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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mehr Geld für Miete und Heizung


Minga610
10.03.2006, 14:46
Hallo,

ich bekam heute den Bewilligungsbescheit für meinen ALG II – Folgeantrag zurück.
Ergebnis: 35,- € mehr für Miete und Heizung.!!!!!!! :shock:

Und das obwohl ich gar keine Erhöhung beantragt habe. Natürlich sind auch meine Heizkosten ( Nachtspeicherheizung ) enorm gestiegen. Um mir aber noch mehr Papierkram, Ärger und Bemerkungen über zu hohe Heizkosten zu ersparen, habe ich diese Erhöhungen bewusst nicht angegeben. Lieber selber mehr zahlen um den armen Staat nicht noch mehr zu belasten.

Was ist da passiert ?!. Ein Irrtum zu meinen Gunsten, ein Fehler der Arge bei der Berechnung oder eine ganz normale Berücksichtigung der hohen Energiepreise im letzten Jahr. Soll ich bei der Arge anrufen und nachfragen. Oder soll ich mit dem Bescheid direkt zur Arge fahren.

Vorerst versuche ich die 35,- € mehr auf dem Konto stehen zu lassen und nicht anzurühren. Später kommt wahrscheinlich eine Rückforderung von der Arge mit dem Vorwurf der unrechtmäßigen Bereicherung.
Bin auf alles gefasst in diesem Land, ich traue keiner Behörde mehr.

Wer kann mir raten was zu tun ist.

Jetzt sieht man erst was dieser Staat aus einem gemacht hat und wie tief man gesunken ist. Man freut sich wie ein kleines Kind über ein paar Euro mehr. Sehr bitter. :-x

Grüße

Minga

Die Ägypter
10.03.2006, 15:31
Es gibt da so einen Spruch... "Gehe nie zu deinem Herrn, wenn er dich nicht gerufen hat"

Andererseits - wie hoch sind deine Energiekosten insgesamt - sind diese zu den KdU gehörenden Kosten noch angemessen...

Außerdem... in vielen Städten wurden die Sätze angehoben... dann wäre es ein Automatismus, selbst wenn du im Folgeantrag überall keine Änderungen angekreuzt hast... (warum eigentlich?)

Im Übrigen... wenn es eine Fehlberechnung von deren Seite darstellt... wäre eine Rückforderung nicht zulässig, wenn du nach Treu und Glauben das Geld auch verwertest hast - das gilt umsomehr, wenn deine Energiekosten tatsächlich gestiegen sind.

Oder aber... Falsche Berechnung für den zurückliegenden Zeitraum = dieser "Verdacht" ließe sich mit einem Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X leicht ausräumen - dann wäre nachzuzahlen (auch wenn kein Widerspruch eingelegt wurde) und dann gilt mein erster Satz mit dem Herrn ganz oben nicht :engel:

Minga610
10.03.2006, 18:18
Hallo Kristin,

natürlich sind meine Heizkosten auch angestiegen und zwar ordentlich. Die Rechnungen und Belege kann ich jederzeit vorlegen.

Warum ich das nicht gemacht habe. 3 ganz einfache Gründe:

1. Zu viel Papierkram und Bürokratie. Rechnungen und Belege für die Arge kopieren, neue Anträge ausfüllen und damit auch eine wesentlich längere Bearbeitungszeit des Folgeantrages. Am Ende kommt noch ein Sachbearbeiter auf die Idee, dass ich mir wegen zu hohen Heizkosten eine andere Wohnung suchen soll.

2. Noch mehr Schnüffelei und Spionage in meinem Privatleben. Und dumme Kommentare. Bei der Abgabe des Erstantrages wollte mir die Sachbearbeiterin die Funktionsweise einer Nachtspeicherheizung erklären. Sehr komisch. Das will ich mir ersparen.

3. Ich gehe nicht gerne zur Arge „betteln“. Lieber am Ende des Monats kein Geld und kämpfen, dass man durch die letzten Tage kommt. Ich nehme auch keine „Geschenke oder milde Gaben“ von der Familie, von Verwandten und Freunden an. Ist vielleicht eine seltsame und etwas altmodische Einstellung. So behält man aber ein Teil seiner Selbstachtung und seines Selbstwertgefühles. Bedeutet mir sehr viel.

Noch zu deinem Sprichwort. Bei uns heißt es: Gehe nicht zu deinem Fürst, wenn du nicht gerufen „würst“

Diese Erfahrung habe ich auch im letzten Jahr mit unserer Arge gemacht. Ich war so ehrlich, heute würde ich sagen dumm, eine Lohnsteuererstattung freiwillig zu melden. Prompt war ich in den Mühlen der Arge-Bürokratie. Nie wieder.

Sollte die Arge aber die erhöhten Energiepreise von sich aus berücksichtigt haben, müsste ich Kreide fressen und öffentlich Abbitte leisten vor so viel Sachverstand.

Grüße

Minga