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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : heute erfahren: Arbeitssuche im Ausland mit Hartz IV nicht!!


ladytramp
10.05.2005, 14:41
War heute beim Arbeitsamt - sorry: Jobcenter Hameln - und habe dort gefragt wegen Jobsuche im EU-Ausland. Ich hatte bereits einmal erfolgreich mit E303 in Spanien Arbeit bekommen. Das könnte sich nun wiederholen, Kontakte sind da, ich müsste nur mal zu einem Vorstellungsgespräch dorthin reisen (können). Im Jobcenter teilte man mir mit, dass E303 und Hartz IV nicht zusammen gehen. Reisekosten werden nur "bis zur Grenze" erstattet, und dann auch nur das billigste Transportmittel. Dabei ist ein Flug nach Mallorca billiger als eine Zugfahrt nach München! Das heisst also, dass meine Chance auf einen neuen Job durch das Arbeitsamt selbst blockiert wird wegen der komischen neuen Bestimmungen. Ich denke, das ist Diskriminierung!

Wer weiss Rat? Wie kann man dieses Problem kurzfristig lösen? Wäre ja wohl auch für alle gut!

Betroffener
10.05.2005, 15:00
:welcome: ladytramp,

da Du schon einmal in Spanien erfolgreich Arbeit hattest (saisonal oder ganzjährig?), sollten die sich da nicht so haben. Bislang habe ich auch noch keine Stelle in den Gesetzen gefunden, wo nur was von inländischen Reisekosten steht. Das ist sicherlich wieder so ein hausinterne Durchführungsbestimmung.

Hier könnte vielleicht ein intensives Gespräch mit dem Boß vom Boß vom Vermittler helfen.

Ansonsten - wenn die Chancen wirklich so gut sind, wie Du schreibst und die Agentur nicht mitspielt - würde ich mich dort für genau diesen Zweck offiziell für ein paar Tage abmelden, das Geld für den preiswerten Hin-/Rückflug leihen und einfach hinfliegen (Aber vorher vielleicht noch mehr passende Angebote suchen, damit Du Ausweichmöglichkeiten hast).

StephanK
10.05.2005, 16:31
Hallo und noch mal willkommen!

Wäre ich SPIEGEL-Redakteur, würde ich jetzt sagen: das ist ein gefundenes Fressen, weil es allen politischen Absichtserklärungen hinsichtlich der Mobilität der Arbeitnehmer innerhalb der Europäischen Union zuwiderläuft.

KURZFRISTIG hilft wohl wirklich nur, den Bürokraten beim Job-Center durch Beharrlichkeit auf die Nerven zu gehen.

Zusätzlich würde ich Dir raten, diese Geschichte den deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten vorzutragen. Ich denke, es wird die Damen und den Herrn interessieren, wie die deutsche Arbeitsverwaltung Mobilität behindert. Könnte gut sein, dass auf diesem Wege noch ein bisschen mehr aus dieser Geschichte wird.

Hier ist eine Liste der betreffenden Abgeordneten:
Thomas Mann, tmann at europarl.eu.int
Karin Jörns, kjoens at europarl.eu.int
Gabriele Zimmer, zimmer.zimmer at t-online.de

Stephan - die Email-Adressen habe ich entschärft. Die müssen nicht zusätzlich noch Spam bekommen. Ich hoffe, Google ist noch nicht drüber gelaufen. Betroffener

ladytramp
10.05.2005, 20:00
Hallo Stephan und hallo Moderator!

Ich war für viereinhalb Jahre auf Lanzarote.

Danke für die Tipps und Infos, hatte bereits per Fax diverse Stellen, unter anderem auch die Europäischen, angeschrieben, und auch den Bundespetitionsausschuss, bei dem seit Ende letzten Jahres eine Sammelpetition läuft, Petitionsnummer: 4-15-09-81503-025394/0021.
Ihr ALLE könnt Euch anschließen, es gibt dort schon ca. 2000 Beschwerden und mehrere Petenten. Hatte eine Beschwerde in Kopie an den Petitionsausschuss geschickt und wurde sofort in die Petition aufgenommen, von der ich gar nichts wusste vorher. Das heisst, dort ist man schon am kämpfen gegen Hartz IV.

Werde noch die Mails absetzen, danke für die Adressen.

Betroffener
11.05.2005, 21:40
@ladytramp,

für Dich wird es ja auf jeden Fall mit 2007 schon zu spät sein und ob die Damen und Herren da auch an das kleine unmaßgebliche Mobilitätsproblem bei der Vorstellung gedacht haben, wage ich schlicht zu bezweifeln :engel:
__________________________________________________ ___________

Richtlinie verabschiedet

Leichter Arbeiten in der EU

Berufstätige können künftig im EU-Ausland wesentlich einfacher eine Arbeit annehmen. Darauf zielt eine Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung von Berufsabschlüssen ab, die das Europaparlament nach jahrelangen Debatten unter Dach und Fach brachte. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg mit großer Mehrheit einem mit dem Ministerrat ausgehandelten Kompromiss zu. Die Richtlinie tritt voraussichtlich 2007 in Kraft.
Vollständige Tagesschaumeldung vom 11.05.05 (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4332490_REF1,00.html)

StephanK
14.05.2005, 22:21
Hallo Ladytramp,

danke für die Information über die Petition, von der ich noch nichts wusste. Deren Sinn will ich gar nicht anzweifeln - und doch könnte ich mir vorstellen, dass die Bundestagsabgeordneten das isoliert als eine Frage des deutschen Sozialrechts (SGB II) betrachten und die Dimension "Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der EU" außer Acht lassen. Gerade diesen Aspekt sehe ich dabei als den zentralen, und es ist einer, der in Brüssel, Luxem- und Strasbourg große Aufmerksamkeit genießt.
Vielleicht wäre es gar nicht verkehrt - neben dem "Anhauen" einzelner Abgeordneter des Europäischen Parlaments - auch dessen Petitionsausschuss anzuschreiben. Es geht zwar "nur" um eine nationale Regelung in Deutschland, an der das Europäische Parlament nichts ändern kann, aber zum einen wird auf diese Weise Aufmerksamkeit organisiert, und zum anderen könnte das Ergebnis einer solchen Petition darin bestehen, dass das Parlament die Kommission auffordert, der deutschen Regierung deswegen auf die Finger zu klopfen. Das trifft Empfindlichkeiten und kann deswegen politisch sehr effizient sein.

Funktioniert übrigens sogar online von der Seite http://www.europarl.eu.int/opengov/default_de.htm
aus.

ladytramp
15.05.2005, 11:22
Hallo Betroffener!
Laut Auskunft des Deutschen Bundestages geht es in dieser Sammelpetition um die verfassungsmäßigkeit von Hartz IV, heisst: es gab schon zigtausend Beschwerden, auch aufgrund der Tatsache, dass man als Arbeitssuchender einfach zum Sozialhilfeempfänger gemacht wird.
Eine Petition meinerseits liegt bereits in Europa.
Übrigens ist es auch gegen jede Verfassungsmäßigkeit, die Freizügigkeit einzuschränken.
:wut:

Betroffener
15.05.2005, 13:00
Hi ladytramp,

hast Du auch noch einen Link für uns parat zu dieser Petition, auf die Du Dich beziehst?

Ich einfach mal davon ausgegeangen, daß über die Petitionsnummer oder ein Thema da was auffindbar wird, aber so einfach scheint das nicht zu sein.

Petitionen eingeben ist anscheinend kinderleicht - diese oder andere hinter wieder zu finden offensichtlich nicht.

Das Portal ist aäh, ... etwas unübersichtlich.

StephanK
15.05.2005, 13:59
Prinzipiell sind Petitionen nicht öffentlich und auch nicht öffentlich zugänglich. Das ist auch logisch, weil es oft um höchst persönliche Probleme geht, die zu offenbaren den Petenten auch so schon schwer genug fällt. Nur bei Massenpetitionen und/oder solchen, deren Anliegen ein allgemeines von politischer Bedeutung ist, veröffentlicht der Petitionsausschauss dazu mal was.
Für diese Angelegenheit habe ich allerdings auf dessen Seite innerhalb von www.bundestag.de auch nix entdeckt.

ladytramp
15.05.2005, 18:43
Nein, einen Link habe ich nicht. Lediglich die Faxnummer des persönlichen Referenten von
Herrn Thierse: 030 - 227 76 279. Adresse: Deutscher Bundestag
- Bundespetitionsausschuss, Platz der Republik 1, Berlin, richten an: persönlich Herrn Thierse, Petitionsnummer angeben:
4-15-09-81503-025394/0021, und sagen, dass man sich anschließen will, da Hartz IV eindeutig gegen Grund- und Menschenrechte verstößt.
Am besten noch die eigene Situation schildern.

Achtung: Antwort anfordern nach ca. 10 Tagen!
Im Net wird man nichts finden.
Und per Fax hat man den Nachweis, dass es dort eingegangen ist. Man kann auch per Einschreiben/Rückschein schreiben,
aber das ist relativ teurer als ein Fax.