshalb scheitern, könnte beseitigt werden. Heute kommt es mir so vor, als gäbe es unzählige Modellprojekte, die im einzelnen ganz gut funktionieren, aber einfach früher oder später "einschlafen" und dann durch 10 neue ersetzt werden.
Dass so eine Vorgehensweise nicht optimal und wirtschaftlich ist, dürfte jedem klar sein!
Eine echte "Vermittlungstätigkeit" könnte auf Landkreisebene oder im örtlichen Nahbereich durch die Agentur f. Arbeit bewerkstelligt werden, wenn
gewünscht aber auch landesweit.
Damit könnte wieder echt vermittelt und beraten werden, nicht wie jetzt nur noch reale Mangelverwaltung!
Durch die verschwindend geringe Arbeitslosigkeit würde auch der Unsinn der Wochenendpendler eingeschränkt, wo unnötige Ressourcen
verschwendet werden (Zeit, Unfälle, Benzin) und Familien unnötig belastet werden sowie Menschen gezwungenermaßen aus ihrem
sozialen Lebensumfeld gerissen werden und manche dadurch zu den vielzitierten "Job-Nomaden" werden müssen.
Sogar "Zeitarbeit" bekäme wieder den eigentlich erdachten Sinn, weil für kürzere Zeit dem einzelnen Unternehmen eine evtl. spezialisierte
Arbeitskraft fehlt, die für einen definierten Zeitraum ersetzt werden müßte, wenn das Unternehmen darauf Wert legt, den ursprünglichen Mitarbeiter wieder für das Unternehmen zurückzugewinnen und somit die Stelle nur für die Zeit der Abwesenheit desselben besetzt.
Wegen der höheren zu erzielenden Einkommen wäre die Finanzierung dieses Modelles durch geregelte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge,
wie sie heute erhoben werden und die in Zukunft immer weiter steigen, möglich. Von den Einsparungen für die Kosten der jetzt hohen Arbeitslosig-
keit ganz zu schweigen.
Es sollte ein temporäres Grundeinkommen geben, damit alle, die in irgendeiner Form zum Wohl der Gesellschaft beitragen, dies entsprechend
honoriert bekommen und diese Möglichkeit bekommen, ohne eklatante Nachteile zu haben und jederzeit wieder in die Berufswelt zurückkehren
können.
Natürlich ist das Geschriebene alles Fiktion, aber wie auch moksha meint, was wären wir ohne Visionen???
Ich habe lange überlegt, ob ich den Beitrag ins Forum stellen soll, weil dieses Gedankenmodell streckenweise doch etwas "naiv" anmutet und
auch sehr an gescheiterte Modelle in sozialistischen Staaten erinnert. Ich möchte mich aber nicht in einer irgend-gearteten "Ecke" sehen und auch
die Marktwirtschaft nicht in Frage stellen, sondern durch Ausnutzung gerade dieser "Marktgesetze", also durch "künstliche" Verknappung der Arbeitskraft
eine Verbesserung erreichen und ein Gegengewicht zur jetzigen Entwicklung schaffen, bei der NUR NOCH die Erzielung von Einkommen und
Gewinnen eine Rolle zu spielen scheint.
vBulletin® v3.8.7, Copyright ©2000-2012, vBulletin Solutions, Inc.